Your address will show here +12 34 56 78

Nachgefragt

Schüler_innen fragen

“Google, wie färbt sich ein Chamäleon auf einem Spiegel?”

Nur jemand, der Fragen stellt und neugierig bleibt, kann Neues lernen. Zum Glück gibt es Freunde, Verwandte und Suchmaschinen, die unsere Alltagsfragen beantworten können. Viele unserer Alltagsrätsel können sie sehr schlüssig beantworten. Je umfassender oder detaillierter wir jedoch fragen, umso eher stoßen wir an die Grenzen des Bekannten oder Beweisbaren.

Kann Google diese Frage einfach, knapp und richtig beantworten?

Oft vergessen wir, wie mühsam der Weg zu einer Antwort sein kann und wie viele Umwege und Zwischenschritte nötig sind, um gesicherte Ergebnisse zu erhalten.

In unserer Ausstellung beantworten Wissenschaftler_innen Fragen von Kindern und Jugendlichen. Die humorvoll illustrierten Fragen stehen im Zentrum: sie sind die Grundlage für Erkenntnisse, neue Ideen und Innovationen.


Wir wünschen allen Neugierigen viel Freude beim Besuch der Ausstellung und beim Weiter-fragen!

Das Team SchülerWissen

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!

Inspiration

Nachgefragt! ist ursprünglich ein Projekt des Vereins “proWissen Potsdam e.V.”. Der Verein engagiert sich seit 2004 in Potsdam und Umgebung für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Die “Wissenschaftsetage” in Potsdam ist - ähnlich wie das Schlaue Haus Oldenburg - ein Ort, an dem sich Wissenschaft und Bürger austauschen können. Seit 2013 sammelt der Verein alle zwei Jahre Fragen von Schüler_innen und stellt Fragen und Antworten gemeinsam aus.

Die Fragen 2020

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Sterne sind im Grunde nichts Anderes als sehr ferne Sonnen. Wie unsere Sonne sind Sterne riesige, heiße Gasbälle. Sterne leuchten selber, weil sie im Inneren gewaltige Mengen an Energie freisetzen. Dort ist es viele Millionen Grad heiß, und auch an der Oberfläche herrschen noch Temperaturen von mehreren tausend Grad. Diese Hitze strahlen die Sterne dann in Form von sichtbarem Licht ab, aber auch in Form von Wärme anderer unsichtbarer Strahlung. Unsere Sonne gehört dabei noch zu den kleineren Sternen, ist aber auch schon so groß, dass weit über eine Million Erdkugeln in ihr Platz hätten. Andere Sterne können die Größe unseres gesamten Planetensystems erreichen. Dabei können Sterne wie unsere Sonne viele Milliarden Jahre lang leuchten. Je schwerer ein Stern ist, desto heller strahlt er auch. Allerdings gehen solcher Riesensterne sehr verschwenderisch mit ihrem Brennstoffvorrat um und leuchten nur wenige Millionen Jahre. Im Gegensatz dazu leuchten Planeten und Monde nicht selbst, sondern werden von der Sonne angestrahlt. Deshalb ist es auf der Erde nach Sonnenuntergang dunkel.


Andreas Vogel ist Leiter des Olbers Planetarium der Hochschule Bremen und begeistert gerne Jung und Alt für die Wissenschaft und Technik.

planetarium-bremen.de

weiße Fläche

Dass Vögel kein Fell, sondern Federn haben, hängt mit ihrer Herkunft zusammen. Sie stammen nämlich von befiederten Dinosauriern ab.

Vor etwa 150 Millionen Jahren lebte ein etwa taubengroßes, flugfähiges Tier, das Schwungfedern und weitere typische Merkmale von heutigen Vögeln hatte, aber noch Kiefer und Zähne und eine lange Schwanzwirbelsäule, wie sie Reptilien, z. B. Eidechsen, haben. Dieses Tier gilt deshalb als Übergangsform, als Bindeglied, zwischen Reptilien und den Vögeln. Es wurde wegen der großen Ähnlichkeit seiner Flügel mit den Flügeln moderner Vögel Archaeopteryx genannt, was so viel heißt wie „Urflügel“. Erstmalig gefunden wurde Archaeopteryx als Versteinerung (Fossil) im Kalkgestein von Solnhofen in Bayern. Archaeopteryx war aber nicht das erste Tier mit Federn. In China wurden Versteinerungen von kleinen fleischfressenden Dinosauriern gefunden, die auch schon Federn hatten. Unter den heutigen Tieren sind Vögel die einzigen mit Federn. Federn ermöglichen den Vögeln das Fliegen, sie schützen sie vor Wasser und Kälte und sie machen sie bunt. Alle Federn zusammen bezeichnet man als Gefieder oder Federkleid.


Prof. Dr. Franz Bairlein ist Ornithologe und emeritierter Direktor des Instituts für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ in Wilhelmshaven. Er hat über die Ökologie und Physiologie von Zugvögeln geforscht.

ifv-vogelwarte.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Drei Gründe können genannt werden:

1) Es ist nicht möglich, die Kurden als einheitliche Gruppe zu betrachten, da es sprachliche, soziale und religiöse Trennlinien zwischen ihnen gibt.

2) Kurden, Araber und Türken haben seit Jahrhunderten eine gemeinsame Geschichte und Erfahrung der Koexistenz

3) Die politischen und sozialen Umstände im 19. Jahrhundert.

Die kurdische Bevölkerung in der Türkei, Syrien, Irak und Iran pflegt wenigstens vier anerkannte kurdische Sprachen und viele religiöse Identitäten. Daher kann nicht von einer einheitlichen kurdischen Identität gesprochen werden.

Zweitens befand sich Kurdistan unter der Kontrolle des multi-ethnischen und multi-konfessionellen Osmanischen Reiches. Die Gemeinschaft war muslimisch, unabhängig vom ethnischen Hintergrund. Muslime koexistierten so jahrhundertelang.

Drittens: Nationale Identitäten entstanden im Reich erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts, vor allem als Antwort auf Herausforderungen aus Europa. Nach der Niederlage des Osmanischen Reiches im 1. Weltkrieg sah der Vertrag von Sèvres die Zerschlagung des Reiches und die Gründung eines kurdischen Staates in Kurdistan vor. Obwohl Kurdistan ursprünglich unabhängig sein sollte, entschieden die Siegermächte später, Osmanische Gebiete unter Mandate zu stellen. Der Vertrag führte zur Gründung vieler multinationaler Staaten wie Syrien und Irak. Die kurdische Identität wurde durch die Assimilations- und Integrationsstrategien der vier Nationalstaaten verändert.

Obwohl eine kurdische Identität schon lange existiert, erwies sich ihre gemeinschaftsstiftende Kraft als sehr unbeständig. Während der letzten Jahrzehnte hat eine gemeinsame Identität unter Kurden stark zugenommen. Diese Vorstellung als Gemeinschaft muss jedoch im Zusammenhang mit den vier Nationalstaaten betrachtet werden. Das irakische Kurdistan ist heute autonom, während die Kurden in Syrien nach Autonomie streben. Auch in der Türkei verlangt die kurdische Bewegung eine autonome kurdische Region. Ethnische Sensibilisierung muss nicht zwangsläufig zu einer Abspaltung führen. Kurz gesagt: Ein gemeinsames Bestreben aller Kurden in Kurdistan ist es eher, innerhalb der vier Staaten als Volk mit bestimmten Rechten anerkannt zu sein, anstatt einen “Staat Kurdistan” zu errichten.


Dr. Berna Öney ist Politikwissenschaftlerin und forscht an der Universität Oldenburg zu Demokratisierung und ethnischer und religiöser Politik. Ihr Fokus liegt auf der Türkei.

uol.de

weiße Fläche

Heute ist der Blauwal das größte Tier auf unserer Erde und der lebt mit seinen 33 m maximaler Länge im Meer. Durch den Auftrieb im Wasser kann er sein enormes Gewicht von 200 Tonnen bewegen. In der Kreidezeit gab es noch keine Wale und das größte uns bekannte Tier lebte auf dem Land – natürlich war das ein Dinosaurier. Argentinosaurus ist selbstverständlich ein Saurier der in Argentinien gefunden wurde und mit 35 Metern Länge und 80 Tonnen Gewicht einer der Größten. Dieses wird nur noch von Puertasaurus getoppt – der war genauso lang, kam auch aus Argentinien, aber wog vermutlich mehr als 100 Tonnen. Leider haben wir von Puertasaurus jedoch bislang nur wenige Knochen und so kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. War der Saurier wirklich so groß oder war er noch viel größer? Oder gab es vielleicht im Ozean ein Tier welches noch viel größer war aber von dem wir noch nie etwas gefunden haben? Wir kennen nur wenige Tieren der Urzeit – und zwar nur die, die harte Schalen oder Knochen hatten und deshalb Millionen Jahre als Fossil überdauerten.


