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Allgemein, Innovation(s)Management, News

Der Oldenburger Innovationstag 2022 findet am 29. September statt. Er wird von der IHJO, dem C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg und der gemeinnützigen ZUKUNFT.unternehmen gGmbH ausgerichtet.

Neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten spielen auch ökologische und soziale Aspekte eine immer größere Rolle für das Handeln von Unternehmen – nicht zuletzt aufgrund aktueller Herausforderungen wie der Klima- und Energiekrise. Wie Unternehmen gleichzeitig nachhaltiger und innovativer werden können, ist Thema des Oldenburger Innovationstags 2022 am Donnerstag, 29. September. Er findet von 14:00 bis 19:00 Uhr bei der ZUKUNFT.unternehmen gGbmH (August-Hanken-Straße 24 in Oldenburg) statt. Interessierte können sich bis Montag, 26. September, unter https://www.eventbrite.de/e/oldenburger-innovationstag-2022-tickets-381033731147 anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Veranstaltet wird der Innovationstag von der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg!, dem C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg und der gemeinnützigen ZUKUNFT.unternehmen gGmbH

Eine Keynote, verschiedene Sessions und eine Podiumsdiskussion beleuchten das Thema aus wissenschaftlicher und unternehmerischer Perspektive. Dabei wird unter anderem das Projekt „Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst“ als Beispiel für nachhaltige Innovationen in Oldenburg vorgestellt. Die Teilnehmenden erfahren außerdem, wie Unternehmen mit einfachen Maßnahmen nachhaltiger agieren können und welche politischen Rahmenbedingungen es für betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement gibt. Wie die Verbindung von Nachhaltigkeit und Innovation in der Praxis umgesetzt werden kann, verraten Vertreter_innen von Unternehmen aus der Region wie der BTC AG, der CEWE Stiftung & Co. KGaA und der EWE AG. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum Austausch und Networking.

Bild: iStock: pickup

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Allgemein, Innovation(s)Management, News

Die Planung von Gebäuden ist komplex: Architekt_innen, Tragwerksplaner_innen, Fachleute für technische Gebäudeausrüstung und viele weitere Berufsgruppen sind in den Prozess eingebunden und müssen dafür Informationen austauschen. Die Methodik „Building Information Modeling“ (Bauwerksdatenmodellierung) kann dabei helfen und ist für bestimmte Projekte sogar gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem scheuen viele kleine und mittlere Unternehmen vor ihr zurück. Christian Heins, Mitarbeiter im Teilprojekt „Innovation(s)Management“ der IHJO, konzipiert und organisiert Planspiele, um Unternehmensvertreter_innen und Hochschulangehörigen die Methode nahezubringen.

Was normalerweise Monate oder sogar Jahre dauert, simulierten Architekturstudierende der Jade Hochschule in drei Tagen: Im März 2021 entwarfen sie in einem Planspiel ein neues Gebäude für die Jade Hochschule. In Gruppen von vier bis fünf Personen traten die Studierenden mit unterschiedlichen Konzepten gegeneinander an. Dabei übernahmen sie verschiedene Rollen, etwa die von Architekt_innen, Tragwerksplaner_innen oder Kostenverantwortlichen. Das Ziel war nicht nur, am Ende ein möglichst funktionales und schönes Gebäude zu entwerfen. Die Studierenden nutzten die Tage vor allem, um eine Methode für die Konzeption und Instandsetzung von Gebäuden zu erproben: Building Information Modeling (BIM), auf Deutsch Bauwerksdatenmodellierung.

Christian Heins, Innovation(s)Manager der IHJO, hat gemeinsam mit Gregor Grunwald, Professor im Fachbereich Architektur der Jade Hochschule, dieses und weitere BIM-Planspiele für Hochschulangehörige und Unternehmensvertreter_innen entwickelt und umgesetzt. BIM auf diese Weise anderen nahezubringen, ist sein großes Anliegen. Doch was verbirgt sich genau hinter BIM und warum ist es in der Architektur, im Ingenieur- und Bauwesen so wichtig?

Planungskollisionen vermeiden mit BIM

Bei der Planung von Gebäuden arbeiten die unterschiedlichsten Berufsgruppen zusammen. Entsprechend groß ist die Menge an Informationen, die zwischen ihnen ausgetauscht werden muss – und damit auch die Fehleranfälligkeit des gesamten Prozesses. „Bisher hat dabei jede Berufsgruppe eigene Pläne auf Papier angefertigt und mit den anderen Beteiligten ausgetauscht“, erläutert Heins. Missverständnisse oder Planungsfehler fielen so teilweise erst auf der Baustelle auf. Zum Beispiel, wenn technische Gebäudeplaner Lüftungsschächte eingeplant hatten, diese aber auf den Plänen der Architekten nicht zu sehen waren. Verzögerungen und Verteuerungen waren daher oft die Folge.

