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Allgemein, News, Prizepapers, SchülerWissen

Auf der Grundlage von historischen Quellen ein Theaterstück schreiben – dieser Herausforderung stellte sich der Kurs „Darstellendes Spiel“ der IGS Helene Lange Schule. Zu einer Liveaufführung kam es wegen Corona nicht, stattdessen produzierten die Jugendlichen einen Film: In Zusammenarbeit mit der IHJO und dem „Prize Papers“-Projekt der Uni Oldenburg entstand „Gekapert!“

„Sah manches Schiff, gar früh gestrandet. Sah manch Hafen, fast versandet. Sah die Lebenden und die Toten. Sah manch Kind und manchen Greis. Erlebte Stürme und Gewalten. Sah Tod, sah Krieg, sah Pest und Eis. Sah Feste und die jungen Paare. Sah Kaperungen und Gefahr. Und ich werde jetzt berichten, wie es wirklich und wahrhaftig war.“

Mit diesen Worten stellt sich Thalia, die Gallionsfigur eines gleichnamigen Segelschiffes, zu Beginn des Films „Gekapert!“ vor. In den folgenden 40 Minuten präsentieren die Schüler_innen des Kurses „Darstellendes Spiel“ der IGS Helene Lange Schule in unterschiedlichen Szenen das Leben auf See im 17. und 18. Jahrhundert. Dazu gehören Kaperprozesse oder Liebesgeschichten genauso wie die vermeintliche Sichtung von Seeungeheuern. Zu Beginn des neuen Schuljahres wurde der Film im Forum der Helene Lange Schule präsentiert. Dabei hätte es eigentlich keinen Film, sondern ein Theaterstück geben sollen, die Aufführung war ursprünglich für den Sommer 2020 geplant. Doch die Coronapandemie durchkreuzte immer wieder die Pläne aller Beteiligten.

Wie aus historischen Quellen Theaterszenen werden

Bis zum fertigen Video war es ein langer Weg, der im August 2019 begann. Ausgangspunkt war das Forschungsvorhaben „Prize Papers“ (Prisenpapiere), eines der größten historischen Projekte in Deutschland. Seit 2018 erschließen und digitalisieren Forschende der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem britischen Nationalarchiv eine große Sammlung von Dokumenten aus der Zeit der Seekriege des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Dokumente stammen aus aller Welt und gelangten durch die Kaperung feindlicher Schiffe nach England.

„Als ich von dem Projekt hörte, dachte ich, dass es gut zu unserer Reihe ,Projekt: Wissen‘ passt,“, sagt Antje Ahrens, Mitarbeiterin im Teilprojekt „Schülerwissen“ der IHJO. Darin begleiten Mitarbeiter_innen der IHJO Schüler_innen über mehrere Monate dabei, wissenschaftliche Themen zu ergründen und koordinieren die Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen Partnern. „Dieses Format bot sich bei dem Prize Papers-Projekt an, weil sich seine komplexen Inhalte nicht in einem kurzen Zeitraum wie einem Nachmittag vermitteln lassen.“ Mit ihrer Idee, die Projektinhalte szenisch umzusetzen, stieß Ahrens auf offene Ohren – bei Eike Schaumburg-Roll und Nicole Rademacher, die den inklusiven Kurs „Darstellendes Spiel“ an der Helene Lange Schule leiten. Und bei Dr. Jessica Cronshagen und Frank Marquardt aus der Abteilung Frühe Neuzeit der Universität Oldenburg. Gemeinsam mit Studierenden bereiteten sie die Inhalte des „Prize Papers“-Projekts für die Jugendlichen auf.

So erfuhren die Schüler_innen des Jahrgangs 11 beispielsweise, wie der Alltag an Bord der Schiffe und in den karibischen Kolonien aussah oder wie Kaperungen abliefen. Das Team der Uni half den Jugendlichen dabei, Originalquellen, darunter Liebesbriefe, Gerichtsakten oder Kochrezepte, zu verstehen und einzuordnen. Sie dienten als Grundlage, um in Gruppen Theaterszenen zu schreiben. Einige der Texte übernahmen die Schüler_innen im Original, andere erzählten sie freier nach oder erfanden zusätzliche Figuren. Die unterschiedlichen Szenen stehen jeweils für sich, ergänzen sich aber auch gegenseitig. Am Ende entstand eine Collage über das damalige Leben an Bord.

Ein Film entsteht – trotz vieler Hindernisse

Nach dem Schreiben begannen die Proben. In dem inklusiven Kurs erarbeiteten Schüler_innen mit und ohne geistige Behinderung die Szenen gemeinsam. Dabei stand ihnen die Theaterpädagogin Lore Schillberg mit Tipps zur Seite. Ein Aufführungstermin im Juni 2020 und ein Aufführungsort – die Oldenburger Limonadenfabrik – waren schon gefunden, als Corona allen einen Strich durch die Rechnung machte. Mitte März 2020 wurden die Proben ausgesetzt.

Von da an musste die Gruppe immer wieder umjustieren: Im neuen Schuljahr führte sie das Projekt fort – mit geänderter Besetzung, weil einige Schüler_innen den Kurs verließen und neue dazu kamen. Jugendliche mit und ohne Behinderung wurden in unterschiedliche Kohorten aufgeteilt und konnten nicht mehr miteinander proben. Zwischen Dezember 2020 und April 2021 mussten die Proben erneut pausieren. „Ich glaube, wir alle haben uns in dieser Zeit manchmal gefragt, ob wir das Projekt überhaupt zu Ende bringen können“, sagt Schaumburg-Roll.

