Metformin Wirkung » Alles über das Diabetes-Medikament

By IHJO

Ist Ihnen bekannt, dass über 6,5 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus Typ 2 leiden? Dieses häufig verschriebene Medikament namens Metformin spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung dieser Erkrankung. Metformin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die Glukose-Neubildung in der Leber hemmt, die Glukoseaufnahme im Darm verzögert und die Insulinsensitivität steigert. Darüber hinaus kann Metformin auch beim Abnehmen helfen und hat einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel. Der Wirkstoff ist seit den 1950er Jahren bekannt und wird seitdem erfolgreich zur Behandlung von Diabetes eingesetzt.

Was ist Metformin?

Metformin gehört zur Wirkstoffklasse der Biguanide und wurde ursprünglich aus der Geißraute entwickelt. Der Wirkstoff senkt den Blutzuckerspiegel, indem er die Glukose-Neubildung in der Leber hemmt und somit dafür sorgt, dass weniger vom Körper produzierter Zucker ins Blut gelangt.

Metformin als Blutzuckersenker

Metformin ist das Medikament der ersten Wahl bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes, wenn eine Ernährungsumstellung und körperliche Aktivität allein nicht ausreichen, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Darüber hinaus wird Metformin auch bei Prädiabetes und Gestationsdiabetes eingesetzt.

Bedeutung für Diabetes-Patienten

Durch seine blutzuckersenkende Wirkung ist Metformin für viele Diabetes-Patienten unverzichtbar, um den Stoffwechsel langfristig unter Kontrolle zu halten und Komplikationen wie Nieren– oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden.

Wie wirkt Metformin?

Die wichtigste Wirkung von Metformin ist die Hemmung der Glukose-Neubildung in der Leber. Dadurch werden die für Diabetes typisch hohen Blutzuckerwerte im nüchternen Zustand vermieden.

Hemmung der Glucose-Neubildung in der Leber

Metformin greift in den Stoffwechsel der Leber ein und reduziert die Produktion von Glukose. Somit gelangt weniger selbst erzeugter Zucker in den Blutkreislauf, was zu niedrigeren Blutzuckerspiegeln führt.

Verzögerte Glucoseaufnahme im Darm

Metformin verzögert außerdem die Glukoseaufnahme im Darm, sodass der Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten weniger stark ansteigt. Dieser Effekt tritt zusätzlich zu der Hemmung der Glukose-Neubildung in der Leber auf.

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Steigerung der Insulinsensitivität

Darüber hinaus steigert Metformin die Insulinsensitivität, was dazu führt, dass die Körperzellen besser auf Insulin reagieren und mehr Glukose aufnehmen können. Somit wird die Verwertung von Glukose im Körper verbessert.

Wie wird Metformin eingenommen?

Metformin wird in der Regel zwei- bis dreimal täglich zu den Mahlzeiten in einer Dosis von 500 bis 850 Milligramm eingenommen. Die Dosis kann je nach Wirkung und Verträglichkeit bis auf 3000 Milligramm pro Tag gesteigert werden.

Kombinationstherapie mit anderen Medikamenten

Bei unzureichender Blutzuckersenkung oder sehr hohen Ausgangswerten kann Metformin auch mit anderen blutzuckersenkenden Wirkstoffen wie Pioglitazon, Gliptinen oder Gliflozinen kombiniert werden. Auch die Kombination mit Insulin ist möglich.

Nebenwirkungen von Metformin

Obwohl Metformin ein vergleichsweise gut verträgliches Medikament ist, können einige Nebenwirkungen auftreten. Zu den häufigsten zählen Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen, die sich meist nach einigen Tagen bis Wochen bessern. Außerdem können Geschmacksveränderungen auftreten.

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufigen Nebenwirkungen von Metformin zählen Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen, die sich meist nach einigen Tagen bis Wochen bessern. Außerdem können Geschmacksveränderungen auftreten.