Prof. Dr. Jens Lehmann ist Paläontologe an der Universität Bremen und Kurator der Geowissenschaftlichen Sammlung, dort kümmert er sich um viele Tausende Fossilien und Gesteine.

geosammlung.uni-bremen.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Wissenschaftlich ist nicht bewiesen, ob es den Weihnachtsmann gibt. Christinnen und Christen feiern an Weihnachten die Geburt von Jesus. Im Christentum bedeutet Jesu Geburt für viele, dass Gott aus Liebe zu den Menschen Mensch wurde. Davon wird in der Bibel erzählt. Dort kommen zwar Hirten und Weise aus dem Morgenland, um dem Baby Jesus Geschenke zu bringen, aber kein Weihnachtsmann. In Spanien bringen daher zum Beispiel die Heiligen Drei Könige Geschenke. In den Niederlanden gibt es vom „Sinterklaas“ oft mehr Geschenke als vom Weihnachtsmann. Und so war es auch in Deutschland – Arme und Kinder wurden zur Erinnerung an Bischof Nikolaus von Myra am 06.12. beschenkt. Vor rund 500 Jahren gab es viele Veränderungen in der Kirche. Wichtig war dabei ein Mann namens Martin Luther. Luther fand die Geburt Jesu wichtiger als die Erinnerung an Heilige. Er wollte, dass die Kinder an Weihnachten Geschenke bekommen. Die Geschenke sollten an das große Geschenk Gottes an die Menschen in Jesus erinnern. Seit ungefähr 250 Jahren taucht dann der Weihnachtsmann als Mix aus dem Nikolaus und winterlichen Märchenfiguren, wie Väterchen Frost, auf. Der Weihnachtsmann ist damit auf der ganzen Welt zu einem Inbegriff von Winter und Schnee geworden. Und an kalten, dunklen Winterabenden sind das schöne Geschichten, oder? Diese gefallen vielleicht auch einem Weihnachtsmann am Nordpol?


Ariane Dihle schreibt gerade an ihrer Promotion im Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik der Universität Oldenburg.

uol.de

weiße Fläche

Alle, die eine Brille tragen, wissen, was für eine großartige Erfindung das ist! Dafür musste man erst einmal verstehen, wie Sehen und das menschliche Auge funktionieren. Diese Wissenschaft nennen wir Optik, die sich wie alle Wissenschaften nur durch Zusammenarbeit und kulturellem Austausch entwickeln konnte. Erste Ideen gab es schon in der Antike bei Griechen und Römern, aber den entscheidenden Durchbruch verdanken wir dem Islam. Der irakische Gelehrte Ibn al-Haitham experimentierte vor 1000 Jahren in Kairo mit Linsen und schrieb das „Buch über die Sehweisen“. Dieses Buch wurde um 1200 ins Lateinische übersetzt und die Optik in Europa weiterentwickelt. Italienische Mönche schliffen bald darauf aus klaren Kristallsteinen (den „Beryillen“, daher kommt das Wort „Brille“) „Lesesteine“ – das waren quasi Lupen, die man direkt auf das Buch legte. Glasmacher auf der venezianischen Insel Murano stellten dann um 1300 die ersten Brillen her – zunächst noch ganz ohne Bügel. Um 1700 verbesserten Optiker in London die Brillenbügel so weiter, dass die Brille ohne Probleme auf unserer Nase bleibt.


Prof. Dr. Almut Höfert hat mit fünf Jahren ihre erste Brille bekommen. Sie ist Professorin für mittelalterliche Geschichte an der Universität Oldenburg und erforscht Europa und die islamische Welt. Manchmal liest sie dafür über 800 Jahre alte Reiseberichte.

uol.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Erbanlagen, die Schwarze Menschen für besondere Laufleistungen vorbestimmen, lassen sich wissenschaftlich nicht feststellen. Die Vielfalt an Erbanlagen ist in Afrika jedoch viel größer als im Rest der Welt. Schwarze Menschen können sich in ihrem Erbgut untereinander viel deutlicher voneinander unterscheiden als von einem Weißen Menschen. Es gibt wissenschaftlich gesehen gar keine menschlichen Rassen, weder eine ‚schwarze‘ noch eine ‚weiße‘. Trotz einiger individueller Unterschiede ähneln sich alle Menschen in ihren Erbanlagen sehr. Zudem sind nahezu alle Schwarzen Marathonläufer erst durch jahrelanges systematisches Training in Trainingszentren zu Spitzensportlern geworden. Noch 1976 und 1980 war der Weiße Waldemar Cierpinski Olympiasieger im Marathonlauf. Und die Mittelstrecke wurde von britischen Läufern dominiert. Die entscheidenden Einflussgrößen für den Erfolg im Ausdauersport liegen nicht im Erbgut, sondern in den Lebensbedingungen: Insbesondere Menschen, die in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen, verspricht systematisches Lauftraining einen Weg aus der Armut. Dies wiederum führt größere Gruppen von Läufern zusammen, in denen dann auch leichter große Talente zu finden sind. Umgekehrt entsteht bei vielen Weißen fälschlicherweise der Glaube, sie hätten gegen Schwarze Läufer ohnehin keine Chance. Sie wenden sich deshalb anderen Sportarten zu.


Prof. Dr. Thomas Alkemeyer ist Professor für Soziologie und Sportsoziologie an der Universität Oldenburg. Seine Lieblingssportart ist derzeit das Tennisspielen.

uol.de

weiße Fläche

Chamäleons wird nachgesagt, sie könnten jede Farbe und jedes Muster annehmen und wären zum Beispiel auf einem Schachbrett schwarz-weiß kariert. Aber das ist ein Mythos und keineswegs der Fall. Der Farbwechsel funktioniert mit Hilfe zweier übereinander gelagerter Hautschichten, in denen Hautzellen verschiedene winzige Kristalle enthalten. Die Kristalle reflektieren das Licht je nach Farbe unterschiedlich und das Chamäleon steuert die Anordnung dieser Zellen und Kristalle, so dass Farben intensiviert oder gemischt werden. Wenn z.B. eine Hautschicht gelb reflektiert und die zweite blau, können die Tiere von leuchtend gelb bis intensivem blau erscheinen, aber eben auch in einer Mischung davon: grün. Muster sind kaum veränderbar, können aber auch abgeschwächt oder intensiviert werden. Die Farben eines Chamäleons dienen nur zum Teil der Tarnung, sie sind insbesondere Ausdruck von Stimmungen. Chamäleons kommunizieren mit ihren Farben z.B. den Artgenossen „komm näher“ oder „bleib bloß weg“. Auf die Frage der Färbung bezogen auf einen Spiegel würde das Chamäleon sich selbst sehen und einen gleichgeschlechtlichen Konkurrenten sehen. Chamäleons sind sehr territoriale Tiere und würden mit intensiven Farben versuchen zu drohen, um den vermeintlichen Widersacher zu verscheuchen.


Privatdozent Dr. Guido Westhoff ist Leiter und Kurator des Tropen-Aquariums im Tierpark Hagenbeck in Hamburg. Seine Lieblingstiere sind Schlangen.

hagenbeck.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Die Wendung „Ich glaub‘, mein Schwein pfeift“ wird gern als Erwiderung genutzt, wenn etwas als unsinnig, ja unmöglich angesehen wird – dies ist also genau so unmöglich, wie ein Schwein pfeifen kann. So wurde der Spruch gebildet. Es kann damit auch etwas ganz Empörendes, Seltsames oder Überraschendes in einer Situation ausgedrückt werden. Wer diesen Vergleich Anfang/Mitte des letzten Jahrhunderts zum ersten Mal benutzt hat, ist nicht zu sagen. Er zeugte auf jeden Fall von sprachlicher Kreativität. Tiere werden hierbei immer gern verwendet, wie man bei anderen Redensarten sieht: „da hatte er aber Schwein“ für „da hatte er (unverdientes) Glück“ oder „das kann doch kein Schwein lesen“. Diese Wendung „mein Schwein pfeift“ kommt mit der gleichen Aussage auch in Varianten vor: „Ich glaub‘, mein Schwein priemt (raucht)“. Weitere vergleichende Ausdrücke werden nach dem gleichen Muster „jemand macht etwas, was er nicht kann“ gebildet: etwa „Ich glaub‘, mein Hund spielt Halma“ oder „… mein Hamster bohnert“ oder „… mich knutscht ein Elch“. Welche Wendungen fallen euch zu diesem Muster ein? Dann könnt ihr auch neue erfinden!


Dr. Lutz Kuntzsch ist Germanist und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden, wo er in der Sprachberatung tätig ist. Für Lehraufträge und Vorträge ist er an vielen Universitäten und Hochschulen weltweit tätig.

gfds.de

weiße Fläche

Zunächst einmal: Warum ist es am Erdboden oft so schön warm? Genau, die Sonnenstrahlen erwärmen den Boden und dieser wiederum gibt einen Teil dieser Wärme an die umgebende Luft ab und wir fühlen uns wohl. Nun, die Entfernung vom Erdboden wird aber immer größer, wenn das Flugzeug nach oben steigt und leider gibt es in dieser Höhe nur noch ‘dünne‘ Luft. Diese kann aber längst nicht so sehr erwärmt werden wie der Erdboden, denn dort oben sind nur noch wenige Luftteilchen vorhanden, die erwärmt werden können. Entscheidend ist somit, dass der Luftdruck und die Luftdichte nach oben immer mehr abnehmen. Und welchen Einfluss hat nun die Entfernung zur Sonne? Diese ist ca. 150 Millionen km entfernt. Mit dem Flugzeug erreichen wir ungefähr 10 km Höhe. Ihr seht, die Flughöhe macht da so gut wie keinen Unterschied. Die Entfernung vom Erdboden dagegen sehr.