Angesichts so vieler Unwägbarkeiten entschied sich der Kurs dafür, aus dem Theaterstück einen Film zu machen. Eine Lösung, mit der neue Herausforderungen entstanden, denn die Gruppe brauchte nicht nur bei den Dreharbeiten, sondern auch beim Schnitt und bei der Auswahl von Musik Unterstützung. „In all diesen Angelegenheiten empfanden wir es als Privileg, mit der IHJO zusammenzuarbeiten“, sagt Schaumburg-Roll. Nicht nur hatte Ahrens die Idee für die Kooperation entwickelt, sie blieb auch während der Umsetzung Ansprechpartnerin für den Kurs: So bezahlte die IHJO die Theaterpädagogin sowie technisches Personal und fragte beim Staatstheater nach Requisiten an.

Am 7. September schließlich feierte der Film Premiere, vor etwa 45 Beteiligten, Familienangehörigen und Freund_innen. „Der Film ist ganz anders geworden als ich das zu Anfang gedacht hätte – und das ist gut so. Genau wie das „Prize Papers“-Projekt thematisiert es nicht wenige große Helden, sondern die „ganz normalen“ Menschen, die auf den gekaperten Schiffen unterwegs waren“, sagt Ahrens. Schaumburg-Roll ergänzt: „Das Theater bietet uns die Möglichkeit, Realität und Fiktion miteinander zu verbinden und dadurch einen Zugang zu einer Thematik zu finden, der für uns zuvor so nicht sichtbar gewesen wäre.“

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Auf einer neuen Webseite gibt die IHJO einen Überblick über Materialien für selbstständiges und multimediales Lernen. Hinweise auf Online-Tools, Lernvideos und Informationen zu Fortbildungen und Veranstaltungen ergänzen einander. Die Seite wird fortlaufend erweitert.

Nicht erst seit der Coronapandemie ist selbstständiges Lernen eine Schlüsselkompetenz, die Kinder und Jugendliche im Laufe ihrer Schulzeit erwerben sollen. Daneben spielen digitale Lehr- und Lernmaterialien im Unterricht eine immer größere Rolle. Doch wie finden Schüler_innen seriöse Informationen im Internet? Und was können Lehrer_innen tun, um ihren Unterricht multimedial zu gestalten?

Das Teilprojekt „Schülerwissen“ der IHJO beschäftigt sich schon seit längerem mit diesen Fragen. Unter anderem bietet es Fortbildungen zu Online-Tools für Lehrkräfte an, begleitet Jugendliche im Rahmen von „Projekt Wissen“ bei eigenen kleinen Forschungsprojekten oder informiert Schüler_innen in der „Teaching Library“ darüber, wie sie selbstständig nach Forschungsliteratur recherchieren können. „Dabei haben wir mit unterschiedlichen Apps, Webseiten und anderen Werkzeugen gearbeitet, die wir gerne gebündelt vorstellen und anderen zur Verfügung stellen wollen“, erläutert Elzbieta Skajda, Mitarbeiterin im Teilprojekt „Schülerwissen“. Daher entwickelte sie die Webseite „ForschungsToolkit“.

Unter toolkit.ihjo.de finden Lehrende und Multiplikator_innen aus dem Bildungsbereich sowie Schüler_innen weiterführender Schulen ab sofort Hinweise zu unterschiedlichen Tools und Veranstaltungen. Lehrkräfte erhalten unter anderem einen Überblick über Quellen von Open Educational Resources (OER), also frei verfügbaren Bildungsmaterialien im Internet. In Praxisberichten gibt Skajda außerdem ihr Erfahrungswissen an Lehrkräfte weiter und erklärt unter anderem, wie sich ein Imagevideo für die eigene Schule erstellen lässt oder mit welcher Software sich Zoom-Konferenzen interaktiver gestalten lassen. Zu zahlreichen Themen, etwa dem Einsatz von Online-Escape-Rooms oder Erklärvideos im Unterricht, finden Lehrkräfte Hinweise zu Fortbildungen der IHJO.

Für Schüler_innen hat Skajda beispielsweise Infotexte und -videos zu selbstständigem Lernen zusammengestellt. Außerdem gibt sie Schritt-für-Schritt-Hinweise, wie Jugendliche ihre erste Facharbeit schreiben – von der Ideenfindung bis zum fertigen Text. Schüler_innen, die programmieren lernen möchten, finden für HTML, CSS und JavaScript Texte und Videos zum Einstieg. Zur Studienorientierung liefert das ForschungsToolkit darüber hinaus Termine von Informationsveranstaltungen an Hochschulen.

Wichtig ist Skajda zu betonen, dass das ForschungsToolkit nicht fertig ist, sondern ständig weiterentwickelt wird: „Wir freuen uns über Hinweise von Lehrkräften und Schüler_innen, welche Tools sie in ihrem Alltag verwenden“.

Foto: istock.com/CentralITAlliance

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Eine eigene Küstenschutz-App entwickeln, einen biologisch abbaubaren Kunststoff herstellen, einen Solarflitzer bauen oder mit einem echten Roboter arbeiten – diese und weitere Einblicke in wissenschaftliche Themen können Jugendliche ab 12 Jahren am Ende der Sommerferien in Workshops der Schülerhochschule sammeln. Veranstalter ist die IHJO in Kooperation mit der Roboterfabrik Wilhelmshaven und dem Lernort Technik und Natur e.V. Von Montag, 30. August bis Mittwoch, 1. September, finden insgesamt acht Workshops auf dem Campus der Jade Hochschule in Wilhelmshaven statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte können sich bis Mittwoch, 25. August, unter ihjo.de/schuelerwissen anmelden.


Folgende Workshops stehen zur Auswahl:

Montag, 30. August, 10-14 Uhr: „Eure eigene Küstenschutz-App für das Android-Smartphone.“ Für Schüler_innen ab 14 Jahre, Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.