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen

In seltenen Fällen kann es zu einer Metformin-Laktatazidose kommen, einer Übersäuerung des Körpers durch Milchsäure, die bisher vor allem bei Patienten mit Nierenleiden beobachtet wurde. Zeichen sind Muskelschmerzen, Unwohlsein, Bauchschmerzen, Schnappatmung und niedrige Körpertemperatur. Bei Verdacht darauf muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Wechselwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Die Einnahme von Metformin ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Laktatazidose, schweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Zwei Tage vor bis zwei Tage nach Operationen und Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel sollte Metformin abgesetzt werden. Nicht empfohlen ist die gleichzeitige Einnahme mit blutzuckerbeeinflussenden Medikamenten wie Glukokortikoiden oder harntreibenden Mitteln. Auch der Konsum von Alkohol während der Metformin-Therapie wird von Experten nicht empfohlen.

Kontraindiziert bei Metformin-Einnahme Einschränkungen vor und nach Operationen/Untersuchungen Ungeeignet zur Einnahme mit Metformin Konsum während Metformin-Therapie
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
Laktatazidose
Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen
2 Tage vor bis 2 Tage nach Operationen
2 Tage vor bis 2 Tage nach Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel
Blutzuckerbeeinflussende Medikamente wie Glukokortikoide oder harntreibende Mittel Von Experten nicht empfohlen

Metformin bei besonderen Anwendungsgebieten

Insulin ist das Mittel der Wahl zur Behandlung des Diabetes während der Schwangerschaft. Metformin ist bei Schwangeren jedoch nicht absolut kontraindiziert – der behandelnde Arzt kann den Wirkstoff nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung auch verschreiben. Unter Metformin darf uneingeschränkt gestillt werden.

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Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO)

Bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCO) kann Metformin die oft vorliegende Insulinresistenz und gesteigerte Testosteron-Produktion verbessern und so die Fruchtbarkeit erhöhen. Der Einsatz von Metformin nach Eintritt einer Schwangerschaft wird im Einzelfall vom Arzt beurteilt.

Metformin wirkung

Die wichtigste Wirkung von Metformin ist die Senkung des Blutzuckerspiegels. Durch die Hemmung der Glukose-Neubildung in der Leber, die Verzögerung der Glukoseaufnahme im Darm und die Steigerung der Insulinsensitivität kann Metformin den Blutzucker effektiv kontrollieren.

Bedeutung für die Blutzuckerkontrolle

Indem Metformin die Glukose-Neubildung in der Leber hemmt, wird verhindert, dass zu viel vom Körper produzierter Zucker ins Blut gelangt. Zudem verzögert der Wirkstoff die Aufnahme von Glukose aus dem Darm, wodurch der Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten weniger stark ansteigt. Darüber hinaus steigert Metformin die Insulinsensitivität, sodass die Körperzellen besser auf das Hormon Insulin reagieren und mehr Glukose aufnehmen können.

Einfluss auf den Fettstoffwechsel

Metformin hat auch einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel, weshalb es bevorzugt bei übergewichtigen Patienten mit Diabetes eingesetzt wird. Der Wirkstoff kann den Cholesterinspiegel senken und die Triglyzeridwerte im Blut verbessern.

Geschichte und Entwicklung von Metformin

Die Wirkstoffklasse der Biguanide, zu denen Metformin gehört, wurde chemisch einem Naturstoff der Geißraute nachempfunden, die in der Volksmedizin eingesetzt wurde. 1929 wurde erstmals entdeckt, dass Metformin den Blutzuckerspiegel senken kann. In den 1950er Jahren kam das Interesse an Metformin wieder auf, woraufhin es 1958 in Großbritannien und 1994 in den USA als Medikament zugelassen wurde.

Verordnung und Bezug von Metformin

Präparate mit Metformin sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz in jeder Dosierung rezeptpflichtig und können nur über die Apotheke bezogen werden. Metformin gehört zu den Biguaniden und ist das meistverordnete Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, wenn eine Umstellung der Ernährung und mehr körperliche Aktivität allein nicht ausreichen, um den Blutzuckerspiegel zu senken.

