Your address will show here +12 34 56 78
Allgemein, Innovation(s)Management

Die IHJO hat in Kooperation mit dem Institut für Datenbankorientiertes Konstruieren (IDoK) der Jade Hochschule vom 31. Januar bis 02. Februar 2022 den ansässigen Bauunternehmen spielerisch die Vorteile der Lean-Prinzipien und der Last Planer®Methodeim Bauwesen nähergebracht.  Lean Construction ist eine aus dem Toyota-Produktionssystem adoptierte Methode, um einen kontinuierlichen Prozess einzuführen, der den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks – von der Planung über die Bauausführung bis hin zur Nutzung – betrachtet. Unter der Leitung des Lean Professionals Instituts, in Persona Prof. Dr.-Ing. Melzner und Dr. René Huppertz, wurden den Teilnehmenden die Lean-Prinzipien vorab in theoretischen Ansätze vermittelt, um bspw. Verschwendung im Planungs- und Bauablauf zu vermeiden oder um die einzuhalten Kundenerwartungen zu erreichen. Durch die zyklische Wissensvermittlung, zwischen theoretischen Ansätzen und praktischer Anwendung, konnten die Teilnehmenden das erlangte Methodenwissen direkt an den physisch vorliegenden Modellen ausprobieren und sich innerhalb des Workshops somit sukzessive verbessern.  

Bei diesem Lean Game kamen erstmals unterschiedliche Bauunternehmen zusammen, um sich mit den gängigsten Methoden des Lean Construction vertraut zu machen. Basierend auf der theoretischen Wissensvermittlung, arbeiteten die Teilnehmenden zusammen, um schnellstmöglich ein Legohaus mit der Last Planer® Simulation oder eine Etage eines Hotels mit dem speziell dafür entwickelten Etagenmodell fertigzustellen.

Inhalte des Last Planner® Systems:

•      Kollaborative Planung und Ausführung der Beteiligten im Hochbau

•      Gesamtprozessanalyse,

•      Meilenstein- und Phasenplanung, 6 Wochenvorschau und kontinuierliche Verbesserung

•      5 Lean Prinzipien: Kundenmehrwert, Prozesse, Fluss, Pull und kontinuierliche Verbesserung

Inhalte des Taktplanungs und –steuerungs Workshops:

•      Verschwendungsarten im Bauwesen

•      8-Schritte der Taktplanung

•      Taktsteuerung

•      Good-Practice Beispiele

•      Ursachenanalyse (5W)

•      A3-Methode

•      Ordnung und Sauberkeit (5S)

•      Synergien von BIM und Lean Construction


So verlief die Last Planer® Simulation (Tag 1)

Das Ziel dieser Simulation war es, ein Legohaus sicherer, schneller, besser, günstiger und planbarer als mit den traditionellen Methoden des Projektmanagements zu bauen. Dafür wurde jedem Teilnehmenden vorab eine Rolle mit einer speziellen Aufgabe zugewiesen. Unter der Leitung von Dr. Huppertz wurde in einem ersten Durchlauf ein Legohaus unter den üblichen Rahmenbedingungen (Sicherheit, Zeit, Kosten) traditionell gefertigt, um im Anschluss mit den neu erlernten Methoden ein neues Legohaus fertigzustellen. Dieses Vorgehen zeigte den Teilnehmenden die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen, zeigte neue schlanke Wege, half beim Aufbau des Projektteams und demonstrierte die Vorteile in Bezug auf Versprechen und deren Einhaltung. Durch dieses Vorgehen wurde das Verständnis vermittelt, wie diese erfolgversprechende Methode in den Projekten umzusetzen ist und wie die Baubeteiligten davon profitieren können.

So verlief die Taktplanung und Taktsteuerung (zwei Tage)

Eine weit verbreitete Methode von Lean Construction ist die Taktplanung und Taktsteuerung, als getaktete Terminplanung, mit zeitlich abgestimmten und gewerkeabhängigen Arbeitsschritten. Die Methode der Taktplanung und -steuerung ist das zentrale Element zur Verbesserung von Qualität, Kosten und Termintreue. Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Melzner erlernten die Teilnehmenden, vorab theoretisch, wie durch Lean Construction eine erhöhte Termin- und Planungssicherheit erzielt und Termin- und Schnittstellenkollisionen reduziert werden können und wie durch Lean Construction eine hohe Transparenz in den Bauprojekten erreichen werden kann. Im Anschluss der theoretischen Wissensvermittlung erfolgte, wie bei der Last Planer® Simulation, das gelernte Wissen an einem eigens dafür entwickelten Etagenmodell anzuwenden. Das Etagenmodell repräsentiert ein Hotel, das es ermöglichte den Bauablauf nachzuspielen. Jede teilnehmende Person übernahm während der Simulation ein Gewerk (Trockenbau, TGA, Malerarbeiten, …). Nachdem ersten unkontrollierten Durchgang erfolgte zunächst eine IST-Aufnahme des aktuellen Leistungsstandes. In zwei weiteren Durchläufen wurde erst die Taktplanung (Tag 2) und zum Schluss zusätzlich die Taktsteuerung (Tag 3) eingeführt. Die Teilnehmenden erhielten so einen Einblick in den eigenen Leistungsstand und in die Zuverlässigkeit des Bauablaufes durch Lean Construction in der Praxis sowie zum möglichen Optimierungspotential.



Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die tollen Eindrücke und die leidenschaftliche Teilnahme.

Sofern Sie an einem solchen Weiterbildungsformat interessiert sind (unabhängig von Ihrer Fachrichtung), würden wir uns freuen, wenn Sie Kontakt mit Herrn Christian Heins (christian.heins@jade-hs.de) aufnehmen würden.

0

KarriereWege

Beim zweiten Termin der Reihe „Should I stay or should I go?! Deine Karrierewege mit Doktortitel außerhalb und innerhalb der Wissenschaft“ stand das Thema „Unternehmen“ im Mittelpunkt. 14 Promovierende trafen auf drei Role Models, die den Weg raus aus der Wissenschaft und rein in die Wirtschaft gegangen sind: Dr. Pia Lehmkuhl, Dr. Tariq Mahmoud und Dr. Klaus-Ferdinand Edeling.

