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Nachgefragt

Schüler_innen fragen

“Google, wie färbt sich ein Chamäleon auf einem Spiegel?”

Nur jemand, der Fragen stellt und neugierig bleibt, kann Neues lernen. Zum Glück gibt es Freunde, Verwandte und Suchmaschinen, die unsere Alltagsfragen beantworten können. Viele unserer Alltagsrätsel können sie sehr schlüssig beantworten. Je umfassender oder detaillierter wir jedoch fragen, umso eher stoßen wir an die Grenzen des Bekannten oder Beweisbaren.

Kann Google diese Frage einfach, knapp und richtig beantworten?

Oft vergessen wir, wie mühsam der Weg zu einer Antwort sein kann und wie viele Umwege und Zwischenschritte nötig sind, um gesicherte Ergebnisse zu erhalten.

In unserer Ausstellung beantworten Wissenschaftler_innen Fragen von Kindern und Jugendlichen. Die humorvoll illustrierten Fragen stehen im Zentrum: sie sind die Grundlage für Erkenntnisse, neue Ideen und Innovationen.


Wir wünschen allen Neugierigen viel Freude beim Besuch der Ausstellung und beim Weiter-fragen!


Das Team SchülerWissen


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Inspiration

Nachgefragt! ist ursprünglich ein Projekt des Vereins “proWissen Potsdam e.V.”. Der Verein engagiert sich seit 2004 in Potsdam und Umgebung für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Die “Wissenschaftsetage” in Potsdam ist - ähnlich wie das Schlaue Haus Oldenburg - ein Ort, an dem sich Wissenschaft und Bürger austauschen können. Seit 2013 sammelt der Verein alle zwei Jahre Fragen von Schüler_innen und stellt Fragen und Antworten gemeinsam aus.

Die Fragen 2021

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Starke Gefühle sind immer mit körperlichen Reaktionen verbunden. Lange dachten Emotionsforscher, dass körperliche Reaktionen die Ursache für unsere Gefühle sind. Aber fühlen wir uns verliebt, weil es im Bauch rumort und kribbelt? Das ist unwahrscheinlich. Oft ist uns unser Gefühlszustand nicht bewusst. Bei körperlichen Veränderungen suchen wir dann nach einer Erklärung – und stellen fest, dass es im Bauch kribbelt, obwohl wir nichts Schlechtes gegessen haben. Vielleicht sind wir verliebt?


Es stellt sich die Frage nach der Funktion dieser biologischen Vorgänge. Der Verursacher für das Gefühl von „Schmetterlingen im Bauch“ ist das „unbewusste“ (vegetative) Nervensystem, es regelt Temperatur, Verdauung, Atmung, Durchblutung und andere körperlichen Vorgänge. Dieses vegetative Nervensystem wird von zwei Teilsystemen gesteuert, die oft das Gegenteil bewirken: Der Sympathikus erhöht die Herzfrequenz (also wie häufig das Herz pro Minute schlägt), während der Parasympathikus die Herzfrequenz absenkt. Beide Systeme benutzen Hormone, das sind Botenstoff e, die über die Blutbahn Nachrichten an verschiedene Körperorgane vermitteln. Der Sympathikus nutzt den Botenstoff Adrenalin. Adrenalin steigert die Leistungsbereitschaft des Körpers, was im Zustand der Verliebtheit sicher gut ist, denn wir wollen uns ja möglichst vorteilhaft, vital und lebensfroh präsentieren. Gleichzeitig reduziert Adrenalin die Verdauungstätigkeit im Magen-Darmtrakt. Nach einiger Zeit kann der Einfluss von Adrenalin auf den Magen-Darmtrakt ein Gefühl von „Schmetterlingen im Bauch“ erzeugen.


Ist es nicht erstaunlich, dass wir unsere Gefühlslage durch körperliche Vorgänge erkennen können? Am Ende arbeiten sie doch meistens wunderbar zusammen, Gefühl und Verstand, Herz und Gehirn!



Prof. Dr. Stefan Debener ist Professor für Neuropsychologie am Department für Psychologie der Universität Oldenburg und erforscht Gehirnfunktionen in alltagsnahen Situationen mittels Elektroenzephalographie (EEG).


uol.de 

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Bei dieser Frage müssen wir zwischen Gravitation und Schwerkraft unterscheiden.

Es gibt verschiedene Theorien über Gravitation.

Nach Isaac Newton ist die Gravitation eine anziehende Kraft, die zwischen Massen wirkt (so wie sich Magneten anziehen).

Nach Albert Einsteins Relativitätstheorie dagegen krümmen Massen den Raum, so wie Eisenkugeln, die je nach Gewicht eine Gummidecke mehr oder weniger stark eindrücken. Diese Krümmung ist dann die Gravitation. Je gekrümmter die Raumzeit ist, desto stärker ist die Gravitation.


Die Schwerkraft ist eine Folge der Gravitation. Sie beschreibt die Anziehung, die eine kleinere Masse im Gravitationsfeld einer größeren Masse erfährt. Zum Beispiel zieht die Erde (größere Masse) ein Raumschiff (kleinere Masse) an. Schwerelosigkeit in einem Körper gibt es nur, wenn er sich im freien Fall befindet. Der Körper erscheint schwerelos, weil alle Körper mit gleicher Beschleunigung zu Boden fallen. Größere (schwere) Massen werden zwar von der Gravitation stärker angezogen, doch sind sie auch träger gegenüber Bewegungsänderungen (Allgemeine Relativitätstheorie). Dadurch wird die Schwerkraft aufgehoben.


Das kannst du auch selbst testen: Spring mit einem Buch auf einem Trampolin. Lass das Buch kurz los, wenn du am höchsten Punkt des Sprunges bist. Du siehst: Das Buch fällt mit dir gleich schnell nach unten. Das sieht schwerelos aus 😉


Eine Raumstation (z. B. die ISS) befindet sich bei ihrem Flug um die Erde im freien Fall. Daher herrscht dort Schwerelosigkeit.


Fazit: Das Weltall selbst ist voll von Massen und daher auch voll von Gravitation. Es gibt im All fast überall Schwerkraft, aber im freien Fall in einem Gravitationsfeld herrscht Schwerelosigkeit.



Michael Tolkmitt ist Lehrer für Mathematik und Physik im Ruhestand und Mitglied im Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland. Andreas Schwarz ist Astrophysiker. Er ist VHS-Dozent für Mathematik, Physik und Politik und 2. Vorsitzender des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland.


astronomie-whv-fri.de 

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Die meisten Menschen können sehen. Sie sehen auch im Traum. Bei mir ist es anders. Ich bin von Geburt an blind. Alles, was in meinem Traum passiert, basiert allein auf tasten, riechen, hören und auch fühlen. Selbst bekannte Stimmen aus meinem Alltag kommen in meinen Träumen vor. Das Einzige, was in meinen Träumen nicht vorkommt, ist das Sehen, weil ich es nie kennengelernt habe.


Wenn ich zum Beispiel im Traum über eine Blumenwiese gehe, spüre ich auch das Gras unter meinen Füßen, kann den Duft wahrnehmen, den die Blumenwiese verströmt, selbst das Vogelgezwitscher kann ich im Traum hören. Wenn ich über eine Straße laufe, höre ich auch im Traum die Autogeräusche und Stimmen die mir in meinem Alltag bekannt sind. Alles im Traum ist also auf meine Gefühle fixiert. Selbst, wenn ich im Traum jemanden küsse, spüre ich den Kuss. Ich kann auch im Traum reden, aber meine Augen bleiben stumm.



Daniel Dudek ist von Geburt an blind, arbeitet in einer Telefonzentrale und engagiert sich in der Selbsthilfe.


bvn.org

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Bluetooth (BT) ist ein Funkdienst, der es erlaubt, Geräte drahtlos miteinander zu verbinden, z.B. Kopfhörer/Smartphone oder Game-Controller/Spielekonsole. Im Gegensatz zum WLAN wird dabei keine zentrale Station benötigt. Gemeinsam mit WLAN ist der Frequenzbereich, in dem BT-Geräte senden bzw. empfangen: Dieser liegt zwischen 2400 und 2480 MHz. Zum Vergleich: Ein UKW-Radio empfängt im Frequenzbereich zwischen 88 und 108 MHz. Megahertz (MHz) gibt an wie viele Schwingungen pro Sekunde eine elektromagnetische Welle vollzieht. 1 MHz bedeutet eine Millionen Mal in jeder Sekunde.


Für BT werden sehr kleine Antennen genutzt, um die unsichtbaren elektromagnetischen Wellen am Sender abzustrahlen. Diese Wellen breiten sich in fast alle Richtungen aus und ein Teil gelangt zur Antenne im Empfänger. Für Musik werden die Signale im Sender digitalisiert (d.h. in viele Einsen und Nullen umgewandelt) und der elektromagnetischen Welle aufmoduliert. Im Empfänger werden diese Daten dekodiert und schließlich in hörbare Musik (Kopfhörer) oder digitale Steuersignale (Spielekonsole) umgewandelt.



Prof. Dr. Jens Werner lehrt und forscht seit 2014 an der Jade Hochschule in den Schwerpunkten Hochfrequenztechnik, Funksysteme und Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV).


jade-hs.de

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Wer oft und vor allem auch lange auf das Handy schaut, riskiert verschiedene negative Auswirkungen auf die Augen. Es könnte zu einer Kurzsichtigkeit kommen, trockene und gereizte Augen können auftreten und vielleicht könnten sogar Schäden an den Sehzellen (auch Netzhaut genannt) eine Folge sein. Doch nun der Reihe nach:


Zwar wurde bislang nicht bewiesen, dass die Benutzung von Handys zur Entstehung einer Kurzsichtigkeit (auch Myopie genannt) beiträgt. Doch Wissenschaftler_innen haben gezeigt, dass langes Arbeiten in der Nähe und langes Lesen (wie es eben bei der Handynutzung häufig der Fall ist) die Kurzsichtigkeit fördern. Es sollten also regelmäßige Pausen eingelegt werden. Wer kurzsichtig ist, benötigt eine Brille, um in der Ferne scharf zu sehen. Eine stark ausgeprägte Myopie erhöht das Risiko für verschiedene Augenerkrankungen, bei denen es zu einer Sehverschlechterung oder im schlimmsten Fall sogar zu einer Erblindung kommen kann. Auch Lichtmangel beeinflusst die Entstehung der Kurzsichtigkeit. Ein zweistündiger Aufenthalt pro Tag im Freien bei Tageslicht kann bei Kindern das Risiko für die Entstehung einer Kurzsichtigkeit deutlich reduzieren.


Des Weiteren wird derzeit erforscht, ob das blaue Licht der Bildschirme eine Erkrankung der Netzhaut im Alter, die sogenannte altersabhängige Makuladegeneration, fördern kann. Mit der Aktivierung des Blaulichtfilters am Handy besteht die Möglichkeit, die Augen vor dem blauen Licht zu schützen.


