THC Wirkung » Was passiert im Körper?

By IHJO

Statistiken zeigen, dass der globale Cannabiskonsum in den letzten Jahren drastisch angestiegen ist. Laut Schätzungen konsumieren weltweit über 200 Millionen Menschen Cannabis, was etwa 4% der Weltbevölkerung entspricht. Dieser signifikante Anstieg verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Auswirkungen von THC, dem Hauptwirkstoff in Cannabis, auf den menschlichen Körper zu verstehen.

Der Konsum von Cannabis hat vielfältige Facetten. Abhängig von der persönlichen Stimmungslage, der Zusammensetzung der Cannabisprodukte und der Art des Konsums können die Effekte stark variieren – von Euphorie und Entspannung bis hin zu Angst und Panik. Das bekannteste Cannabinoid ist das Tetrahydrocannabinol (THC), das für den psychoaktiven Rausch verantwortlich ist. In der Hanfpflanze liegt THC überwiegend in seiner inaktiven Form, der Tetrahydrocannabinolsäure (THCA), vor. Erst durch Erhitzen, wie beim Rauchen, wandelt sich THCA in das psychoaktiv wirkende THC um. Beim Essen von Cannabis wird das THC im Körper langsamer aufgenommen, was das Risiko einer Überdosierung erhöht.

Unterschied zwischen Rauchen und Essen von Cannabis

In der Hanfpflanze ist THC überwiegend in seiner inaktiven Form, der Tetrahydrocannabinolsäure (THCA), enthalten. Erst durch Erhitzen, wie beim Verbrennen im Joint, wandelt sich THCA in das psychoaktiv wirkende THC um. Auch beim Backen von Cannabis-Produkten findet eine Umwandlung von THCA in THC statt, wenn auch in etwas geringerem Maße als beim direkten Rauchen.

Schnellere Wirkung beim Rauchen

Wenn Cannabis geraucht wird, wird der Wirkstoff THC rasch über die Atemwege aufgenommen. Erste Anzeichen eines Rausches treten dann nach wenigen Sekunden bis Minuten auf. Nach etwa 15 bis 30 Minuten erreicht die Wirkung ihr Maximum, um dann innerhalb von 2 bis 3 Stunden wieder abzuklingen.

Geringere Bioverfügbarkeit beim Essen

Bei der oralen Aufnahme von Cannabis, also durch Essen oder Trinken, gelangt weniger THC ins Blut. Studien zeigen, dass beim Inhalieren von Cannabis etwa 10 bis 35 Prozent des in der Droge enthaltenen THC vom Körper aufgenommen werden. Bei der oralen Aufnahme reduziert sich dieser Wert auf etwa 4 bis 12 Prozent. Dies liegt an der schnellen Verstoffwechselung von THC in der Leber.

See also  Die heilende Wirkung von Weihrauch » Alles über die positive Wirkung auf Körper und Geist

Verzögerter Wirkungseintritt beim Essen

Bei der oralen Aufnahme von Cannabis setzt die Wirkung zeitlich verzögert ein. Die THC-Konzentration im Blut erreicht ihr Maximum erst nach 1 bis 2 Stunden, manchmal auch später. Der Rausch kann 6 Stunden und länger andauern. Der verzögerte Wirkeintritt birgt das Risiko, dass Konsumierende dazu verleitet werden, mehr zu essen, da die Wirkung nicht so schnell eintritt wie erwartet.

Risiko der Überdosierung

Dabei riskieren sie eine Überdosierung, die zu psychotischen Symptomen, Panikattacken oder Herz-Kreislaufproblemen führen kann. Einer Studie zufolge ist die Wahrscheinlichkeit für Notfälle nach dem Essen von Cannabisprodukten 33-mal höher als beim Rauchen.

Bindung von THC an Cannabinoid-Rezeptoren

THC entfaltet seine Wirkung, indem es an bestimmte Bindungsstellen im Gehirn, die sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren, andockt. Es gibt zwei Haupttypen dieser Rezeptoren: CB1-Rezeptoren, die im Gehirn konzentriert sind und den Cannabisrausch vermitteln, sowie CB2-Rezeptoren, die eine wichtige Funktion für das Immunsystem haben.