Dr. Detlev Heinemann ist Wissenschaftler am Institute of Physics/Energy, Meteorology Unit, ForWind - Center for Wind Energy Research der Universität Oldenburg, sein Arbeitsschwerpunkt ist die Energiemeteorologie. 

 forwind.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Gute Frage! Wir können gleich ein kleines Experiment machen und herausfinden, warum es verschiedene Sprachen gibt. Stell‘ dir vor, wir sollen einem Stofftier, z.B. einem weißen Hund mit braunen Flecken, einen Namen geben. Wir sitzen in zwei getrennten Räumen und haben keinen Kontakt miteinander. Du nennst das Stofftier Max. Dann bin ich dran und benenne es nach meinem Hund Milo. Jetzt haben wir dasselbe Stofftier unterschiedlich genannt. Etwas Ähnliches ist auch vor Tausenden von Jahren geschehen, als Menschen anfingen, Gegenständen, Tieren und Taten einen Namen zu geben. Damals gab es keine Kommunikations- und Verkehrsmittel wie Internet oder Flugzeug und deshalb konnten sich die Menschengruppen, die weit voneinander wohnten, nicht wie heute austauschen. So nannte die eine Gruppe das Tier, das bellt, Hund, die andere dog, die andere chien und die andere köpek. Genau so wurden auch weitere Dinge unterschiedlich von den Menschengruppen genannt. Daraus entstanden allmählich verschiedene Sprachen, die wir heute kennen.


Dr. Madjid Nezhad Masum ist am Institut für Germanistik der Universität Oldenburg im Bereich Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache tätig und forscht über das Lehren und Lernen von (Fremd-)Sprachen. 

uol.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

In Computerspielen lernt man, wie es ist, ein Mensch zu sein. Computerspiele bieten jedem eine gefahrlose Möglichkeit, alles auszuprobieren, zu dem Menschen in der Lage sind. Computerspiele können also genauso sein, wie das Leben selbst – manchmal schön und lieb – manchmal hässlich und böse. Kinder können in Computerspielen beispielsweise Auto fahren, mit einer Rakete zum Mond fliegen, eine Zauberin sein, lustige Kleider auszuprobieren und ein Monster erschießen oder Sachen kaputt machen. Als sehr spannend, aufregend oder interessant und wenig langweilig empfindet jeder Mensch sein Leben dann, wenn er genau das macht, worauf er Lust hat. Und diese Lust ist es, die die Computerspiele befriedigen und weshalb wir Menschen nach ihnen verlangen. Menschen haben Lust darauf, als Lillifee etwas Tolles zu erleben oder als Soldat stark zu sein. Es macht ihnen Spaß in der Traumwelt des Computerspiels jemand anderes zu sein und etwas zu tun, was sie sonst im Leben nicht können oder nicht erleben wollen. Denn kein Mensch will einmal zum Spaß wirklich tot sein. In Computerspielen kommen Menschen also ihrem Verlangen nach, alle Fantasien der Menschheit zu erleben, um zu lernen, wie es sich anfühlt, einmal ein anderer Mensch in einem anderen Leben zu sein. Beim Träumen besuchen Menschen ihre Fantasien seit eh und je, weil sie ihrer Lust oder ihrer Angst folgen. Wer immer träumt, der verpasst sein Leben.


Prof. Dr. Andreas Schelske lehrt an der Jade Hochschule in den Fächern Kommunikationswissenschaft und Public Relations. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Transformation der Gegenwart durch Digitalisierung. 

jade-hs.de

weiße Fläche

Alle Lebewesen auf der Erde werden geboren und sterben nach einer bestimmten Zeitspanne wieder. Die Zeitspanne zwischen Geborenwerden und Sterben nennt man „Altern“. Das ist das Gesetz der Natur und gilt für alle Lebewesen. Zu den lebendigen Dingen in der Natur gehören neben den Bäumen, Blumen, Pflanzen, Pilzen und Tieren natürlich auch die Menschen. Die allerkleinste Einheit, aus der Lebewesen bestehen, ist eine Zelle. Ein Mensch besteht zum Beispiel aus 14 Billionen Zellen. Das ist eine 1 mit 14 Nullen. Würde man die Zellen aneinanderlegen, so würden sie die Erde 60-mal umrunden. Ob man als Baum, Pflanze, Mensch oder Tier geboren wird, hängt von Informationen ab, die im Zellkern einer Zelle gespeichert sind. Das nennt man Erbinformation oder Gen. Hier finden sich auch noch ganz viele andere Informationen, zum Beispiel ob man ein Junge oder ein Mädchen wird oder welche Haar- oder Augenfarbe man hat. Aber hier findet sich auch die Information, wie lange ein Lebewesen überhaupt maximal leben kann. Es gibt z.B. eine Fliege, deren Gene erlauben ihr nur einen Tag lang zu leben. Das ist die Eintagsfliege. Im Ozean gibt es ein Lebewesen, den sogenannten Riesenschwamm, der kann 10 000 Jahre alt werden. Ein Mensch kann bis zu 120 Jahre alt werden. Der älteste Mensch, von dem man weiß, war Jeanne Clement aus Frankreich. Sie wurde sogar 122 Jahre alt. Man kann also sagen, jedes Lebewesen hat ein bestimmtes „Haltbarkeitsdatum“. Wenn ein Mensch geboren wird, dann ist alles an ihm noch neu und unverbraucht. Die Organe wie z. B. das Herz oder das Gehirn sind voller Energie. Aber alle Organe müssen Tag um Tag auf Hochleistung arbeiten und werden mit zunehmendem Alter schwächer. Eine ganze Zeit lang spürt man davon noch nichts. Ab einem bestimmten Alter merkt man, dass einige Dinge im täglichen Leben nicht mehr so gut funktionieren wie früher (z. B. sehen die Augen schlechter und man braucht eine Brille oder die Ohren hören weniger und man braucht ein Hörgerät). Hinzu kommt, dass Organe, die an Leistung abnehmen, anfälliger für Krankheiten werden. Und Krankheiten rauben dem Organ dann noch mehr Energie. Stell Dir vor, Du machst Liegestütze. Am Anfang fällt es Dir sehr leicht. Irgendwann fängst Du an, die Liegestütze nicht mehr ganz so ordentlich auszuführen wie noch zu Anfang. Dann wird es immer schwerer für Dich, weil Deine Kraft nachlässt. Und jetzt stell Dir vor, jemand setzt sich dabei noch auf Deinen Rücken: dann kannst Du bald keinen einzigen Liegestütz mehr machen und bleibst auf dem Boden liegen. So ähnlich ist es, wenn im Laufe eines Menschenlebens die Kraft abnimmt: irgendwann gibt es keine Reserven mehr und der alte Mensch stirbt. Die Organe und Zellen hören auf zu arbeiten. Die Energie ist aufgebraucht. Aber durch einen gesunden Lebensstil wie gesunde Ernährung, viel Bewegung an frischer Luft, ausreichend Schlaf und eine positive Lebenseinstellung sowie Verzicht auf Rauchen, Alkohol und Drogen kann man das Altern verlangsamen und das Sterben hinauszögern. Aber eins ist sicher: Sterben müssen wir alle irgendwann.