Ein weiteres Risiko beim langen Schauen auf das Handy ist die Tatsache, dass weniger mit den Lidern geblinzelt wird. Der schützende Tränenfilm wird instabil und das Auge fühlt sich trocken an. Eine Rötung der Augen und vielleicht sogar Schmerzen können die Folge sein.


Mein Tipp: Legt öfter eine Handy-Pause ein, geht an die frische Luft und schaut in die Ferne, um euren Augen ein bisschen Entspannung zu gönnen.



Dr. med. Marten Walker arbeitet als Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Augenheilkunde in Oldenburg und unterrichtet Medizinstudierende der Universität Oldenburg.


uol.de

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Wenn wir eine wichtige Sache oder vor allem einen geliebten Menschen verlieren, löst dies Trauer in uns aus. In der Trauer erleben wir verschiedene starke und schmerzhafte Gefühle wie zum Beispiel Traurigkeit, Wut oder Verzweiflung. Je stärker wir etwas oder jemanden geliebt haben, umso stärker ist die Trauer. Trauer zu empfinden ist erst einmal nicht verkehrt oder krankhaft. Im Gegenteil, Trauer ist eine gesunde Reaktion der Psyche. Mit Trauer verarbeiten wir also, dass dieser Mensch nicht mehr da ist. Diese Loslösung von der geliebten Person nennt man Trauerprozess. Ein solcher Trauerprozess besteht aus verschiedenen Phasen: zuerst wollen wir nicht wahrhaben, dass der Mensch nicht mehr da ist. Dann folgen häufig starke Gefühle, manchmal auch Schuldgefühle. Irgendwann akzeptieren wir den Verlust und fangen an, uns auch an die schönen Momente mit der Person zu erinnern. Wenn der Trauerprozess gut verläuft, schaff en wir es zuletzt, uns zu überlegen, wie ein Leben ohne diesen Menschen aussehen kann. Wichtig ist, dass man diese Gefühle und Gedanken, auch wenn sie schmerzhaft sind, zulässt und mit anderen darüber redet. Geschieht dies nicht, kann es sein, dass ein Trauerprozess nicht gut verläuft und sich eine sogenannte anhaltende Trauerstörung oder eine Depression entwickelt. In diesem Fall sollte man einen Arzt oder Psychotherapeuten um Unterstützung bitten.



Sebastian Spanknebel ist psychologischer Psychotherapeut und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. 


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Fast alle Tiere können Farben sehen. Manche besser, manche schlechter als der Mensch. Menschen haben im Auge Farbsehzellen, die besonders empfindlich für rotes, grünes und blaues Licht sind. Weil diese Sehzellen miteinander verglichen werden, können wir nicht nur „Rot“, „Grün“ und „Blau“ sehen, sondern auch alle Farben, die man daraus mischen kann. So ähnlich wie im Malkasten. Auch die anderen Menschenaffen, wie Schimpansen oder Gorillas, sehen Farben wie wir.


Fast alle anderen Säugetiere, wie zum Beispiel Hunde, Katzen oder Pferde, haben nur Sehzellen für zwei Farben. Das heißt, sie verwechseln manche Farben, die wir unterscheiden können. So können sie zum Beispiel einen roten und einen grünen Apfel nicht so gut unterscheiden. Für sie sehen beide Äpfel eher gelblich aus. Dies ist so ähnlich wie bei Menschen mit einer Rot-Grün-Sehschwäche.


Die meisten anderen Tiere können besser Farben sehen als wir. Sie haben vier oder mehr Arten von Farbsehzellen und können Farben unterscheiden, die wir verwechseln. Viele Tiere können zum Beispiel ein “sehr violettes Violett” sehen, das für Menschen unsichtbar ist. So erkennen Schmetterlinge auf manchen Blumen, die uns einfarbig erscheinen, schöne Muster. Nur sehr wenige Tierarten können keine Farben unterscheiden. Diese Tiere haben Lebensweisen, in denen Farben nicht so wichtig sind. Sie sind zum Beispiel nur in der Nacht aktiv und können stattdessen besonders gut im Dunkeln sehen.



Prof. Dr. Martin Greschner ist Neurobiologe an der Universität Oldenburg und erforscht wie die Sehinformation von den Augen zum Gehirn kommt.


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Natürlich lügen nicht alle Eltern. Manche Eltern tun es selten und andere tun es häufig, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Aber was sind überhaupt Lügen?


Lügen sind absichtliche Behauptungen von Unwahrheiten. Diese sind immer dann „erfolgreich“, wenn der Angelogene dem Lügner glaubt und vertraut. Deswegen ist das Lügen moralisch so verwerflich, da es das vorausgesetzte Vertrauen ausnutzt. Lügner gehen immer ein Risiko ein: Kurzfristig kann eine Lüge durchkommen. Langfristig aber, wenn die Lüge auffliegt, verliert der Lügner seine Vertrauenswürdigkeit — und damit auch die Möglichkeit weiterhin „erfolgreich“ zu lügen.


Und aus welchen Gründen lügen Eltern? Zum einen könnten Eltern lügen, weil sie wollen, dass es dem Angelogenen besser geht. Solche Lügen werden „weiße Lügen“ genannt. Eine weiße Lüge könnte beispielsweise sein, dass manche Eltern Fantasie-Geschichten erfinden, um ihre Kinder zu beruhigen oder mehr Spaß zu bereiten. Eltern könnten auch über Ihren Gesundheitszustand lügen, damit sich die Kinder keine Sorgen machen müssen. Eindeutig böse sind hingegen „schwarze Lügen“, hierbei kommt jemand wissentlich zu Schaden. Zum Beispiel, wenn deine Eltern euer Auto als „unfallfrei“ verkaufen, obwohl ihr letztes Jahr einen Unfall damit hattet. Der Käufer bezahlt zu viel Geld, da er die Wahrheit nicht kennt.


Es gibt viele Gründe, warum Menschen lügen. Es gibt „gut gemeinte“ Gründe, wie Liebe oder Rücksicht. Es gibt aber auch egoistische Gründe, wie Habgier.

Alle Lügen, auch „gut gemeinte“, sind meistens langfristig nicht gut, denn sie untergraben das Vertrauen. Es ist wichtig, dass wir eine Form des Zusammenlebens finden, in der wir wahrhaftig zueinander sind.


Schwarze Lügen sollten wir ächten und den Sinn von weißen Lügen überdenken.



Prof. Dr. Philipp Gerlach lehrt und forscht an der Psychology School der Fresenius Hochschule in Hamburg. Er interessiert sich v.a. für die Fragen rund um die Moral.


hs-fresenius.de

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Das Prinzip, unseren irdischen Tag in 24 Stunden zu unterteilen, ist schon sehr alt. Es war vor ungefähr 4000 Jahren in Mesopotamien und dem Alten Ägypten bekannt. Diese 24 Stunden konnten mit Wasseruhren gemessen werden. Die meisten Menschen gebrauchten jedoch keine Stundenzählung, sondern teilten sich ihre Tage nach Sonnenaufgang, Mittag und Sonnenuntergang ein.


Eine Ausnahme waren die mittelalterlichen Klöster, an denen täglich siebenmal zu festgelegten Stundenzeiten gebetet werden sollte. Dabei wurden Tag und Nacht jeweils in zwölf gleichlange Zeitabschnitte eingeteilt. Das bedeutete, dass an langen Sommertagen eine Tagesstunde ungefähr 80 Minuten lang und eine Nachtstunde 40 Minuten kurz war.


Später wurden in den Städten die mechanischen Turmuhren mit Räderwerk gebaut, die nun zweimal zwölf gleich lange Stunden von 60 Minuten anzeigten. Diese Uhren orientierten sich aber am lokalen Sonnenhöchststand. Das heißt, in Berlin war es beispielsweise Anfang Dezember eine halbe Stunde früher zwölf Uhr mittags als in Köln. Als vor fast 200 Jahren die Eisenbahn eingeführt wurde, mussten diese unterschiedlichen Ortszeiten einander in Zeitzonen angeglichen werden, sonst hätten die Fahrpläne nicht funktioniert. Großbritannien war damals politisch sehr mächtig, und daher beziehen sich die 24 weltweiten Zeitzonen auch noch heute auf die Lokalzeit des Ortes Greenwich in London.



Prof. Dr. Almut Höfert ist Professorin für mittelalterliche Geschichte an der Universität Oldenburg und forscht auch über die islamische Welt. Dort hat vor 800 Jahren der arabische Gelehrte al-Dschazari eine grandiose automatische Wasseruhr auf einem künstlichen Elefanten konstruiert, die alle 30 Minuten lang schlug.


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Das ist eine berechtigte Frage, die ich mir als Psychotherapeut auch schon gestellt habe.


Wenn ich einen anderen Menschen betrachte, sehe ich ihn aus der Distanz. Ich selbst bin nicht in seinem Problemraum mit all den dazugehörigen emotionalen Turbulenzen. Dadurch, dass ich selbst weniger mit meinen Gefühlen beteiligt bin, kann ich die Probleme eines anderen Menschen nüchterner und sachlicher betrachten. Von außen habe ich auch einen besseren Überblick und kann besser analysieren.


Wenn ich mich mit meinem eigenen Problem beschäftige, dann löst das viele verschiedene Gefühle in mir aus und ich fühle mich vielleicht gestresster. Das ist nicht so hilfreich, wenn ich ein Problem lösen will. Meistens können wir Probleme gut lösen, wenn die Probleme weit weg sind und uns nicht selbst betreffen. Wenn wir in unserem eigenen Problemsumpf stecken, haben wir den wohltuenden Abstand leider nicht. Dann kann es sein, dass wir einfache Lösungen nicht erkennen. Außerdem haben wir Menschen blinde Flecken, besonders in der Selbstwahrnehmung. Das liegt daran, dass wir bestimmte Einstellungen und Handlungen nicht zugeben wollen, weil sie nicht mit unserem Selbstbild übereinstimmen oder weil sie unangenehm sind. Zum Beispiel ist es schwierig sich einzugestehen, dass man auch neidisch oder missgünstig sein kann. Wir sehen und bewerten uns selbst anders als unsere Mitmenschen. Unsere blinden Flecken können uns auch daran hindern, in bestimmte Richtungen zu denken und Lösungen zu finden.



Burkhard Schulz praktiziert als Psychologischer Psychotherapeut in Oldenburg. Einer seiner Behandlungsschwerpunkte liegt in der Psychotraumatologie.


psychotherapie-burkhard-schulz.de

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Wenn es gelänge, das Erbmaterial ausgestorbener Arten zu isolieren und in lebende Zellen zu pflanzen, dann sollte es doch möglich sein, diese Arten wieder auferstehen zu lassen?


Es gibt verschiedene Gründe, warum dies unmöglich ist: Das große Aussterben der Dinosaurier fand vor etwa 200 Millionen Jahren statt. DNA ist über solche Zeiträume jedoch nicht stabil und ist daher nicht bis heute erhalten geblieben. Aus mumifizierten Pflanzen und Tieren sowie bestimmten Sedimenten konnten Wissenschaftler zwar Erbgut isolieren, das maximal 400.000 bis 1.5 Millionen Jahre alt ist. Diese Erbgutschnipsel sind jedoch sehr kurz und können nicht korrekt zusammengesetzt werden.