Montag, 30. August, 10-14 Uhr: „Kunststoffe – wichtiger Werkstoff oder Wegwerfartikel?“ Jugendliche ab 12 Jahren informieren sich zum Thema Plastik und stellen einen biologisch abbaubaren Kunststoff her.

Dienstag, 31. August, 10-14 Uhr: „Der Solarflitzer – Auf geht’s in die Mobilität der Zukunft.“ Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren bauen einen eigenen Solarflitzer.

Dienstag, 31. August, 10-14 Uhr: „Schnupperkurs Robotik in der Roboterfabrik Wilhelmshaven“. Schüler_innen ab 14 Jahren lernen, mit Industrierobotern zu arbeiten und sie zu programmieren.

Mittwoch, 1. September, 10 bis 14 Uhr: „Virtuelle Arbeitsplatzgestaltung“. Schüler_innen ab 15 Jahren erfahren, wie man an virtuellen Arbeitsplätzen Elektromotoren herstellt.

Mittwoch, 1. September, 10 bis 14 Uhr: „Mit den Ohren sehen“. Jugendliche ab 12 Jahre experimentieren mit Schall und lernen dabei, wie sich Tiere mit Schall orientieren. Außerdem programmieren sie einen Roboter mit Ultraschallsensor.

Mittwoch, 1. September, 10 bis 14 Uhr: „Mitgemacht – Jugendbeteiligung jetzt! Aber wie?“ Schüler_innen ab 13 Jahren entwickeln Konzepte, wie junge Leute besser in politische Entscheidungen vor Ort eingebunden werden können.

Mittwoch, 1. September, 10 bis 14 Uhr: „Virtuelle Welten“. Jugendliche ab 12 Jahren erstellen 3D-Inhalte und 360°-Bilder und betrachten diese mit einer VR-Brille.



Foto: Daisy-Daisy/iStock

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Über die spielerische Gestaltung des Unterrichts mit Online-Tools können sich Interessierte von Montag, 30. August bis Mittwoch, 1. September in der Workshop-Reihe „Online-Impulse“ der IHJO und des multimediamobil Nordwest informieren.

Die ein- bis zweistündigen Online-Workshops richten sich an Lehrkräfte sowie Multiplikator_innen aus dem Bildungsbereich und sind praktisch ausgerichtet: Die Teilnehmenden können die behandelten Werkzeuge oder Software-Produkte parallel zum Workshop selbst ausprobieren. Das Angebot ist für niedersächsische Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter_innen kostenfrei. Unter ihjo.de/anmeldung-online-impulse-sommer-special können sich Interessierte weiter informieren und anmelden.

Die Workshops finden über die Plattform Zoom statt. Die einzelnen Veranstaltungen können getrennt voneinander gebucht werden und bauen nicht aufeinander auf. Teilnehmende benötigen ein Headset und eine Webcam.

Folgende Workshops finden statt:

Montag, 30. August:

13:00 – 14:00 Uhr    Gamification in der Bildungsarbeit

14:30 – 15:30 Uhr    Actionbound als Allzweck-Onlinetool

16:00 – 18:00 Uhr    Tinkercard – 3D-Objekte im Kunst-, Werk- und Technikunterricht

 

Dienstag, 31. August: 

13:00 – 14:00 Uhr    QuizAcademy – School Edition

14:30 – 15:30 Uhr    Geschichten erzählen – Storytelling für Erklärvideos und Games

16:00 – 18:00 Uhr    Unterricht gamifizieren mit Classcraft

 

Mittwoch, 1. September:

13:00 – 14:00 Uhr     H5P Virtual Tour 360°

14:30 – 15:30 Uhr     LearningApps versus LearningSnacks

16:00 – 18:00 Uhr     Minetest – Computerspiele in der Pädagogik

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Wie hat sich die Corona-Pandemie auf das Arbeiten in der Schule ausgewirkt? Mit welchen Herausforderungen sind Lehrkräfte konfrontiert? Das Team SchülerWissen der IHJO hat Lehrkräfte an weiterführenden Schulen in der Region zwischen Ems und Weser nach ihren Erfahrungen während der Pandemie befragt, um gezielt unterstützende Angebote zu schaffen.

In diese Erhebung aus dem Herbst/Winter 2020 gehen 76 vollständig ausgefüllte Fragebögen von Lehrkräften verschiedener weiterführender Schulen ein. 35 % der teilnehmenden Lehrkräfte unterrichten an berufsbildenden Schulen (BBS), 25 % an Gymnasien, 17 % an Oberschulen, 10 % an Kooperativen Gesamtschulen (KGS), 4 % an Integrierten Gesamtschulen (IGS) und 8 % an sonstigen Schulformen. Da nur so wenige Lehrkräfte der IGS teilnahmen, werden diese bei allen folgenden Ausführungen mit in „Sonstige“ aufgeführt, um Verzerrungen zu vermeiden. Die befragten Lehrkräfte unterrichten in allen Sek I und Sek II-Jahrgängen.



Herausforderungen: Technik, Arbeitsbelastung, Distanzunterricht

In den Medien wird die mangelhafte Ausstattung der Schulen mit technischen Geräten oft und gerne beklagt (vgl. Spiegel 2020, Hafermann 2020). In unserer Umfrage bewerteten 68 % der teilnehmenden Lehrkräfte die technische Ausstattung ihrer Schulen als befriedigend oder besser. BBS, IGS und KGS wurden seitens ihrer Mitarbeiter_innen etwas schlechter eingestuft. Technische Herausforderungen ergaben sich für die beteiligten Lehrkräfte im Alltag auch infolge der Einarbeitungszeit in neue Software, z.T. fehlender Netzstabilität und verfügbarer Endgeräte bei Schüler_innen.