CB1- und CB2-Rezeptoren

Normalerweise binden an diese Cannabinoid-Rezeptoren körpereigene Substanzen, die sogenannten Endocannabinoide. Endocannabinoide und Cannabinoid-Rezeptoren bilden zusammen das Endocannabinoid-System, das vermutlich an vielen Funktionen des menschlichen Organismus beteiligt ist, wie Gedächtnis, Schmerzverarbeitung, Immunfunktionen und Fortpflanzung.

Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System nimmt auch Einfluss auf andere Neurotransmitter-Systeme, darunter Rezeptoren, an denen Dopamin aktiv ist. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff des Belohnungssystems, sodass der belohnende Effekt des Cannabis-Konsums unter anderem hierauf zurückzuführen ist.

Wirkungen von THC auf verschiedene Körpersysteme

Cannabinoid-Rezeptoren finden sich nicht nur im Gehirn, sondern auch in vielen anderen Bereichen des Körpers, wie dem Herz-Kreislaufsystem oder dem Verdauungstrakt. Beobachtet wurde, dass bei chronischem Cannabiskonsum das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzrhythmusstörungen oder Gefäßschäden zunimmt.

Cannabis-Hyperemesis-Syndrom

Manche Cannabiskonsumierende leiden unter dem Cannabis-Hyperemesis-Syndrom, das durch wiederkehrende starke Brechanfälle gekennzeichnet ist und erst nach vollständiger Cannabisabstinenz abklingt.

Männliche Fruchtbarkeit

Bei der männlichen Fruchtbarkeit könnte THC die hormonelle Steuerung der Spermienentwicklung stören und das Risiko für Hodenkrebs erhöhen.

Gehirnentwicklung

Das Endocannabinoid-System ist maßgeblich an der Gehirnentwicklung beteiligt. Chronischer Cannabiskonsum, vor allem in jungen Jahren, könnte daher Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit nehmen.

thc wirkung

Neben THC spielt auch das Cannabinoid Cannabidiol (CBD) eine Rolle für die Wirkung von Cannabis. CBD selbst hat keine psychoaktive Wirkung, kann aber den durch THC erzeugten Rausch abmildern. Konsumierende fühlen sich dann eher entspannt bis schläfrig. Das Verhältnis von THC zu CBD im Cannabis kann somit die Qualität des Cannabisrausch beeinflussen. Je geringer der CBD-Anteil, desto stärker kann der Rausch halluzinogen sein.

Zunahme hochpotenter Cannabissorten

Analysen zeigen, dass der Anteil hochpotenter Cannabissorten in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen hat. Die speziell gezüchteten Pflanzen enthalten viel THC und kaum noch CBD. Auch Haschisch weist inzwischen oft einen hohen THC-Gehalt auf und ist teilweise stärker als “normales” Gras. Dies könnte das Risiko erhöhen, eine Psychose zu entwickeln, da Studien einen Zusammenhang zwischen der Intensität des Cannabiskonsums und dem Psychoserisiko aufzeigen.

See also  Theanin Wirkung » Alles über die positive Wirkung auf Körper und Geist

Lange Nachweisbarkeit von THC

THC ist fettlöslich und lagert sich leicht im Fettgewebe an. Von dort wird es nur langsam abgebaut. Daher deckt sich die Dauer des “High”-Gefühls nicht mit dem Nachweis von THC und seinen Abbauprodukten in Blut und Urin. Cannabiskonsum kann mitunter noch Tage bis Wochen später nachgewiesen werden, z.B. bei polizeilichen Verkehrskontrollen.

Nachweis in Körperflüssigkeiten

Der Abbau von THC unterliegt individuellen Schwankungen und hängt vor allem von der Konsumintensität ab. Bei regelmäßigem Konsum kommt es wegen der Anlagerung im Fettgewebe zu deutlich längeren Nachweiszeiten als beim seltenen Konsum.

Individuelle Schwankungen

Auch eine Diät oder Sport können dazu führen, dass THC verstärkt aus dem Fettgewebe freigesetzt und somit nachweisbar wird.

Einfluss von Diät und Sport

Diät und körperliche Aktivität können also dazu beitragen, dass sich die Nachweisbarkeit von THC im Körper verlängert.