Wie kam es von der Überlegung „Should I stay or should I go?!“ zu einer Entscheidung fürs „Go“? Tariq Mahmoud, der eine Promotion in Informatik absolvierte und nun bei Lufthansa Industry Solutions als Business Manager arbeitet, berichtet: „Ich habe mir ein Blatt Papier genommen und eine Liste gemacht: Was spricht für eine wissenschaftliche, was für eine außerakademische Karriere? Wichtige Kriterien waren für mich Sicherheit, Perspektive, Ort und Arbeitsweise. Da hat für mich persönlich die Wirtschaft mehr zu bieten gehabt“. Pia Lehmkuhl, die ihre Promotion in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften geschrieben hat und mittlerweile die Personal- und Organisationsentwicklung bei der Rügenwalder Mühle leitet, ergänzt: „Für mich waren immer Schlüsselerlebnisse wichtig. Es gab einige Momente, an denen ich mich gefragt habe: Ist es an der Zeit, mal etwas anderes zu sehen? Ich wollte rausfinden, ob mir die Arbeit an der Universität nur so viel Spaß macht, weil ich bislang nichts anderes kenne. Die Entscheidung hat sich für mich ausgezahlt“.

Damit der Einstieg glückt, müsse Promovierenden der Sprung von der Welt „Hochschule“ in die Welt „Unternehmen“ gelingen, wissen die drei Role Models: Während die Arbeit an der Hochschule häufig eine eigenverantwortliche „One-Man-Show“ sei, basiere die Tätigkeit in der Privatwirtschaft eher auf Teamarbeit. Die Bedeutung von Soft Skills wie Zielorientierung, Lernbereitschaft und analytischem Denken sei enorm hoch. Zudem sei die Sprache im akademischen Kontext eine andere: Promovierte müssten es schaffen, im außerakademischen Kontext (z. B. in Unternehmen) adressatengerecht „für Normalsterbliche“ zu kommunizieren, zum Beispiel über Bilder und Metaphern. Der Doktortitel könne eine Kompetenzvermutung, aber auch Vorurteile mit sich ziehen (z. B. Praxisferne), gerade in Fächergruppen, bei denen sich die potentiellen Tätigkeitsfelder nicht sofort erschließen. Grundsätzlich seien Promovierte aber wertvolle Arbeitnehmer_innen: Sie punkteten durch Methodenkompetenz und brächten aktuelles Wissen mit, das im disruptiven Wandel, der sich durch fundamentale Veränderungen in der Arbeitswelt auszeichnet, unverzichtbar geworden sei. Sie gelten als „High Potentials“, die mit einer hohen Lern- und Leistungsbereitschaft schnell in Aufgaben reinwüchsen. Die Notwendigkeit von Erfahrungswissen, das Promovierten mitunter beim Berufseinstieg fehle, sei ohnehin auf dem Arbeitsmarkt tendenziell rückläufig; es entstünden permanent neue Berufsbilder und -felder, wie die drei Promovierten wissen.

Dass die Entscheidung für eine Karriere außerhalb der Wissenschaft allerdings kein endgültiger Abschied von dem hochschulischen Umfeld sein müsse, darin sind sich die drei Role Models einig. Klaus-Ferdinand Edeling, der berufsbegleitend in BWL promovierte und heute am Bankhaus Neelmeyer tätig ist, betont: „Es muss nicht unbedingt schwarz oder weiß sein. Dazwischen liegt ganz viel bunt und eine große Vielfalt an Möglichkeiten, die persönliche Karriere zu gestalten. Dennoch empfehle ich, die berufliche Basis in der Wirtschaft zu haben und einen gesunden Kontakt zu den Hochschulen nebenberuflich zu halten“. Alle drei eint, dass sie neben ihrer Tätigkeit in der Wirtschaft über Lehraufträge oder studentische Projekte noch immer mit den Hochschulen verbunden sind. Denn: „Niemals geht man so ganz!“, fügt Edeling noch hinzu.

Dr. Jasmin Overberg und Andrea Klahsen, die als Referentinnen des Teilprojekts „KarriereWege“ das Format koordinieren, resümieren: „Auch der zweite Termin unserer Reihe bot viele wertvolle Informationen und Anregungen für Promovierende. Wir können durch unsere weiteren Angebote im Teilprojekt viele der erwähnten benötigten Kompetenzen stärken und dazu beitragen, Promovierende zielgerichtet auf den außerakademischen Arbeitsmarkt vorbereiten“.

Die hier angesprochenen Angebote sind beispielweise der Workshop „Erfolgsfaktor Soft Skills – Bedeutungswandel im unternehmerischen Kontext“ und das Coaching „Meine Doktorarbeit und ich in drei Minuten – Wissenschaftskommunikation mit außerakademischen Arbeitgeber_innen“, für die man sich ab jetzt anmelden kann. Eine Möglichkeit, außerakademische Tätigkeitsfelder schon während der Promotion kennenzulernen, stellt außerdem die PraxisPromotion dar.

Weitere Termine der Kontaktseminarreihe:

08.09.2021: Professur
03.11.2021: Kultur & Verwaltung
12.01.2021: Start Up & Freiberuflichkeit

Hier gehts zur Anmeldung.

Bei Fragen zur Veranstaltungsreihe oder Interesse an den Angeboten für Promovierende im Teilprojekt KarriereWege wenden Sie sich an Dr. Jasmin Overberg (jasmin.overberg@uni-oldenburg.de) oder Andrea Klahsen (andrea.klahsen@uni-oldenburg.de).

 

 

 

 

 

0

Innovation(s)Management

Der zweite Oldenburger Innovationstag 2021 fand am 4. Mai 2021 digital statt. Das Team des Innovation(s)Managements der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! übertrug die Moderation des Events live aus den Räumen des Innovation(s)Campus.

Unter dem Leitthema “Innovationskultur“ kamen in diesem Jahr Experten und Expertinnen aus Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Wissenschaft zusammen, um einen Einblick in ihr Wissen zu geben und sich mit den ca. 120 Teilnehmenden auszutauschen.

Die Veranstaltung begann mit einem Impuls von Stephanie Birkner, außerplanmäßige Professorin für Female Entrepreneurship an der Universität Oldenburg. Sie ging auf verschiedene Elemente innovativer Zusammenarbeit in Teams ein und wie diese gefördert werden können. Ein Konzept sei dabei die „Effectuation“. Bei dieser Methode stünden die Fähigkeiten der Mitarbeitenden im Fokus: Sie bilden die Grundlage, um ein Unternehmen aktiv gemeinsam zu steuern. Dadurch entstünde ein dynamisches Umfeld, das einem Unternehmen zu mehr Innovationskraft verhilft.