Als größte Herausforderungen wurden eine erhöhte Arbeitsbelastung infolge der Corona-Pandemie, das unübersichtliche Angebot an digitalen Lernmedien, eine unzureichende technische Ausstattung sowie Unsicherheiten in Bezug auf Rechtsfragen (z.B.  bezüglich DSGVO oder Urheberrecht) angegeben.

Das Lernen im Distanzunterricht unterscheidet sich für Schüler_innen erheblich von ihrem normalen Schulalltag – so berichteten die Lehrkräfte auch von den Herausforderungen, die sie bei den Schüler_innen beobachteten: 82 % gaben fehlende soziale Kontakte und die Organisation des Lernens als Herausforderung für ihre Schüler_innen an, 75 % beklagten eine fehlende technische Grundausstattung der Schüler_innen und 60 % bewerteten das soziale Umfeld sowie den Wegfall von Strukturen als herausfordernd für Schüler_innen.

Blick in die Zukunft

Abschließend prognostizierten die Teilnehmenden, welche der neu erworbenen Methoden und Werkzeuge sie auch in Zukunft einsetzen werden. Viele Lehrkräfte möchten digitale Elemente stärker nutzen, insbesondere flexible digitale „Bausteine“, wie z.B. Quiz oder Sprachlern-Apps. Neuere methodische Ansätze, wie z.B. kollaboratives Arbeiten oder asynchrones Lernen wurden nur von wenigen Lehrkräften benannt (Score: durchschnittlich 0,6 von 3 möglichen Punkten). Diese Methoden erfordern eine umfangreiche Überarbeitung der bisherigen didaktischen Konzepte und ein Umdenken von Lernprozessen. Eine mögliche Erklärung für die hohe Skepsis gegenüber neuen Konzepten könnte die hohe Arbeitsbelastung und sich ständig ändernden Rahmenbedingungen in den Zeiten der Corona-Pandemie sein. Das Interesse an unterstützenden Angeboten ist hingegen hoch, vor allem in Bezug auf praxisnahe Workshops, übersichtliche „Best Practice“- Beispiele und Angebote, die das unkomplizierte Einüben kleinerer digitaler Werkzeuge ermöglichen (Tutorials, Testumgebungen). Newsletter und Stammtische treffen auf wenig Interesse.

Ein Vergleich der befragten Gruppen ergab, dass vor allem die Situation an den berufsbildenden Schulen sich von der an anderen weiterführenden Schulen unterscheidet: Berufsschullehrende bewerten die sozialen Herausforderungen an ihre Schüler_innen als weniger gravierend und nutzen digitale Ressourcen etwas weniger intensiv.




Mit einer repräsentativen Stichprobenauswahl und einer parallelen Umfrage unter Schüler_innen und Eltern wäre sicherlich eine deutlichere Auswertung möglich. Dennoch freuen wir uns sehr über die hohe Beteiligung an unserer Umfrage und das sich daraus ergebende Stimmungsbild in der Region. Als Team SchülerWissen sehen wir die Ergebnisse der Umfrage als Ansporn, weiterhin gezielt Fortbildungen für Lehrkräfte in der Region anzubieten, die aktuelle Methoden praxisnah vermitteln.

Hier gelangen Sie zu unserem Angebot Online Impulse (für Lehrkräfte).


Überregionale Studien zum Weiterlesen

Klapproth, F.; Federkeil, L.; Heinschke, F. & Jungmann, T. (2020): Teachers’ experiences of stress and their coping strategies during COVID-19 induced distance teaching. Journal of Pedagogical Research http://dx.doi.org/10.33902/JPR.2020062805

Wildemann, A., & Hosenfeld, I. (2020): Bundesweite Elternbefragung zu Homeschooling während der Covid 19-Pandemie. Erkenntnisse zur Umsetzung des Homeschoolings in Deutschland. https://www.uni-koblenz-landau.de/de/landau/fb5/bildung-kind-jugend/grupaed/medienordner-grundschulpaedagogik/Wildemann/bericht_homeschooling/at_download/file

forsa (2020): Das Deutsche Schulbarometer Spezial: Corona-Krise. https://deutsches-schulportal.de/unterricht/das-deutsche-schulbarometer-spezial-corona-krise/

Quellen:
Der Spiegel 2020: Digitale Ausstattung an deutschen Schulen unter EU-Durchschnitt. Online unter https://www.spiegel.de/panorama/bildung/eu-bildungsbericht-digitale-ausstattung-an-deutschen-schulen-unter-eu-durchschnitt-a-e24be8c4-f7ea-4bc8-ac48-d25a941e0a48 (abgerufen am 14.05.2021)

Hafermann, Till (2020): Online unter https://www1.wdr.de/nachrichten/schulen-digitalisierung-umfrage-schulleiter-schueler-100.html (abgerufen am 14.05.2021)

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Wie erstelle ich interaktive Lernmaterialien für meine Schulklasse? Wie gestalte ich kurze Erklärvideos, die meine Aufgabenstellungen ergänzen? Die fortschreitende Digitalisierung und die Pandemie-Bedingungen stellen Lehrkräfte vor neue Herausforderungen. Technisches Know-how, das bisher nicht zur Lehrkräfteausbildung gehörte, ist kurzfristig gefragt. Von der erklärenden Audiodatei bis hin zum „Escape Room“ als spielerische Lernumgebung gibt es sehr ansprechende und vielfältige Mittel. Der digitale Unterricht lässt sich damit effektiv und für die Kinder und Jugendlichen spannend gestalten.

