Olanzapin Wirkung » Alles über das Antipsychotikum

By IHJO

Kaum zu glauben, aber 10% aller Erwachsenen in Deutschland nehmen Antipsychotika ein – und der Großteil davon Olanzapin. Dieses Medikament aus der Gruppe der “atypischen Antipsychotika” zählt zu den am häufigsten verschriebenen Psychopharmaka. Aber was genau macht Olanzapin eigentlich? Wie wirkt es, wo wird es eingesetzt und welche Nebenwirkungen können auftreten? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über das Antipsychotikum Olanzapin.

Olanzapin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der sogenannten atypischen Antipsychotika. Es wirkt antipsychotisch (gegen Psychosen), antimanisch (gegen eine phasenweise auftretende starke Antriebssteigerung) und stimmungsstabilisierend, weshalb es im Gegensatz zu anderen Antipsychotika zur Behandlung bipolarer Erkrankungen zugelassen ist. Olanzapin blockiert bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) von Botenstoffen, unter anderem jene von Dopamin und Serotinin. Die Wirkung dieser Botenstoffe kann so wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Olanzapin wird in Form von Tabletten oder Schmelztabletten eingenommen, in akuten Fällen kann es auch direkt ins Blut gespritzt werden. Die volle Wirkung entfaltet sich erst nach mehreren Tagen bis Wochen nach Behandlungsbeginn.

Was ist Olanzapin?

Olanzapin ist ein Arzneistoff, der chemisch als 2-Methyl-10-(4-methylpiperazin-1-yl)-4H-3-thia-4,9-diazabenzo[f]azulen bezeichnet wird. Seine Summenformel lautet C17H20N4S. Olanzapin gehört zu den sogenannten atypischen Neuroleptika, einer Gruppe von Antipsychotika, die ein geringeres Risiko für extrapyramidale Störungen aufweisen als andere Medikamente dieser Wirkstoffklasse.

Chemische Zusammensetzung

Die chemische Struktur von Olanzapin zeichnet sich durch das Vorhandensein von Stickstoffheterocyclen und einem Schwefelatom aus. Diese spezifische chemische zusammensetzung olanzapin verleiht dem Arzneistoff seine charakteristischen Eigenschaften und Wirkungsweisen.

Wirkstoffgruppe

Olanzapin gehört zur Gruppe der olanzapin wirkstoffgruppe, den sogenannten atypischen Antipsychotika. Diese Medikamente weisen im Vergleich zu klassischen Neuroleptika ein günstigeres Nebenwirkungsprofil auf.

Wirkmechanismus von Olanzapin

Olanzapin ist ein Dopaminantagonist, der die Dopaminrezeptoren blockiert und dadurch die Wirkung von Dopamin hemmt, jedoch nur 40-60% davon im Striatum. Olanzapin zeigt weiter eine Affinität zu Serotoninrezeptoren.

Weitere Rezeptor-Wechselwirkungen

Neben Dopamin- und Serotoninrezeptoren werden auch andere Rezeptoren, wie mACh-Rezeptoren, Adrenorezeptoren und Histaminrezeptoren durch Olanzapin inaktiviert, was zusätzliche Nebenwirkungen nach sich zieht. Alles in allem stellt Olanzapin, was die Wirkung sowie die Nebenwirkungen betrifft, eine abgeschwächte Form des Clozapins dar.

See also  Bachblüten Wirkung » Alles über die positive Wirkung der Bachblüten

olanzapin wirkung

Als hochpotentes Antipsychotikum entfaltet Olanzapin eine antipsychotische Wirkung, die sich vor allem gegen Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Denkstörungen richtet. Durch die Blockade von Dopamin- und Serotoninrezeptoren im Gehirn kann Olanzapin die Psychose-Symptomatik effektiv lindern.

Antimaniache Wirkung

Neben der antipsychotischen Wirkung besitzt Olanzapin auch eine antimaniache Wirkung. Es kann daher bei der Behandlung manischer Episoden im Rahmen einer bipolaren Störung eingesetzt werden und hilft, die Stimmungsschwankungen zu stabilisieren.