Die folgenden sechs Sessions fanden parallel in kleineren Gruppen statt. Auch hier drehte sich alles um die Entwicklung von Innovationskultur in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. So gaben Jan van Ahrens von der sharemagazines GmbH und Benny Hartwig von der ZUKUNFT.unternehmen gGmbH einen Einblick in die Denkweise von Start-ups und erklärten, warum diese aus ihrer Sicht die Innovationsfähigkeit begünstigt.

In der Session der einfach.effizient. – Treuhand Unternehmensberatung GmbH & Co. KG wurden den Teilnehmenden direkt umsetzbare „Workhacks“ für mehr innovative Zusammenarbeit an die Hand gegeben.

Dr. Matthias Lange vom Unternehmen energy & meteo systems erläuterte, welche Rolle die Innovationskultur bei der Gründung seines Unternehmens gespielt und wie sie sich im Rahmen des Unternehmenswachstums verändert hatte.

In einer weiteren Session sprach Adrian Macha über die Zusammenarbeit seines Unternehmens worldiety mit der Universität Oldenburg und die damit gewonnenen Erfahrungen. Gemeinsam mit der Uni entwickelt das Unternehmen Praxismodule zum Thema KI und Big Data.

Die CEWE Stiftung & Co. KGaA bot einen Einblick in die Erfolgsgeheimnisse des Unternehmens und wie es den Wandel von der Analog- über die Digital- hin zur Smartphone-Fotografie erfolgreich gemeistert hat.

Die Entwicklung einer innovativen Unternehmenskultur stand im Fokus der Session von Matthias Brucke von der embeteco GmbH & Co. KG. Dabei ging er besonders darauf ein, wie sich Unternehmen in einer sich ständig verändernden Welt anpassen und ihre innovationsfreundliche Unternehmensumgebung aufrechterhalten können.

Im abschließenden Zukunftsforum tauschten sich Dr. Reiner Fageth (CEWE Stiftung & Co. KGaA), apl. Prof. Dr. Klaus Fichter (Universität Oldenburg) und Claudia Puglisi (Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen) zum Thema „Viele Wege führen zu Innovation – Offen für neue Wege“ aus. Die vom Moderator Jens-Steffen Scherer geleitete Diskussion spiegelte verschiedene Ansätze, wie mit dem Thema Innovationen umgegangen wird. Dabei spielte die Entwicklung von Innovationen ebenso eine Rolle wie der Umgang mit Neuheiten und die Durchsetzungen von notwendigen Entwicklungen in Organisationen.

Zum Abschluss der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in mehreren digitalen Konferenzräumen über die Inhalte auszutauschen und sich weiter zu vernetzen.

Insgesamt zogen die Veranstalter eine sehr positive Bilanz. Wie aus dem Feedback hervorging, hatte das Thema Innovationskultur bei vielen Teilnehmenden einen Nerv getroffen. Im nächsten Jahr wird der Oldenburger Innovationstag wieder stattfinden.

 

Kontakt Innovation(s)Management

Florian Grubitzsch, 0441/798-5247, florian.grubitzsch@uni-oldenburg.de

Carsten Meyer, 0441/7708-3458, carsten.meyer@jade-hs.de

0

Innovation(s)Werkstatt
In einem zweitägigen Workshop der IHJO entwickelten wirtschaftlich Agierende, ehrenamtlich Engagierte und Hochschulangehörige spannende Ideen für die Oldenburger Innenstadt. Zum Abschluss der Veranstaltung stellten die Teilnehmenden dem Innenstadtmanager zwei Konzepte vor: ein „CoLivingCenter“ als Ort der Begegnung und ein nachhaltiges Mobilitätskonzept.

Die deutschen Innenstädte befinden sich im Wandel. Die Corona-Pandemie wirkt als Treiber so mancher, bereits bestehender Herausforderung – wie zunehmender Online-Handel, Leerstand, steigende Mieten. Gleichzeitig bietet der aktuelle Zeitpunkt auch die Chance, die Innenstadt neu zu denken.
Diesem Ziel widmete sich der Online-Workshop der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! (IHJO). Die Veranstaltung fand am 24. und 25. Juni statt und richtete sich an Akteure der Oldenburger City, Studierende der regionalen Hochschulen sowie interessierte Bürger und Bürgerinnen.

Um kreative Ideen für die Innenstadt der Zukunft zu entwickeln, führte der Stadtforscher und Coach Kilian Flade die Teilnehmenden in zwei Teams durch einen Design Thinking Prozess. Eine zentrale Regel von Design Thinking lautet, immer die Anwender_innen in den Mittelpunkt des Kreativprozesses zu stellen. Dementsprechend beobachteten und interviewten die Teilnehmenden in interdisziplinären Teams am ersten Tag Nutzer_innen der Innenstadt und versuchten dem Problem auf den Grund zu gehen. Dabei widmete sich eine Gruppe der Frage „Wie können wir mehr und neue Funktionen in die Innenstadt bringen, um für mehr Lebendigkeit zu sorgen?“, die zweite Gruppe nahm sich dem Thema Mobilität in der Stadt an.

Am zweiten Tag folgte die Lösungsfindung. Mit digitalen Tools oder einfachen Materialien visualisierten die Teilnehmenden ihre Ideen. Dabei entstand ein erster Prototyp einer komfortablen Lastenrad-Abstellanlage. Das Mobilitäts-Team nahm nämlich die Anreise in die Innenstadt in den Blick. Aus einem Interview mit Stefan Dieker als Vertreter von „Oldenburgs gute Adressen“ erhielten sie die Information, dass etwa die Hälfte der Besucher_innen der Oldenburger Innenstadt aus dem Umland anreisen „Da ist auf jeden Fall entsprechend Potential für klimafreundliche, bequeme Alternativen zum eigenen PKW“, war sich ein Teammitglied sicher. Dementsprechend wurde ein Lastenrad-Ökosystem ausgearbeitet mit zentralen Fahrradschnellstraßen und multifunktionalen Lastenradstationen, welche auch zum Abstellen privater Räder einladen.