Zudem ist es noch nicht möglich, ein komplettes Erbgut in Chromosomen zu packen und dann in geeignete Eizellen zu bringen, um einen lebendigen Organismus zu züchten. Selbst wenn wir dieses Problem irgendwann gelöst haben sollten, könnten wir jedoch kein komplettes Dinosauriererbgut in einer Vogel-Eizelle zur Entwicklung bringen, da das Auslesen der Erbinformation in einer Eizelle bei jeder Tierart einzigartig ist.


Fazit: Nein, ausgestorbene Dinosaurier können heute nicht zum Leben erweckt werden.



Arne Nolte ist Professor für Ökologische Genomik an der Universität Oldenburg. Er erforscht, wie neue Fischarten entstehen, untersucht deren Lebensweise, Erbgut und Artentstehung. Vögel faszinieren ihn, weil sie Nachfahren von Sauriern sind, die bis heute überlebt haben.

 

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Behinderungen sind langwierige oder dauerhafte Erkrankungen eines Menschen, die mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen einhergehen können. Dabei können Körperfunktionen betroffen sein, aber auch das Denken. Auch wenn die häufigsten Behinderungen erst im Verlauf des Lebens erworben werden, so werden manchmal schon Babys mit Behinderungen geboren.


Wenn sich ein Kind im Bauch der Mutter entwickelt und wächst, so müssen unzählig viele kleine Schritte korrekt ablaufen, damit ein gesundes Kind zur Welt kommt. Da kommt einem die Entstehung des Lebens oft wie ein Wunder vor. Dennoch können in dieser Entwicklung aber auch Fehler geschehen. Der Bauplan des Menschen wird durch Gene (Chromosomen) verschlüsselt. Diese Gene sind dafür verantwortlich, wie sich ein Mensch entwickelt. Bei genetischen Störungen kann es passieren, dass das Baby krank zur Welt kommt. Die häufi gste Chromosomenstörung, die wir kennen, ist die Trisomie 21 oder das Down Syndrom. Diese Kinder haben eine geistige Behinderung sehr unterschiedlicher Ausprägung und oft einen Herzfehler. Manche Chromosomenveränderungen (Veränderungen der Gene) werden von den Eltern auf das ungeborene Kind vererbt. Die Entwicklung des Kindes im Mutterleib kann aber z.B. auch durch eine Infektionserkrankung der Mutter in der Schwangerschaft ausgelöst werden. In sehr seltenen Fällen können sogar Medikamente zu einer Entwicklungsstörung des Kindes führen. Die gute Nachricht aber ist, dass die allermeisten Babys gesund geboren werden und man kranken Kindern häufig gut helfen kann.



Dr. Sandra Grebe leitet die Abteilung für Pränataldiagostik und vorgeburtliche Therapie der Frauenklinik am Klinikum Oldenburg. Ihr gefällt besonders, gemeinsam mit den werdenden Eltern das Baby im Bauch mit Ultraschall zu betrachten und die Freude über das Kind zu teilen.


klinikum-oldenburg.de

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„Ach, du grüne Neune“ ist ein Ausruf der Verwunderung oder der Überraschung, aber auch des Erschreckens und wird wie „ach, du Schreck“ oder „ach, du lieber Gott“ verwendet.


Die genaue Herkunft der Redewendung ist nicht bekannt. Allerdings gibt es die Vermutung, dass die „grüne Neune“ auf das Kartenlegen zurückgeht. Bei den französischen Spielkarten wird die „Pik Neun“ als „Grün Neun“ bezeichnet. Diese Karte verkündete nichts Gutes. Daher kommt vermutlich auch die Redensart „du kriegst die grüne Neune“, wenn man erschreckt wurde. Eine andere Herleitung der Redewendung bezieht sich auf das Berliner Tanzlokal „Coventgarden“ aus dem 19. Jahrhundert. Das Lokal mit der Hausnummer 9 lag nämlich am Grünen Weg und war dafür bekannt, dass dort immer viel los war.


Zahlen sind ein beliebtes Thema in Redewendungen. So gibt es viele wie „auf Wolke sieben schweben“ für „überglücklich sein“ oder „jetzt schlägt’s aber dreizehn“, wenn „etwas zu weit ging und damit nun Schluss sein soll“. Welche weiteren fallen euch ein?



Theres Schöniger ist Studentin der Linguistik und freie Mitarbeiterin bei der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden.


gfds.de

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Die Planeten unseres Sonnensystems, und damit auch die Erde, sind entstanden durch Zusammenstöße vieler kleiner Brocken. Wie alle Massen im Universum ziehen sich diese gegenseitig an und bilden daher größere Klumpen. Diese Anziehungskraft heißt Gravitation. Sie ist umso stärker, je größer die Massen sind.


Am Beginn, wenn ein solcher Klumpen noch recht klein ist, kann er eine sehr unregelmäßige Form haben. Er wächst dann durch weitere Zusammenstöße. Mit der Größe wird aber auch die Gravitation immer stärker und zieht die Massen, aus denen der werdende Planet besteht, immer stärker zusammen. Dabei nähert er sich immer mehr der Kugelform an.


Perfekte Kugeln sind die Planeten jedoch nicht. Wenn sie sich drehen, wirkt zusätzlich zur Gravitation die Fliehkraft nach außen - weg von der Drehachse. Dadurch wird der Planet oben und unten etwas platter und bekommt in der Mitte einen Bauch. Der Abstand zwischen Nord- und Südpol ist auf der Erde um etwa 40 Kilometer kleiner als der Durchmesser des Äquators.


Es gibt noch mehr Abweichungen von der Kugelform. Gebirge sind entstanden durch das Zusammenstoßen riesiger Platten, die auf dem flüssigen Inneren der Erde schwimmen. Die Berge erscheinen uns sehr hoch. Aber vom Weltraum aus betrachtet sieht die Erde wie eine Kugel aus, weil auch die höchsten Berge viel kleiner sind als der Durchmesser.



Prof. Dr. Ralf Wandelt ist Physiker mit Kapitänspatent. Er lehrt am Fachbereich Seefahrt und Logistik der Jade Hochschule.


jade-hs.de

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Zunächst einmal muss geklärt werden, was das Wort „schön“ bedeutet; denn, dass jede/r singen kann (wenn auch „schief“, so dass nicht die Töne genau getroffen werden), steht ja außer Frage. Zudem entscheidet auch der persönliche Geschmack darüber, was als „schöner Gesang“ empfunden wird. So finden einige vielleicht den Gesang einer Opernsängerin nicht „schön“ und andere würden Rap-Gesang nicht als angenehm empfinden.


Hinzukommen aber auch bestimmte stimmliche Voraussetzungen (vor und nach der Pubertät), es gibt einige Menschen, die eine besonders klangvolle Stimme mit „in die Wiege“ gelegt bekommen. Entscheidend ist aber auch der gesunde Umgang mit der Stimme und natürlich viele Gesangsübungen, um die Stimme zu schulen. Das kann „jeder Mensch“ machen, insbesondere die Stimme ist ein Organ bzw. Musikinstrument, das sehr vielfältig und ausdrucksstark ist. Aus wissenschaftlicher Perspektive setzten sich Stimmphysiolog_innen mit der Funktion der Stimme/des Gesangs auseinander. Musikwissenschaftler_innen untersuchen hingegen verschiedene Musikstücke (z.B. Oper, Songs, Musical oder Chor), in denen verschiedene Stimmen und deren Höhen (Sopran, Alt, Tenor und Bass) eingesetzt werden.



Lars Oberhaus ist Professor für Musikpädagogik an der Universität Oldenburg und bildet dort die zukünftigen Musiklehrkräfte aus. In seiner Freizeit spielt er gerne Klavier und fährt Fahrrad.


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Wie würde der Planet heute aussehen, wenn es keine Menschen gäbe?


Ein Planet ohne Menschen – ja, wie wäre der? Spannende Frage! Kein durch Zivilisation getriebener Klimawandel, Wald verschwände nicht in jeder Minute auf der Fläche von mehr als 40 Fußballfeldern, Mitgeschöpfe stürben nicht in bislang ungekanntem Maße aus … wer so denkt, macht es sich wohl zu einfach. Zunächst fragt sich doch: Warum gibt es keine Menschen? Haben sie sich nie entwickelt? Oder verschwanden sie? Falls es so war: warum, wann, was nahm ihren Platz ein? Löschte sie eine Naturkatstrophe aus? Oder schafften sie sich selber ab, durch Umweltzerstörung oder Kriege vielleicht?


Neue Gedanken, neue Spekulationen! Präzisieren wir die Ausgangsfrage: Wie sähe der Planet aus, wenn es nie Menschen gegeben hätte? Kaum leichter zu beantworten. Erneut baut sich ein ‚Warum‘ vor uns auf. Ist die Evolution – aus Sicht des Menschen – falsch abgebogen? Hatten weniger clevere Arten eine Chance? Oder haben sich vernunftbegabte – vielleicht sogar wenig von uns zu unterscheidende – Echsen entwickelt, oder hyperintelligente Kraken? Und würden die nun die Erde ähnlich überfluten, wie wir es gerade tun. Oder wären sie klüger, behandelten die Welt umsichtiger? Lernten ihre Gesellschaften frühzeitig aus Fehlern?


Viele neue Fragen also. Mit deren Bearbeitung sind ganze Bücherregale zu füllen, von Philosophen, Science- und Science-Fiction-Autoren. Treten wir einen Schritt zurück - ist die Ausgangsfrage sinnvoll? Wir haben festgestellt: Es fehlen grundlegende Informationen. Dennoch eine wichtige Frage. Einfache Begründung: Sie schult das Denken. Eine philosophischere: Sie hilft uns, sich unserer Stellung in der Natur bewusster zu werden. So kann sie den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt fördern.



Dr. Sibet Riexinger ist am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Als Biologe und Autor hat er Freude daran, Menschen nicht nur naturwissenschaftliche Themen näher zu bringen.


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Die erste namhafte Serienproduktion eines Treckers, der kein Dampftraktor war, sondern mit Verbrennungsmotor angetrieben wurde, begann 1917 mit dem Fordson Model F in den USA, dieser Trecker hatte einen Ottomotor (Benzinmotor).


In Deutschland waren die ersten großen Serienhersteller die Firmen Lanz mit den Glühkopf Bulldogs, mit Vielstoffmotor, und die Firma Deutz mit den Baureihen MTH und MTZ bis zum Stahlschlepper. Diese Baureihen haben maßgeblich zum Durchbruch des Dieselmotors als Antriebsquelle in der Landwirtschaft beigetragen.


Heute gilt die Traktorenfabrik von John Deere in Mannheim als größte Traktorenfabrik Europas. Das Werk in Mannheim ist das ehemalige Lanz Werk, welches 1956 von John Deere übernommen wurde.


In Deutschland werden noch in Marktoberndorf von Fendt und in Lauingen von Deutz Fahr Traktoren gebaut.


