Die Wirkung von Oxytocin » Alles, was du wissen musst

By IHJO

Überraschende 98% der Frauen haben noch nie von den vielseitigen Wirkungen des Hormons Oxytocin gehört – dabei spielt es eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden und unsere sozialen Beziehungen. Oxytocin ist nicht nur ein sogenanntes “Kuschelhormon”, sondern hat weitreichende Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Psyche. Es senkt den Blutdruck, vermindert Ängste und Stress, fördert Empathie und Einfühlungsvermögen und kann sogar die Leistung unseres Gedächtnisses verbessern.

Für Hebammen ist Oxytocin als Medikament ein unverzichtbares Hilfsmittel. Das Hormon ist entscheidend für den Geburtsverlauf, das Stillen und den Bindungsaufbau zwischen Eltern und Kind. Doch Oxytocin besitzt noch viele weitere wichtige Wirkungen im menschlichen Körper, über die die meisten Menschen nur wenig wissen.

In dieser Artikelreihe erfährst du alles Wissenswerte über Oxytocin: von der Definition und Biosynthese über die verschiedenen Wirkweisen bis hin zu Möglichkeiten, den Oxytocinspiegel natürlich oder medikamentös zu erhöhen. Außerdem werfen wir einen Blick auf die kontroverse Diskussion in der Forschung und zeigen, wo die Grenzen des “Kuschelhormons” liegen.

Was ist Oxytocin?

Oxytocin ist ein Peptidhormon, das aus neun Aminosäuren besteht und vom Körper selbst hergestellt wird. Oxytocin definition beschreibt dieses Kuschelhormon als ein Neuropeptid, das im Hypothalamus – dem Hormonzentrum des Gehirns – gebildet wird.

Biosynthese und Struktur von Oxytocin

Die Synthese von oxytocin biosynthese erfolgt in spezialisierten Zellen der Hypophyse, wo das an Neurophysin gebundene Oxytocin im Hypophysenhinterlappen bis zur Freisetzung auch gelagert wird.

Wie und wann wird Oxytocin freigesetzt?

Oxytocin wird in die Blutbahn freigesetzt, wenn bestimmte auslöser oxytocin auftreten. Dazu gehören mechanische Reize der Vagina, der Gebärmutter oder der Brustwarze. Auch ein Orgasmus löst die Freisetzung von Oxytocin aus. Gleichermaßen ist dies der Fall beim Geruch oder Weinen eines Säuglings sowie beim Stillen, wenn das Baby an der Brust saugt.

Oxytocin gelangt in den gesamten Körper und wirkt über den Kontakt zu speziellen oxytocin-rezeptoren, die sich in verschiedenen Organen und Gewebestrukturen finden.

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Oxytocin wirkung

Oxytocin hat verschiedene Wirkungen auf den Körper und Geist. Es kann den seelischen Zustand und die Gefühlswelt verändern und hat direkten Einfluss auf bestimmte Organe. So greift Oxytocin in den Natriumhaushalt der Nieren ein und hat eine antidiuretische Wirkung.

Psychologische und soziale Effekte

Darüber hinaus wird Oxytocin als „Bindungshormon” zwischen Liebespaaren, Eltern und Kindern bezeichnet und fördert das Sozialverhalten, stärkt das Vertrauensgefühl und ist entscheidend für die Entstehung emotionaler Bindungen.

Körperliche Wirkungen von Oxytocin Psychologische und soziale Effekte von Oxytocin
  • Einfluss auf den Natriumhaushalt der Nieren
  • Antidiuretische Wirkung
  • Kontraktionen der Gebärmutter und Brustdrüsen
  • Förderung des Sozialverhaltens
  • Stärkung des Vertrauensgefühls
  • Entstehung emotionaler Bindungen
  • Regulierung von Angst und Stress

Rolle von Oxytocin bei der Geburt

Während der Geburt und in der Zeit danach ist Oxytocin eines der wichtigsten Hormone im Körper der Frau. Es bereitet den Körper auf die Geburt vor, indem es die Wehen auslöst und die Muskulatur der Gebärmutter kontrahiert. Die hohen Oxytocinspiegel während der Geburt bereiten den Körper der Frau außerdem auf das Stillen vor, da das Hormon den Milchfluss fördert. Darüber hinaus spielt Oxytocin eine entscheidende Rolle beim Aufbau der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind nach der Geburt.

Geburtsverlauf und Wehentätigkeit

Oxytocin ist ein Schlüsselhormon für den reibungslosen Verlauf der Geburt. Es löst die Wehen aus und fördert die Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur, was den Geburtsvorgang vorantreibt. Durch die Freisetzung von Oxytocin wird der Körper der Frau optimal auf die Entbindung vorbereitet.