In der Arbeit mit BIM fertigen alle Berufsgruppen anstelle von 2D-Modellen virtuelle 3D-Modelle an. Bei regelmäßigen Treffen aller am Bau Beteiligten werden die unterschiedlichen Modelle wie transparente Folien übereinandergelegt. So können Kollisionen schnell erkannt werden.

Technik, Recht, Arbeitsabläufe: Hürden bei der Umsetzung

„BIM ist nicht nur praktisch, sondern inzwischen oft sogar gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Heins. So muss, gemäß des Stufenplans Digitales Planen und Bauen des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, BIM seit 2021 in Deutschland bei allen neu ausgeschriebenen Verkehrsinfrastruktur-Großbauprojekte eingesetzt werden. Dennoch scheuen viele Bauunternehmen und Ingenieurbüros davor zurück, die Methode im Arbeitsalltag einzusetzen. Zwar werden Arbeitsabläufe schneller und effizienter, wenn BIM erst einmal implementiert ist – doch der Weg dahin ist nicht immer einfach. Softwareprogramme müssen auf BIM angepasst und Mitarbeitende hierfür geschult werden. Auf kurze Sicht kann der Einsatz von BIM daher sogar Arbeitsabläufe verzögern. „Das stellt für viele Unternehmen aufgrund der aktuell guten Auftragslage ein Risiko dar“, sagt Heins.

Hinzu kommen rechtliche Bedenken, denn die Planungsbüros bürgen dafür, dass ihre Gebäude fachgerecht geplant sind. Das bedeutet, dass sie dafür belangt werden können, wenn wegen einer falschen Softwareanwendung Fehler auftreten.

Das BIM-Game: ein spielerischer erster Zugang

Für Heins ist klar: Diese Hürden lassen sich am besten spielerisch überwinden, indem die Teilnehmenden die Methodik in der Praxis ausprobieren. Doch wie kann so ein spielerischer Ansatz konkret aussehen? Eine Antwort auf diese Frage fand Heins an der Jade Hochschule im transnationalen Projekt „BIM Game“: Zwischen 2016 und 2019 arbeitete er mit Hochschulangehörigen und Unternehmensvertreter_innen aus ganz Europa an einem BIM-Planspiel.

Das Konzept, das im Projekt entstanden ist, entwickelt Heins seit 2020 als Innovationsmanager der IHJO weiter und setzte es in die Praxis um. Insgesamt vier BIM Games konnten er und Grunwald seitdem durchführen – für so unterschiedliche Zielgruppen wie Studierende, Unternehmensvertreter_innen und Angehörige von Handwerkskammern. Nicht nur der praxisorientierte Ansatz, auch der begrenzte Zeitrahmen helfen den Teilnehmenden beim Lernen, resümiert er. „Viele Teilnehmende werden so aufnahmefähiger und können die Ergebnisse später leichter wieder abrufen.“ An der Jade Hochschule sollen die Planspiele auch nach dem Projektende der IHJO in der Lehre verankert werden.

Foto: So oder so ähnlich können die Entwürfe aussehen, die bei BIM-Planspielen entstehen. Copyright: Marcel Pollmann

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Allgemein, News

Bei der Abschlussveranstaltung der IHJO im Oldenburger Schloss zogen die Projektverantwortlichen Bilanz und stellten vor, welche Transferformate nach Projektende fortgeführt werden.

„Einmal Weltmeister – immer Weltmeister. Frei nach diesem Motto bleiben die Universität Oldenburg und die Jade Hochschule auch nach Abschluss des Projektes ‚Innovative Hochschulen‘. Es ist beeindruckend, mit welchem Elan Sie gemeinsam in den vergangenen Jahren den Transfer verfolgt haben und was daraus erwachsen ist. Der Schub im Bereich der ‚Third Mission‘ wird weit über das Projekt hinauswirken.“ Mit diesen Worten eröffnete Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler vor über 120 Gästen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft die Abschlussveranstaltung der IHJO im Oldenburger Schloss. Thümler würdigte die Leistungen der IHJO auf ihrem Weg, den Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Hochschulen nachhaltig zu intensivieren, als „innovativen Meilenstein mit Ausstrahlung auf den gesamten Nordwesten Niedersachsens und darüber hinaus“.

Unter dem Motto „Wissen.schaf(f)t.Transfer“ präsentierten die Projektpartner im weiteren Verlauf der Veranstaltung die Ergebnisse aus fünf Jahren Zusammenarbeit. Auch eine Podiumsdiskussion stand auf dem Programm. Die IHJO war im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ mit rund 11 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Land Niedersachsen gefördert worden. Im Projektzeitraum 2018 bis 2022 war sie das einzige in Niedersachsen geförderte Vorhaben.