Sabine Kurpgoweit ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und arbeitet im Team der Versorgungsforschung an der Universität Oldenburg.

uol.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Wenn du deine Haut und die deiner Freunde betrachtest, dann fällt dir vermutlich auf, dass bei uns Menschen nicht nur helle und dunkle Hautfarben auftreten, sondern sich auch die Farbtöne sehr unterscheiden können. Verantwortlich für verschiedene Hautfarbtöne sind hauptsächlich die Pigmente in den Zellen, aber auch die Blutgefäße. Es gibt zwei Pigmentarten: das rötlich-gelbe Phäomelanin und das braun-schwarze Eumelanin. Die Häufigkeit des Eumelanins bestimmt unsere Hautfarbe. Das Phäomelanin erzeugt einen gelblich bis rötlichen Unterton und kommt häufig bei hellhäutigen Menschen zur Geltung. Dunkle Haut besitzt einen wichtigen Vorteil gegenüber heller Haut. Das viele Melanin in ihr schützt die Haut vor der im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlung, die unsere Zellen schädigt und Vitamin B (Folsäure) zerstört. UV-Strahlung benötigen wir aber auch zur Bildung des Vitamin D in unserer Haut. Vitamin D stärkt unsere Knochen und trägt zur Muskelkraft bei. In Gegenden mit geringer Sonneneinstrahlung kann bei Menschen mit hohem Melanin-Anteil schnell ein Vitamin D-Mangel entstehen, da nicht genügend UV-Strahlung in die Hautschichten vordringt. Idealerweise sollten wir also in unserer Haut über genau soviel Melanin verfügen, dass genügend UV-Strahlung durchgelassen wird, um Vitamin D bilden zu können, aber wenig genug, um uns noch ausreichend vor der Zerstörung der Folsäure zu schützen. Nun ist die UV-Strahlung in den verschiedenen Regionen der Erde unterschiedlich. Nahe am Äquator ist sie sehr stark, zu den jeweiligen Polen hin nimmt sie ab. Wissenschaftler vermuten, dass unsere frühen Vorfahren in Afrika einen mittelbraunen bis dunklen Hautton besaßen, der ihrem Lebensumfeld gut angepasst war. Später sind Menschengruppen sowohl weiter in Richtung Äquator als auch in den Norden nach Asien und Europa gewandert. Menschen, die in den Süden gingen und über etwas mehr Melanin in der Haut verfügten, hatten bessere Überlebenschancen. Sie gaben diese Eigenschaft ihren Nachkommen weiter, so dass diese Bevölkerungsgruppen einen sehr dunklen Ton entwickelten. Umgekehrt kamen Menschen mit weniger Melanin in ihrer Haut in den nördlichen Regionen besser zurecht und auch sie gaben diese Eigenschaft ihren Kindern und Kindeskindern weiter. Die Generationen entwickelten mit der Zeit einen hellen Hautton. Die Hautfarbe unserer aller Vorfahren war vermutlich also mal sehr ähnlich. Erst später bildeten sich über viele Generationen hinweg Menschengruppen mit unterschiedlich starker Pigmentierung. Seit einigen Jahrhunderten bewegen sich die Menschen schneller über den Globus. Hellhäutige Menschen lassen sich in Regionen mit starker UV-Strahlung nieder und umgekehrt. Dabei treffen hell- und dunkelhäutige Menschen aufeinander, empfinden Zuneigung zueinander und zeugen Kinder, die die Eigenschaften ihrer beiden Eltern erhalten. Die Hautfarbe von uns Menschen wird also nicht nur alleine durch eine langwierige Anpassung unserer Vorfahren an eine Region bestimmt, sondern auch durch eine Durchmischung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Letztendlich gleicht der Hautton eines Menschen kaum exakt dem eines anderen und ist für jeden von uns einzigartig.


Dr. Wiebke Rathje arbeitet in der Biologiedidaktik der Universität Oldenburg, ihr Arbeitsschwerpunkt sind Aufbau und Begleitforschung von molekularbiologischen Schülerlaboren und Digitalisierung in der Lehrerausbildung. 

uol.de

weiße Fläche

Unser Gehirn speichert Erinnerungen in einer Hirnregion namens Hippokampus. Das Wort bedeutet übersetzt „Seepferdchen“, es besitzt eine ähnliche Form und Struktur. Der Hippokampus speichert insbesondere Erinnerungen ab, die du selbst erlebt hast, wie z. B. Fahrradfahren, Reisen, Geburtstage oder Wörter, die du gelernt hast. Deine „ältesten“ Erinnerungen stammen vermutlich aus dem Kindergarten. Geschehnisse davor kennst du nur aus Erzählungen oder von Fotos. Forschende fragen sich, warum das so ist. Manche sagen, wir benötigen die menschliche Sprache zum Speichern der Erinnerungen, diese fehlt Kleinkindern häufig noch. Aber auch Tiere erinnern sich nicht an Dinge, die sie als ganz junge Tiere erlebt haben. Demnach kann die unausgereifte Sprache nicht die Erklärung sein. Andere Forschende sehen die Ursache in der Reifung des Hippokampus, der erst im Alter zwischen drei und fünf Jahren fertig entwickelt ist. Es ist tatsächlich so, dass sich das Gehirn sehr lange entwickelt, manche Hirnregionen sind sogar erst fertig, wenn ihr schon die Schule beendet habt. Aber warum können dann schlechte Erfahrungen im Babyalter ein ganzes Leben lang unbewusst vorhanden bleiben? Manche Ängste im eigenen Leben beruhen hierauf. Diese ganz frühen Erinnerungen müssen demnach irgendwo abgespeichert sein. Einige Forschende sagen, dass auch Erlebnisse im Babyalter in deinem Gehirn abgespeichert werden, du sie aber nicht mehr abrufen kannst. Als Vergleich: Du hast etwas abgelegt, findest es aber nicht wieder. Dies sind drei verschiedene Theorien, warum du dich an Dinge, die du sehr früh erlebt hast, nicht erinnern kannst. Welche jetzt richtig ist oder ob alle drei zu bestimmten Teilen stimmen, weiß man noch nicht. 


Prof. Dr. Christiane Margarete Thiel leitet die Arbeitsgruppe Biologische Psychologie an der Universität Oldenburg, ihr Forschungsschwerpunkt bildet die Hirnforschung. Ohne Gewebe zu verletzen, kann sie mit Hilfe eines Kernspintomographen die Verarbeitung von Informationen und Gefühlen im Gehirn untersuchen. 

 uol.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Man könnte meinen, dass sie das tut, wenn man sich vorstellt, dass die Fliege im Auto „auf der Stelle“ fliegt: Fährt das Auto los, würde sich die Heckscheibe auf die Fliege zu bewegen und gegen sie knallen. Aber das wäre nur dann der Fall, wenn es im Auto keine Luft gäbe. Im Auto ist aber Luft. Diese Luft wird von der Heckscheibe nach vorn gedrückt, wenn das Auto anfährt. Und da sich die Fliege in dieser Luft befindet, wird sie mit der Luft mitbewegt. Die Fliege ist also immer genauso schnell wie das Auto.

Doch so ganz genau stimmt das nicht. Denn wenn das Auto aus dem Stand losfährt, wird in der Nähe der Heckscheibe etwas zusammengedrückt. Die Luft braucht dann einen Moment, bis sie sich auch dort in Bewegung setzt, wo die Fliege ist. Im ersten Moment bewegt sich die Fliege also doch ein kleines bisschen auf die Heckscheibe zu.

Und was passiert, wenn man das Fenster bei voller Fahrt öffnet? Dann verwirbelt die draußen vorbeifließende Luft die Luft im Innern des Autos. Luft wird aus dem Auto herausgerissen und es strömt auch neue Luft ins Auto. Hält sich die Fliege in der Nähe des Fensters auf, wird sie wahrscheinlich mit der Luft wirbeln hinauszogen. Ist die Fliege aber in der Mitte des Autos, könnte sie weiterhin im Auto sein, wenn das Fenster wieder geschlossen wird. Wegen der Wirbel ist es schwer vorherzusagen, was beim Öffnen des Fensters mit der Fliege passiert. Sie wird aber so oder so überleben!


Prof. Dr. Michael Komorek ist Professor für Physikdidaktik an der Universität Oldenburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind das außerschulische Lernen sowie die Ausbildung von Physiklehrkräften: sie erlernen, wie man in der Schule erklären kann, z.B. was Energie ist.

uol.de

weiße Fläche

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn es ist viel einfacher zu beweisen, dass etwas da ist als dass es verschwunden ist. So wurden einige Tierarten, die man schon für ausgestorben hielt, nach langer Zeit wiederentdeckt. Das berühmteste Beispiel ist vielleicht der Quastenflosser, ein Fisch der vor ca. 100 Jahre wiederentdeckt wurde, nachdem man ihn nur aus Fossilien kannte. Hinzu kommt, dass wir Menschen noch gar nicht alle Tierarten kennen. Zunächst ist das Aussterben von Arten ein natürlicher Prozess, den es immer schon gegeben hat. In der Erdgeschichte gibt es fünf große Massenaussterben, das bekannteste geschah am Ende der Kreidezeit vor etwa 65 Millionen Jahren, bei dem ca. 70% aller Arten ausstarben. Wenn man diese geologischen Ereignisse und alle anderen Aussterbeereignisse einbezieht, kann die Wissenschaft eine natürliche mittlere Aussterberate berechnen: Von 1000 Arten stirbt etwa 1 pro 1000 Jahren aus. Diese Rate kann man anhand der gefundenen Arten berechnen und behebt damit das Problem, dass wir nicht alle Arten kennen. Gleichzeitig entstehen durch die Evolution immer neue Arten. So hat sich die Zahl der Arten in der Erdgeschichte insgesamt deutlich erhöht. Seitdem der Mensch die Erde dominiert, hat sich dieses Bild verändert. Besonders bei großen Arten kann man sich ziemlich sicher sein, wann und wie sie für immer von der Erde verschwunden sind. Überall wo der Mensch sich ausbreitete, starben große Tierarten zum Beispiel durch die Jagd. Berühmte Beispiele sind der Auerochse, das Urrind oder der Dodo, der größte flugunfähige Vogel. Die heutige Aussterberate beträgt ca. 100 Arten von 1000 pro 1000 Jahren, also mindestens 100mal schneller als in vormenschlichen Zeiten. Viele Forscher_innen warnen, dass wir am Beginn eines neuen Massensterbens stehen, nicht durch Vulkane oder Asteroide, sondern durch uns selbst. Deswegen wurde ein weltweiter Biodiversitätsrat (IPBES) gegründet, der den Zustand der Biodiversität, also der Vielfalt des Lebens auf der Erde, beschreiben soll. IPBES hat letztes Jahr einen großen Bericht veröffentlicht, in dem sie feststellen:

• Wenn man berechnet, wie viele Arten wir auf der Erde kennen (> 1 Million) und wie viele jedes Jahr neu entdeckt werden, kann man ungefähr abschätzen, wie viele Arten es auf der Erde gibt. IPBES nutzt eine Schätzung von ca. 8 Millionen Arten.