Deshalb bietet das Teilprojekt SchülerWissen der IHJO in Kooperation mit dem Multimediamobil Nordwest eine Fortbildungsreihe für Lehrkräfte an: In einstündigen Terminen können die Teilnehmenden ihre Kompetenzen in der Erstellung multimedialer Werkzeuge für den (digitalen) Klassenraum erweitern. Im Anschluss an die Lerneinheiten besteht in optionalen Gesprächsrunden die Möglichkeit, weiterführende Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen. Die Veranstaltungen bauen nicht aufeinander auf und können separat besucht werden.

Termine der Fortbildungsreihe:

Donnerstag, 10.06.21, 16-17 Uhr: DSGVO-konforme Werkzeuge im Internet
In diesem Workshop geben wir Tipps für DSGVO-sensible Online-Tools und mögliche Lösungen im Unterrichtsalltag.

Donnerstag, 24.06.21, 16-17 Uhr: Digitale Feedback-Tools im Unterricht
Mit zunehmender Digitalisierung des Unterrichts gewinnt Feedback immer mehr an Bedeutung. In dieser Veranstaltung zeigen wir, welche Funktionen Feedback leisten können, welche Formen von Feedback es gibt und welche Tools sowohl im Hybrid- als auch im Online-Unterricht passen und sich motivierend auf Schüler_innen auswirken.

Donnerstag, 08.07.21, 16-17 Uhr: Gamification in der Bildungsarbeit
Gamification meint hier den didaktischen Ansatz, Spiele für das formale Lernen im Unterricht einzusetzen. Bekannte Elemente und Mechanismen aus Computerspielen werden auf ein an sich nicht-spielerisches Umfeld übertragen. Wir diskutieren kurz und knapp Spielmechaniken und Elemente und stellen Gamification-Plattformen vor. Ist Gamification in der Schule nur ein System der Belohnung und Bestrafung mit etwas Zuckerguss garniert? Lassen Sie uns ins Gespräch kommen!

Die Veranstaltungen finden online statt. Teilnehmen können Lehrer_innen sowie Bildungsmultiplikator_innen aus der Region. Die Teilnahme ist kostenfrei. Nach Anmeldung wird rechtzeitig vor den Veranstaltungen ein Link für die Teilnahme verschickt.

Außerdem können Themenwünsche eingereicht werden. Für Gruppen ab sechs Personen werden auf Anfrage schulinterne Termine durchgeführt. 

Neben Formaten für Lehrkräfte bietet die Teaching Library der IHJO auf Nachfrage auch Online-Workshops für Schüler_innen ab Sekundarstufe II an, etwa zum Umgang mit wissenschaftlicher Literatur. Passende Arbeitsmaterialien werden zusätzlich bereitgestellt.

Im Fall von Fragen und für eine Anmeldung wenden Sie sich an Elzbieta Skajda, Mitarbeiterin Teaching Library der IHJO (elzbieta.skajda@jade-hs.de).


Foto: Ridofranz/iStock

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Der Science Truck zeigte eine Ausstellung zu Plastikmüll im Meer, das BürgerLabor veranstaltete einen Foto-Wettbewerb und das Teilprojekt SchülerWissen organisierte Schüler-Workshops.


Mit verschiedenen Angeboten und Aktionen hat sich die IHJO an der 3. Plastikaktionswoche Wittmund – Friesland vom 14. bis 19. September beteiligt. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie kam zu diesem Anlass – dank eines entsprechenden Sicherheits- und Hygienekonzepts – auch das Innovation(s)Mobil wieder zum Einsatz: Der Verein New Ocean Project e.V. zeigte im Science Truck eine Ausstellung zum Thema Plastikmüll im Meer. Rund 650 Tourist_innen jedes Alters – unter anderem aus Bayern, Baden Württemberg, NRW und Rheinland-Pfalz – nutzten die Gelegenheit, um sich in der kostenfreien Ausstellung über die Wege des Plastikmülls ins Meer, die Gefahren für Tiere und Natur sowie Alternativen zu Plastik zu informieren.

Begleitet wurde die Ausstellung von einem Workshop-Programm. Hier konnten die Teilnehmenden lernen, Kosmetik, Seife, Desinfektionsmittel, Reinigungsmittel oder auch Waschpulver selbst herzustellen – ökologisch und ohne Plastikzusätze. Dank des guten Wetters konnten auch Abendveranstaltungen stattfinden: Neben Filmvorführungen stand auch ein Vortrag zum Thema „Plastik im Meer – das schwierige Erbe eines wichtigen Werkstoffs“ auf dem Programm.

Spannende Ergebnisse lieferte auch der Foto-Wettbewerb, der parallel zur Ausstellung während der Plastikaktionswoche stattfand: Unter dem Motto „Plastikfrei – ich bin dabei!“ reichten Bürger_innen Fotos über das BürgerLabor der IHJO ein, die ihr Engagement für eine plastikfreie Welt zeigen. Gewonnen haben die folgenden Beiträge (v.l.n.r.: Mila R., Finja A. und Kristin):




Actionbound-Workshop für Schüler_innen


Auch das Teilprojekt SchülerWissen war während der Woche aktiv: Gemeinsam mit dem Multimediamobil Nordwest veranstalteten die Referent_innen einen Actionbound-Workshop für zwei Klassen des Lothar-Meyer-Gymnasiums in Varel. Actionbound ist eine App, mit der Nutzer_innen im Sinne eines sogenannten „Serious Games“ digitale Schatzsuchen oder interaktive mobile Abenteuer erstellen und diese Anderen zur Verfügung stellen können. Im Workshop erhielten die Schüler_innen zunächst einen inhaltlichen Input per Video von der Meeresforscherin Dr. Rosanna Schöneich-Argent zum Thema „Plastik im Meer – vom genialen Wertstoff zum globalen Umweltproblem.“ Anschließend spielten sie einen passenden Actionbound und lernten unter Anleitung einer Mitarbeiterin des Multimediamobil Nordwest, selbst einen Actionbound zu erstellen – etwa zu Plastikalternativen.