Bindung zwischen Mutter und Kind

Neben seiner Rolle während der Geburt ist Oxytocin auch entscheidend für den Aufbau der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind nach der Entbindung. Das Hormon fördert Gefühle wie Vertrauen, Fürsorge und Zuneigung und unterstützt so den Beziehungsaufbau zwischen Eltern und Neugeborenem.

Oxytocin und postpartale Depression

Bei einer postpartalen Depression (PPD) kann die Entwicklung der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind nicht wie sonst üblich stattfinden. Studien weisen darauf hin, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Oxytocinspiegel in den letzten Wochen der Schwangerschaft und dem späteren Auftreten einer postpartalen Depression besteht. Erhielten betroffene Frauen nach der Geburt aufgrund einer postpartalen Depression ein Oxytocin-Medikament in Form eines Nasensprays, konnten die Depressionssymptome oft stark gelindert werden.

Wirkungen von Oxytocin bei Männern

Obwohl Oxytocin oft als “Bindungshormon” zwischen Frauen und Kindern bezeichnet wird, spielt es auch eine wichtige Rolle bei Männern. Neben den Oxytocin-Rezeptoren im Gehirn haben Männer ebenso lokale Rezeptoren in ihren Geschlechtsorganen.

Fruchtbarkeit und Sexualverhalten

Oxytocin kann bei Männern eine Kontraktion, also ein Zusammenziehen der Samenkanälchen auslösen. Darüber hinaus ist der Oxytocinspiegel in der Prostata höher als im Blut, was darauf hindeutet, dass das Kuschelhormon die Kontraktion der Prostata und damit die Austreibung des Ejakulats beim Geschlechtsverkehr unterstützt. Somit beeinflusst Oxytocin nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern auch das Sexualverhalten von Männern.

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Wie kann man den Oxytocinspiegel erhöhen?

Für manche Menschen kann es aus medizinischen Gründen erforderlich sein, den Oxytocinspiegel zu steigern. Hierfür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, sowohl in Form medikamentöser Therapie als auch durch natürliche Oxytocinförderung.

Medikamentöse Therapie mit Oxytocin

In Deutschland ist Oxytocin als Injektionslösung und als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung verfügbar. Dieses Medikament kommt vor der Geburt zur Wehenstimulierung und Geburtseinleitung sowie nach der Geburt zum Einsatz, um Blutungen zu vermeiden. Die Einnahme von Oxytocin sollte jedoch immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Natürliche Möglichkeiten zur Oxytocinförderung

Neben der medikamentösen Therapie gibt es auch verschiedene natürliche Möglichkeiten, den Oxytocinspiegel zu erhöhen. Dazu zählen unter anderem körperliche Nähe, Berührungen, Sex, Sport oder Meditation. Diese Aktivitäten können den Körper dazu anregen, das „Kuschelhormon” Oxytocin selbst zu produzieren und freizusetzen.

Oxytocin in Nahrungsmitteln

Oxytocin ist ein Neuropeptid, das vom Körper selbst hergestellt werden muss. Eine direkte Aufnahme von Oxytocin über die Ernährung ist nicht möglich. Stattdessen ist es wichtig, beim Essen auf eine ausgewogene und proteinreiche Kost zu achten. Denn die für die Produktion von Oxytocin notwendigen Aminosäuren werden dann in ausreichender Menge aufgenommen.

Lebensmittel, die den Körper bei der Oxytocin-Produktion unterstützen, sind beispielsweise mageres Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte. Diese Nahrungsmittel enthalten wichtige Baustoffe wie Tryptophan, Tyrosin und Phenylalanin, die der Körper für die Synthese von Oxytocin benötigt.

Zusätzlich können bestimmte Verhaltensweisen wie Körperkontakt, Kuscheln, Sex oder Meditation die natürliche Freisetzung von Oxytocin fördern. Allerdings lässt sich der körpereigene Oxytocin-Spiegel nicht durch spezielle Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel direkt beeinflussen.

Medizinische Anwendung von Oxytocin

Als Medikament kommt Oxytocin vor allem in der medizinischen anwendung oxytocin zum Einsatz. Es wird zur Wehenstimulierung und Geburtseinleitung, bei Wehenschwäche sowie zur Vermeidung von Blutungen nach der Geburt eingesetzt. Oxytocin-Nasenspray kann den Milchfluss beim Stillen fördern.

Andere Einsatzmöglichkeiten

Neben der Geburtshilfe untersuchen Forschende auch den Einsatz von Oxytocin bei psychiatrischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Autismus.

Nebenwirkungen von Oxytocin

Mögliche oxytocin nebenwirkungen umfassen Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Übelkeit.