Mit dem zusätzlich durch eine App gesteuerten E-Lastenrad-Sharing-Angebot ließe sich in Zukunft auch gut das CoLiving-Center in der Fußgängerzone erreichen. Diesen neuartigen Ort für Begegnung entwickelte das andere Workshopteam, um ein lebendiges Miteinander in der Innenstadt zu fördern. Die Wahl des möglichen Umsetzungsortes fiel auf das derzeitige C&A-Gebäude in der Langen Straße, welches ab 2022 zur Verfügung steht. Das Gebäude bietet mit seinen zahlreichen Ebenen Platz für unterschiedliche Bereiche. Ob Indoor-Spielplatz, Werkhalle, Kochecke, Musikbereich oder Lernort – die Angebote wären vielfältig und für Jung und Alt gedacht. Mit einer geplanten, begrünten Fassade würde zudem dem tristen Grau entgegengesetzt werden.
„Das Angebot würde Menschen in die Stadt holen“, ist sich auch Innenstadtmanager Steffen Trawinski in der abschließenden Feedbackrunde sicher. Zusammen mit Stefan Dieker von Oldenburgs guten Adressen stand er als Interviewpartner und Feedbackgeber den Teilnehmenden zur Verfügung.
Der städtische Wettbewerb Gemeinsam.Oldenburg bietet den Teilnehmenden noch bis Ende des Jahres die Chance, die erarbeiteten Ideen der Stadtbevölkerung und -vertretung vorzustellen.

Das Teilprojekt Innovation(s)Werkstatt bietet regelmäßig Design Thinking Workshops zu unterschiedlichen Themen an. Gern werden auch spezifische Angebote für wissenschaftliche Projektteams, regionale Unternehmen und Institutionen zu eigene Fragestellungen ausgearbeitet. Die Innovative Hochschule Jade-Oldenburg! unterstützt dabei den Austausch zwischen der Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Wenden Sie sich gern bei Interesse an Andrea Klahsen (innovationswerkstatt@ihjo.de).
1

Allgemein, News

Von einer digitalen Schnitzeljagd bis zu einem Workshop über Digital Leadership – die IHJO ist mit vielfältigen Veranstaltungen bei der Digitalen Woche Oldenburg vom 14. bis zum 21. Juni vertreten. Hintergrund ist der bundesweite Digitaltag, den die Initiative „Digital für alle“ in der Woche um den 18. Juni veranstaltet. Alle Angebote sind kostenlos. 

Folgende Veranstaltungen finden statt:

10.6., 9:00-12:00 Uhr; 11. und 14.6, jeweils 9:00-15:00 Uhr: Healthy Visions: Neue Lösungen für die Gesundheitsförderung. Design Thinking-Workshop zur Gesundheitsförderung für Gründungsinteressierte. In Zusammenarbeit mit dem Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Oldenburg und der BARMER Krankenkasse. 

14.6. bis 21.6: Digitale Schnitzeljagd. Schüler_innen begeben sich mit der App „Actionbound“ durch die Oldenburger Innenstadt und lernen dabei wissenschaftliche Themen anhand von Rätseln, Experimenten und Aufgaben kennen. In Kooperation mit dem Civic Data Lab der Stadt Oldenburg.

15.6., 15:00-17:00 Uhr: Virtuelles Kennenlernen des Innovation(s)Campus. Am Innovation(s)Campus der IHJO erhalten Unternehmensvertreter_innen und Hochschulangehörige Unterstützung zum Ideen-, Wissens- und Technologietransfer. Unter anderem können Prototypen hier entwickelt werden. Mitarbeiter_innen der IHJO stellen den Campus vor und beantworten Fragen.

16.6. und 17.6., jeweils 15:300–19:30 Uhr: Digital Leadership – Führung in Zeiten der digitalen Transformation. In diesem Online-Workshop können Studierende, Promovierende und Nachwuchsführungskräfte den Führungsstil „Digital Leadership“ als Schlüsselkompetenz für Führungskräfte von morgen kennenlernen.

17.6., 9:30-11:15 Uhr: Nachhaltige Lieferketten durch digitale Technologien – kann Digitalisierung Ausbeutung verringern? Schülerinnen und Schüler erfahren durch diesen interaktiven Online-Vortrag, welche Chancen die Digitalisierung für nachhaltigere Produktionsketten bietet.

17.6., 17:30-18:30 Uhr: Ein Besuch im All – wenn Schüler_innen ein Spiel programmieren. In dieser Videokonferenz erfahren Sie mehr über die Programmiersprache Python und konkrete Anwendungsfälle begeisterter Nachwuchsprogrammierer_innen. In Zusammenarbeit mit der Cäcilienschule Wilhelmshaven.

17.6., 18:00-19:00 Uhr: Vortrag und Austausch: Podcasts in der Lehre. Sebastian Ziemer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Oldenburg, produziert seine Lehrveranstaltung zum Grundgesetz als Podcast. In der Veranstaltung stellt er ihn vor und gibt praktische Tipps zur Podcastproduktion.

18.6, 14:30-15:30 Uhr: FÖJ im Landkreis Wittmund – Bildung vom Watt bis zum Wald. Vorstellung des Freiwilligen Ökologischen Jahres im Landkreis Wittmund mit anschließender Diskussion und der Möglichkeit, Fragen über das FÖJ in zwei außerschulischen Lernorten zu stellen. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzhof Wittmunder Wald und dem Nationalpark-Haus Carolinensiel.

18.6., 16:00-17:30 Uhr: DSGVO und OER – wo finde ich sichere Werkzeuge und Materialien im Internet? Vorstellung von frei verfügbaren Lehrmaterialien (Open Educational Resources) im Internet, die konform mit der Datenschutzgrundverordnung sind. In Zusammenarbeit mit dem multimediamobil Nordwest.

18.6., 19:30-21:00 Uhr: „Star Trek“ und die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Vortrag von Dr. Hubert Zitt (Hochschule Kaiserslautern) über die technischen Innovationen der Star-Trek-Serie. In Zusammenarbeit mit dem Civic Data Lab der Stadt Oldenburg.

Weitere Informationen und Links zur Anmeldung finden sich unter ihjo.de/digitaltag2021.