Stimmungsstabilisierende Wirkung

Darüber hinaus verfügt Olanzapin über eine stimmungsstabilisierende Wirkung. Aus diesem Grund ist es im Gegensatz zu vielen anderen Antipsychotika auch zur Behandlung bipolarer Erkrankungen zugelassen. Die volle Wirkung von Olanzapin entfaltet sich erst nach mehreren Tagen bis Wochen nach Behandlungsbeginn.

Anwendungsgebiete von Olanzapin

Olanzapin ist ein vielseitig einsetzbares Arzneimittel, das nicht nur bei Schizophrenie, sondern auch bei bipolaren Störungen und weiteren psychischen Erkrankungen zum Einsatz kommt. Als olanzapin anwendungsgebiete zählen neben der Behandlung von Schizophrenie auch manische Episoden im Rahmen einer bipolaren Erkrankung, bei denen der Patient gut auf Olanzapin anspricht. In solchen Fällen kann Olanzapin sogar zur Vorbeugung weiterer manischer Phasen eingesetzt werden.

Schizophrenie

Einer der Hauptanwendungsbereiche von olanzapin schizophrenie ist die Behandlung von Schizophrenie. Olanzapin kann dabei sowohl in akuten Phasen der Erkrankung als auch zur Langzeitbehandlung eingesetzt werden, um Psychosen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen zu reduzieren.

Bipolare Störungen

Neben Schizophrenie ist Olanzapin auch zur Behandlung von olanzapin bipolare störungen wie manischen Episoden im Rahmen einer bipolaren Erkrankung zugelassen. Olanzapin kann hier nicht nur in akuten Phasen, sondern auch zur Vorbeugung weiterer Manien eingesetzt werden.

Weitere Indikationen

Darüber hinaus kann Olanzapin auch bei anderen psychischen Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen, Aggressivität und autoaggressivem Verhalten zum Einsatz kommen. Die Vielseitigkeit des Arzneimittels ermöglicht somit eine individuell angepasste Behandlung je nach Symptomatik des Patienten.

Dosierung und Anwendung

Üblicherweise beträgt die tägliche olanzapin dosierung zehn Milligramm. Bei Bedarf kann sie schrittweise auf bis zu 20 Milligramm am Tag gesteigert werden. In akuten Fällen kann olanzapin anwendung auch direkt ins Blut gespritzt werden. Zur Vermeidung der täglichen Tabletten-Einnahme kann der Wirkstoff als Depot-Injektion in den Muskel gespritzt werden, die dann alle zwei oder vier Wochen wiederholt wird.

Nebenwirkungen von Olanzapin

Wie viele Medikamente weist auch Olanzapin eine Reihe von olanzapin nebenwirkungen auf. Besonders olanzapin sehr häufige nebenwirkungen und olanzapin häufige nebenwirkungen sollten Patienten im Auge behalten.

Sehr häufige Nebenwirkungen

Sehr häufig, das heißt bei mehr als zehn Prozent der Behandelten, ruft Olanzapin Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme und Schläfrigkeit hervor.

Häufige Nebenwirkungen

Häufig (bei einem bis zehn Prozent der Behandelten) führt die Behandlung mit Olanzapin zu Veränderungen im Blutbild, Schwindel, Mundtrockenheit, Verstopfung und erniedrigtem Blutdruck. Olanzapin kann auch zu Diabetes mellitus und Hypersalivation führen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Olanzapin wird in der Leber vor allem vom Enzym CYP1A2 abgebaut. Andere Arzneistoffe, die dieses Enzym blockieren (CYP1A2-Hemmer) oder induzieren (in seiner Aktivität steigern), können daher Wirkung und Nebenwirkungen von olanzapin wechselwirkungen verstärken oder abschwächen.

See also  Noradrenalin Wirkung » Alles über die Wirkungsweise und Anwendungsgebiete

CYP1A2-Hemmer und Induktoren

Medikamente, die als CYP1A2-Hemmer fungieren, wie beispielsweise Fluvoxamin, Ciprofloxacin oder Ketoconazol, können den Abbau von olanzapin cyp1a2-hemmer und induktoren beeinflussen und zu einer Erhöhung der Wirkstoffkonzentration im Blut führen. Im Gegensatz dazu können CYP1A2-Induktoren wie Carbamazepin, Rifampicin oder Rauchen den Abbau von Olanzapin beschleunigen und so die Wirksamkeit verringern.