Unterschiedliche Rauschwirkungen

Die Wirkung von Cannabis kann sehr unterschiedlich sein und sowohl positive Effekte als auch negative Effekte umfassen. Zu den positiv empfundenen Wirkungen zählen ein Rausch positiver Emotionen (“high sein”), ungewöhnliche Gedankensprünge, ein Gefühl der Verbundenheit mit anderen, alberne und lustige Gespräche sowie eine körperliche Entspannung.

Negative Effekte

Zu den negativen Wirkungen gehören Angst- und Panikgefühle, Verwirrtheit, Halluzinationen, Herzrasen, Übelkeit und Schwindel bis hin zu Kreislaufproblemen. Bei synthetischen Cannabinoiden können diese negativen Effekte sogar noch verstärkt auftreten und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Einflussfaktoren auf das Rauschgefühl

Das Rauschgefühl wird maßgeblich vom THC-Gehalt und der konsumierten Dosis beeinflusst. Cannabis-Sorten, die indoor gezüchtet wurden, können einen besonders hohen THC-Gehalt aufweisen, was die negativen Wirkungen verstärken kann. Außerdem spielt die individuelle Dosis eine wichtige Rolle – mit steigender Dosis nehmen die negativen Effekte in der Regel zu.

Konsumform

Auch die Art und Weise des Konsums beeinflusst die Wirkung. Beim Rauchen im Joint oder in der Wasserpfeife setzt die Wirkung sehr schnell ein, da der Wirkstoff direkt über die Lunge ins Blut gelangt. Beim Essen von Cannabis-Produkten tritt die Wirkung zeitversetzt und oft stärker ein, da der Abbau über den Verdauungstrakt erfolgt.

Wirkungsweise von THC im Gehirn

THC entfaltet seine Wirkung, indem es an die Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn andockt. Diese Rezeptoren dienen normalerweise als “Andockstellen” für körpereigene Cannabinoide, die das Endocannabinoid-System bilden und verschiedene wichtige Funktionen des Körpers regulieren.

Cannabinoid-Rezeptoren als Andockstellen

Wird Cannabis konsumiert, dockt das THC an diese Rezeptoren an und übernimmt die Kontrolle über das System, obwohl dafür eigentlich kein Bedarf besteht. Dieser Eingriff in die normale Funktionsweise des Körpers hat weitreichende Folgen für verschiedene Körperfunktionen.

Eingriff in die Neurochemie

Durch das Andocken von THC an die Cannabinoid-Rezeptoren und die daraus resultierende Beeinflussung des Endocannabinoid-Systems, kommt es zu Veränderungen in der Neurochemie des Gehirns. Diese Eingriffe können sich auf verschiedene kognitive und physiologische Prozesse auswirken.

Fazit

Die Wirkung von Cannabis hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie der individuellen Stimmungslage, der Zusammensetzung der Cannabisprodukte und der Konsumform. Beim Rauchen setzt die Wirkung schnell ein, beim Essen verzögert sich der Wirkungseintritt, dafür hält der Rausch länger an.

See also  Herzgespann: Wirkung und Anwendung » Alles über die Heilpflanze

THC entfaltet seine Wirkung, indem es an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn andockt und das Endocannabinoid-System beeinflusst. Das kann sich auf verschiedene Körpersysteme auswirken, darunter das Herz-Kreislaufsystem, die Fruchtbarkeit und die Gehirnentwicklung. Außerdem ist THC langfristig im Körper nachweisbar, was Konsequenzen haben kann.

Insgesamt birgt der Konsum von Cannabis sowohl positive als auch negative Wirkungen, die stark variieren können. Es ist wichtig, die verschiedenen Aspekte der THC-Wirkung zu kennen, um verantwortungsvoll mit dem Konsum umzugehen.

FAQ

Was sind die Wirkungen von THC im Körper?

THC, das bekannteste Cannabinoid, entfaltet seine Wirkung, indem es an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn andockt und das Endocannabinoid-System beeinflusst. Dies kann sich auf verschiedene Körpersysteme auswirken, wie das Herz-Kreislaufsystem, die Fruchtbarkeit und die Gehirnentwicklung. Der Konsum von Cannabis birgt sowohl positive als auch negative Wirkungen, die stark variieren können.