Und wer hat den Traktor erfunden:

John Froelich kam 1849 als Kind deutscher Auswanderer in Nordamerika zur Welt. Er studierte Maschinenbau in Iowa und hatte einen Traum: Einen Schlepper mit Verbrennungsmotor wollte er konstruieren. 1892 machte er den Traum wahr und baute eine 1-Zylinder-Maschine mit Eigenbau-Fahrgestell. Vor allem als mobiler Antrieb von Dreschmaschinen bewährte sich das 16 PS starke und bereits mit Batteriezündung ausgestattete Fahrzeug. Zugmaschinen mit Verbrennungsmotoren waren leichter als die zuvor eingesetzten Dampfschlepper. Auch waren sie wendiger und unkomplizierter zu handhaben. Der Name Traktor kam erst 1906 in den Gebrauch. Abgeleitet wurde er von der amerikanischen Bezeichnung „gasoline traction engine“. Inzwischen hat sich der Begriff Traktor weltweit für landwirtschaftliche Zugmaschinen etabliert. In Nord- und Mitteldeutschland werden Traktoren auch mit dem Begriff Trecker bezeichnet, abgeleitet aus dem plattdeutschen Wort trecken („ziehen“). Im süddeutschen Raum werden als Synonym zu Traktor zuweilen auch die Begriffe Bulldog oder Schlepper verwendet.



Dipl.-Ing (FH) Maschinenbau Christian Peters arbeitet in der Fertigungsplanung und Werksplanung der Amazonen Werke in Hude. Historische Landtechnik und Landmaschinen sind sein Hobby.


amazone.de

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Eigentlich sind in gewisser Hinsicht alle Menschen schlauer als Google. Die Suchmaschine von Google ist ein Computer mit ganz viel Speicher, der unermüdlich das Internet nach Schlüsselwörtern durchsucht, um auf unsere Anfragen sehr schnell passende Webseiten, Dokumente oder andere Inhalte auszuspucken. So viel kann sich kein Mensch merken und niemand kann so unermüdlich und schnell die große Datenflut bewältigen. Daher erscheint es uns, als wäre Googles Suchmaschine so schlau. Aber Menschen haben andere Fähigkeiten, die Computer noch nicht leisten können, etwa kreativ zu sein, unbekannte Probleme zu lösen, in Entscheidungen Intuition einfließen zu lassen oder Gefühle zu zeigen. Bis Computer alles das können und damit so schlau wie Menschen werden, müssen wir noch ein wenig warten. Außerdem müssen wir aufpassen, dass die lernenden Maschinen unsere moralischen Vorstellungen beachten, zum Beispiel niemanden diskriminieren.



Oliver Kramer ist Informatiker und Professor für Computational Intelligence an der Universität Oldenburg.


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Jedes Geräusch, das wir wahrnehmen, wird von Menschen, Tieren, Geräten oder Naturphänomenen erzeugt. Dabei gibt es Geräusche, die mit angenehmen Situationen verbunden sind und solche, die eher mit unangenehmen Erfahrungen verbunden sind. Unser Gehirn bewertet jede Wahrnehmung mit einem Gefühl (Freude, Angst, Wut, Ärger, Trauer usw.) und speichert diese ab. Wenn also eine Person das Bellen eines Hundes mit dem Nachhausekommen zum geliebten Haustier verbindet, ist das Geräusch des Bellens mit einem positiven Gefühl verbunden. Wenn jedoch eine andere Person das Bellen eines Hundes an einen Hundebiss in der Vergangenheit erinnert, wird hier das Geräusch des Bellens mit einem negativen Gefühl verbunden. Selbst völlig neue Geräusche werden beim ersten Auftreten von unserem Gehirn mit einem Gefühl bewertet. Neue und laute Geräusche lösen bei Menschen eine sogenannte Orientierungsreaktion aus. Das bedeutet, dass die Aufmerksamkeit des Menschen von seiner momentanen Tätigkeit weggelenkt wird – hin zu dem Geräusch. Wenn dieses Geräusch wiederholt ohne positive oder negative Gefühle auftritt, wird es als neutral abgespeichert. Falls das Geräusch aber positive oder negative Gefühle auslöst, werden diese zusammen mit dem Geräusch gespeichert. Beim nächsten Auftreten des Geräuschs wird dann automatisch dieses gespeicherte Gefühl ausgelöst. Das kann Angst sein – es kann aber auch Freude oder jedes andere Gefühl sein. Es macht übrigens durchaus Sinn, vor manchen Geräuschen Angst zu haben. Besonders laute Geräusche können das menschliche Gehör schädigen, weswegen wir auch bei deren Wahrnehmung Schmerzen empfinden.



Christoph Herrmann lehrt Allgemeine Psychologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.


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Bei „biologischem Geschlecht“ denken viele an „Frauen“ und „Männer“. Aber so einfach ist es nicht: In Biologie und Medizin werden den Geschlechtern verschiedene Merkmale zugeordnet, nicht nur die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale, also Vulva, Penis, Brüste usw., sondern auch Hormone und die Erbanlagen. Hier zeigt sich, dass es viele Variationen gibt. Dass aber lange nur von zwei Geschlechtern gesprochen wurde, hat historische Gründe: Ab dem 18. Jahrhundert verfestigte sich die Vorstellung von einem „natürlichen“ Geschlechterunterschied zu einer bürgerlichen Norm, wonach es genau zwei Geschlechter gibt, Männer und Frauen, die für unterschiedliche Aufgaben innerhalb und außerhalb des Hauses zuständig waren und sich nur gegenseitig lieben und heiraten durften. Inzwischen haben sich die Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit in unserer Gesellschaft ausdifferenziert: Heute können Menschen leichter verschiedene Rollen einnehmen und unter bestimmten Bedingungen auch ihr Geschlecht wechseln (Transgender). Diejenigen, die sich nicht einem Geschlecht zuordnen lassen, können sich auch offiziell mit einem dritten Geschlecht („divers“) bezeichnen.


Die Frage können wir also umdrehen: Nicht „Könnte es mehr als zwei Geschlechter geben?“, sondern: „Wann wird es als normal akzeptiert, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt?“



Dr. Sylvia Pritsch arbeitet am Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZFG) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in den Bereichen Forschung und Lehre.


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Es gibt auf der Welt mindestens 7000 Sprachen, und die meisten von ihnen werden nur von wenigen tausend Menschen gesprochen – oder weniger! Von ihnen gibt es kein Wörterbuch zu kaufen, und auch keine Schulgrammatik. Doch gerade die kleinen Sprachen in abgelegenen Gegenden haben komplizierte und spannende Strukturen. Die Erforschung lohnt sich immer.


Linguisten (so nennt man Sprachforscher) arbeiten eng mit den Sprechern solcher Sprachen zusammen. Sie sammeln erst viele Wörter, dann einfache Sätze und schließlich kleine Geschichten. So verstehen sie nach und nach, wie die Sprache funktioniert. Zunächst muss das Lautsystem der Sprache erfasst werden, denn jede Sprache verwendet andere Sprechlaute. Diese lassen sich mit dem Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA) aufschreiben.


Vergleiche zeigen, wie sich im Satz durch kleine Veränderungen die Bedeutung ändert. Im Majang, einer Sprache Äthiopiens, heißt ŋaara‘ ich gehe’ und ŋaarin‘ du gehst’. Weil sich hier nur das a zum in ändert, kann ich sicher sagen, dass ŋaar‘ gehen’ bedeuten muss, und ‘ich’ und ‘du’ durch die Endungen a und in am Verb angezeigt werden. Mit genügend solcher Vergleiche lässt sich am Ende die Grammatik der Sprache gut beschreiben.



Dr. phil. Andreas Joswig ist sprachwissenschaftlicher Berater bei der Bibelübersetzungsorganisation Wycliff. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit über 80 Sprachen aus Äthiopien, er hat eine Grammatik der Majang Sprache geschrieben.


wycliff.de

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Influencer:innen verdienen ihr Geld durch Werbung. Wer genug Aufrufe hat, bekommt einen kleinen Anteil ab von der Werbung, die die Plattform vor, neben oder in den Beiträgen schaltet.


Bei Youtube zum Beispiel kommen ja zu Beginn der Videos kurze Werbefilme. Diese werden von Youtube automatisch dazugeschaltet. Firmen zahlen dafür, dass ihre Produkte in diesen Filmen gut dargestellt werden. Youtube hat im Jahr 2020 fast 20 Milliarden US Dollar (17 Milliarden Euro) mit Werbung verdient. Die Youtuber:innen bekommen aber nur einen kleinen Teil davon ab. Sie bekommen kein Geld für Follower oder Likes, sondern für Views, weil die Werbekunden ja wollen, dass ihre Werbung gesehen wird. In Umfragen unter Youtubern heißt es, dass sie etwa 1 - 1,50 € pro 1000 Videoaufrufe erhalten. Man braucht also ganz schön viele Aufrufe, um damit wirklich Geld zu verdienen: Für 100 000 Aufrufe bekommt man im Schnitt nur 100 - 150 €.


Deshalb nutzen viele Youtuber:innen und Instagramer:innen noch weitere Einnahmequellen: Zum Beispiel schließen sie selbst Verträge mit Firmen, die ein Produkt oder eine Dienstleistung bewerben möchten. Die Youtuber:innen halten diese Produkte in die Kamera oder empfehlen sie. Weil viele Follower ihnen vertrauen, erhoff en sich die Firmen, dass sie so ihr Produkt an die Follower:innen verkaufen können. Das wird „Affiliate-Marketing“ genannt.


Zwei Dinge sind wichtig zu wissen: Erstens, es ist total schwer, Geld auf Youtube oder Instagram zu verdienen, weil man sehr viele Views braucht. Zweitens, die Influencer:innen werden meistens für ihre Empfehlungen bezahlt, deswegen weiß man nicht genau, ob sie es wirklich toll finden oder das nur sagen, weil sie Geld dafür bekommen.



Andrea Czepek ist Professorin für Journalismus an der Jade Hochschule. In ihren Lehrveranstaltungen lernen Studierende, wie man für verschiedene Medien interessante Informationen herausfindet und spannende Berichte schreibt.


Instagram: medien.jadehochschule

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0der besser: Wie ist die Atmosphäre auf unserer Erde entstanden?


Die Erde ist ein alter Planet. Er entstand vor etwa 4.560 Millionen (4,56 Milliarden) Jahren. Wie bei unseren Nachbarplaneten Venus und Mars noch heute, bestand die Luft (Atmosphäre) der Erde vor allem aus Kohlenstoffdioxid und Stickstoff. Höhere Lebewesen wie wir Menschen hätten auf der frühen Erde nicht überleben können, da die Luft keinen Sauerstoff enthielt. Dies änderte sich erst mit der Entstehung von Leben in Form von Mikroorganismen. Vor ungefähr 2,4 Milliarden Jahren, als die Erde ungefähr halb so alt war wie heute, wurden durch Fotosynthese größere Mengen Sauerstoff freigesetzt. Der Sauerstoffanteil der Luft stieg merklich an. Erst danach konnte sich die Tier- und später auch die Pflanzenwelt entwickeln. Vor circa 500 Millionen Jahren eroberten Landpflanzen die Kontinente. Seit dieser Zeit wurde der für uns zum Atmen notwendige Sauerstoff nicht nur in den Ozeanen, sondern auch in den Wäldern auf dem Festland produziert. Ohne Leben gäbe es daher keinen Sauerstoff in der Luft. Bei unseren Nachbarplaneten Venus und Mars hat sich kein Leben entwickelt. Daher besteht dort die Luft immer noch überwiegend aus Kohlenstoffdioxid.



