Ketamin Wirkung » Alles über die Effekte und Anwendungsgebiete

By IHJO

Kaum jemand weiß, dass Ketamin eines der am häufigsten verwendeten Narkosemittel im Vietnamkrieg war. Dieses Betäubungsmittel, das sonst überwiegend in der Tiermedizin zum Einsatz kommt, kann das Schmerzempfinden stark mindern und sogar Bewusstlosigkeit hervorrufen. Seit seiner Synthese im Jahr 1962 und der Zulassung in Deutschland 1969 findet Ketamin in verschiedenen Anwendungsgebieten Verwendung – von der Notfallmedizin bis hin zur Behandlung therapieresistenter Depressionen.

Obwohl Ketamin unter kontrollierten medizinischen Bedingungen als relativ sicher gilt, birgt der missbräuchliche Konsum als Partydroge auch erhebliche Risiken. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die vielfältigen Ketamin-Wirkungen, die Dosierung, Anwendungsgebiete und mögliche Nebenwirkungen des Medikaments.

Wie wirkt Ketamin?

Ketamin entfaltet seine vielseitige Wirkung durch eine Blockade des NMDA-Rezeptors, dem Andockpunkt für den Botenstoff Glutamat. Dadurch wird das Bewusstsein reversibel ausgeschaltet, was den Einsatz von Ketamin als Anästhetikum ermöglicht.

Schmerzlindernde Wirkung

Neben der anästhetischen Eigenschaft hat Ketamin auch eine stark schmerzlindernde Wirkung. Diese beruht auf der Beeinflussung verschiedener Botenstoffe und Rezeptoren im zentralen Nervensystem.

Krampflösende und bronchienerweiternde Wirkung

Darüber hinaus besitzt Ketamin eine krampflösende und bronchienerweiternde Wirkung, was den Einsatz in der Behandlung von Asthma ermöglicht.

Lokalanästhetische und sympathomimetische Wirkung

Zusätzlich hat Ketamin eine lokalanästhetische und sympathomimetische Wirkung, die ebenfalls für verschiedene medizinische Anwendungen relevant sind.

Stimmungsaufhellende Wirkung

Nicht zuletzt weist Ketamin auch eine stimmungsaufhellende Wirkung auf, die es in der Behandlung therapieresistenter Depressionen einsetzbar macht.

Aufgrund dieser Vielfalt an Wirkmechanismen findet Ketamin Anwendung in der Anästhesie, Schmerztherapie, Depressionsbehandlung und Asthmabehandlung.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Ketamin

Ketamin kann sowohl intravenös als auch intramuskulär verabreicht werden. Bei intravenöser Gabe tritt die Wirkung bereits nach etwa 30 Sekunden ein und hält bis zu 15 Minuten an. Bei intramuskulärer Anwendung verzögert sich der Wirkungseintritt auf 5-10 Minuten. In den USA ist darüber hinaus ein Nasenspray mit Esketamin, dem S-Enantiomer von Ketamin, zur Behandlung von therapieresistenter Depression zugelassen.

See also  Aconitum Wirkung » Alles über die Heilpflanze

Metabolismus und Ausscheidung

Ketamin wird in der Leber abgebaut und die entstandenen Abbauprodukte überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Dieser ketamin abbau und die ketamin ausscheidung erfolgen in der Regel relativ schnell, sodass die Anästhesie oder andere Anwendungen von begrenzter Dauer sind.

Anwendungsgebiete von Ketamin

Ketamin findet vielfältige Anwendung in der modernen Medizin. Neben seinem Einsatz in der Notfallmedizin zur Schmerzbehandlung, spielt der Wirkstoff auch eine wichtige Rolle in der Anästhesie sowie in der Therapie therapieresistenter Depressionen und des therapieresistenten Asthmas.

Schmerzbehandlung in der Notfallmedizin

In der Notfallmedizin wird Ketamin aufgrund seiner stark schmerzhemmenden Wirkung zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt. Es kann sowohl intravenös als auch intramuskulär verabreicht werden, um Patienten in Notfallsituationen schnell und effektiv zu versorgen.

Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose

Darüber hinaus findet Ketamin Anwendung in der Anästhesie. Es kann zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose verwendet werden, da es Bewusstlosigkeit und Analgesie hervorruft, ohne die Atmung und den Kreislauf in einem Maße zu beeinträchtigen wie andere Narkosemittel.

Therapie für therapieresistente Depression

In den USA ist das S-Enantiomer von Ketamin, Esketamin, als Nasenspray zur Behandlung therapieresistenter Depressionen zugelassen. Ketamin zeigt hier eine schnell einsetzende antidepressive Wirkung, die auf einer Beeinflussung des Glutamatsystems im Gehirn beruht.

Behandlung des therapieresistenten Status asthmaticus

Ebenfalls eingesetzt wird Ketamin zur Behandlung des therapieresistenten Status asthmaticus. Aufgrund seiner bronchienerweiternden und krampflösenden Eigenschaften kann es hier unterstützend bei der Stabilisierung des Patienten wirken.

Dosierung und Anwendungsart von Ketamin

Die Dosierung von Ketamin hängt vom jeweiligen Anwendungsgebiet ab. Zur Einleitung einer Anästhesie werden 1-2 mg/kg Körpergewicht intravenös oder 4-8 mg/kg Körpergewicht intramuskulär verabreicht. Zur Aufrechterhaltung der Narkose wird die halbe Initialdosis nachinjiziert.

In der Notfallmedizin kommen 0,25-0,5 mg/kg Körpergewicht intravenös oder 0,5-1,0 mg/kg Körpergewicht intramuskulär zum Einsatz. Für die Behandlung von therapieresistenten Depressionen mit dem Nasenspray wird eine Dosierung von 28-84 mg zweimal wöchentlich empfohlen.

Anwendungsgebiet Dosierung Verabreichungsweg
Anästhesie – Einleitung 1-2 mg/kg KG intravenös
Anästhesie – Einleitung 4-8 mg/kg KG intramuskulär
Anästhesie – Aufrechterhaltung Halbe Initialdosis intravenös
Notfallmedizin 0,25-0,5 mg/kg KG intravenös
Notfallmedizin 0,5-1,0 mg/kg KG intramuskulär
Therapie therapieresistenter Depression 28-84 mg Nasenspray, zweimal wöchentlich

Nebenwirkungen von Ketamin

Obwohl Ketamin in kontrollierten medizinischen Anwendungen als relativ sicher gilt, können einige Nebenwirkungen auftreten, die es zu beachten gilt.

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufigeren Nebenwirkungen von Ketamin gehören Träume, Halluzinationen sowie ein Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz. Diese Symptome treten meist während oder kurz nach der Verabreichung auf und klingen in der Regel schnell wieder ab.

Nebenwirkungen bei Nasenspray-Anwendung

Bei der Anwendung von Ketamin-Nasenspray zur Behandlung therapieresistenter Depressionen wurden zusätzlich Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, Erbrechen und ein erhöhter Blutdruck beobachtet. Patienten müssen daher nach der Verabreichung des Nasensprays zunächst überwacht werden.

Insgesamt gilt ketamin jedoch als ketamin nebenwirkungen vergleichsweise sichere Substanz, solange die korrekte Dosierung eingehalten und Gegenanzeigen beachtet werden.

See also  Die Wirkung von Citrin » Alles über das gelbe Edelsteinwunder

Wechselwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Anwendung von Ketamin sind einige Gegenanzeigen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten. Ketamin sollte nicht bei Patienten mit Bluthochdruck, erhöhtem Hirndruck oder Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt werden. Auch eine gleichzeitige Einnahme bestimmter Arzneimittel wie Xanthinderivate oder Ergometrin kann zu Komplikationen führen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Potenzielle Wechselwirkungen können bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen, Sympathomimetika, Opiaten und muskelrelaxierenden Mitteln auftreten. In solchen Fällen muss der Arzt die Dosis und Wirkung sorgfältig überwachen.

Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Nach einer Ketamin-Narkose ist die Verkehrstüchtigkeit für mindestens 24 Stunden eingeschränkt. Patienten sollten daher in diesem Zeitraum weder Auto fahren noch Maschinen bedienen.