• Wir wissen nicht genau, wie viele Arten in den letzten Jahrzehnten insgesamt ausgestorben sind, bei den gut untersuchten Wirbeltieren (Vögel, Fische, Reptilien, Säugetiere, Amphibien) kommt man auf etwa 400 der über 50000 Arten (~ 1 %).

• Das Aussterben steht am Ende eines Verlaufs, bei dem die Anzahl von Tieren in einer Art geringer werden (da sie z.B. mit dem Klimawandel nicht Schritt halten können oder ihr Lebensraum zerstört wird). Man schätzt, dass die Hälfte der Tiere in vielen Tiergruppen verschwunden sind. Über ein Viertel der Arten (zum Beispiel mehr als 10.000 der 50.000 Wirbeltierarten) gelten als gefährdet.

• Die IPBES-Forcher_innen kommen auf eine Gesamtschätzung von 1 Million Arten, die zurzeit „gefährdet“ sind (bei denen man sich also Sorgen um das Überleben machen muss).

Die Frage, wie viele Arten genau ausgestorben sind, können wir also nicht genau beantworten. Aber wir wissen, dass wir angesichts der Gefährdung so vieler Arten dringend etwas für den Naturschutz tun müssen. Dazu gehört nicht nur, Naturschutzgebiete auszuweisen, sondern auch Klimawandel, Verschmutzung und Zerstörung von Lebensraum zu begrenzen.


Prof. Dr. Helmut Hillebrand ist Biodiversitätsexperte, er leitet das neue HIFMB-Institut an der Universität Oldenburg, an dem die Rolle der Biologischen Vielfalt im Ökosystem Meer analysiert wird. Einer seiner Forschungsschwerpunkte sind Raum-Zeit-Zusammenhänge von Lebensgemeinschaften.

hifmb.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Häufig freuen wir uns, am Leben zu sein. Wir sind aktiv und genießen all die schönen Dinge, die uns das Leben bietet. Meistens ist unsere Stimmung jedoch wenig begeistert, sondern eher normal. Dann gibt es jedoch auch Zeiten, in denen man traurig ist, einem kaum etwas Freude macht und man sich nur schwer aufraffen kann, seine Sachen zu erledigen. Meisten ändert sich die Stimmung dann nach kurzer Zeit wieder. Wenn die Stimmung und der Antrieb jedoch länger sehr gedrückt sind, kann dies eine Depression sein. Bei einer Depression handelt es sich um eine psychische Krankheit, die die Gefühle, das Denken und das Verhalten negativ beeinflusst. Eine Depression hat verschiedene Ursachen. Sie kann mit Veränderungen im Gehirn zu tun haben, mit der Art und Weise, wie wir denken und uns verhalten oder mit Erfahrungen und Erlebnissen aus unserer Vergangenheit. Eine Depression lässt sich jedoch gut behandeln. Menschen, die an einer Depression leiden, empfinden häufig so lange keine Freude mehr an ihrem Leben, dass sie nicht mehr leben wollen und darüber nachdenken, sich das Leben zu nehmen. Dies hat jedoch mit ihrer Krankheit zu tun. Wenn man also darüber nachdenkt, nicht mehr leben zu wollen, sollte man auf jeden Fall einen Arzt oder Psychologen aufsuchen. Dieser überprüft dann, ob man an einer Depression leidet, und kann sie behandeln.


Sebastian Spanknebel ist psychologischer Psychotherapeut und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

uol.de

weiße Fläche

Wie intelligent können die intelligentesten Menschen sein? Im Internet steht: Bei einer Person habe man den höchsten Intelligenzwert gemessen: „IQ 230“. Aber was bedeutet diese Zahl? Wie wird der IQ-Wert ermittelt? Um IQ-Werte zu erstellen, führen z.B. tausend Menschen aus einem bestimmten Altersbereich den Intelligenztest (IQ-Test) durch. Mithilfe dieser Testpersonen wird anhand von Testaufgaben u.a. der „IQ 100“ normiert. Es wird der Wert in der „Mitte“ (Median) gesucht, bei dem die Hälfte der Gruppe ein niedrigeres Testergebnis und die andere Hälfte (50%) ein höheres Testergebnis erreicht. Dieser normierte Wert wird mit IQ 100 festgelegt. Der Wert IQ 115 bedeutet, dass 84,1% der Personen niedrigere - und 15,9% höhere Ergebnisse haben. Zu IQ 130 haben 2,2%, zu IQ 145 nur 0,15% höhere Ergebnisse. Über IQ 160 haben nur noch 0,003% der Testpersonen höhere Ergebnisse. Grundsätzlich wären also von 100.000 Testpersonen nur 3 Personen, die mindestens IQ 160 oder noch höheren IQ haben. Aber wurde ein IQ-Test überhaupt einmal mit 100.000 Testpersonen normiert? Und wie viele müssten einen IQ-Test durchführen, damit man überhaupt den Wert „IQ 230“ berechnen könnte? Wenn man also erfahren hat, was IQ-Werte sind und wie sie erstellt werden, so kann man nachvollziehen, dass IQ 230 sehr unklar und ungenau ist, wahrscheinlich eine intuitive Schätzung. Außerdem sind Testergebnisse immer Momentaufnahmen. Man kann das vielleicht mit sportlichen Leistungen vergleichen: Usain Bolt hält den Weltrekord über 100 Meter mit 9,58 Sekunden. An manchen Tagen läuft er aber vielleicht auch etwas langsamer oder schneller. Auch bei IQ-Tests treten solche Leistungsschwankungen auf. Man sollte mindestens zwei Mal mit unterschiedlichen Tests testen; dann hätte man eine höhere Wahrscheinlichkeit. Also: eine Person mit einem geschätzten IQ von 230 ist sehr intelligent - aber nicht unbedingt intelligenter als andere Personen mit sehr hohem IQ. 


Prof. Dr. Dietmar Grube lehrt Pädagogische Psychologie an der Universität Oldenburg. In seiner Forschung beschäftigt er sich zum Beispiel mit der Entwicklung von Rechenfertigkeiten und der kognitiven Entwicklung von Kindern.

uol.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Liebe Niela,

1890 waren deine Urgroßeltern vielleicht so alt wie Du jetzt. Der Beruf ihrer Eltern und die Zahl der Verwandten, die mit ihnen zusammenlebten, entschieden darüber, wie ihr Alltag aussah. Ein Mädchen, das mit ihrer kleinen Familie in einer Villa im Berliner Grunewald aufwuchs, führte ein sehr anderes Leben als der Sohn eines Fabrikarbeiters und einer Näherin. Der Arbeitersohn teilte sich mit fünf Geschwistern zwei Betten. Als 12jähriger passte er auf Geschwister auf und ging nur ab und an zur Schule. Die Wohnung war klein und schmutzig. Die Eltern gingen früh zur Arbeit und kamen spät nach Hause. Auch in Adelsfamilien sahen die Kinder ihre Eltern nur selten. Die meiste Zeit verbrachte man mit Hauslehrern oder Erzieherinnen. Die Tochter eines Kleinbauern, die schon kochen, putzen und die Geschwister versorgen gelernt hatte, arbeitete häufig mit 12 Jahren als „Dienstmädchen“ in einer fremden Familie. Für alle Kinder 1890 galt: Ihre Eltern hatten genaue Vorstellungen davon, was Jungen und Mädchen durften und waren viel strenger. Jungen lernten in den Schulen viel mehr als ihre Schwestern. Die sollten heiraten und Hausfrau und Mutter werden. Gerade zu dieser Zeit wehrten sich aber auch schon viele Frauen und verlangten die gleichen Rechte wie Männer. Es gab aber noch keine Demokratie, in der alle mitreden dürfen. Auch ihre Freizeit erlebten Kinder 1890 sehr anders als heute. Es gab Spielzeuge, aber Fernseher, Computer und Handy konnten sich die Kinder damals nicht vorstellen. Nach dem Unterricht ging es nach draußen. Geschichten aus anderen Welten sahen sie sich nicht auf dem Bildschirm an: Bücher waren das Tor zur Welt und Briefe die Form, um sich zu verständigen.


