Paracodin Wirkung » Alles über das Schmerzmittel

By IHJO

Wussten Sie, dass jährlich über 1,5 Millionen Verschreibungen für das Schmerzmittel Paracodin in Deutschland ausgestellt werden? Dieses verschreibungspflichtige Medikament ist ein wichtiges Werkzeug in der Behandlung von trockenem Reizhusten und starken Schmerzen. Der Wirkstoff Dihydrocodein in Paracodin entfaltet seine heilsame Wirkung auf vielfältige Art und Weise, um Patienten Linderung zu verschaffen.

Paracodin ist ein Schmerzmittel, das den Wirkstoff Dihydrocodein enthält. Es wird zur Behandlung von trockenem Reizhusten (Hustenreiz ohne Auswurf) sowie zur Linderung stärkerer bis starker Schmerzen eingesetzt. Dihydrocodein hat eine hustendämpfende und schmerzlindernde Wirkung. Es wird in Konzentrationen von 30 bis 90 mg pro Tag bei Reizhusten und in Dosierungen von 120 bis 240 mg pro Tag bei stärkeren Schmerzen angewendet. Paracodin ist in Deutschland verschreibungspflichtig.

Wie wirkt Paracodin?

Dihydrocodein, der Wirkstoff in Paracodin, entfaltet seine Wirkung auf verschiedene Weise. Zum einen dämpft es den Hustenreflex, indem es das Hustenzentrum im Stammhirn hemmt. Dieser Effekt beruht hauptsächlich auf der Umwandlung von Dihydrocodein zu Morphin in der Leber. Zum anderen hat Dihydrocodein eine schmerzlindernde (analgetische) Wirkung, die ebenfalls auf dem Morphin-Metaboliten basiert. Dihydrocodein selbst hat eine geringere Bindungsfähigkeit an Opioidrezeptoren. Neben der Behandlung von Reizhusten wird Dihydrocodein auch zur Linderung stärkerer bis starker Schmerzen eingesetzt, wenn nicht-opioide Schmerzmittel nicht ausreichen.

Wirkmechanismus von Dihydrocodein

Der Wirkmechanismus von Paracodin beruht auf der Umwandlung des Wirkstoffs Dihydrocodein zu Morphin in der Leber. Dieser Morphin-Metabolit entfaltet dann die eigentliche hustendämpfende und schmerzlindernde Wirkung.

Anwendungsgebiete von Paracodin

Paracodin wird hauptsächlich zur Kurzzeitbehandlung von trockenem Reizhusten (Husten ohne Auswurf) eingesetzt. Darüber hinaus kann es auch zur Linderung stärkerer bis starker Schmerzen verwendet werden, bei denen nicht-opioide Schmerzmittel nicht oder nicht ausreichend helfen. Dazu zählen Schmerzen bei Krebs, degenerativen und entzündlichen Gelenkerkrankungen, Nervenschmerzen wie Ischiasschmerz sowie Schmerzen nach Operationen.

Paracodin Dosierung

Bei der Anwendung von Paracodin ist die individuelle Dosierung sehr wichtig. Die empfohlene Dosis richtet sich nach dem Alter und Gewicht der Patienten.

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Dosierung für Kinder

Für Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren wird meist eine Dosis von einer viertel bis einer halben Tablette (entspricht 1,7 bis 3,4 mg Dihydrocodein) drei Mal täglich empfohlen. Kinder zwischen 6 und 12 Jahren erhalten normalerweise eine halbe bis eine ganze Tablette (entspricht 3,4 bis 6,7 mg Dihydrocodein) drei Mal täglich. Paracodin ist für Kinder unter 4 Jahren nicht geeignet.

Dosierung für Erwachsene

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren nehmen in der Regel eine bis drei Tabletten (entspricht 6,7 bis 20,1 mg Dihydrocodein) drei Mal täglich ein. Die genaue Dosierung richtet sich nach der Empfehlung des Arztes und dem individuellen Behandlungsverlauf. Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Die Dauer der Anwendung bestimmt der Arzt und sollte in der Regel nicht länger als einige Tage betragen.

Wirkung von Paracodin

Paracodin entfaltet seine Wirkung auf zwei Ebenen: Zum einen dämpft der enthaltene Wirkstoff Dihydrocodein den Hustenreflex, indem er das Hustenzentrum im Stammhirn hemmt. Dadurch kann Paracodin bei trockenem Reizhusten eingesetzt werden. Zum anderen hat Dihydrocodein auch eine schmerzlindernde (analgetische) Wirkung, die auf der Umwandlung zu Morphin in der Leber beruht. Daher kann Paracodin auch zur Behandlung stärkerer bis starker Schmerzen eingesetzt werden, wenn nicht-opioide Schmerzmittel nicht ausreichend helfen.