Altersbeschränkungen

Das Nasenspray mit Esketamin zur Behandlung therapieresistenter Depressionen ist nur für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Anwendung von Ketamin während Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor. Daher sollte Ketamin in diesen Situationen nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden.

Rechtliche Situation von Ketamin

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Ketamin ein verschreibungspflichtiges Medikament. Für Privatpersonen ist es normalerweise nicht in der Apotheke erhältlich, sondern darf nur von Fachpersonal verwendet werden. Der illegale Handel mit Ketamin unterliegt den Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes und kann mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen geahndet werden.

Land Rechtliche Situation von Ketamin
Deutschland Verschreibungspflichtiges Medikament, illegaler Handel strafbar
Österreich Verschreibungspflichtiges Medikament, illegaler Handel strafbar
Schweiz Verschreibungspflichtiges Medikament, illegaler Handel strafbar

Die rechtliche Situation von Ketamin in den deutschsprachigen Ländern ist klar geregelt. Das Medikament darf nur von Fachpersonal verwendet werden, während der illegale Handel mit Ketamin strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

ketamin wirkung

Ketamin entfaltet seine umfangreiche Wirkung über eine Vielzahl komplexer Mechanismen im Nervensystem. Dabei spielt insbesondere die Blockade der NMDA-Rezeptoren, die eine zentrale Rolle bei der Wahrnehmung von Schmerzen spielen, eine entscheidende Rolle.

Wirkmechanismus von Ketamin

Neben der Hemmung der NMDA-Rezeptoren beeinflusst Ketamin auch die Signalübertragung über Glutamat- und GABA-Systeme sowie die Modulation von Opioid- und Katecholamin-Rezeptoren. Diese Vielfalt an Wirkansatzpunkten ermöglicht den Einsatz von Ketamin in verschiedenen medizinischen Indikationen wie Anästhesie, Schmerztherapie und der Behandlung therapieresistenter Depressionen.

Antidepressive Wirkung von Ketamin

Die antidepressive Wirkung von Ketamin basiert vermutlich auf einer Steigerung der synaptischen Konnektivität im präfrontalen Kortex des Gehirns. Dieser Effekt wird durch die Beeinflussung des Glutamat-Systems hervorgerufen und führt zu einer raschen Verbesserung depressiver Symptome, insbesondere bei Patienten mit therapieresistenter Depression.

Geschichte und Entwicklung von Ketamin

Ketamin wurde 1962 erstmals synthetisiert, in den 1960er Jahren erfolgte die erste Anwendung am Menschen. Seit 1969 ist der Wirkstoff ketamin geschichte in Deutschland zugelassen, 2019 folgte die Zulassung des Nasensprays zur Behandlung therapieresistenter Depressionen in den USA. Ketamin wurde insbesondere während des Vietnam-Kriegs von US-Streitkräften als Narkosemittel eingesetzt, da es im Vergleich zu anderen Anästhetika Kreislauf und Atmung weniger beeinträchtigt. Aufgrund seiner halluzinogenen Nebenwirkungen wird ketamin entwicklung Ketamin auch als Partydroge missbraucht.

See also  Glyphosat Wirkung » Was Sie über die Auswirkungen des Unkrautvernichters wissen sollten

Fazit

Ketamin ist ein vielseitiger Wirkstoff, der in der Medizin als Anästhetikum, Schmerzmittel und Antidepressivum eingesetzt wird. Seine Wirkung beruht auf einer Vielzahl an Mechanismen im Nervensystem. Ketamin in kontrollierten medizinischen Anwendungen als relativ sicher, aber der missbräuchliche Konsum als Partydroge birgt erhebliche Risiken.

Die rechtliche Situation in Deutschland sieht Ketamin als verschreibungspflichtiges Medikament, dessen illegaler Handel strafrechtliche Konsequenzen hat. Insgesamt ist Ketamin ein wichtiges und vielseitig einsetzbares Medikament, das jedoch mit Vorsicht und unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden muss, um Missbrauch und Nebenwirkungen zu vermeiden.