Weitere Wechselwirkungen

Darüber hinaus kann olanzapin weitere wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme von Blutdruck-Medikamenten, Schlafmitteln oder Alkohol deren Effekte verstärken. Dies ist vor allem bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Alkoholkonsum zu beachten.

Vorsichtsmaßnahmen und Kontraindikationen

Beim Einsatz von Olanzapin müssen einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Das Medikament darf nicht angewendet werden bei Engwinkelglaukom, einer seltenen Form des Grünen Stars. Zudem ist Vorsicht geboten bei einer Vergrößerung der Prostata, einer Pylorusstenose (Verengerung des Magenausgangs) sowie bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.

Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft sollten statt Olanzapin besser erprobte Alternativen angewendet werden, es sei denn, die Frau ist bereits gut mit Olanzapin eingestellt. Während der Stillzeit gilt die Einnahme von Olanzapin als akzeptabel, da nur geringe Mengen in die Muttermilch übergehen.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen

Patienten, die Olanzapin einnehmen, sollten regelmäßig ihren Blutdruck, ihre Herzfrequenz, ihr Gewicht und ihre Stoffwechselwerte überprüfen lassen. Ebenfalls ist eine Kontrolle der Schilddrüsenfunktion empfehlenswert. Bei Anzeichen von Nebenwirkungen oder Verschlechterung des Gesundheitszustands sollte umgehend der behandelnde Arzt kontaktiert werden.

Therapeutisches Drug Monitoring

Das therapeutische Drug Monitoring (TDM) von Olanzapin spielt eine wichtige Rolle, um die optimale Dosierung und Behandlung sicherzustellen. Die Referenzbereiche für Olanzapin im Blut bei der Behandlung von Schizophrenie sind dabei sorgfältig definiert.

Referenzbereiche

Die Referenzbereiche für Olanzapin liegen bei einem Schwellenwert von 20 ng/ml 12 Stunden nach der Verabreichung. Für eine optimale Blockade von Dopamin-D2-Rezeptoren (65%-80%) werden Plasmaspiegel von 17-44 ng/ml empfohlen. Bei Depotformulierungen sollten die Werte zwischen 10-40 ng/ml und bei nicht retardierten Arzneiformen bisher zwischen 20-80 ng/ml liegen, wobei eine Absenkung auf 20-40 ng/ml angeraten wird (Stand 2023).

Optimale Plasmaspiegel

Die toxische Grenze für Olanzapin liegt bei 100 ng/ml. Durch ein sorgfältiges therapeutisches Drug Monitoring können die optimalen Plasmaspiegel für jeden Patienten individuell ermittelt und eingestellt werden, um eine effektive Behandlung bei gleichzeitiger Minimierung von Nebenwirkungen zu gewährleisten.

Fazit

Olanzapin ist ein relativ junger Arzneistoff, der im Jahr 1996 in Deutschland zugelassen wurde. Als Vertreter der Gruppe der “atypischen Antipsychotika” (Antipsychotika der zweiten Generation) weist Olanzapin weniger Nebenwirkungen auf als die “klassischen Antipsychotika”, kann aber zu starker Gewichtszunahme und Störungen im Fettstoffwechsel führen. Olanzapin wird zur Behandlung von Schizophrenie, bipolaren Störungen und weiteren Psychosen eingesetzt und entfaltet seine volle Wirkung erst nach mehreren Tagen bis Wochen.

See also  Ackerschachtelhalm Wirkung » Alles über die Heilpflanze

Bei der Einnahme von Olanzapin sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, wie z.B. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Einschränkungen in Schwangerschaft und Stillzeit. Das Fazit ist, dass Olanzapin als modernes Antipsychotikum durchaus seine Vorteile hat, aber auch sorgfältig überwacht werden muss, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

FAQ

Was ist Olanzapin?

Olanzapin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der sogenannten atypischen Antipsychotika. Es wirkt antipsychotisch (gegen Psychosen), antimanisch (gegen eine phasenweise auftretende starke Antriebssteigerung) und stimmungsstabilisierend, weshalb es im Gegensatz zu anderen Antipsychotika zur Behandlung bipolarer Erkrankungen zugelassen ist.