0

Allgemein, KarriereWege, News

Wie geht es weiter nach der Promotion? Die Reihe „Should I stay or should I go?! Deine Karrierewege mit Doktortitel außerhalb und innerhalb der Wissenschaft“ stellt in fünf Online-Abendveranstaltungen unterschiedliche Karrierewege gleichberechtigt anhand konkreter Role Models dar. So sollen Promovierende angeregt werden, ihre eigenen Wünsche und Perspektiven zu reflektieren.

„Es beruhigt mich sehr, dass es so viele Möglichkeiten neben der Wissenschaft gibt. Das anhand konkreter Role Models illustriert zu bekommen, ist eine fantastische Möglichkeit, gezielt Fragen zu stellen und Tipps aus der Praxis zu bekommen“. Mit diesen Worten resümiert Valerie Hug, Promovierende in den Erziehungswissenschaften, den Auftakt der Reihe, die am 05. Mai mit dem Tätigkeitsfeld „Wissenschaftsmanagement und Hochschulorganisation“ startete. Auf dem ersten virtuellen Podium saßen Dr. Christiane Brokmann-Nooren, die bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im April 2021 am C3L (Center für lebenslanges Lernen) der Universität Oldenburg tätig war, Dr. Julia Blandfort, Beraterin am International Office der Jade Hochschule und Dr. Diana Kirrkamm, Prozesskoordinatorin für Ordnungsänderungen und -neufassungen aus dem Bereich Studium und Lehre an der Universität Oldenburg.

Dr. Jasmin Overberg und Andrea Klahsen, die als Referentinnen des Teilprojekts „KarriereWege“ das Format koordinieren, betonen: „Es geht uns nicht darum, den besten Karriereweg herauszustellen oder fertige Rezepte zu liefern. Wir wollen zeigen, dass individuelle Interessen, Zielsetzungen oder Lebenssituationen eine Rolle spielen dürfen. All unsere Role Models haben den Weg gewählt, der zu ihren individuellen Persönlichkeiten und Zielen passt“.

Um diese individuellen Ziele zu erreichen, muss „es einem auch mal egal sein, was Außenstehende sagen“, lacht Dr. Diana Kirrkamm, promovierte Biologin. Im Gespräch mit Dr. John Goodyear, dem Moderator der Reihe, berichteten alle drei Role Models auch über Karriereschritte, die für Dritte nicht immer nachvollziehbar waren. Dazu gehörten beispielsweise die Annahme eines Jobs als wissenschaftliche Hilfskraft zum Ende der Promotion, die Absage einer attraktiven Stelle in einer anderen Stadt oder der Wechsel zu einer niedriger dotierten Stelle. Am Ende zahlten sich diese Entscheidungen für alle drei aus. Sie eint eine große Zufriedenheit mit ihren jeweiligen Tätigkeiten, was vor allem an den Rahmenbedingungen ihrer Arbeit liegt: tolle Kolleg_innen, ein angenehmes Arbeitsklima und nicht zuletzt Sicherheit. Trotz der offensichtlichen Unterschiede sehen sie Parallelen zwischen ihren aktuellen Aufgaben und ihrer früheren Forschungstätigkeit: „Die Herausforderung, für komplexe Fragestellungen Antworten zu finden, ist in der Hochschulorganisation wie auch in der Forschung eine tägliche Aufgabe“, erklärt Kirrkamm.

Konkrete Tipps für den Einstieg und für Bewerbungsverfahren gab es zuhauf: Promovierende sollten sich von ihren Betreuer_innen ein Zeugnis ausstellen lassen, in dem auch überfachliche Kompetenzen belegt sind. Wer eine Doktorarbeit schreibt, lerne, sich selbst zu organisieren und vor anderen Personen ein Thema selbstbewusst zu präsentieren – Skills, die auch außerhalb der Wissenschaft einen hohen Marktwert aufweisen. Auch Weiterbildungen sollten sich Promovierende stets über Zertifikate belegen lassen, die an Bewerbungen angehängt werden können. Beim Einstieg können Netzwerke (z. B. durch Gremienarbeit) und frühe Kontakte zu Arbeitgeber_innen hilfreich sein: „Ich war in meiner beruflichen Laufbahn an vielen Einstellungsverfahren beteiligt. Sehr häufig haben wir die Personen vorab als Hilfskraft kennengelernt und schnell gemerkt, dass es passt“, berichtet Dr. Christiane Brokmann-Nooren, die einst in den Erziehungswissenschaften promovierte.

Im wissenschaftlichen Kontext wird häufig eine große örtliche Flexibilität erwartet – für Brokmann-Nooren und Kirrkamm ein Grund mehr, eine Karriere im Feld „Wissenschaftsmanagement und Hochschulorganisation“ einzuschlagen. Beide sind in der Region geboren und haben hier promoviert. „Eine regionale Verankerung ist genauso wichtig wie der Blick über den Tellerrand“, resümiert Dr. Julia Blandfort. Sie selbst ist für ihre Stelle an der Jade Hochschule aus Süddeutschland in den Norden gezogen, hat aber auch großes Verständnis für Personen, die nach der Doktorarbeit hierbleiben. „Es ist ja auch einfach sehr schön hier!“ schmunzelt die Kulturwissenschaftlerin, die seit nunmehr sieben Jahren in der Region lebt.

„Die Werdegänge der Praktikerinnen sind sehr inspirierend für meine eigenen Pläne nach der Promotion“, fasst Valerie Hug abschließend zusammen. Diese Pläne unterstützen kann das Teilprojekt ‚KarriereWege ‘: Angeboten werden unter anderem in regelmäßigen Abständen Coachings, die Promovierenden helfen, ihre während der Promotion erworbenen, überfachlichen Kompetenzen herauszufiltern und ihren Weg nach der Promotion zu konkretisieren. Eine Möglichkeit, außerakademische Tätigkeitsfelder schon während der Promotion kennenzulernen, stellt außerdem die PraxisPromotion dar.

Weitere Termine der Kontaktseminarreihe:

14.07.2021: Unternehmen

08.09.2021: Professur

03.11.2021: Kultur & Verwaltung

12.01.2022: Start Up & Freiberuflichkeit

Hier anmelden

Bei Fragen zur Veranstaltungsreihe oder Interesse an den Angeboten für Promovierende im Teilprojekt KarriereWege wenden Sie sich an Dr. Jasmin Overberg (jasmin.overberg@uni-oldenburg.de) oder Andrea Klahsen (andrea.klahsen@uni-oldenburg.de).