FAQ

Was ist Ketamin und wie wird es eingesetzt?

Ketamin ist ein Narkosemittel, das hauptsächlich in der Tiermedizin und unter bestimmten Bedingungen auch beim Menschen verwendet wird. Es kann das Schmerzempfinden stark mindern und Bewusstlosigkeit hervorrufen. Ketamin wird in der Anästhesie, Schmerztherapie, Depressionsbehandlung und bei Asthma eingesetzt.

Wie wirkt Ketamin?

Ketamin wirkt als Anästhetikum, indem es reversibel die Andockstelle des Botenstoffs Glutamat (NMDA-Rezeptor) blockiert, wodurch das Bewusstsein ausgeschaltet wird. Darüber hinaus hat Ketamin eine stark schmerzlindernde, krampflösende, bronchienerweternde, lokalanästhetische, sympathomimetische und stimmungsaufhellende Wirkung.

Wie wird Ketamin aufgenommen, abgebaut und ausgeschieden?

Zur Anästhesie wird Ketamin intravenös oder intramuskulär verabreicht, wobei die Wirkung nach intravenöser Gabe bereits nach 30 Sekunden eintritt und bis zu 15 Minuten anhält. In den USA ist auch ein Nasenspray mit Esketamin (dem S-Enantiomer von Ketamin) zur Behandlung von therapieresistenter Depression zugelassen. Ketamin wird in der Leber abgebaut und die Abbauprodukte überwiegend über die Nieren ausgeschieden.

Wofür wird Ketamin eingesetzt?

Ketamin findet Anwendung in der Notfallmedizin zur Schmerzbehandlung, in der Anästhesie zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose, in der Therapie von therapieresistenter Depression sowie zur Behandlung des therapieresistenten Status asthmaticus.

Wie hoch ist die Dosierung von Ketamin?

Die Dosierung von Ketamin hängt vom Anwendungsgebiet ab. Zur Einleitung einer Anästhesie werden 1-2 mg/kg KG intravenös oder 4-8 mg/kg KG intramuskulär verabreicht. Für die Therapie therapieresistenter Depressionen mit dem Nasenspray wird eine Dosierung von 28-84 mg zweimal wöchentlich empfohlen.

Welche Nebenwirkungen kann Ketamin haben?

Häufige Nebenwirkungen von Ketamin sind Träume, Halluzinationen, Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz. Bei der Anwendung als Nasenspray zur Behandlung von Depressionen treten zudem Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, Erbrechen und erhöhter Blutdruck auf.

Worauf muss bei der Anwendung von Ketamin geachtet werden?

Ketamin darf nicht angewendet werden bei Bluthochdruck, erhöhtem Hirndruck, Schilddrüsenüberfunktion oder gleichzeitiger Einnahme bestimmter Medikamente wie Xanthinderivate oder Ergometrin. Nach einer Ketamin-Narkose ist die Verkehrstüchtigkeit für mindestens 24 Stunden eingeschränkt. Das Nasenspray ist nur für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen, über die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Wie ist die rechtliche Situation von Ketamin?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Ketamin ein verschreibungspflichtiges Medikament. Der illegale Handel mit Ketamin unterliegt den Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes und kann mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen geahndet werden.

Wie ist der Wirkmechanismus von Ketamin?

Ketamin entfaltet seine Wirkung über eine Vielzahl von Mechanismen, darunter die Blockade von NMDA-Rezeptoren, Einfluss auf Glutamat- und GABA-Signalwege, Modulation von Opioid- und Katecholamin-Systemen. Diese Vielfalt an Wirkmechanismen ermöglicht den Einsatz in verschiedenen Indikationen.

Wie ist die Geschichte und Entwicklung von Ketamin?

Ketamin wurde 1962 erstmals synthetisiert, in den 1960er Jahren erfolgte die erste Anwendung am Menschen. Seit 1969 ist der Wirkstoff in Deutschland zugelassen, 2019 folgte die Zulassung des Nasensprays zur Behandlung therapieresistenter Depressionen in den USA.

Quellenverweise