Wie ist die chemische Zusammensetzung von Olanzapin?

Die chemische Bezeichnung für Olanzapin ist 2-Methyl-10-(4-methylpiperazin-1-yl)-4H-3-thia-4,9-diazabenzo[f]azulen. Die Summenformel lautet C17H20N4S.

Wie wirkt Olanzapin im Körper?

Olanzapin ist ein Dopaminantagonist, der die Dopaminrezeptoren blockiert und dadurch die Wirkung von Dopamin hemmt. Olanzapin zeigt weiter eine Affinität zu Serotoninrezeptoren. Auch andere Rezeptoren, wie mACh-Rezeptoren, Adrenorezeptoren und Histaminrezeptoren werden durch Olanzapin inaktiviert.

Welche Wirkungen hat Olanzapin?

Olanzapin wirkt antipsychotisch (gegen Psychosen), antimanisch (gegen eine phasenweise auftretende starke Antriebssteigerung) und stimmungsstabilisierend, weshalb es im Gegensatz zu anderen Antipsychotika zur Behandlung bipolarer Erkrankungen zugelassen ist.

Wofür wird Olanzapin angewendet?

Zu den Anwendungsgebieten (Indikationen) von Olanzapin zählen Schizophrenie, manische Episode im Rahmen einer bipolaren Erkrankung (spricht der Patient darauf an, eignet sich Olanzapin auch zur Vorbeugung von manischen Phasen) sowie weitere Psychosen, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen, Aggressivität und autoaggressives Verhalten.

Wie wird Olanzapin angewendet?

Üblicherweise beträgt die tägliche Dosis zehn Milligramm. Bei Bedarf kann sie schrittweise auf bis zu 20 Milligramm am Tag gesteigert werden. In akuten Fällen kann Olanzapin auch direkt ins Blut gespritzt werden. Zur Vermeidung der täglichen Tabletten-Einnahme kann der Wirkstoff als Depot-Injektion in den Muskel gespritzt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Olanzapin haben?

Sehr häufig, das heißt bei mehr als zehn Prozent der Behandelten, ruft Olanzapin Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme und Schläfrigkeit hervor. Häufig (bei einem bis zehn Prozent der Behandelten) führt die Behandlung zu Veränderungen im Blutbild, Schwindel, Mundtrockenheit, Verstopfung und erniedrigtem Blutdruck. Olanzapin kann auch zu Diabetes mellitus und Hypersalivation führen.

Welche Wechselwirkungen gibt es bei Olanzapin?

Olanzapin wird in der Leber vor allem vom Enzym CYP1A2 abgebaut. Andere Arzneistoffe, die dieses Enzym blockieren (CYP1A2-Hemmer) oder induzieren (in seiner Aktivität steigern), können daher Wirkung und Nebenwirkungen von Olanzapin verstärken oder abschwächen. Weiterhin kann Olanzapin bei gleichzeitiger Einnahme von Blutdruck-Medikamenten, Schlafmitteln oder Alkohol deren Effekte verstärken.

Wann sollte Olanzapin nicht eingenommen werden?

Olanzapin darf nicht angewendet werden bei Engwinkelglaukom. Zudem ist Vorsicht geboten bei Vergrößerung der Prostata, Pylorusstenose sowie schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen. In der Schwangerschaft sollten statt Olanzapin besser erprobte Alternativen angewendet werden, es sei denn, die Frau ist bereits gut damit eingestellt. Während der Stillzeit gilt die Einnahme von Olanzapin als akzeptabel.

Wie werden die Olanzapin-Blutwerte überwacht?

Die Referenzbereiche für das therapeutische Drug Monitoring (TDM) von Olanzapin im Blut bei Schizophrenie liegen bei einem Schwellenwert von 20 ng/ml 12 Stunden nach der Verabreichung, einer optimalen Blockade von Dopamin-D2-Rezeptoren (65%-80%) von 17-44 ng/ml, bei Depotformulierungen von 10-40 ng/ml und bei nicht retardierten Arzneiformen bisher von 20-80 ng/ml, wobei eine Absenkung auf 20-40 ng/ml empfohlen wird. Die toxische Grenze liegt bei 100 ng/ml.

Quellenverweise