Bei Interesse an diesem Format können sich Lehrer_innen an die Ansprechpartner_innen des Teilprojekts SchülerWissen, Anka Albrecht (anka.albrecht@jade-hs.de), Elzbieta Skajda (elzbieta.skajda@jade-hs.de) oder Dr. Wolfgang Wenzel (wolfgang.wenzel@jade-hs.de), wenden. Der vom Teilprojekt SchülerWissen erstellte Actionbound ist unter dem folgenden QR-Code zu finden (nur mit der App „Actionbound“ zu öffnen):



Foto Science Truck: Hanna Ernstorfer
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Als „digitale Schnitzeljagd“ konnte eine geplante Schülerakademie auf Spiekeroog im Juni trotz Corona-Einschränkungen stattfinden.

Kontaktbeschränkungen, Hygienepläne, Arbeitsschutzmaßnahmen – wie gelingt es, unter diesen verschärften Bedingungen mit Schülerinnen und Schülern eine Projektwoche zu gestalten? Während viele Schulen alle Veranstaltungen mit externen Personen konsequent absagen, suchen andere nach kreativen Lösungen, um Geplantes dennoch umzusetzen. So hat Anja Wübben, Referentin für Wissenstransfer an Schulen im Teilprojekt SchülerWissen, gemeinsam mit zwei Lehrer_innen der Hermann-Lietz-Schule auf Spiekeroog eine digitale Schülerakademie konzipiert und durchgeführt.

Digitale Tools überbrücken die räumliche Distanz: Mit Live-Video-Vorträgen, Smartphones und Bestimmungs-Apps gelingt die Schülerakademie auch unter Anleitung aus der Ferne.

Vier Tage lang setzten sich insgesamt 15 Schüler_innen einer 11. Klasse mit den „Boden- und Pflanzenschätzen“ ihrer Insel auseinander. Aufgeteilt in vier Gruppen und ausgestattet mit Smartphones arbeiteten sich die Jugendlichen anhand eines ausführlichen Skriptes von Station zu Station. Zur Einstimmung wurden morgens per Video-Konferenz Einführungsvorträge vom Festland auf die Insel übertragen und der Tagesplan besprochen; für spontane Fragen über den Tag war Anja Wübben für die Schülerinnen und Schüler jederzeit digital erreichbar. Um alle Gruppen angemessen betreuen zu können, wurden die beiden Lehrkräfte von zwei FÖJlern des Umweltzentrums Wittbülten – Teilnehmer_innen des Programms Freiwilliges Ökologisches Jahr – unterstützt.

Insel-Biotope unter der Lupe

Im Laufe der Akademie stand für die Gruppen sowohl Gelände- als auch Labor-Arbeit auf dem Programm, um die verschiedenen Biotope der Insel genauer kennenzulernen. Der erste Tag begann mit einer sogenannten Geocaching-Tour, einer GPS-basierten Schnitzeljagd. Hierbei mussten die Jugendlichen bestimmte Stationen mithilfe ihres Handys anhand geographischer Koordinaten finden. Dabei bekamen sie einen ersten Eindruck aller Untersuchungsräume– obere und untere Salzwiese, nördliche und südliche Graudüne und Weißdüne. Am zweiten Tag erkundete jede Gruppe dann ein einzelnes Biotop. Hier entnahmen sie Bodenproben, zeichneten, fotografierten und bestimmten Pflanzen und fertigten ausführliche Protokolle an. Der dritte Tag wurde komplett im Labor verbracht: Hier untersuchten die Jugendlichen ausführlich die mitgebrachten Bodenproben und bestimmten deren Bestandteile, den pH-Wert sowie Salz- und Carbonat-Gehalt. In Kleingruppen fassten die Jugendlichen die Ergebnisse der unterschiedlichen Insel-Lebensräume in anschaulichen Vorträgen zusammen und präsentierten diese dann gegenseitig zum Abschluss des vierten Tages.

Im Labor bestimmten die Jugendlichen die Bestandteile des Bodens, seinen pH-Wert sowie Salz- und Carbonat-Gehalt.

Als Ergänzung zu den Bodenuntersuchungen wurde den Schüler_innen ein Fachvortrag über die Süßwasservorkommen auf der Insel Spiekeroog angeboten. Die Grundwasserforscherin Prof. Gudrun Massmann von der Universität Oldenburg gab Einblicke in die aktuelle Forschung zur Entstehung, Ausdehnung, zu Alter und Eigenschaften der Süßwasservorräte Spiekeroogs und zur Frage, was es mit so genannten submarinen Grundwasseraustritten auf sich hat.

Digitales Material nachhaltig nutzen

Insgesamt habe die Kombination aus digitalen und analogen Tools gut funktioniert, resümiert Anja Wübben. „Die Jugendlichen fanden es zum Beispiel super, dass ich ihre Fragen zum Teil direkt von Fachwissenschaftler_innen habe beantworten lassen. Und für die Lehrer_innen war die intensive Begleitung vor Ort letztlich wie eine Fortbildung – sie haben also auch von dem Format profitiert.“ Als Workshopleiterin nur digital mit den Teilnehmenden kommunizieren zu können, erschwere es jedoch, ein Gefühl für die Gruppe zu bekommen, ergänzt Wübben. „Gemeinsam zu lachen oder Scherze zu machen – das fehlt.“

Ein wichtiger Aspekt im Kontext digitaler Lehrangebote ist für das SchülerWissen-Team auch die nachhaltige Nutzung der Materialien. So soll etwa die Geocaching-Tour, die Wübben gemeinsam mit Kollegin Antje Ahrens, Referentin für Wissenstransfer an außerschulischen Lernorten, entwickelt hat, künftig auch Bürger_innen zur Verfügung stehen. Die Skripte wiederum sind mit einer sogenannten Creative Commons Lizenz versehen –Lehrkräfte können sie unter Nennung der Autorin für ihre eigenen Projekte abwandeln und nutzen.