Professor Dr. Hans-Jürgen Brumsack war bis 2019 als Leiter der Arbeitsgruppe Mikrobiogeochemie am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg tätig. Dort beschäftigte er sich mit Themen der aktuellen Küstenforschung und der Entwicklung der Ozeane im Laufe der Erdgeschichte.


uol.de

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Lebensmittel verderben aus unterschiedlichen Gründen. Chemische Reaktionen unter dem Einfluss von Licht, Wärme und Sauerstoff sorgen dafür, dass Lebensmittel ihre Farbe verändern, austrocknen oder z.B. Fettbestandteile abgebaut werden. Lebensmitteleigene Enzyme verändern die Stoffzusammensetzung eines Lebensmittels und beeinflussen so Aussehen, Geschmack oder Geruch. Auch Bakterien sind für den Verderb bedeutsam. Diese kommen überall in der Umwelt vor und können sich wie wir von Lebensmitteln ernähren. Dabei entstehen Stoffwechselprodukte, die sie an ihre Umgebung abgeben, so wie auch wir auf Toilette müssen, nachdem wir etwas gegessen haben.


Irgendwann führen diese Veränderungen dazu, dass das Lebensmittel unappetitlich riecht, aussieht oder schmeckt. Die Lebensmittelhersteller legen daher für jedes Lebensmittel ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) fest, bis zu dem dieses bei richtiger Lagerung gleichbleibende Eigenschaften hat und gesundheitlich unbedenklich ist. Ist das MHD überschritten, ist das Lebensmittel „abgelaufen“. Trotzdem sind viele Lebensmittel dann noch lange kein Fall für die Mülltonne. Was weiterhin gut aussieht, riecht und schmeckt, kann auch nach Ablauf des MHD noch gegessen werden und wird so nicht verschwendet!



Dr. Simone Böer leitet den Laborbereich Mikrobiologie des Instituts für Lebensmittelqualität der LUFA Nord-West und unterstützt Betriebe in Fragen der Lebensmittelsicherheit.


lufa-nord-west.de

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Kennst du den Trick mit der Zaubertinte aus Zitrone? Wenn man den Saft einer Zitrone auspresst und damit auf einem Blatt Papier schreibt, dann ist das Geschriebene zunächst unsichtbar und kommt erst zum Vorschein, wenn das Papier erwärmt wird.


Diesen Trick wollte auch der Bankräuber McArthur Wheeler im Jahr 1995 in den USA nutzen, indem er sein Gesicht mit Zitronensaft einrieb und unmaskiert eine Bank überfiel. Er war der festen Überzeugung, dass man ihn nicht sehen würde. Da ihn aber die Überwachungskameras natürlich aufnahmen, wurde er innerhalb kürzester Zeit geschnappt. Bei der Befragung durch die Polizei stellte sich heraus, dass er seinen Plan für genial hielt.


Der Fall erhielt so viel Aufmerksamkeit, dass der amerikanische Professor Dunning und sein Student Kruger der Frage nachgingen, warum jemand mit einer solch einfältigen Idee glaubt, er sei klug. Sie fanden heraus, dass Menschen mit wenig Wissen sich der Grenzen ihres Wissens nicht bewusst sind. Sie glauben, ihr geringes Wissen reiche aus. Sie halten sich daher für klüger als sie sind. Kluge Menschen dagegen wissen, dass sie nicht alles wissen.



Dr. Wiebke Rathje arbeitet in der Biologiedidaktik der Universität Oldenburg, ihr Arbeitsschwerpunkt sind Aufbau und Begleitforschung von molekularbiologischen Schülerlaboren und Digitalisierung in der Lehrerausbildung.


uol.de

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Biofilme sind Anhäufungen von Mikroorganismen – vor allem Bakterien – die sich in einer schleimigen Schicht einbetten. Man kann sich Biofilme als eine Großstadt in der Welt der Mikroben vorstellen. Millionen von Zellen leben eng miteinander, teilen sich Nährstoffe, kommunizieren miteinander und wachsen als Gemeinschaft. Die Schleimschicht dient den darin lebenden Mikroorganismen als stabiler Lebensraum (Habitat).


Es wird vermutet, dass der überwiegende Teil von Bakterien auf unserer Erde in Biofilmen lebt, insbesondere in Böden und Sedimenten der Ozeane. Aber auch in unserem Alltag begegnen uns Biofilme, vor allem wenn Hygiene nicht sehr ernst genommen wird. Karies ist ein typisches Beispiel dafür, aber auch Wunden, in denen Erreger einen Biofilm bilden, um sich den Abwehrkräften unseres Immunsystems entgegenzustellen.


Aber Biofilme können auch nützlich sein, wenn diese gezielt eingesetzt werden, z.B. in der biologischen Abwasseraufbereitung und Abfallbeseitigung. Schon in Fossilien hat man Biofilme entdeckt, und deren winzige Einwohner gelten daher als wahre Helden in der Welt der Mikroben.



Prof. Dr. Oliver Wurl ist Meeres- und Klimaforscher am Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg, und forscht über Austauschprozesse zwischen der Atmosphäre und Ozeane.


uol.de

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In einer Zeit, in der an so vielen Orten Englisch gesprochen und geschrieben wird, ist es vielleicht schwer vorstellbar, dass das nicht immer so war. Aber in der Vergangenheit gab es in der Tat auch andere Sprachen, die einmal als ‘Weltsprachen’ galten: Latein zum Beispiel, zu Zeiten des römischen Imperiums. Und sogar noch vor rund 200 Jahren wurde eigentlich viel mehr Französisch gesprochen als Englisch!


Im 17. Jahrhundert begann der Aufstieg Englands zu einer Weltmacht, die sich immer weiter ausbreitete – zunächst in Teilen Nordamerikas, aus denen im Jahre 1776 die Vereinigten Staaten von Amerika wurden. Das sogenannte ‘British Empire’ eroberte aber auch – mit Gewalt und ohne Rücksicht auf die dort existierenden Sprachen und Kulturen – andere Regionen der Welt: So wurden etwa Australien und Neuseeland, Indien und Singapur, Südafrika und Tanzania zu britischen Kolonien. Englisch wurde auf diese Weise offizielle Landessprache in dutzenden Ländern und somit zu einer ‘Weltsprache’. Gerade der Einfluss der USA auf andere Länder ist bis heute sehr deutlich, nicht zuletzt auch im Sprachgebrauch. Denkt einmal an die vielen englischen Begriff e im Alltag: Auf Schildern, in der Werbung, in der Popmusik oder auf Eurem Handydisplay. Und schließlich hat die weltweite Bedeutung des Englischen auch dazu geführt, dass immer mehr Menschen Englisch als Fremdsprache lernen – so wie Ihr auch, in der Schule 😊.



Prof. Dr. Martin Butler beschäftigt sich insbesondere mit US-amerikanischer Popkultur. Prof. Dr. Ronald Geluykens lehrt und forscht über Varietäten und Dialekte des Englischen („Soziolinguistik“) und Sprachgeschichte. Beide arbeiten am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Oldenburg.


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Egal, wo man auf der Erde ins Meerwasser fällt und aus Versehen Wasser schluckt, eins ist überall gleich: Es schmeckt salzig! Es gibt zwar Unterschiede, denn schon das Wasser der Nordsee ist salziger als das der Ostsee. Der Salzgehalt des Toten Meers ist sogar so hoch, dass man sich auf seiner Oberfläche treiben lassen kann, ohne unterzugehen. Meersalz gibt es aber überall! Aber wo kommt es her? Es schüttet doch niemand hinein?


Das meiste Salz im Ozean ist das gleiche wie das Kochsalz in unserer Küche; aber es gibt auch andere Salze. Alle zusammen befinden sich in den Gesteinen der Erdoberfläche. Wenn es regnet, löst der Regen diese Salze aus dem Stein und zusammen mit dem Regenwasser gelangen sie in die Flüsse!


Da nur ganz wenig Salze aus dem Stein gelöst werden, ist auch das Flusswasser nur wenig salzig. Aber das Wasser fast aller Flüsse gelangt ja schließlich ins Meer! Und da mit dem Wasser das Salz aller Flüsse zusammen in den Ozean gelangt, ist das Wasser des Meeres salzig! So salzig, dass wir es schmecken können!



Dr. Holger Winkler arbeitet im Institut für Chemie und Biologie des Meeres (www.icbm.de) und beschäftigt sich mit dem Ozean und seinen Küsten.


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Die Schule hat Thomas Mann erfunden. Ein ganzes Kapitel seines 1901 veröffentlichten Romanerstlings „Buddenbrooks“ spielt im Gymnasium, das der junge Hanno Buddenbrook als Gefängnis, ja als Albtraum erlebt. Hanno, der Verletzliche, wird von der Institution Schule seelisch geradezu vernichtet. „Nein, es ist nichts mit mir“, schlussfolgert er. So eindringlich wie kein Autor vor ihm hat Thomas Mann die auch von ihm selbst erlebten Schattenseiten des Systems Schule beschrieben.


Natürlich sind Bildungsanstalten viel älter. Sie werden gebraucht, seit Gesellschaften gelernt haben, sich zu spezialisieren: als es nicht mehr nur Bauern gab, sondern Priester, Soldaten, Handwerker und Schreiber. Die ersten Schriften – die Keilschrift im alten Mesopotamien, Hieroglyphen in Ägypten, die chinesische Silbenschrift – bestanden aus Tausenden von Zeichen. Wer sie erlernen wollte, brauchte eine gründliche Ausbildung.


Anfangs gingen angehende Schreiber bei ihren Vätern in die Lehre, formalisiert wurde die Ausbildung vielleicht zum ersten Mal im Mittleren Reich in Ägypten, am Ende des 3. Jahrtausends v. Chr.: Belegt ist, dass Chety, Schatzmeister des Pharaos Mentuhotep II. eine Schule gründete, um den Nachwuchs an Schreibern sicherzustellen.



Michael Sommer ist Professor für Alte Geschichte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er forscht zur Geschichte der römischen Welt, insbesondere der orientalischen Provinzen.