Prof. Dr. Gunilla Budde ist Professorin für Deutsche und Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, sie forscht über das Europäische Bürgertum des 19. Jahrhunderts, internationale Familiengeschichte und die Verflechtungsgeschichte von BRD und DDR.

uol.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Ja, natürlich gibt es Werwölfe. Und es sind gar nicht wenige: Schon Ovid hat im antiken Griechenland von Werwölfen geschrieben, im Märchen „Rotkäppchen“ tritt ebenfalls ein „böser“ Wolf auf und auch Harry Potters Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, Remus Lupin, ist ein Werwolf. Es gibt sogar einen Fähr- und Werwolf, der aber sehr unglücklich ist, weil alle vor ihm Angst haben und er deswegen niemanden über den Fluss fahren kann. Werwölfe sind also nicht unbedingt „böse“, Werwölfe sind Mischwesen. Meistens sind es Menschen, die sich in einen Wolf verwandeln. Das sieht man auch am Namen: Wer kommt aus dem Althochdeutschen und bezeichnet „Mann“ oder „Mensch“. Ob sich Werwölfe ausschließlich bei Vollmond verwandeln oder ob sie sich bewusst verwandeln können, ist nicht ganz klar. In den Märchen der Brüder Grimm gibt es sogar einen Gürtel, der einen zum Wolf macht, wenn man ihn anlegt. Noch im 16. Jahrhundert gab es Gerichtsprozesse, in denen Menschen verurteilt wurden, weil sie Werwölfe gewesen sein sollen. Aber Werwölfe gibt es nur in der Literatur, im Film oder auf Gemälden. Der Werwolf wird dabei oft genutzt, um das Tierhafte des Menschen zu zeigen. Werwölfe vereinen das Menschliche mit dem Animalischen und zeigen so, wie unberechenbar der Mensch sein kann. Manchmal gibt es sehr verwackelte Videos, auf denen man vielleicht einen Werwolf erkennen könnte. Aber dafür braucht es Phantasie, denn nur in den alternativen Welten unserer Phantasie gibt es Werwölfe.


Prof. Dr. Thomas Boyken ist Juniorprofessor für Kinder- und Jugendliteraturwissenschaft an der Universität Oldenburg. Sein Lieblingsbuch ist Walter Moers’ „Wilde Reise durch die Nacht“ (auch wenn dort keine Werwölfe vorkommen).

uol.de

weiße Fläche

Ganz einfach: Wir alle! Denn Geld ist alles, was wir untereinander zum generellen Tausch von Gütern akzeptieren. Mit Geld entfällt nämlich die Notwendigkeit beim Tausch genau das Gut zu haben, das die andere möchte. In Urgesellschaften war Geld z.B. Vieh oder Kleidung. Vor 4000 Jahren finden wir mit der Kaurischnecke ein quasi weltweit gültiges abstraktes Zahlungsmittel. Münzprägungen aus Edelmetall kennen wir ab dem 7. Jh. v. Chr. aus Kleinasien und im 15. Jh. tritt in Europa erstmals Papiergeld auf. Im weiteren Verlauf entsteht mit Stockholms Banco (1656) die erste Zentralbank der Welt und bis 1973 hatten wir für Zentralbankgeld prinzipiell das Recht es gegen Gold umzutauschen. Seit dem Wegfall dieser Golddeckung sprechen wir von Fiatgeld (lateinisch „fiat Geld“ bedeutet „es werde Geld“). Einen Wert erhält das Geld letztlich nur durch unser gegenseitiges Versprechen als Staatsbürger und Steuerzahler für den Gegenwert einzustehen. Bezahlt wird allerdings immer weniger mit Bargeld, sondern z.B. mit EC- und Kreditkarte oder Paypal und Googlepay verknüpft mit einem Bankkonto. Kryptowährungen wie Bitcoin, insbesondere für Zahlungen im Internet, bilden in dieser Reihe die derzeit letzte Neuerfindung des Geldes.


Prof. Dr. Bernhard Köster ist Volkswirt an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven und befasst sich insbesondere mit Fragen des Wirtschaftswachstums und der Geldpolitik.

jade-hs.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Da natürlich niemand bei der Entstehung der Erde vor 4,5 Milliarden Jahren dabei war, bleiben uns nur die Chemie der Erde und die physikalischen Gesetze, um die Entstehung der Erde zu verstehen. Dabei spielt die Schwerkraft eine ganz besondere Rolle, denn ohne sie gäbe es die Erde gar nicht. Computermodelle haben errechnet, dass auch nach der Entstehung der Sonne noch viel Staub in unserem Sonnensystem vorhanden war. Die einzelnen Staubteilchen stießen mit anderen zusammen, wurden dabei immer größer und schwerer und bekamen dadurch eine noch größere Anziehungskraft. So konnten sie noch mehr Teilchen anziehen bis fast alles eingefangen war und die Erde und die Planeten unseres Sonnensystems ihre heutige Größe erreicht hatten. Heute hat die Erde einen schweren Kern, der hauptsächlich aus Eisen und Nickel besteht, und eine leichtere Kruste aus Gestein. Diese Aufteilung zeigt uns, dass die Erde am Anfang ganz heiß war und aus flüssiger Lava bestand in der sich die schweren Bestandteile durch die Schwerkraft unten, oder besser: innen, und die leichteren an der Oberfläche abgesetzt haben. Den Zeitpunkt der Entstehung der Erde oder auch des Lebens können wir anhand der Eigenschaft einzelner chemischer Elemente sich in andere umzuwandeln, auch radioaktiver Zerfall genannt, bestimmen. Die Messung des Verhältnisses solcher Elemente zueinander ermöglicht dann die vergangene Zeit abzuschätzen. Daher wissen wir auch, dass die Erde vor 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist.


Prof. Dr. Dierk Hebbeln arbeitet am MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen. Als Meeresgeologe untersucht er weltweit Ozeanböden, die viele Geheimnisse der Erdgeschichte beherbergen.

marum.de

weiße Fläche

Die Erde dreht sich innerhalb eines Tages einmal um sich selbst. Wie schnell wir uns durch die Erddrehung bewegen, hängt von unserem Abstand von der Drehachse ab. Der ist am Äquator am größten und wird mit zunehmender Annäherung an die Pole immer kleiner. Bei uns in Deutschland ist die Geschwindigkeit etwa 1000 Kilometer in der Stunde - also etwa so schnell wie ein großes Flugzeug fliegt. Warum merken wir das nicht? Weil wir nur Änderungen von Geschwindigkeiten wahrnehmen können. Wir spüren das Bremsen des Autos, weil es uns dann nach vorn bewegt. Wir spüren den Wind, weil die Luft beim Auftreffen auf die Haut ihre Geschwindigkeit verliert. Aber eine gleichmäßige Bewegung mit unveränderter Geschwindigkeit spüren wir nicht. Wenn das Flugzeug ruhig fliegt, merken wir von den 1000 Stundenkilometern nichts. Nur das Wackeln, wenn es durch Wolken mit heftigen Winden fliegt, das merken wir. Aber das sind wieder Änderungen der Geschwindigkeit. Aber was ist mit der Fliehkraft? Das ist die Kraft, die uns im Karussell nach außen drückt. Warum heben wir durch die Drehung der Erde nicht ab? Nun, das Karussell Erde ist ziemlich groß und eine Umdrehung dauert mit 24 Stunden recht lang. Deshalb ist die Fliehkraft klein - etwa 300 Mal kleiner als die Erdanziehungskraft, die uns am Boden festhält.


Prof. Dr. Ralf Wandelt ist Physiker mit Kapitänspatent. Er leitet den Fachbereich Seefahrt und Logistik der Jade Hochschule.

jade-hs.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Die Herkunft des Wassers auf der Erde ist bis heute noch nicht geklärt, doch gibt es im Rahmen der Wissenschaft plausible Theorien dazu. Die Sonne und die Planeten sind ursprünglich aus einer Wolke aus interstellarer Materie entstanden. Bestandteil dieser protoplanetaren Scheibe war auch Wasser (H2O), welches aus zwei Wasserstoffatomen (H) und einem Sauerstoffatom (O) besteht. Aufgrund der Strahlung der Sonne konnte sich das Wasser in Form von Eis nur in etwa im Bereich der Entfernung des vierten Planeten Mars von der Sonne halten. Die Entfernung, ab welcher sich das Wassereis halten konnte, wird als Eisgrenze bezeichnet. Der Bereich innerhalb dieses Abstandes, in welchem sich auch der dritte Planet Erde befand, war nach dieser These eisfrei und damit wasserfrei. In der Entwicklungszeit der Erde gab es viele Kollisionen mit Asteroiden und Kometen, die Restmaterial aus der Entstehungszeit des Sonnensystems jenseits der Marsbahn sind. Asteroiden und Kometen beinhalten eine größere Menge Wasser. Wasserstoff kommt in der Verbindung H2O entweder als normaler Wasserstoff (mit einem Proton im Kern) oder als Deuterium (mit einem Proton und Neutron im Kern) vor. Das Verhältnis dieser beiden Isotope ist charakteristisch. Im Wasser der Asteroiden findet sich das gleiche Verhältnis wie im Wasser auf der Erde, im Wasser der Kometen nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Daher könnte das Wasser durch Asteroiden vor mehr als 4 Milliarden Jahren auf die Erde gelangt sein.