Bei Fragen oder Interesse an ähnlichen Angeboten wenden Sie sich bitte an: Anja Wübben, Referentin für Wissenstransfer an Schulen (anja.wuebben@uni-oldenburg.de).

Fotos: Rita Przewodnik
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Wie gehen wir sinnvoll mit Plastik um? Vertreter_innen aus Schulen und Umweltbildungszentren lernen Experimentierbox im Transfercafé der IHJO kennen.

Plastik ist ein genialer Wertstoff, der in vielerlei Hinsicht zu unserem modernen Lebensstandard beiträgt. Dennoch ist die Verschmutzung unserer Umwelt mit Müll, insbesondere mit Plastik, ein wachsendes Problem unserer Zeit. Die Experimentierbox „Müllkoffer“ wurde am ICBM – Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg entwickelt und widmet sich der Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über die Plastikproblematik im Meer. Ziel ist es, einen nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen zu fördern.


Plastikfunde entlang 500 Metern Spülsaum auf einer Nordseeinsel, nach Farben und Größe sortiert. Mikroplastik macht zwar im Gesamtgewicht nur einen kleinen Teil des Plastiks im Meer aus, die Anzahl der Partikel ist aber bei Mikroplastik am größten.
Foto: Anja Wübben

Ein Preisgeld beim Wettbewerb „Frieslands Helden der Heimat“ (Gertrud und Hellmut Barthel Stiftung, 2018) ermöglichte die Realisierung von insgesamt sieben Koffern, die an fünf verschiedenen Standorten in Ostfriesland kostenlos ausgeborgt werden können: Auf Wangerooge, in Wihelmshaven, Dangast und Oldenburg stehen die Koffer bereit. Lehrkräfte können sie für den Unterricht in den Klassenstufen 4 bis 10 einsetzen.

Jede Box enthält eine Materialsammlung für acht verschiedene Experimente, wissenschaftliche Hintergrundinformationen sowie Spielideen und Anleitungen für Aktionen im Gelände. Die Schülerinnen und Schüler können Fakten über Kunststoffe erfahren, die Auswirkungen eines unüberlegten Umgangs mit Plastik auf die Umwelt erforschen, ihre eigenen Handlungsweisen reflektieren und einen verantwortungsvollen Umgang mit Plastikprodukten erarbeiten. Alle Experimente und Materialien werden von ausführlichen Hintergrundinformationen begleitet.

Transfercafé „Müllkoffer“

Um die Bekanntheit des Müllkoffers zu erhöhen und seine Inhalte Bildungsmultiplikator_innen sowie Lehrkräften näher zu bringen, hat Anja Wübben (Referentin für Wissenstransfer an Schulen der IHJO) im März dieses Jahres in Zusammenarbeit mit Rosanna Schöneich-Argent (die für die Experimentierbox verantwortliche Wissenschaftlerin am ICBM) ein Transfercafé organisiert. Vertreter_innen aus Schulen und Umweltbildungszentren hatten hier Gelegenheit, die Inhalte des Müllkoffers an Experimentierstationen zu erproben. Sie nahmen die Lernperspektive der Kinder und Jugendlichen ein, für die der Koffer gedacht ist und konnten die Lerneffekte einmal selbst erleben.


Teilnehmerinnen des Transfercafés arbeiten an einer der Experimentierstationen des Müllkoffers.
Foto: Anja Wübbe


Ein Format für mehr Transfer und Vernetzung

Das Format des Transfercafés wird vom Teilprojekts SchülerWissen regelmäßig für Lehrkräfte und Bildungsmultiplikator_innen angeboten. Neben der Vermittlung neuer Forschungsinhalte und -ergebnisse ist auch die Vernetzung der Teilnehmenden untereinander ein wichtiges Ziel. So will die IHJO die Entwicklung neuer Ideen in Bezug auf den Wissenstransfer in Schulen und an außerschulischen Lernorten sowie deren Realisierung fördern.

Fragen zu den Aktivitäten des Teilprojekts SchülerWissen beantworten die Referentinnen. Mit Fragen zum „Transfercafé Müllkoffer“ wenden Sie sich gern an Anja Wübben.

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Zehn Schüler_innen besuchten Anfang November die FS Heincke, um den Alltag von Forschenden und Studierenden an Bord zu erleben.