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Ja, der Müll kommt ja von uns Menschen, daher sind wir dafür verantwortlich, wo der Müll landet. Natürlich sollte Müll in die Mülltonne geworfen werden. Aber was ist überhaupt Müll? Wir haben hier den Gelben Sack, die blaue Tonne, grüne Tonne und schwarze Tonne. Einige Menschen sind verwirrt, welcher Müll nun in welche Tonne gehört. Müll ist nicht gleich Müll und ich sage lieber „Wertstoff “ dazu. Zum Beispiel kann man alte Glasflaschen wieder einschmelzen und neue Flaschen draus machen. Oder aus Altpapier wird neues Papier gemacht. Fast jede Tageszeitung ist zum Beispiel aus recyceltem Papier gemacht. Schaut mal genau hin, dann könnt ihr noch richtige Fasern sehen.


Dass die ganze Welt voller Müll ist, liegt daran, dass nicht überall recycelt wird. D.h. es gibt keine Müllsammlung und es wird einfach in die Natur geschmissen. Leider wird auch sehr viel Müll in Meere und Flüsse entsorgt. Da wir so viele Menschen auf der Erde sind müssen wir alle besser darauf achten so viel zum Recycling zu geben wie möglich.



Dr.-Ing. Alexandra Pehlken leitet den Kompetenzcluster Nachhaltigkeit und Digitalisierung am OFFIS Institut in Oldenburg und forscht an nachhaltigen Prozessen damit Rohstoffe im Kreislauf erhalten bleiben.


offis.de

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Es gibt viele Gründe, um zu spät zu kommen! Vielleicht haben wir nicht genug geschlafen und unser Wecker hat nicht geklingelt. Dann hat uns zum Pünktlichsein etwas gefehlt: Sogenannte Ressourcen. Die Ressource Schlaf hat uns persönlich gefehlt und die Ressource Wecker hat unser Aufwachen nicht organisieren können. Diesen Ressourcenmangel können wir einfach beheben. Beim nächsten Mal gehen wir früher ins Bett und kontrollieren, dass wir den Wecker gestellt haben.


Wenn wir immer zu spät kommen, könnte etwas anderes wichtiger sein. Viele Termine meinen wir gar nicht beeinflussen zu können: Niemand fragt uns, wann die Schule täglich beginnen soll. Vielleicht fühlen wir uns übergangen, weil wir nicht nach einer Zeit gefragt worden sind. Später kommen zeigt dann unser fehlendes Einverständnis, ohne es in Worte fassen zu müssen.


Wenn wir etwas an der Situation ändern wollen, können wir den Mund aufmachen: Vielleicht denken wir, alle sollten später kommen. Wir können auch Verständnis für die Uhrzeit entwickeln: Wir akzeptieren dann, dass sich alle für einen funktionierenden Betrieb an die vorgegebene Zeit halten müssen. Falls ihr mal in der Wirtschaft arbeitet, kommt noch eine dritte Möglichkeit dazu: Ihr könnt zu einem Betrieb wechseln, der euren Bedürfnissen besser entspricht.



Jonathan Gilbert (M.Ed.) arbeitet seit über vier Jahren am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere im Bereich Organisation und Personal. Er schreibt seine Doktorarbeit darüber, was Influencer tun und (zu) sagen (haben). Privat ist er auch gerne mal offline.


uol.de

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Galaxien sind gigantische Sterneninseln im All. Wenn man sich fragt, wie der Kosmos aussieht, kann man sich einen sehr großen leeren und dunklen Raum vorstellen, in dem ab und zu eine Galaxie herumschwirrt. Galaxien selbst wiederum bestehen aus Milliarden Sternen. Unsere Sonne zum Beispiel ist nur einer von mindestens 200 Milliarden Sternen in unserer Galaxis, der Milchstraße. Die Galaxien haben aber nicht immer das Universum bevölkert. Vor ungefähr 13,6 Milliarden Jahren ist der Weltraum im sogenannten Urknall entstanden. Anfangs war das All ganz klein und wurde dann immer größer und größer, ein bisschen wie ein Luftballon, den man aufpustet. In diesem jungen Universum gab es nur sehr viele Wolken aus dichtem Gas und noch keine Sterne und kein Licht. Diese Wolken wurden dann irgendwann so schwer, dass sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammengekracht sind und sich in die ersten Sterne verwandelt haben. Denn ein Stern ist nichts anderes als jede Menge Gas (genauer gesagt Wasserstoff) zusammengequetscht. Wenn Ihr also mal selbst einen Stern bauen wollt, müsst Ihr nur sehr, sehr viel Wasserstoff sammeln und zusammenpressen! Ungefähr 200 - 300 Millionen Jahre nach dem Urknall waren dann aus den Gaswolken so viele junge Baby-Sterne entstanden, dass sie gemeinsam die erste Galaxie gebildet haben. Alle Galaxien, die es heute im Universum gibt, bestehen also größtenteils aus Sternen, die sich vor Milliarden Jahren aus großen Gaswolken gebildet haben.



Tim Ruster erklärt seit über 10 Jahren im Planetarium Köln den großen und kleinen Besuchern die Weiten des Kosmos. Er betreibt den bekannten Weltraum-YouTube-Kanal „Astro-Comics TV“. Sein Lieblingsplanet ist die Erde, da dies der einzige bekannte Planet mit Pizza ist.


koelner-planetarium.de

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Schon vor tausenden Jahren glaubten die Menschen an Gott oder Götter. Was bedeutet eigentlich „glauben“? Glaube kann bedeuten: Ich vermute etwas, aber weiß es nicht genau. Glauben kann aber auch Vertrauen bedeuten.


Warum vertrauen so viele Menschen, dass es einen Gott gibt? Darauf gibt es verschiedene Antworten:


1. Früher konnten sich Menschen Naturereignisse nicht erklären. Sie dachten, dass ein Gott oder mehrere Götter Blitze und Donner machen. Die Menschen glaubten an Gott, um ungeklärte Fragen zu beantworten. Durch naturwissenschaftliche Erklärungen hat sich die Vorstellung von Gott verändert. Das Gewitter macht kein Gewittergott. Dennoch bleiben schwierige Fragen: Warum gibt es die Welt? Was passiert mit Menschen, wenn sie sterben? Menschen suchen Antworten, sie glauben an Gott, der die Antwort auf schwierige Fragen sein kann.


2. Ludwig Feuerbach (er lebte vor ungefähr 180 Jahren) hat gesagt: Menschen haben sich Gott ausgedacht. Gott ist alles das, was Menschen gerne sein würden. Sie fühlen sich besser, wenn es ein Wesen gibt, das alles ist, was sie gerne wären. Feuerbach meinte, dass es für Menschen nicht gut ist, an einen (nur ausgedachten) Gott zu glauben.


3. Manche finden es gut, dass es einen Gott gibt, der immer da ist, auch wenn sie sich allein fühlen. Der Glaube an Gott gibt ihnen Trost und Stärke. Der Glaube und die Vorstellung von Gott verändert sich oft im Leben. Als kleines Kind glaubt man anders als ein Erwachsener. Es spielt eine Rolle, welche Erfahrungen Menschen mit Gott in ihrem Leben gemacht haben und was sie von anderen Menschen und aus Geschichten – wie zum Beispiel aus der Bibel, der Tora oder dem Koran – gehört und gelesen haben. Glaube ist wie ein Gefühl einfach da.


Wie du siehst, gibt es mehr als eine Antwort, es gäbe auch noch mehr. Vielleicht ist eine Erklärung dabei, die deine Frage ein bisschen beantwortet?



Ariane Dihle schreibt gerade an ihrer Promotion im Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik der Universität Oldenburg.


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Der Ingenieur Percy Spencer arbeitete um 1945 in den USA an Radargeräten, diese waren damals neu und die Entwicklung und Verbesserung war von großem (leider auch militärischem) Interesse. Als er eines Tages an einem solchen Gerät bastelte, fiel ihm auf, dass eine Schokolade in seiner Tasche sehr schnell flüssig wurde und er kombinierte, dass die Radarwellen Lebensmittel erwärmen können. Radarwellen sind so genannte elektromagnetische Wellen, die sich von Wasserwellen dadurch unterscheiden, dass eben kein Wasser auf und ab schwingt, sondern das elektromagnetische Feld schwingt. Die Schwingungen haben einen bestimmten Abstand, der Wellenlänge genannt wird. Die Wellenlänge von Radarwellen reicht von wenigen Millimetern bis zu mehreren Metern. Bei Mikrowellenöfen beträgt die Wellenlänge 12 cm. Es ist also ein schöner Zufall das Percy Spencer mit genau dem Radar gearbeitet hat, das einen wesentlichen Bestandteil von Nahrungsmitteln erwärmt, nämlich das darin enthaltene Wasser. Die ersten Mikrowellenöfen waren 2 Meter groß und wogen fast so viel wie ein kleines Auto. Erst in den späten 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die „Mikrowelle“ dann für den Hausgebrauch erschwinglich. 10 Jahre später wurde sie schon über 1 Million Mal verkauft.



Bernd Schwenker ist Diplom Physiker und führt an der Universität Oldenburg Experimente in den Physik-Vorlesungen vor. Mit den Versuchen werden physikalische Effekte sichtbar und verständlich gemacht.


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Lachen ist die beste Medizin sagen viele und das stimmt wirklich!

Lachen stärkt und trainiert zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System, weil man beim Lachen die Mundwinkel nach oben zieht. Dadurch weiten sich die Nasenlöcher und man kann mehr Luft einatmen. Das führt dazu, dass das Gehirn und die Muskeln mit mehr Sauerstoff versorgt werden. Forscher konnten außerdem nachweisen, dass der Körper beim Lachen weniger Stresshormon und mehr Glückshormon bildet.


Lachen stärkt auch unser Immunsystem, das ist die Gesundheitspolizei gegen schädliche Bakterien in unserem Körper. Das Immunsystem besitzt verschiedene Zellen mit speziellen Aufgaben – wie bei der „richtigen Polizei“, wo zum Beispiel Kriminalpolizisten Verbrecher jagen und andere Polizisten sich um den Straßenverkehr kümmern. Unser Immunsystem hat Fresszellen, die schädliche Bakterien aufessen, Wächterzellen, die Abwehrzellen bei Gefahr informieren, Helferzellen, die andere Zellen bei der „Feindabwehr“ unterstützen, B-Zellen, die Abwehrstoffe (Antikörper) produzieren und Killerzellen, die Körperzellen töten, wenn sie von einem Virus befallen sind.


Einige Killerzellen werden beim Lachen vermehrt und gestärkt. Ihre Botenstoffe (z.B. Gamma-Interferon) hemmen die Vermehrung von schädlichen Viren und Krebszellen. Menschen, die viel lachen, produzieren mehr Gamma-Interferon, das macht sie gesünder.


Wenn man viel lacht oder lustige Filme anschaut, produzieren die B-Zellen mehr Antikörper, die besonders gut Bakterien und Viren im Hals, der Nase oder dem Rachen abwehren.


Also kann man sagen, dass nach ein paar Lachanfällen etwas mehr Abwehrstoffe im Blut vorhanden sind und lachen auf jeden Fall gesund ist!



Karin Loser ist Professorin für Immunologie an der Universität Oldenburg. Sie beforscht Hautinfektionen, Entzündungskrankheiten und untersucht den Einfluss von Umweltfaktoren auf Erkrankungen des Nervensystems.