Michael Tolkmitt ist Lehrer für Mathematik und Physik im Ruhestand und Mitglied im Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland.

Andreas Schwarz ist Astrophysiker. Er ist VHS-Dozent für Mathematik, Physik und Politik und 2. Vorsitzender des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland.

astronomie-whv-fri.de

weiße Fläche

Viele Lebewesen, egal ob sie im Wasser oder an Land leben, benötigen Sauerstoff zum Leben. Sie atmen Sauerstoff (O2) ein und geben Kohlendioxid (CO2) an ihre Umgebung ab. In der Luft ist sehr viel Sauerstoff enthalten, ungefähr 210ml je 1 Liter Luft. Bei jedem Atemzug strömt Sauerstoff in unsere Lunge und dort in viele kleine Lungenbläschen, die von fein verzweigten Blutgefäßen umgeben sind. Der Sauerstoff bewegt sich von einer hohen Konzentration in der Atemluft zu einer niedrigeren Konzentration im Blut. Dieser Vorgang benötigt keine Energie, er läuft ganz von alleine, Wissenschaftler nennen dies „Diffusion“. Der Sauerstoff wird über die Blutbahnen im Körper verteilt und verbraucht. Hierbei entsteht Kohlendioxid, das über die Blutbahnen zurück zur Lunge transportiert wird und dort durch Diffusion an die „Lungen-Luft“ abgegeben wird. Und warum können wir Menschen im Wasser nicht atmen? Wasser enthält doch auch Sauerstoff. Wasser enthält nur 10ml je 1 Liter. Dies ist zu wenig, um ein Gefälle für die automatische Sauerstoff-Diffusion aufzubauen. Außerdem ist Wasser viel schwerer und dickflüssiger als Luft. Wasser ist so schwer, dass es in der menschlichen Lunge die zarten Lungenbläschen zerdrückt. Gelangt Wasser in die Lunge droht Erstickungsgefahr. Da wir Menschen aber so gerne die Meerestiefen erforschen, haben wir Techniken entwickelt, mit denen wir für kurze Zeit unter Wasser atmen können: wir können den Atem einige Minuten anhalten, einen Schnorchel benutzen oder Pressluftflaschen verwenden.


Biologin Anja Wübben ist Referentin für den Wissenstransfer aus den Hochschulen in die Schulen der Region zwischen Ems und Weser.

ihjo.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Die Antwort dieser Frage lässt sich mit dem menschlichen Verstand wahrscheinlich gar nicht begreifen. Wir gehen heutzutage davon aus, dass das Universum mit dem Urknall quasi aus dem Nichts heraus entstanden ist. Davor existierten weder Zeit noch Raum. Daher gibt es genauso wenig ein „Davor“ wie einen Raum außerhalb. Seit dem Urknall hat sich das Universum immer weiter ausgedehnt und wird dabei vermutlich nie an irgendwelche Grenzen stoßen. Es ist nämlich der Raum selbst, der sich hier ausdehnt. Bereits heute ist das Universum so groß, dass wir nur einen kleinen Teil erforschen können. Und tatsächlich wächst es derzeit sogar beschleunigt. Wollten wir also versuchen, die Grenzen unseres Universums zu erreichen, wäre dies wie ein unfairer Wettlauf mit einem Gegner, der ständig an Geschwindigkeit zulegen würde, während wir selbst schon an unserem Geschwindigkeitslimit angekommen wären. Dies gilt selbst dann, wenn wir annehmen, unsere Raumschiffe könnten mit Lichtgeschwindigkeit reisen, was physikalisch gar nicht möglich ist. Forschende machen die sogenannte Dunkle Energie verantwortlich für die beschleunigte Ausdehnung. Diese trägt ihren Namen allein deshalb, weil unklar ist, was sie eigentlich ist und sie damit für uns gewissermaßen „im Dunklen liegt“. Die Form unseres Universums ist unbekannt. Es könnte durchaus mehr Dimensionen besitzen als jene, die wir wahrnehmen können. Ist das Universum also unbegrenzt? Zur Beantwortung dieser Frage hilft ein Gedankenspiel: Betrachten wir zum Beispiel die Erde, sie hat eine endliche Größe. Doch würden wir an einem Punkt loslaufen und auf einer gedachten geraden Linie weitergehen, um den Rand der Welt zu erblicken, so würden wir irgendwann wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren. Die Erde ist endlich, hat jedoch aus der Perspektive eines wandernden Menschen keine Grenze. Mit dem Universum verhält es sich vermutlich ähnlich. Ein weiteres Gedankenspiel: Angenommen unser Universum ist aus dem Nichts entstanden, könnten dann nicht auch weitere Universen einfach so erzeugt werden? Es gibt durchaus Theorien, die ein ganzes Multiversum aus parallel existierenden Universen ohne Verbindungen zueinander vorhersagen. Unzählige Universen könnten fortlaufend um uns herum entstehen und auch wieder vergehen. Einige könnten unserem sehr ähneln, andere jedoch ganz anders sein. Was auch immer für skurrile Welten um uns existieren, wir werden es wohl nie erfahren…


Sarah Kahlen ist Doktorandin an der Universität Oldenburg und beschäftigt sich mit den Themenschwerpunkten Kosmologie und Relativitätstheorie.

uol.de

weiße Fläche

Dinge mit Masse ziehen sich gegenseitig an, so wie sich Magnete anziehen. Die Erde hat viel Masse und zieht uns an, deshalb fliegen wir nicht einfach davon. Woher kommt diese Anziehungskraft? Wir leben in einer sogenannten „Raumzeit“. Diese hat vier Dimensionen und kann nur mit schwieriger Mathematik beschrieben werden. Um das Ganze einfacher zu machen, stell‘ dir die Raumzeit wie ein großes gespanntes Tuch vor. Wenn nun etwas, zum Beispiel ein Ball, auf dem Tuch liegt, entsteht darunter eine Delle. Legst du zusätzlich eine Murmel auf das Tuch, dann rollt diese die Delle hinunter auf den Ball zu. Man könnte also sagen: Der Ball zieht die Murmel an. Genauso ist es mit uns und der Erde. Wenn wir hochspringen, fallen wir zurück auf die Erde, so wie die Murmel zum Ball rollt. Stell dir vor, der Ball auf dem gespannten Tuch ist die Sonne, sie macht eine große Delle in die Raumzeit. Unsere Murmel ist nun die Erde. Diesmal geben wir der Murmel einen Schubs. Jetzt rollt die Murmel in einem Bogen am Ball vorbei auf die andere Seite. Oben angekommen rollt sie wieder die Delle hinunter. Auf unserem Tuch würde die Murmel natürlich irgendwann gegen den Ball rollen. In der richtigen Raumzeit holt die Erde immer wieder Schwung, wenn sie durch die Delle der Sonne „rollt“. So bewegt sich die Erde auf einer ellipsenförmigen Bahn um die Sonne.


Dr. Saskia Grunau ist Wissenschaftlerin am Institut für Physik der Universität Oldenburg, ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Relativitätstheorie und Schwarze Löcher.

uol.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst geklärt werden, was unter einer „Verbrennung“ zu verstehen ist. Ein Chemiker würde sagen: Eine Verbrennung ist eine RedOx-Reaktion, bei der Energie in Form von Wärme freigesetzt wird (exotherme Reaktion). Im alltäglichen Sprachgebrauch bezeichnet eine „Verbrennung“ in der Regel eine Reaktion zwischen einem „Brennstoff“ und „Sauerstoff“. Klassische Brennstoffe sind z.B. Holz, Erdgas, Benzin oder Wachs, diese Stoffe verbrennen mit einer sichtbaren Flamme. Nicht brennbare Materialien in unserem Alltag sind z.B. Steine oder Metalle, die bei starker Erhitzung glühen und schmelzen können. Und warum brennen nun diese Materialien nicht? Hierfür muss eine weitere Frage geklärt werden: Was ist eine Flamme? Flammen sind brennende Gase. Aber was bedeutet dies in Bezug auf die oben genannten Materialien? Wird ein fester bzw. flüssiger Brennstoff stark erhitzt, wechselt dieser seinen Aggregatzustand in seine gasförmige Phase (vergleichbar mit Wasser, das stark erhitzt wird und als Wasserdampf aufsteigt). Es bildet sich also zunächst Holz-Gas, Benzin-Gas oder Wachs-Gas, das bei weiterer Erhitzung die im Stoff gespeicherte Energie in Form von Wärme und Licht freisetzt, das gebildete Gas brennt. Und welche Stoffe brennen nicht? Stoffe, die kein entzündliches Gas bilden und Stoffe, die bereits mit „Sauerstoff“ reagiert haben (wie z.B. Kohlendioxid CO2).


Dr. rer. nat. Dirk Wübben ist Lehrer an einer Schule in Ostfriesland.