In diesen Ländern sind Präparate mit Metformin nur auf ärztliches Rezept erhältlich, unabhängig von der Dosierung. Der Wirkstoff darf nicht frei verkauft werden, sondern muss in der Apotheke unter Aufsicht eines Apothekers ausgegeben werden. Diese Regelung dient der Sicherheit der Patienten und soll eine korrekte Anwendung des Medikaments gewährleisten.

Land Verordnungsstatus Bezugsquelle
Deutschland Rezeptpflichtig in jeder Dosierung Nur über die Apotheke
Österreich Rezeptpflichtig in jeder Dosierung Nur über die Apotheke
Schweiz Rezeptpflichtig in jeder Dosierung Nur über die Apotheke
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Die Einhaltung dieser Vorgaben zur Verordnung und Abgabe von Metformin ist wichtig, um eine sichere und kontrollierte Anwendung des Medikaments zu gewährleisten und unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Fazit

Metformin ist ein wichtiges und bewährtes Medikament zur Behandlung von Diabetes Typ 2. Es senkt den Blutzuckerspiegel auf mehreren Wegen, ohne dass dabei Unterzuckerungen auftreten. Darüber hinaus hat Metformin einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel und kann bei Übergewicht hilfreich sein.

Die Einnahme von Metformin erfordert jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Patienten sollten stets die Dosierungsempfehlungen beachten und auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Alkohol im Blick haben. Bei Auftreten von Symptomen wie Muskelschmerzen oder Atembeschwerden sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Insgesamt ist Metformin ein wichtiger Baustein in der Behandlung des Diabetes Typ 2 und kann die Blutzuckerkontrolle sowie den Allgemeinzustand von Patienten deutlich verbessern. Die sorgfältige Einnahme und Begleitung durch den behandelnden Arzt sind dabei entscheidend für den Therapieerfolg.

FAQ

Was ist Metformin?

Metformin ist ein Medikament, das zur Behandlung von Diabetes Typ 2 eingesetzt wird. Es senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die Glukose-Neubildung in der Leber hemmt, die Glukoseaufnahme im Darm verzögert und die Insulinsensitivität steigert.

Wie wirkt Metformin?

Die wichtigste Wirkung von Metformin ist die Hemmung der Glukose-Neubildung in der Leber. Außerdem verzögert Metformin die Glukoseaufnahme im Darm und steigert die Insulinsensitivität, was dazu führt, dass die Körperzellen besser auf Insulin reagieren und mehr Glukose aufnehmen können.

Wie wird Metformin eingenommen?

Metformin wird in der Regel zwei- bis dreimal täglich zu den Mahlzeiten in einer Dosis von 500 bis 850 Milligramm eingenommen. Die Dosis kann je nach Wirkung und Verträglichkeit bis auf 3000 Milligramm pro Tag gesteigert werden. Bei unzureichender Blutzuckersenkung kann Metformin auch mit anderen blutzuckersenkenden Wirkstoffen kombiniert werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Zu den häufigen Nebenwirkungen von Metformin zählen Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen, die sich meist nach einigen Tagen bis Wochen bessern. In seltenen Fällen kann es zu einer Metformin-Laktatazidose kommen, einer Übersäuerung des Körpers durch Milchsäure, die bisher vor allem bei Patienten mit Nierenleiden beobachtet wurde.

Gibt es besondere Anwendungsgebiete für Metformin?

Ja, Metformin kann auch bei Schwangeren und Stillenden sowie bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCO) eingesetzt werden. In diesen Fällen erfolgt die Verschreibung nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt.

Welche Bedeutung hat Metformin für die Blutzuckerkontrolle und den Fettstoffwechsel?

Die wichtigste Wirkung von Metformin ist die Senkung des Blutzuckerspiegels. Darüber hinaus hat Metformin einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel, weshalb es bevorzugt bei übergewichtigen Patienten mit Diabetes eingesetzt wird.

Quellenverweise