Foto: Pixabay
Text: Dr. Jasmin Overberg

0

Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt
Wie funktioniert interne Unternehmenskommunikation in Zeiten der mobilen Arbeit? Um das herauszufinden, haben die Teilprojekte Innovation(s)Management und Innovation(s)Werkstatt der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg gemeinsam mit der Abteilung Wirtschaftsinformatik/Very Large Business Applications (VLBA) an der Universität Oldenburg und dem Ostfriesisch Oldenburgischen Wasserverband (OOWV) einen Online-Workshop mit der Methode LEGO® Serious Play® durchgeführt.

Hinter dem Namen LEGO® Serious Play® (kurz: LSP) verbirgt sich eine moderierte Kreativmethode, die das spielerische Moment von Lego mit den ernsten Belangen der Berufswelt verbindet. Unternehmen, Teams oder auch Einzelpersonen können die Methode nutzen, um beispielsweise Prozesse zu optimieren, neue Strategien zu entwickeln oder auch, um eine gemeinsame Teamkultur zu entwickeln. Die Studierenden und Wissenschaftler aus dem Bereich Wirtschaftsinformatik bekamen dazu ein kleines Lego®-Starter-Kit ausgehändigt und konnten am heimischen Arbeitsplatz gemeinsam an den Fragestellungen arbeiten. Die Modelle zeigten dabei Ideen zur internen Unternehmenskommunikation und wie Arbeitgeber in Zeiten mobiler Arbeitsplätze den Kontakt zu ihren Mitarbeitenden halten können.
Co-Kreatives Zusammenwirken im Onlineformat mit Lego® zeigte sich dabei als gute Methode für einen kommunikativen Ansatz in der Lösung von organisationalen Herausforderungen. Die Teilnehmenden konnten vor der Kamera ihre Modelle erklären und es wurde rege über die Themen „New Work“ und den Arbeitsplatz der Zukunft diskutiert. Dabei zeigte sich, dass die Zusammenarbeit ohne feste Büros anderer Werkzeuge bedarf, um die Zugehörigkeit der Mitarbeitenden zum Unternehmen zu festigen.

Die Teilnehmenden bekamen in dem Praxisseminar einen gelungenen Einblick in die Methode Lego® Serious Play®, die den Austausch zwischen Praxis und den Studierenden der Uni Oldenburg anregte. Großes Interesse bestand auch seitens der Unternehmensvertreter, die Methode weiter anzuwenden und zur Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern und Studierenden fortzuführen.
0

Allgemein, KarriereWege, News

Wie sieht die Arbeitswelt außerhalb der Wissenschaft aus? Mit dem Programm „PraxisPromotion“ möchte die IHJO einen Weg für junge Forschende etablieren, schon während der Promotion Erfahrungen im außerakademischen Arbeitsmarkt zu sammeln.

Die PraxisPromotion ist das Angebot der IHJO an Promovierende, eine zeitlich begrenzte Praxisphase in die Promotionszeit zu integrieren. Die Idee: Durch die Mitarbeit in einem Unternehmen, einer Behörde oder Kultureinrichtung können sich Promovierende mit Berufsfeldern, Organisationsentwicklung und Führungsaufgaben vertraut machen und Kontakte in der außerakademischen Arbeitswelt knüpfen. Literaturwissenschaftlerin Marcella Fassio promoviert an der Universität Oldenburg und hat als erste Teilnehmende eine Praxisphase im Rahmen der IHJO absolviert. Dr. Jasmin Overberg (Referentin PraxisPromotion) gestaltet das Programm.

IHJO: Marcella, Deine Promotion hast Du inzwischen abgeschlossen – wie ist Deine berufliche Situation derzeit?

MF: Zum einen habe ich am Center für Lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg eine halbe Stelle im Bereich Offene Hochschule. Hier arbeite ich im Kontaktstudium „Pädagogische Kompetenz in der Migrationsgesellschaft“ und bin vor allem für die Konzeption und Produktion von E-Learning-Einheiten verantwortlich. Zum anderen habe ich eine Stelle im Projekt „Innovative Lehr- und Lernkonzepte: Innovation Plus“ am Institut für Niederlandistik, in dessen Rahmen ich unter anderem ein Seminar in der Germanistik im Bereich Literaturwissenschaft gebe.

IHJO: Wie war die Praxisphase, die Du absolviert hast?

MF: Ich habe meine Praxisphase im Schardt Verlag gemacht. Das ist ein kleiner Verlag in Oldenburg, der vor allem Belletristik und Biografien veröffentlicht. Ich entschied mich für den Verlag, weil das zu meiner Ausbildung als Literaturwissenschaftlerin passte. Meine Praxisphase verlief über drei Monate und ich war an zwei halben Tagen pro Woche dort. Das ist zwar wenig, aber das Zeitmodell war ideal. Ich konnte parallel an meiner Dissertation weiterarbeiten.

Ich war vor allem in der Assistenz des Lektorats und mit verschiedenen belletristischen Texten betraut. Ich habe Korrektorat gemacht, das heißt Texte auf Rechtschreibung und Grammatik und die richtige Verwendung von Satzzeichen geprüft. Außerdem habe ich Pressemitteilungen geschrieben und Klappentexte verfasst. Auch ins Lektorat konnte ich reinschnuppern. Dort geht es vor allem um die Begutachtung von Texten hinsichtlich Stil und Sprachfluss. Die Praxisphase war für mich sehr wertvoll. Mir ist dadurch klargeworden, dass mir die Arbeit im Verlag – mit der ich lange geliebäugelt habe – eigentlich nicht liegt. Es war der beste Weg, das herauszufinden.

IHJO: Jasmin, was leistet die PraxisPromotion als Kooperationsmodell zwischen Wissenschaft und außerakademischem Arbeitsmarkt?

JO: Eine Promotion bereitet sehr geradlinig eine wissenschaftliche Karriere vor. Die meisten Promovierenden haben während der Promotion keinen Kontakt zum außerakademischen Arbeitsmarkt. Viele von ihnen müssen aber nicht nur später dort unterkommen, da der Wissenschaftsbetrieb längst nicht alle beschäftigen kann, sondern haben dort auch tolle Chancen. Die vielseitigen Kompetenzen Promovierender ermöglichen ganz unterschiedliche Berufswege, die ihnen mitunter nicht bewusst oder nicht direkt zugänglich sind. Das war Anlass für die IHJO, die PraxisPromotion ins Leben zu rufen. Wir möchten es den Promovierenden erleichtern, außerakademische praktische Erfahrungen zu machen, wichtige Kompetenzen zu erweitern und sich zu orientieren.