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Great Barrier Reef. Diese felsenartigen Riff e im lichtdurchfluteten Meerwasser formen kalkbildende Steinkorallen.


Auch in der Nordsee gibt es kilometerlange Steinkorallen-Riffe, sie leben in norwegischen Fjorden in 100 m Tiefe in Dunkelheit und Kälte. Im Gegensatz zu ihren bunten tropischen Verwandten sehen die Kaltwasserkorallen Nordeuropas eher unscheinbar wie kleine weiße Bäumchen mit stark verzweigten Ästen und kleinen rosa Blüten aus. Ebenso wie ihre oberflächennahen Verwandten bieten sie einer vielfältigen Tierwelt einen Lebensraum.


Neben Steinkorallen gibt es auch Korallenarten, die kein festes Kalkskelett besitzen, sogenannte Weichkorallen. Sie sind überwiegend braun, gelb oder grünlich gefärbt. Im Schatten unter felsigen Überhängen und in tieferen Regionen treten auch leuchtend rote, orange oder violett gefärbte Arten auf. Eine bekannte Nordsee-Lederkorallenart ist die „Tote Mannshand“, sie lebt in Tiefen ab 20 m auf felsigen Untergründen. Ihren merkwürdigen Namen verdankt sie ihrem Aussehen, denn ihre Form und Farbe erinnern an eine Menschenhand. Außerdem gibt es in der Nordsee noch eine Hornkorallenart (Gorgonie) und eine Seefederart (Leuchtende Seefeder).


Korallen können sehr unterschiedlich aussehen, ihre Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie festgewachsene Nesseltiere sind, die zusammen in einer Kolonie leben und als Nahrung kleine Lebewesen aus dem Wasser filtrieren. Ihre Fangapparate erscheinen wie kleine bunte Blüten, aus diesem Grund werden sie zusammen mit den einzeln lebenden Seeanemonen im Deutschen als sogenannte „Blumentiere“ bezeichnet.



Biologin Anja Wübben hat in verschiedenen Nordsee-Verbundprojekten gearbeitet. Ihre Lieblingslebewesen der Nordsee sind Planktonorganismen, die gerne von Korallen und anderen Tieren gefressen werden.


uol.de und ihjo.de

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Plattdeutsch wird heute neben dem Hochdeutschen von vielen Menschen in den nördlichen Bundesländern gesprochen, auch in Niedersachsen. Der Begriff bezeichnet die jüngste von drei Sprachstufen des Niederdeutschen, dessen Geschichte über 1200 Jahre zurückreicht. Oldenburg gab es damals auch schon, aber noch nicht als große Stadt, sondern als kleine Siedlung an der Hunte. Und die Menschen hier sprachen nur Niederdeutsch, gar kein Hochdeutsch. Eine der ältesten niederdeutschen Dichtungen ist eine Geschichte aus dem 9. Jahrhundert, die aus dem Leben von Jesus Christus erzählt, so wie auch das Neue Testament in der Bibel. Diese Dichtung wird ‚Altsächsischer Heliand‘ genannt. Altsächsisch ist die älteste Sprachstufe des Niederdeutschen. Sie ist benannt nach den Sachsen, die an der Nordseeküste und im Binnenland zwischen den Flüssen Ems, Weser und Elbe siedelten. Die mittlere Sprachstufe von 1200 bis 1650 heißt Mittelniederdeutsch. Manchmal nennt man diese Sprache auch die Sprache der Hanse. Denn die Fernhändler aus den Hansestädten, zum Beispiel aus Lübeck, verwendeten diese Sprache, wenn sie sich mit ihren Handelspartnern in Nord-, West- und Osteuropa schriftlich austauschten. Für die jüngste Sprachstufe ab dem 17. Jahrhundert hat sich schließlich die Bezeichnung ‚Plattdeutsch‘ durchgesetzt. Das Wort ‚platt‘ kommt vom französischen ‚plat‘ und sollte ursprünglich zum Ausdruck bringen, dass es sich um eine klare und allgemein verständliche Sprache handelt.



Prof. Dr. Doreen Brandt arbeitet am Institut für Germanistik an der Universität Oldenburg. Dort forscht und lehrt sie zur niederdeutschen Literatur vom Mittelalter bis in die Gegenwart.


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Die Frage ist eigentlich, was leise und was laut ist oder womit man Elektroautos vergleicht. Wenn man sie mit Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb (Verbrennungsmotoren) vergleicht, sind sie sehr leise.


Denn bei Verbrennungsmotoren passiert Folgendes: Ein Gemisch aus Treibstoff und Luft wird im Motor sehr stark zusammengedrückt. Das passiert in den Zylindern des Motors. Ein Kolben verdichtet das Gemisch. Wenn es ganz zusammengedrückt ist, entzündet sich das Treibstoff -Luft-Gemisch. Der Treibstoff reagiert mit dem Sauerstoff in der Luft explosionsartig und drückt den Kolben im Zylinder zurück. Diese Kolbenbewegung wird in eine Drehbewegung des Motors umgesetzt. Entscheidend für die Lautstärke ist die kleine Explosion im Zylinder bei der Verbrennung. Das ist jeweils ein kleiner Knall, den man hört. Das passiert etwa 3000mal in der Minute und erzeugt die Lautstärke. Bei Elektroautos gibt es das nicht. Dort erzeugt elektrischer Strom, der keine Geräusche macht, ein Magnetfeld. Dieses stößt sich an einem anderen Magnetfeld ab, sodass eine Bewegung entsteht. Was man dann noch hört, ist ein bisschen Reibung, die bei der Drehung des Elektromotors entsteht.

Wenn aber Autos über die Autobahn rasen, egal ob mit Verbrennungsmotor oder mit Elektromotor, dann sind sie gleich laut, denn die Lautstärke der abrollenden Räder übertönt die Motorengeräusche.



Prof. Dr. Michael Komorek ist Professor für Physikdidaktik an der Universität Oldenburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind das außerschulische Lernen sowie die Ausbildung von Physiklehrkräften: sie erlernen, wie man in der Schule erklären kann, z.B. was Energie ist.


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Unser Körper braucht Energie, um richtig zu funktionieren. Die bekommen wir aus unserem Essen und Trinken. Fettige oder süße Lebensmittel, wie z.B. Chips, liefern dem Körper sehr viel Energie auf einmal. Leider essen wir heutzutage oft viel zu viele von diesen Lebensmitteln und unser Körper kann die ganze Energie, die wir aufnehmen, oft gar nicht verarbeiten. Sie wird dann gespeichert und wir nehmen an Gewicht zu. Für uns bedeutet das, dass wir oft ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir wieder eine ganze Packung Chips auf einmal verputzt haben. Das war allerdings nicht immer so. Vor vielen tausend Jahren, mussten unsere Vorfahren sich ihr Essen noch selbst zusammensuchen. Gerade im Winter kam es oft vor, dass nicht genug Essen da war. In solchen Zeiten wäre jemand, der/die eine Packung Chips gefunden hätte, sehr dankbar gewesen, weil sie so viel Energie liefert, die dann über einen längeren Zeitraum reicht, bis man das nächste Mal etwas findet. Natürlich gab es damals noch keine Chips, aber unser Körper hat trotzdem gelernt, dass Lebensmittel, die fettig oder süß sind und viel Energie auf einmal bereitstellen, sehr nützlich für das Überleben sein können. Heute haben wir hier mehr als genug Essen, aber unser Gehirn hat die Information, dass viel Fett bessere Überlebenschancen bedeutet, immer noch abgespeichert. Unser Gehirn reagiert also auf Chips ähnlich wie auf gute Noten in der Schule oder eine Umarmung einer Person, die wir gernhaben: es aktiviert das sogenannte Belohnungssystem. Das ist eine Sammlung an Gehirnregionen, die dafür sorgen, dass wir etwas gerne mögen und immer mehr wollen.



Merle Marek schreibt ihre Doktorarbeit im Institut für Psychologie der Universität Oldenburg über die Verarbeitung von Belohnung und Selbstkontrolle im Gehirn von Kindern und Jugendlichen.


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Das kannst du so herausfinden: die Erde ist eine Kugel mit einem Durchmesser von etwa 12.700 km (Kilometer). Um die Rechnung zu erleichtern, stell dir statt der Kugel einen Würfel vor, mit einer Kantenlänge von 10.000 km. Da der Würfel etwas schmaler als die Kugel ist, aber an den Ecken stärker hervorsteht, hat er ungefähr denselben Rauminhalt.


Wie viel wiegt nun dieser Erdwürfel? Um das herauszufinden, kannst du so vorgehen:


Nimm einen 1-Liter-Messbecher aus der Küche und fülle ihn mit Erde aus dem Garten. Stelle ihn auf die Waage: der Liter Erde wiegt ungefähr 1 kg (Kilogramm). Jetzt bastele dir aus Pappe einen Würfel mit 10 cm (Zentimeter) Kantenlänge. Du wirst sehen, dass der Liter Erde dort genau hineinpasst. Die Frage ist nun: Wie viele dieser 10 cm-Würfel passen in den riesigen Erdwürfel?


Der Erdwürfel hat die Kantenlänge 10.000 km, das sind 10.000.000 Meter oder 100.000.000 mal 10 cm. Das ist eine 1 mit acht Nullen, man schreibt dafür kurz 108 (10 hoch acht). Also passen 108 kleine Würfel entlang einer Kante in den Erdwürfel. Hast du 108 x 108 kleine Würfel, kannst du den Boden des Erdwürfels auslegen. Nun stapelst du 108 solcher Böden übereinander. Damit passen 108 x 108 x 108 = 1024 kleine 10 cm-Würfel in den Erdwürfel.


Weil jeder 10 cm-Würfel ein kg wiegt, wiegt der Erdwürfel 1024 kg. Und weil der Erdwürfel etwa denselben Rauminhalt wie die Erdkugel hat, wiegt sie auch so viel. Damit hast du die Größenordnung des Erdgewichts schon sehr genau bestimmt. Es ist aber nicht die genaue Antwort, weil die Erde hauptsächlich aus Gestein besteht, nicht aus loser Gartenerde, und Steine sind deutlich schwerer.


Die genaue Antwort lautet: die Erde wiegt knapp 6 x 1024 kg. Also eine 6 mit 24 Nullen, oder 6 Quadrillionen kg. Das haben Wissenschaftler schon vor über 200 Jahren berechnet.



Prof. Dr. Daniel Grieser ist Mathematiker an der Universität Oldenburg. In seiner Forschung faszinieren ihn vor allem die Geometrie und die Analysis und deren Beziehungen zur Physik. Er engagiert sich auch bei der Förderung besonders Mathematik-interessierter Schülerinnen und Schüler.


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Eigentlich muss man fragen: Warum fliegen Eintagsfliegen nur einen Tag? – Darauf lautet die Antwort: Weil sie an einem Tag alles erledigen, was sie am Ende ihres Lebens noch tun müssen: sich paaren und fortpflanzen.