Wie unterscheiden sich die Wirkungen von gerauchtem und gegessen Cannabis?

Beim Rauchen von Cannabis wandelt sich die inaktive Form THCA schnell in das psychoaktiv wirkende THC um, daher setzt die Wirkung sehr schnell ein. Beim Essen von Cannabis-Produkten erfolgt die Umwandlung langsamer, sodass die Wirkung zeitversetzt und oft stärker eintritt. Die Bioverfügbarkeit von THC ist beim Essen geringer als beim Rauchen.

Welche Risiken bergen der verzögerte Wirkungseintritt und eine Überdosierung beim Essen von Cannabis?

Beim Essen von Cannabis-Produkten tritt die Wirkung zeitversetzt ein, was das Risiko einer Überdosierung erhöht. Konsumenten könnten verleitet werden, mehr zu konsumieren, wenn die erwartete Wirkung nicht schnell eintritt. Eine Überdosierung kann dann zu psychotischen Symptomen, Panikattacken oder Herz-Kreislauf-Problemen führen.

Wie wirkt THC auf die Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn?

THC dockt an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn an, die normalerweise körpereigene Cannabinoide binden. Dieses Endocannabinoid-System reguliert verschiedene Körperfunktionen. Durch die Einnahme von THC wird das System beeinflusst, obwohl dafür eigentlich kein Bedarf besteht, was weitreichende Folgen haben kann.

Welche Auswirkungen hat THC auf verschiedene Körpersysteme?

THC kann sich auf verschiedene Körpersysteme auswirken. Im Herz-Kreislaufsystem kann es zu Herzrhythmusstörungen oder Gefäßschäden kommen. Das Cannabis-Hyperemesis-Syndrom führt zu starken Brechanfällen. Bei Männern kann THC die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Hodenkrebs-Risiko erhöhen. Außerdem beeinflusst THC die Gehirnentwicklung, vor allem bei Konsum in jungen Jahren.

Wie beeinflusst das Verhältnis von THC zu CBD die Rauschwirkung?

Je geringer der CBD-Anteil im Cannabis ist, desto stärker und halluzinogener kann der Rausch durch THC ausfallen. In den letzten Jahrzehnten hat der Anteil hochpotenter Cannabissorten mit hohem THC-Gehalt und kaum CBD zugenommen, was das Psychoserisiko erhöhen kann.

Wie lange ist THC im Körper nachweisbar?

THC ist fettlöslich und lagert sich im Fettgewebe an, von wo aus es nur langsam abgebaut wird. Daher deckt sich die Dauer des “High”-Gefühls nicht mit dem Nachweis von THC und seinen Abbauprodukten in Blut und Urin. Cannabiskonsum kann mitunter noch Tage bis Wochen später nachgewiesen werden, insbesondere bei regelmäßigem Konsum.

Welche unterschiedlichen Rauschwirkungen kann Cannabis haben?

Die Wirkung von Cannabis kann sehr unterschiedlich sein und sowohl positive als auch negative Effekte umfassen. Zu den positiv empfundenen Wirkungen zählen ein Rausch positiver Emotionen, ungewöhnliche Gedankensprünge und körperliche Entspannung. Negative Wirkungen können Angst, Panik, Verwirrtheit, Herzrasen und Kreislaufprobleme sein.

Welche Faktoren beeinflussen das Rauschgefühl?

Das Rauschgefühl wird maßgeblich vom THC-Gehalt und der konsumierten Dosis beeinflusst. Cannabis-Sorten mit besonders hohem THC-Gehalt können die negativen Wirkungen verstärken. Auch die Konsumform spielt eine Rolle – beim Rauchen tritt die Wirkung schneller ein, beim Essen verzögert sich der Wirkungseintritt.

Wie entfaltet THC seine Wirkung im Gehirn?

THC entfaltet seine Wirkung, indem es an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn andockt. Diese Rezeptoren dienen normalerweise als “Andockstellen” für körpereigene Cannabinoide, die das Endocannabinoid-System bilden. Durch den Konsum von THC wird dieses System beeinflusst, obwohl dafür eigentlich kein Bedarf besteht, was weitreichende Folgen haben kann.

Quellenverweise