Sonstige Bestandteile

Neben dem Wirkstoff Dihydrocodein, der für die schmerzlindernde und hustendämpfende Wirkung von Paracodin verantwortlich ist, enthält das Arzneimittel weitere arzneilich nicht wirksame Bestandteile:

  • Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
  • Lactose-Monohydrat
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose

Diese Hilfsstoffe dienen beispielsweise der Tablettierung, Stabilisierung oder Geschmacksverbesserung von Paracodin. Sie tragen nicht direkt zur therapeutischen Wirkung bei, sind aber für die Herstellung und Qualität des Arzneimittels erforderlich.

Bestandteil Funktion
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) Bindemittel, Füllstoff
Lactose-Monohydrat Füllstoff
Magnesiumstearat Gleitmittel
mikrokristalline Cellulose Füllstoff, Bindemittel

Nebenwirkungen von Paracodin

Wie bei jeder Arzneimittelanwendung können auch bei der Einnahme von Paracodin Nebenwirkungen auftreten. Es ist wichtig, diese möglichen Nebenwirkungen zu kennen, um im Falle ihres Auftretens rechtzeitig reagieren zu können.

Sehr häufige Nebenwirkungen

Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Paracodin zählen vor allem Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Diese Symptome sind auf die Wirkung des enthaltenen Wirkstoffs Dihydrocodein zurückzuführen.

Häufige Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen von Paracodin sind leichte Kopfschmerzen, leichte Schläfrigkeit und Schwindel sowie eine dosisabhängige Müdigkeit bis Benommenheit. Diese Symptome sind ebenfalls auf den Wirkstoff Dihydrocodein zurückzuführen.

Gelegentliche Nebenwirkungen

Gelegentlich können auch Druckanstieg in den Gallenwegen, Harnverhalt, Histaminfreisetzung mit möglichen Asthmaanfällen, Juckreiz, Hauterscheinungen, Beeinträchtigung der Atmung, Mundtrockenheit und Schlafstörungen auftreten.

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Seltene Nebenwirkungen

Seltene Nebenwirkungen von Paracodin umfassen schwere allergische Reaktionen der Haut und Schleimhäute sowie Hautschwellungen (Quincke-Ödem).

Sehr seltene Nebenwirkungen

Sehr selten können Krankhafte Hochstimmung (Euphorie), Funktionsstörung der Augen, Blutdruckabfall und Kreislaufversagen auftreten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Bei der Einnahme von Paracodin müssen mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten besonders beachtet werden. Insbesondere folgende Arzneimittel können die Wirkung und Verträglichkeit von Paracodin beeinflussen:

Beruhigungsmittel und Schlafmittel

Die gleichzeitige Einnahme von Paracodin mit Beruhigungs- und Schlafmitteln kann zu einer verstärkten Müdigkeit, Benommenheit und sogar Beeinträchtigung der Atmung führen.

Antidepressiva

Auch bei der Kombination von Paracodin mit bestimmten Antidepressiva, wie MAO-Hemmern, können die zentralnervösen Wirkungen verstärkt werden. Hier ist besondere Vorsicht geboten.

Schmerzmittel

Die Wirkung von Schmerzmitteln kann durch Paracodin verstärkt werden. Andererseits kann die Wirkung von Paracodin bei gleichzeitiger Anwendung bestimmter stark wirksamer Schmerzmittel (partielle Opioidagonisten/-antagonisten) abgeschwächt werden.

Arzneimittel zur Leberbelastung

Medikamente, die den Leberstoffwechsel beeinflussen, können die Wirkung von Paracodin verstärken.

Gegenanzeigen für Paracodin

Die Anwendung von Paracodin ist in bestimmten Fällen kontraindiziert. Es gibt absolute und relative Gegenanzeigen, die bei der Verschreibung und Einnahme des Schmerzmittels berücksichtigt werden müssen.

Absolute Gegenanzeigen

Zu den absoluten Gegenanzeigen für die Anwendung von Paracodin gehören eine bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Dihydrocodein, Störungen der Atemfunktion und des Atemzentrums, Koma sowie akuter Asthmaanfall und chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse. In diesen Fällen darf Paracodin nicht eingenommen werden.

Relative Gegenanzeigen

Relative Gegenanzeigen sind Situationen, in denen Paracodin nur nach Rücksprache mit dem Arzt und unter besonderer Vorsicht angewendet werden sollte. Hierzu zählen Abhängigkeit von Opioiden, Bewusstseinsstörungen, Schilddrüsenunterfunktion, vergrößerte Prostata, Lebererkrankungen, eingeschränkte Nierenfunktion und Gallenwegserkrankungen.

Paracodin wirkung in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen sollten Paracodin nicht einnehmen, da Erfahrungen über die Sicherheit einer solchen Anwendung nicht vorliegen. Es gibt Hinweise darauf, dass verwandte Wirkstoffe Fehlbildungen beim Ungeborenen, Wachstumsverzögerungen und eine Verkürzung der Schwangerschaftsdauer verursachen können. Zudem besteht bei längerfristiger Einnahme die Gefahr, dass sich eine Abhängigkeit des Ungeborenen entwickelt. Kurz vor der Geburt darf Paracodin nicht eingenommen werden, da es die Plazentaschranke passieren und beim Neugeborenen zu Atemstörungen führen kann.