IHJO: Marcellas Praxisphase war euer Pilotprojekt. Wovon hängt ab, ob sich das Programm langfristig etablieren kann?

JO: Inwiefern sich die PraxisPromotion langfristig etablieren kann, ist abhängig von Faktoren außerhalb, aber auch innerhalb der Hochschulen. Die Professor_innenschaft zum Beispiel legt in Hinblick auf die Promovierenden vor allem auf die ganzheitliche wissenschaftliche Ausbildung Wert. Um während der Promotion den Schritt in den außerakademischen Arbeitsmarkt zu gehen und eine Praxisphase überhaupt organisieren zu können, brauchen die Promovierenden die Unterstützung ihrer Doktormütter und -väter. Ich wünsche mir sehr, dass es uns gelingt, mehr Professor_innen dafür zu gewinnen. Wir möchten durch die PraxisPromotion niemanden aus der Wissenschaft locken, sondern mögliche Optionen für Promovierende aller Fächer aufzeigen. Letztendlich können wir den Professor_innen so auch Arbeit abnehmen, wenn es um die Karriereberatung ihrer Doktorand_innen geht.

IHJO: Wie werden Promovierende im außerakademischen Arbeitsmarkt wahrgenommen?

JO: Aufgrund des großen Fachkräftemangels sind Unternehmen gegenüber Bachelor- und Master-Absolvent_innen sehr offen. Aber Promovierende stoßen oft auf eine Abwehrhaltung und das Vorurteil, sie hätten einen Mangel an Praxiserfahrung. Ich hoffe, dass die PraxisPromotion hier mehr Offenheit schafft. Promovierende bringen ja Praxiswissen mit. Die Tätigkeit an der Universität ist als Arbeit einzustufen. Wer eine Doktorarbeit schreibt, ist fit, was Durchhaltevermögen angeht, managt ein eigenes Projekt und hat Lebenserfahrung. Promovierende sind oft interdisziplinär aufgestellt, sind Konferenzen und Gremienarbeit gewohnt. Manche Unternehmen haben das bereits erkannt, andere wiederum haben Promovierende noch nicht so stark auf dem Schirm. Übrigens: Obwohl viele Promovierte – insbesondere jene mit Fächern, die mit keinem festen Berufsbild verknüpft sind – erst mal Schwierigkeiten bei der Jobsuche haben, ist die Arbeitslosenquote unter ihnen über alle Fächer hinweg sehr gering.

IHJO:  Wie fügt sich die Praxisphase in Eure anderen Angebote für Promovierende ein?

JO: Die IHJO hat neben der Praxisphase noch andere Formate für Promovierende im Angebot, die sich wunderbar ergänzen und frei gewählt werden können: Promovierende, die sich im außerakademischen Arbeitsmarkt orientieren möchten, könnten zunächst eins unserer Coachings machen, um die für sie sinnvolle Richtung zu identifizieren. Ergänzend bieten sich eine Reihe von Workshops mit Nachwuchsführungskräften aus Unternehmen an, um sich einen Überblick über verschiedene Bereiche zu verschaffen. Dem könnte die Einbindung in unser Mentoring-Programm und damit ein enger Austausch mit einer Person aus der Praxis folgen. Zum Abschluss dieser aufbauenden Elemente könnte die PraxisPromotion stehen. Unser Angebot ist also modular zu verstehen: Die PraxisPromotion kann als Baustein des großen Ganzen gesehen werden – aber natürlich auch separat absolviert werden.

Als innovatives Format wird die Praxisphase übrigens laufend weiterentwickelt: Neben der Unterstützung vor der Phase, zum Beispiel in Hinblick auf passende Praxispartner, soll die Praxisphase in Zukunft auch während ihrer Durchführung noch enger durch die IHJO begleitet werden. Hier lassen sich Erfahrungen reflektieren und wichtige nächste Schritte identifizieren: Inwiefern haben sich die Karriereplanungen verändert oder gefestigt? Was kann getan werden, um die neuen Kontakte zu pflegen?

IHJO: Marcella, wie klingt das erweiterte Konzept der PraxisPromotion für Dich?

MF: Eine engere Begleitung ist eine tolle Idee. Ich bin zwar gut klargekommen, aber so bekommt man wertvolle Impulse. Man weiß ja selbst oft nicht, wo man vielleicht noch Unterstützung braucht.

Die Idee von Workshops als weichem Einstieg in die PraxisPromotion finde ich auch sehr gut. Ich bereue meine Wahl nicht, aber vielleicht hätte ich mich durch die vorherige Teilnahme an anderen Formaten für ein anderes Unternehmen entschieden. Zudem lassen sich so Berührungsängste abbauen. Viele Promovierende müssen sich den Gedanken erstmal erlauben: Ich darf darüber nachdenken, vielleicht nicht in der Wissenschaft zu bleiben. Sich bewusst zu machen, dass man damit nicht alleine ist, hilft natürlich auch.

JO: Mit der PraxisPromotion können auch Rollenvorbilder entstehen! An Hochschulen, an denen Promovierende nun mal die meiste Zeit verbringen, sind natürlich häufig Rollenvorbilder aus der Wissenschaft zu finden. Dabei wäre es bei der Karriereplanung ebenso wichtig, anhand konkreter Personen zu sehen: So kann es auch gehen; all das ist mit Doktortitel möglich. In 2021 bieten wir eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Should I stay oder should I go?“ an. Hier werden unterschiedliche Karriereoptionen gleichberechtigt und anhand konkreter Lebensläufe vorgestellt.

Bei Fragen zur PraxisPromotion oder Interesse an einer der Veranstaltungen für Promovierende wenden Sie sich an Dr. Jasmin Overberg (jasmin.overberg@uni-oldenburg.de).