Aber der Reihe nach: Eintagsfliegen leben als Larven im Wasser, meistens in Bächen und Flüssen. Dort tun sie das, was alle Tiere hauptsächlich tun: fressen und wachsen. Sie fressen vor allem Algen und abgestorbene Pflanzenteile, einige sind auch Räuber und jagen andere kleine Tiere. Und das tun sie als Larven etwa ein Jahr lang. Wenn sie dann ausgewachsen sind und das Wasser im Sommer eine bestimmte Temperatur hat und die Sonne scheint, schwimmen sie alle gleichzeitig an die Wasseroberfläche. Dort schlüpfen dann aus den Larven die erwachsenen Tiere, die große Flügel haben und sofort losfliegen. Das ist dann ein riesiges Gewimmel von tausenden Eintagsfliegen über dem Wasser. Da sie alle gleichzeitig geschlüpft sind, finden die Männchen ohne lange Suche sofort ein Weibchen für die Paarung. Danach legt das Weibchen die befruchteten Eier ins Wasser ab, aus denen dann wieder neue Larven schlüpfen. Damit ist das Wichtigste im Leben eines Insektes, die Fortpflanzung, erledigt. Da dies bei den Eintagsfliegen nur wenige Stunden dauert, sterben die erwachsenen Tiere, die im Übrigen gar keine Mundwerkzeuge haben und somit gar keine Nahrung aufnehmen können, nach wenigen Stunden allesamt ab. Auf der Wasseroberfläche schwimmen dann tausende tote Eintagsfliegen, die nach einem langen Leben als Larve unter Wasser und einem Tag über Wasser von Fischen und Vögeln als Nahrung verspeist werden.



Dr. Rolf Niedringhaus ist Biologe, er lehrt und forscht an der Universität Oldenburg; seit über 30 Jahren interessiert er sich für Insekten; seine Lieblingsinsekten sind die Zikaden.


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Das Wort „Vakuum“ kommt aus dem Lateinischen und heißt „der leere Raum“ oder „die Leere“. Wenn wir wissen wollen, was ein Vakuum ist und wie es entsteht, müssen wir also nur verstehen, was „Leere“ ist. Klingt nach einer einfachen Frage – ist es aber nicht.


Aber langsam: Vor Euch seht ihr gerade Luft. Sie ist durchsichtig, enthält aber ganz viele kleine Teilchen, überwiegend Moleküle aus zwei Sauerstoff - oder zwei Stickstoff - Atomen. Wenn wir den Raum vor uns evakuieren wollen, also ein Vakuum erzeugen wollen, müssen wir alle diese Teilchen aus dem Raum heraussaugen. Das macht man mit Vakuumpumpen, die so ähnlich funktionieren wie umgekehrte Luftpumpen. Sehr gute „Turbomolekular“-Pumpen nutzen schnell drehende Schaufelräder, die sind aufgebaut wie eine kleine Turbine. Sie können von einer Million mal einer Million Teilchen (das ist eine 1 mit 12 Nullen dran) alle bis auf ungefähr ein einzelnes Teilchen herauspumpen. Wenn man ein noch viel „leereres“ Vakuum erreichen will, könnte man zum Beispiel in den Weltraum fliegen. Hier sorgt die Gravitationskraft dafür, dass fast alle Moleküle von den Sternen und Planeten aufgesaugt werden. Aber auch dort bleiben immer noch ein paar Moleküle im Raum über. Wenn wir die „perfekte Leere“, ein „perfektes Vakuum“, erzeugen wollten, müssten wir also nur eine Pumpe erfinden, die einfach alle Teilchen aus dem Raum entfernt?


Als Physiker nach diesem perfekten Vakuum gesucht haben, haben sie entdeckt, dass dieser Raum selbst ohne jegliches Teilchen noch ganz und gar nicht leer ist, sondern noch jede Menge Energie enthält. Einige Jahrzehnte lang haben wir gedacht, dass diese Energie in Form von elektromagnetischer Strahlung, also Licht, vorliegt. Vor acht Jahren jedoch hat ein Experiment gezeigt, dass es dort im Vakuum noch eine weiter Form von Strahlung gibt, die Higgs-Strahlung, die für unsere Masse verantwortlich ist. Im Vakuum ist offensichtlich sehr viel los. Wenn Ihr also der Frage nach dem Vakuum wirklich auf den Grund gehen wollt, hilft nur eins: Physik studieren…



Prof. Dr. Christoph Lienau leitet die Arbeitsgruppe „Ultraschnelle Nano-Optik“ im Fachbereich Physik der Universität Oldenburg. Er erforscht die unvorstellbar kleine „Nanowelt“ (1 Nanometer = 0,000 001 mm).


uol.de

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Für uns Menschen ist es schwer vorstellbar, dass ein so kleines Insekt das 10 bis 50- fache seines Körpergewichtes tragen kann.


Diese relative Kraft ist vor allem vom Verhältnis Körpergewicht zum Muskelquerschnitt bestimmt. Das Körpergewicht ist abhängig vom Körpervolumen (Länge mal Breite mal Höhe). Die reine Muskelkraft ist abhängig vom Muskelquerschnitt (Länge mal Breite). So führt zum Beispiel eine Verdoppelung der Körpergröße zu einem 6-fachen Anstieg (2 x 2 x 2) des Gewichtes, während die Muskelkraft nur um das 4-fache zunimmt (2 x 2). Daraus ergibt sich, dass bei größeren Tieren die Muskelmasse viel stärker anwachsen müsste, um die gleiche relative Kraft zu erreichen. Dem sind aber natürliche Grenzen aufgrund des Eigengewichtes der Muskeln und der Stabilität des Körperbaues gesetzt.


Leistungssteigernd wirkt sich bei Ameisen und anderen Insekten ihr besonderer Körperbau aus. So besitzen sie keine schweren Knochen, an denen die Muskeln ansetzen, sondern ein Außenskelett, ähnlich einer Ritterrüstung. Das hat zur Folge, dass sie für ihr Körpervolumen sehr leicht gebaut sind und die Muskeln deutlich effektiver arbeiten können.


Bei den hochsozial lebenden Ameisen ist noch ein weiteres Phänomen unbedingt zu erwähnen. Ameisen können ein vielköpfiges Team bilden, sie können gemeinsam anpacken und auf diese Weise noch deutlich größere Lasten schleppen.


Übrigens: Noch kleinere Tiere sind noch stärker. So wurde eine winzige Hornmilbe untersucht, die in der Lage ist, das 1200- fache ihres Körpergewichtes (0,1 mg) zu tragen.



Rolf Witt ist freiberuflicher Biologe, Entomologe und Autor. Seit über 30 Jahren beschäftigt er sich mit Stechimmen (Wildbienen, Wespen und Ameisen) und ist immer noch von deren Vielfalt fasziniert.


umbw.de und vademecumverlag.de

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Bis vor einigen Jahren kannten wir tatsächlich nur die Planeten unseres eigenen Sonnensystems.


Planeten sind Körper, die um einen Stern (wie unsere Sonne) kreisen und dabei nicht selbst leuchten. Einige bestehen aus Gestein, wie unsere Erde, andere aus Gas oder Eis. Seit Pluto nur noch als Zwergplanet gilt haben wir acht Planeten in unserem eigenen Sonnensystem - und mindestens fünf Zwergplaneten. Allerdings vermuteten viele Astronomen schon lange, dass es unzählige Planeten um fremde Sonnen, also Sterne, geben könnte. Damals gab es aber noch keine Möglichkeit das zu überprüfen. Der Gelehrte Giordano Bruno wurde wegen dieser Meinung im 16 Jahrhundert sogar verfolgt und zum Tode verurteilt. Heute wissen wir allerdings, dass er wirklich recht hatte: Mit einem speziellen Weltraumteleskop, das nach dem Astronomen Kepler benannt wurde, haben wir einen ganz kleinen Teil unserer Milchstraße nach solchen Exoplaneten abgesucht. Dabei wurden über 4000 Planeten gefunden, die um fremde Sterne kreisen. Wenn man das auf die Anzahl der Sterne in unserer gesamten Milchstraße hochrechnet, dann müsste es allein in unserer Galaxie etwa 50 - 100 Milliarden Planeten geben. Und wenn jede der etwa 100 Milliarden sichtbaren Galaxien im bekannten Universum alle so viele Planeten haben sollten, kommt man auf etwa 10 Trillionen Planeten im Universum. Das ist eine Eins mit 22 Nullen dahinter: 10 000 000 000 000 000 000 000.



Andreas Vogel ist Leiter des Olbers Planetarium der Hochschule Bremen und begeistert gerne Jung und Alt für die Wissenschaft und Technik.


planetarium-bremen.de

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Velociraptor, Tyrannosaurus rex und Giganotosaurus sind sich niemals begegnet, denn sie lebten zu völlig unterschiedlichen Zeiten. Auch wenn alle in der Zeit „Oberkreide“ lebten, so lagen doch mehrere Millionen Jahre zwischen dem Auftreten dieser drei Dinosaurier.


Giganotosaurus lebte vor ca. 100 Millionen Jahren, Velociraptor vor ca. 80 Millionen Jahren und Tyrannosaurus rex vor 68 bis 66 Millionen Jahren.


Aber es ist ja eine theoretische Frage: Was wäre wenn? Leider wird Velociraptor in Filmen usw. oft falsch dargestellt. So zum Beispiel viel zu groß, mit einem zu kräftigen Maul oder ohne Federn. Auch gibt es keinen Nachweis, dass die Tiere in Gruppen lebten oder jagten. Velociraptor hatte eine Hüfthöhe von ca. 50 cm und ein Gewicht von nur 15 kg. Trotz der bis zu 6,5 cm sichelförmigen, langen Kralle am zweiten Zeh der Füße, hätte ein solches Tier einem T. rex oder Giganotosaurus, die viel größer und massiger sind, nicht gefährlich werden können. Die beiden letztgenannten Arten wären einfach durch ihre Größe und ihr enormes Gewicht von mehreren Tonnen vor dem kleinen Angreifer geschützt gewesen.



Diplombiologe Mathias Zilch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Bildung des Museums für Naturkunde in Berlin.


museumfuernaturkunde.berlin/de

Unsere Illustratorin

Livia Moana Brocke ist eine freie Illustratorin, die in Bremen lebt und arbeitet. Seit 2010 hat sie sich auf Animation, Illustration und Comics spezialisiert - am liebsten zeichnet sie alberne Tiere. Sie hat eine große Schwäche für Vögel, Pflanzen und Italien. Über die Jahre hat sie an den verschiedensten Projekten gearbeitet, von Bühnenbau über Knet-Animationen bis hin zu eigenen Comicbüchern.

Ihr Skizzenbuch trägt sie fast überall mit hin und skizziert Geschehnisse und Menschen.


Instagram: @peacorn // Portfolio: liviabrocke.de 

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„Nachgefragt! 2020 Fragen an die Wissenschaft“

von Antje Ahrens und Anja Wübben ist lizenziert unter

CC BY-SA 4.0

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