Anwendung bei Kindern

Wegen der erhöhten Gefahr eines Atemantriebrückgangs (Atemdepression) darf Paracodin Kindern unter 4 Jahren nur unter strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung und unter Überwachung durch den Kinderarzt gegeben werden. Bei Kindern von 4 bis 14 Jahren sollte die Tagesdosis 60 mg Dihydrocodein nicht überschreiten.

Warnhinweise zu Paracodin

Paracodin kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, sodass das Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen sowie gefährliche Tätigkeiten in den ersten Tagen der Behandlung unterlassen werden sollten. Auch die Kombination mit Alkohol oder zentral wirksamen Medikamenten kann das Konzentrationsvermögen und die Gefahrenerkennung massiv beeinträchtigen.

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Paracodin hat zudem ein Abhängigkeitspotenzial, sodass eine längere Anwendung in hoher Dosierung zur Gewöhnung und Abhängigkeit führen kann. Das Arzneimittel darf daher nur nach ärztlicher Verschreibung und unter ständiger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Paracodin ein wirksames Schmerzmittel und Hustenstiller ist, das aber auch ein Abhängigkeitspotenzial und einige Nebenwirkungen aufweist. Die Anwendung sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, insbesondere in Bezug auf Dosierung, Wechselwirkungen und Kontraindikationen.

Bei korrekter Anwendung kann Paracodin jedoch eine sinnvolle Option zur Behandlung von trockenem Reizhusten und starken Schmerzen sein. Dabei ist es wichtig, die Dosierungsempfehlungen einzuhalten und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten. Nur so kann Paracodin seine volle Wirkung entfalten, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Insgesamt bietet Paracodin eine effektive Möglichkeit zur Linderung von Beschwerden, solange die Anwendung sorgfältig und unter ärztlicher Aufsicht erfolgt. Patienten sollten ihre Behandlung stets mit ihrem Arzt besprechen, um die individuell beste Lösung zu finden.

FAQ

Was ist Paracodin und wie wirkt es?

Paracodin ist ein Schmerzmittel, das den Wirkstoff Dihydrocodein enthält. Es hat eine hustendämpfende und schmerzlindernde Wirkung, indem es den Hustenreflex hemmt und die Umwandlung zu Morphin in der Leber Schmerzen lindert.

Wofür wird Paracodin eingesetzt?

Paracodin wird zur Behandlung von trockenem Reizhusten sowie zur Linderung stärkerer bis starker Schmerzen eingesetzt, wenn nicht-opioide Schmerzmittel nicht ausreichend helfen.

Wie hoch ist die empfohlene Dosierung von Paracodin?

Die Dosierung richtet sich nach Alter und Symptomen. Für Kinder von 4-6 Jahren wird meist eine Dosis von einer viertel bis einer halben Tablette drei Mal täglich empfohlen, für Kinder 6-12 Jahre eine halbe bis eine ganze Tablette drei Mal täglich. Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren nehmen in der Regel eine bis drei Tabletten drei Mal täglich ein.

Welche Nebenwirkungen können bei Paracodin auftreten?

Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen zählen vor allem Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung. Häufige Nebenwirkungen sind leichte Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel und Müdigkeit. Gelegentlich können auch andere Beschwerden wie Harnverhalt, Hautreaktionen oder Atemdepression auftreten.

Mit welchen anderen Medikamenten kann Paracodin Wechselwirkungen haben?

Paracodin kann mit Beruhigungs- und Schlafmitteln, bestimmten Antidepressiva, anderen Schmerzmitteln sowie Arzneimitteln, die den Leberstoffwechsel beeinflussen, Wechselwirkungen eingehen. Dies kann die Wirkungen verstärken oder abschwächen.

Wann darf Paracodin nicht eingenommen werden?

Absolute Gegenanzeigen sind Überempfindlichkeit gegen Dihydrocodein, Atemstörungen, Koma, Asthma und Bauchspeicheldrüsenentzündung. Relative Gegenanzeigen sind u.a. Opioidabhängigkeit, Bewusstseinsstörungen, Schilddrüsenunterfunktion und Lebererkrankungen. Schwangere und Kinder unter 4 Jahren sollten Paracodin nur unter strenger ärztlicher Aufsicht einnehmen.

Wie sollte Paracodin angewendet werden?

Paracodin darf nur nach ärztlicher Verschreibung und unter ständiger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Es kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, sodass das Führen von Fahrzeugen in den ersten Tagen der Behandlung unterlassen werden sollte. Zudem besteht ein Abhängigkeitspotenzial, weshalb Paracodin nicht länger als einige Tage angewendet werden sollte.

Quellenverweise