Für mehr Informationen lesen Sie außerdem hier weiter: ihjo.de/karrierewege

Das Bild zeigt Dr. Jasmin Overberg (li.) und Marcella Fassio. Es ist während der Pandemie im Frühjahr 2021 an zwei verschiedenen Orten entstanden. Foto: Hendrik Reinert

0

Allgemein, News, SchülerWissen

Wie erstelle ich interaktive Lernmaterialien für meine Schulklasse? Wie gestalte ich kurze Erklärvideos, die meine Aufgabenstellungen ergänzen? Die fortschreitende Digitalisierung und die Pandemie-Bedingungen stellen Lehrkräfte vor neue Herausforderungen. Technisches Know-how, das bisher nicht zur Lehrkräfteausbildung gehörte, ist kurzfristig gefragt. Von der erklärenden Audiodatei bis hin zum „Escape Room“ als spielerische Lernumgebung gibt es sehr ansprechende und vielfältige Mittel. Der digitale Unterricht lässt sich damit effektiv und für die Kinder und Jugendlichen spannend gestalten.

Deshalb bietet das Teilprojekt SchülerWissen der IHJO in Kooperation mit dem Multimediamobil Nordwest eine Fortbildungsreihe für Lehrkräfte an: In einstündigen Terminen können die Teilnehmenden ihre Kompetenzen in der Erstellung multimedialer Werkzeuge für den (digitalen) Klassenraum erweitern. Im Anschluss an die Lerneinheiten besteht in optionalen Gesprächsrunden die Möglichkeit, weiterführende Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen. Die Veranstaltungen bauen nicht aufeinander auf und können separat besucht werden.

Termine der Fortbildungsreihe:

Donnerstag, 10.06.21, 16-17 Uhr: DSGVO-konforme Werkzeuge im Internet
In diesem Workshop geben wir Tipps für DSGVO-sensible Online-Tools und mögliche Lösungen im Unterrichtsalltag.

Donnerstag, 24.06.21, 16-17 Uhr: Digitale Feedback-Tools im Unterricht
Mit zunehmender Digitalisierung des Unterrichts gewinnt Feedback immer mehr an Bedeutung. In dieser Veranstaltung zeigen wir, welche Funktionen Feedback leisten können, welche Formen von Feedback es gibt und welche Tools sowohl im Hybrid- als auch im Online-Unterricht passen und sich motivierend auf Schüler_innen auswirken.

Donnerstag, 08.07.21, 16-17 Uhr: Gamification in der Bildungsarbeit
Gamification meint hier den didaktischen Ansatz, Spiele für das formale Lernen im Unterricht einzusetzen. Bekannte Elemente und Mechanismen aus Computerspielen werden auf ein an sich nicht-spielerisches Umfeld übertragen. Wir diskutieren kurz und knapp Spielmechaniken und Elemente und stellen Gamification-Plattformen vor. Ist Gamification in der Schule nur ein System der Belohnung und Bestrafung mit etwas Zuckerguss garniert? Lassen Sie uns ins Gespräch kommen!

Die Veranstaltungen finden online statt. Teilnehmen können Lehrer_innen sowie Bildungsmultiplikator_innen aus der Region. Die Teilnahme ist kostenfrei. Nach Anmeldung wird rechtzeitig vor den Veranstaltungen ein Link für die Teilnahme verschickt.

Außerdem können Themenwünsche eingereicht werden. Für Gruppen ab sechs Personen werden auf Anfrage schulinterne Termine durchgeführt. 

Neben Formaten für Lehrkräfte bietet die Teaching Library der IHJO auf Nachfrage auch Online-Workshops für Schüler_innen ab Sekundarstufe II an, etwa zum Umgang mit wissenschaftlicher Literatur. Passende Arbeitsmaterialien werden zusätzlich bereitgestellt.

Im Fall von Fragen und für eine Anmeldung wenden Sie sich an Elzbieta Skajda, Mitarbeiterin Teaching Library der IHJO (elzbieta.skajda@jade-hs.de).


Foto: Ridofranz/iStock

0

Allgemein, Innovation(s)Labor digital, Innovation(s)Management, Innovation(s)Mobil, Innovation(s)Werkstatt, News

Mit dem Innovation(s)Campus und dem Innovation(s)Mobil stellt die IHJO Plattformen für Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer zur Verfügung. Da es während der Corona Pandemie zeitweise nicht möglich ist, die Räumlichkeiten zu betreten, zeigen wir sie an dieser Stelle in virtuellen Rundgängen. Erkunden Sie die Räume per Mausklick und verschaffen Sie sich einen Überblick über die Ausstattung. Für den Innovation(s)Campus gibt es die Möglichkeit, bei einer virtuellen Mittagspause eine geführte Tour zu machen und in den Austausch mit dem Team zu gehen.


Innovation(s)Campus – Sparringspartner für Forschung und Entwicklung

Am Innovation(s)Campus der IHJO befinden sich die Innovation(s)Werkstatt, das Innovation(s)Management und das Innovation(s)Labor digital. Der Campus bietet Räume für Workshops und Technologien wie Metall- und Kunststoff-3D-Druck, um Prototypen zu realisieren. Ein Team von acht Mitarbeitenden vor Ort unterstützt Forschende, Studierende und Vertreter_innen regionaler Start-ups, Unternehmen und Institutionen bei allen Fragen rund um die wissenschaftsbasierte Entwicklung von Ideen und Technologien.

Virtueller Rundgang durch den Innovation(s)Campus



Virtuelle Mittagspause mit geführtem Rundgang

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten des Campus direkt vom Team erfahren, ist das in einer virtuellen Mittagspause möglich. Bei Interesse schreiben Sie an innovationscampus@uni-oldenburg.de.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Innovation(s)Campus.


Innovation(s)Mobil – Science Truck für die Region

Das Innovation(s)Mobil macht Wissenschaft für Bürgerinnen und Bürger in der Weser-Ems-Region zugänglich. Forschungsergebnisse lassen sich im Science Truck über multimediale Plattformen vermitteln und durch interaktive Formate oder Ausstellungen ergänzen. Der Rundgang zeigt die 62 Quadratmeter große Ausstellungsfläche mit Multi Media Terminals sowie eine Dachterasse, die insbesondere bei gutem Wetter eine gute Ergänzung darstellt. Bei Fragen wenden Sie sich an Frau Dr. Silke Glogowski, silke.glogowski@jade-hs.de.

Virtueller Rundgang durch das Innovation(s)Mobil



Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Innovation(s)Mobils.

0

PREVIOUS POSTSPage 1 of 7NO NEW POSTS