Mittagessen in der „Messe“, Wasserproben auswerten und den Meeresboden nach Schätzen absuchen: Initiiert vom Teilprojekt SchülerWissen der IHJO, bot der Tagesausflug den Schüler_innen Einblicke in die Arbeitsabläufe, Geräte und Aufgaben auf einem Forschungsschiff. Für einige war die Exkursion vielleicht ein erster Schritt in Richtung eines künftigen Berufs – denn was die Acht- bis Elftklässler_innen eint, ist das große Interesse an der Meeresforschung. In ihrer Freizeit engagieren sie sich im Forschungszentrum NordWest „XperimenT!“, einem schulübergreifenden Bildungsangebot im Bereich MINT. Der betreuende Lehrer Jens-Henning Kreker schlug sie für die Teilnahme an der Heincke-Exkursion vor: „Es macht mir Freude, die Schüler_innen in ihren Interessen zu unterstützen und es ihnen zu ermöglichen, die vielfältigen Arbeitsfelder auf einem Forschungsschiff kennenzulernen und authentische Forschung mitzuerleben.“


Zehn Tage war die FS Heincke Anfang November insgesamt auf der Nordsee unterwegs, an Bord Wissenschaftler_innen und Studierende der Universität Oldenburg und der Hochschule Emden-Leer. Für den Besuch der Schüler_innen wartet das Schiff vor Hooksiel. Ein sogenanntes Börteboot bringt die Jugendlichen gemeinsam mit Lehrer Jens-Henning Kreker und Organisatorin Anja Wübben vom Teilprojekt SchülerWissen an Bord. Ebenfalls zu Gast an diesem Tag sind Studierende des Studiengangs Messtechnik der Jade Hochschule – für die Schüler_innen eine gute Gelegenheit, weitere Berufsbilder und Studiengänge rund um das Thema Meer kennenzulernen. „Im Teilprojekt SchülerWissen möchten wir Schüler_innen aktuelle Forschungsthemen nachhaltig zugänglich machen und Wege in Berufsfelder nach einem Hochschul-Studium aufzeigen“, sagt Anja Wübben.

An Bord der FS Heincke

Auf dem Schiff angekommen, lautet Punkt eins auf der Tagesordnung: Lagebesprechung. Gespannt lauscht die Besuchergruppe den einführenden Worten von Fahrtleiter Dr. Thomas Badewien. Bereits im Oktober hatte er bei einem Besuch in der Schule die Arbeit der Meeresforscher vorgestellt.


Nun geht es darum, den Tagesablauf und die anstehenden Aufgaben zu besprechen. Damit am Ende des Tages nicht zu viele offene Fragen bleiben, können alle Gäste aufschreiben, was sie schon immer über ein Forschungsschiff wissen wollten. Anschließend bilden die Schüler_innen und Studierenden kleine Gruppen und verteilen sich auf die verschiedenen Stationen, wo die Wissenschaftler_innen sie mit den jeweiligen Geräten vertraut machen und die Arbeitsschritte erklären.

Proben nehmen, Daten erheben und Bilder auswerten

Mit einem sogenannten Wasserschöpferkranz entnehmen die Forscher Wasserproben aus verschiedenen Tiefen. Nachdem die Mannschaft das große Gerät gesichert hat, können die Schüler_innen die Proben entnehmen. Diese filtrieren sie anschließend, der Niederschlag samt Filterpapier wird eingefroren – denn untersucht werden diese Proben erst in Laboren an Land.


An einer zweiten Station lernen die Schüler_innen, wozu eine Secchi-Scheibe und die Forel-Ule-Skala gut sind: Mit diesen Methoden lässt sich bestimmen, wie trübe beziehungsweise transparent ein Gewässer ist und welche Farbe es hat. Anhand dieser Parameter kann man auf die Inhaltsstoffe des Wassers schließen.

Auf besonderes Interesse bei den jungen Gästen stößt auch das Fächerecholot: Mit Hilfe von insgesamt 120 nebeneinander gesetzten Echoloten wird der Meeresboden gescannt. Anhand der entstehenden 3D-Bildes lassen sich beispielsweise verlorene Schiffscontainer oder Müll aufspüren – oder auch ein verschollener Piratenschatz.


Zurück an Land mit vielen neuen Eindrücken

Im Verlauf des Tages lernten die Schüler_innen weitere Forschungs-Großgeräte kennen, aßen in der „Messe“ – so heißt das Esszimmer auf einem Schiff – zu Mittag und konnten sich die vielen Räume des Schiffs, von der Kommandobrücke bis zu den Schlafkammern, anschauen. Zwischendurch nahm sich der Fahrleiter außerdem Zeit, von seinen Expeditionen zu erzählen und die verschiedenen Studiengänge der Hochschulen im Bereich Meeresforschung vorzustellen.

Für die Jugendlichen brachte der Tag auf See viele neue Eindrücke und Erkenntnisse:

„Es ist faszinierend, dass auch in trüben Meeresgewässern mithilfe von Schallwellen Dinge beobachtet und vermessen werden können, die wir mit unseren Augen niemals sehen könnten“ erzählen Katharina und Franca auf der Rückfahrt im Bus. „Dass Salz im Wasser die Dichte verändert, das war uns schon klar, aber dass sich durch Salz auch die Schallausbreitung verändert, das hätten wir nicht gedacht“, ergänzen Clara und Fenja.

„Uns hat die Vielfalt der Experimente und Untersuchungsmöglichkeiten sehr beeindruckt. An jeder Station werden gleichzeitig mit sehr unterschiedlichen Messtechniken die Sedimente, Algen und Eigenschaften des Meerwassers untersucht“, resümierten Johannes und Felix nach der Forschungsschiffausfahrt. Sie sind gespannt auf ihre eigenen Forschungsdaten, die über die öffentlich einsehbare wissenschaftliche Datenbank PANGAEA (https://www.pangaea.de/) einsehbar sind.

Die Ausfahrt mit der FS Heincke wurde von Anja Wübben, Referentin für Wissenstransfer an Schulen, organisiert und in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler_innen des Instituts für Chemie und Biologie des Meers der Universität Oldenburg und dem Forschungszentrum NordWest für Schüler und Schülerinnen durchgeführt.

Bei Fragen oder Interesse an diesen Angeboten wenden Sie sich bitte an: Anja Wübben, Referentin für Wissenstransfer an Schulen (anja.wuebben@uni-oldenburg.de).


Fotos: Anja Wübben

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