Biologin Anja Wübben ist Referentin für den Wissenstransfer aus den Hochschulen in die Schulen der Region zwischen Ems und Weser.

ihjo.de

weiße Fläche

Wenn wir von Wärme reden, meinen wir nahezu immer Wärmeenergie. Ein warmer Raum, heißes Wasser in der Badewanne, Dampf in einem Kraftwerk. Die Wärme an sich steigt nicht, sondern ein Träger dieser Wärme. Die nächste Frage ist nun, warum ein solcher Wärmeträger, wie z.B. Luft in der Atmosphäre, steigt. Physikerinnen sind immer auf der Suche nach Kräften, diese sind der Grund auch für unseren Wärmetransport. Der Wärmetransport in der Atmosphäre ist kaum anders als der in einem Topf mit Wasser auf dem Herd. Wird die Herdplatte heiß, beginnt das Wasser zu sprudeln, Blasen steigen nach oben. Wir haben dem Topf von unten Energie zugeführt, die Temperatur des Wassers am Topfboden steigt, es dehnt sich aus und erfährt eine nach oben gerichtete Kraft, den Auftrieb. In unserer Atmosphäre ist dies nicht anders. Die Luft entspricht dem Wasser und die Sonnenenergie, die den Erdboden erhitzt, entspricht der Herdplatte. Meist wird dies als Konvektion bezeichnet. Aber wie hoch kann diese Konvektion reichen? Da ohne Kräfte keine Bewegung stattfindet, kommt der Transport zur Ruhe, wenn keine Kraft mehr wirkt. In der Atmosphäre geschieht dies, sobald sich die Temperaturunterschiede ausgleichen. Bei Gewitterwolken kann dies zum Beispiel in mehr als 10 km Höhe stattfinden.


Dr. Detlev Heinemann ist Wissenschaftler am Institut für Physik und leitet die Arbeitsgruppe „Energiemeteorologie“. Er ist einer der wissenschaftlichen Leiter von ForWind, dem Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen.

forwind.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Natur-Ereignisse können mit wissenschaftlichen Theorien und Gesetzen erklärt werden. Im Fach Physik versucht man zu erklären, wie etwas in der Natur funktioniert. Gesetze der Gravitation (Schwerkraft) können z.B. beschreiben, wie sich Planeten im Verhältnis zueinander bewegen oder warum Gegenstände nach unten und nicht nach oben fallen. Astronomen erklären, wie das Weltall entstanden ist. Aber für die Frage, warum das Weltall entstanden ist, gibt es kein Naturgesetz und keine physikalische Erklärung. Aus dem physikalischen Blickwinkel wird gefragt, wie etwas funktioniert, wohingegen biologische Fragestellungen die Ursache einbeziehen, sie fragen z.B. warum konnte in der Evolution das Streifenmuster der Zebras entstehen? Biologen beantworten Fragen nach der Ursache z.B. mit der Funktion: Die Streifen im Fell irritieren Mücken, sie schützen vor Insektenstichen. Man kann erklären, welche Bedeutung ein Teil (die Streifen) für das Ganze (das Zebra) hat. Diese Fragestellung kann auch auf das Weltall übertragen werden: warum gibt es das Weltall, welche Bedeutung hat das Weltall als ein Teil für das Ganze? Aber welches Ganze? Ist das Weltall nicht schon das Ganze, alles? Die Frage ‚Warum gibt es das Weltall?‘ ist philosophisch betrachtet vergleichbar mit der Frage ‚Warum gibt es überhaupt „Etwas“ und nicht vielmehr „Nichts“?‘ Religionswissenschaftler_innen beantworten die Frage, indem sie Gott als Grund der Existenz der Welt bestimmen. Man kann daran glauben, dass das Weltall existiert, weil Gott es so gewollt hat. Philosoph_innen, die wissen wollen, warum das Weltall existiert, genügt diese Antwort nicht. Sie stehen vor dem Problem, dass ihre Vernunft zwar die Erkenntnis des Weltalls ermöglicht, jedoch nicht die Ursache der Existenz des Weltalls. Allein weil wir das Weltall denken können, existiert es ja nicht, oder?


Prof. Dr. Myriam Gerhard ist Wissenschaftlerin am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg, ihr Arbeitsschwerpunkt ist Kritische Naturphilosophie.

uol.de

weiße Fläche

Um sich im nächtlichen Dunkel zu orientieren, senden Fledermäuse kurze, aber sehr laute Schreie aus und horchen auf das Echo, das zurückkommt. Warum hören wir nichts davon? Die Erklärung ist, dass Fledermäuse sehr sehr hohe Töne ausstoßen, die unser Hörvermögen übersteigen. Man nennt dies Ultraschall. Warum verwenden sie so hohe Töne? Das hat sehr viel mit der Physik von Schallwellen zu tun. Hohe Töne haben kurze Wellenlängen und werden auch von kleinen Objekten als Echo zurückgeworfen. Die Echos der Ultraschallrufe von Fledermäusen werden z.B. von den Blättern eines Baums reflektiert, dem die Fledermaus dann ausweichen kann oder von Insekten, die die Fledermäuse gerne fressen. Tiefere Töne, so wie wir sie hören, werden nur von großen Objekten, z.B. einer Felswand in den Bergen, reflektiert und liefern kein detailliertes “Hörbild” von der Umgebung. Außerdem sind Fledermäuse selbst recht kleine Tiere und es gibt einen groben Zusammenhang zwischen der Körpergröße und dem Tonbereich, den ein Tier in seinen Lauten erzeugen kann. Das andere Extrem sind z.B. Elefanten, die sich in sehr tiefen „Grolltönen“ unterhalten, die wir auch nicht hören können. Das ist dann Infraschall.


Prof. Dr. Christine Köppl ist Wissenschaftlerin am Department für Neurowissenschaften der Universität Oldenburg, ihr Arbeitsschwerpunkt ist Cochlea- und Hirnstammphysiologie.

uol.de

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
  • Wissensregion Jade-Oldenburg!
weiße Fläche

Wir wissen aus unserer Erfahrung, dass Dinge sich bewegen, wenn sie durch eine Kraft dazu gebracht werden. Welche Kraft bewegt die Luft und verursacht den Wind? Dazu müssen wir uns mit dem Luftdruck beschäftigen. Stell‘ dir einen aufgeblasenen Luftballon vor, bei dem im Inneren ein höherer Druck herrscht als außen. Geben wir nun die Öffnung frei, entweicht die Luft mit aller Kraft (!) und wir können die Luftbewegung spüren. Luftbewegungen entstehen also durch Unterschiede im Luftdruck - vom hohen Druck zum niedrigeren. Je größer der Unterschied ist, umso schneller bewegt sich die Luft. Zurück zum Wind: Luftdruckunterschiede gibt es auch in unserer Atmosphäre, dort werden sie als Hoch- und Tiefdruckgebiete bezeichnet. Ein Hochdruckgebiet erfüllt in etwa die Rolle unseres Luftballons. Wind kann also so stark werden, wie die Unterschiede im Luftdruck es erlauben. Es gibt keine Obergrenze. Die Zustände in der Atmosphäre verhindern, dass Windgeschwindigkeiten unendlich groß werden. Die größte Windgeschwindigkeit weltweit wurde 1996 in einem Hurrikan in der Nähe von Australien gemessen: 408 km pro Stunde! In Deutschland wurden 1985 auf der Zugspitze 335 km/h erreicht. Zum Vergleich: Als Orkan bezeichnet man Winde mit einer Geschwindigkeit ab 112 km/h.


Dr. Detlev Heinemann ist Wissenschaftler am Institut für Physik und leitet die Arbeitsgruppe „Energiemeteorologie“. Er ist einer der wissenschaftlichen Leiter von ForWind, dem Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen.

forwind.de

Unsere Illustratorin

Livia Moana Brocke ist eine freie Illustratorin, die in Bremen lebt und arbeitet. Seit 2010 hat sie sich auf Animation, Illustration und Comics spezialisiert - am liebsten zeichnet sie alberne Tiere. Sie hat eine große Schwäche für Vögel, Pflanzen und Italien. Über die Jahre hat sie an den verschiedensten Projekten gearbeitet, von Bühnenbau über Knet-Animationen bis hin zu eigenen Comicbüchern.

Ihr Skizzenbuch trägt sie fast überall mit hin und skizziert Geschehnisse und Menschen.


Instagram: @peacorn // Portfolio: liviabrocke.de 

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!

„Nachgefragt! 2020 Fragen an die Wissenschaft“

von Antje Ahrens und Anja Wübben ist lizenziert unter

CC BY-SA 4.0

Typ Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International

  • Wissensregion Jade-Oldenburg!

Ihre Ansprechpartnerinnen

0441/798-5246 antje.ahrens@uni-oldenburg.de
Antje Ahrens
Referentin für Wissenstransfer an außerschulische Lernorte
0441/798-5246 anja.wuebben@uni-oldenburg.de
Anja Wübben
Referentin für Wissenstransfer an Schulen