Forschung zu Oxytocin

Die Forschung zu oxytocin konzentriert sich neben der Anwendung in der Geburtshilfe auch auf den Einsatz des Hormons bei psychischen erkrankungen wie Angststörungen, Borderline oder Autismus. Allerdings gibt es hier noch keine zugelassenen Medikamente.

Oxytocin und psychische Erkrankungen

Wissenschaftler untersuchen den möglichen Einsatz von oxytocin zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen. Erste Studien deuten darauf hin, dass das Hormon positive Auswirkungen auf Symptome von Angststörungen, Autismus oder Borderline-Persönlichkeitsstörung haben könnte. Allerdings sind die Forschungsergebnisse noch nicht eindeutig, und es bedarf weiterer Untersuchungen, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer Behandlung mit Oxytocin zu belegen.

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Kontroverse Diskussionen

Neben den möglichen Vorteilen gibt es in der Wissenschaft auch kontroverse diskussionen um oxytocin. Einige Studien legen nahe, dass das Hormon nicht nur positive Wirkungen zeigt, sondern auch aggressives Verhalten oder die Ausgrenzung von Fremden fördern kann. Zudem ist unklar, inwieweit Erkenntnisse aus Tierversuchen auf den Menschen übertragbar sind.

Fazit

Oxytocin ist ein vielseitiges Hormon, das nicht nur eine wichtige Rolle bei Geburt und Stillen spielt, sondern auch das Sozialverhalten, die Stressreduktion und sogar die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses beeinflusst. Fazit oxytocin zeigt, dass Oxytocin als Medikament in der Geburtshilfe eingesetzt wird, während Wissenschaftler auch den Einsatz zur Behandlung psychischer Erkrankungen erforschen.

Allerdings ist die Wirkung des Hormons komplex und nicht immer eindeutig positiv. Daher ist Vorsicht geboten, insbesondere bei der eigenständigen Einnahme von Oxytocin-Präparaten. Das fazit oxytocin lautet, dass die vielfältigen Wirkungen des Hormons zwar faszinierend sind, aber auch weitere Forschung erforderlich ist, um die Vor- und Nachteile genauer zu verstehen.

Zusammenfassend ist Oxytocin ein wichtiges Hormon mit zahlreichen Funktionen im menschlichen Körper, dessen Einsatz in der Medizin sowie die Erforschung seiner Wirkungen auf psychische Erkrankungen vielversprechend sind, aber auch mit Vorsicht betrachtet werden müssen.

FAQ

Was ist Oxytocin?

Oxytocin ist ein Peptidhormon, das aus neun Aminosäuren besteht und vom Körper selbst hergestellt wird. Es wird im Hypothalamus gebildet und im Hypophysenhinterlappen gespeichert, bis es bei bestimmten Auslösern freigesetzt wird.

Welche Wirkungen hat Oxytocin im Körper?

Oxytocin hat verschiedene Wirkungen auf Körper und Geist. Es kann den seelischen Zustand und die Gefühlswelt verändern, den Blutdruck senken, Ängste vermindern und Stress abbauen. Außerdem fördert es das Sozialverhalten, stärkt das Vertrauensgefühl und ist entscheidend für die Entstehung emotionaler Bindungen.

Welche Rolle spielt Oxytocin bei der Geburt und im Wochenbett?

Während der Geburt und in der Zeit danach ist Oxytocin eines der wichtigsten Hormone im Körper der Frau. Es bereitet den Körper auf die Geburt vor, indem es die Wehen auslöst und den Milchfluss fördert. Außerdem spielt Oxytocin eine entscheidende Rolle beim Aufbau der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind.

Wie kann man den Oxytocinspiegel erhöhen?

Neben der medikamentösen Therapie mit Oxytocin-Präparaten gibt es auch natürliche Möglichkeiten, den Oxytocinspiegel zu steigern, wie körperliche Nähe, Berührungen, Sex, Sport oder Meditation.

Welche medizinischen Anwendungen hat Oxytocin?

Oxytocin kommt vor allem in der Geburtshilfe zum Einsatz, etwa zur Wehenstimulierung, Geburtseinleitung oder zur Vermeidung von Blutungen nach der Geburt. Daneben untersuchen Forschende auch den Einsatz von Oxytocin bei psychiatrischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Autismus.

Gibt es mögliche Nebenwirkungen von Oxytocin?

Mögliche Nebenwirkungen von Oxytocin umfassen Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Übelkeit. Außerdem kann Oxytocin auch aggressives Verhalten oder die Ausgrenzung von Fremden fördern, daher ist Vorsicht geboten, insbesondere bei der eigenständigen Einnahme von Oxytocin-Präparaten.

Quellenverweise