Die Bedeutung der IHJO: Bürger_innendialog, lebensbegleitendes Lernen und Wissenstransfer

„Wir als Hochschulen schaffen täglich Wissen, vermitteln Fähigkeiten und erforschen Zusammenhänge. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, konsequent neue Wege zu beschreiten, um mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber in den Dialog zu treten und sie an Forschung zu beteiligen. Das haben wir mit der IHJO in hervorragender Weise erreicht und damit aktiv die Innovationskraft der Region gefördert“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder. Der Präsident der Jade Hochschule, Prof. Dr. Manfred Weisensee, hob die Bedeutung des lebensbegleitenden Lernens hervor: „Es ist uns als Bildungseinrichtung wichtig, passgenaue Wissensvermittlung für alle Lebensphasen im Blick zu haben. Das Projekt ‚Innovative Hochschule Jade Oldenburg!‘ hat unser Spektrum in diesem Bereich nachhaltig erweitert, und wir werden nicht nur die Hochschule für die Gesellschaft weiter öffnen, sondern auch weiter aktiv in die Region hineinwirken.“

Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff, Vorstandsvorsitzender des Informatikinstituts OFFIS, fügte hinzu: „Wissenschaftstransfer in die Gesellschaft, aber auch in die Industrie, ist eine Brücke, die gebaut und gepflegt werden muss. Das ist der IHJO bemerkenswert gut gelungen. Dabei sind nachhaltige Strukturen entstanden, die auch in Zukunft von den Projektpartnern fortgeführt werden. Ich bin überzeugt, dass die IHJO stilgebend für Transferformate im Nordwesten ist und weiter sein wird.“

Angebote vom Digitallabor bis zum Science Truck

Die IHJO hat in den vergangenen fünf Jahren über 500 Veranstaltungen mit etwa 18.000 Teilnehmenden durchgeführt. Den Herausforderungen der Corona-Pandemie begegnete das Projekt mit neuen Formaten: So wurde der Science Truck im Sommer 2021 kurzfristig zu einem Impfmobil umgebaut, in dem über 4.500 Impfungen durchgeführt werden konnten. Zahlreiche Veranstaltungen fanden online statt, darunter beispielsweise Schulungen für Lehrkräfte zur Planung und Durchführung von digitalem Unterricht.

Anlässlich der Abschlussveranstaltung präsentierten Mitarbeitende der IHJO an unterschiedlichen Ständen beispielhaft, welche Transferformate rund um die Hochschulstudienorte Oldenburg, Wilhelmshaven und Elsfleth umgesetzt wurden. So zeigte etwa das Teilprojekt „SchülerWissen“ Lehrmaterialien und Experimente aus Veranstaltungen, mit denen Forschungsthemen aus den Hochschulen in die Schulen gebracht wurden. Den „Innovation(s)Campus“ mit mehreren 3D-Druckern, einem Digitallabor und Coworking-Spaces konnten die Gäste auf einer virtuellen Tour erkunden. Auf dem Schlosshof präsentierte sich der Science Truck, die mobile Forschungsplattform der IHJO.

Wie es nach Projektende weitergeht

Auch über die Projektlaufzeit hinaus werden Universität und Jade Hochschule zahlreiche Angebote weiterführen. In der Universität wird beispielsweise der Innovation(s)Campus weiterhin sowohl Hochschulangehörigen als auch Unternehmensvertreter_innen und Gründungsinteressierten zur Ideenfindung und Prototypenentwicklung zur Verfügung stehen. Die im Projekt entwickelten Angebote für Promovierende werden in das Portfolio der Graduiertenakademie und der Graduiertenschulen der Universität Oldenburg aufgenommen.

An der Jade Hochschule wird unter anderem das Mentoringprogramm fortgesetzt, in dem Unternehmensvertreter_innen Studierende in höheren Semestern bei der Berufsorientierung begleiten. Ebenfalls verstetigt wird das „BürgerLabor“. Mit Umfragen und Erhebungen lädt es Bürger_innen ein, sich an wissenschaftlicher Forschung zu beteiligen.

Unter der Marke „Innovative Hochschule Jade-Oldenburg!“ planen beide Hochschulen auch für die Zukunft gemeinsame Veranstaltungen und Angebote zum Ideen-, Wissens- und Technologietransfer.

Foto: IHJO/Hendrik Reinert.

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Allgemein, News, SchülerWissen

Vom Ausstellungskatalog bis zu Arbeitsblättern – zahlreiche Materialien aus Bildungsprojekten der IHJO sollen online als Open Educational Resources (OER) verfügbar gemacht werden. Anja Wübben, Mitarbeiterin im Teilprojekt SchülerWissen, erläutert, was OER sind und welche Anliegen die IHJO mit ihnen verfolgt.

Anja, was für Bildungsmaterialien stellt das Teilprojekt SchülerWissen online zur Verfügung?

Es handelt sich um Materialien, die bei unserer Zusammenarbeit mit Schulklassen oder unseren Veranstaltungen entstanden sind. Zum Beispiel haben wir im vergangenen Jahr die Ausstellung „Nachgefragt!“ im Schlauen Haus Oldenburg konzipiert und organisiert, bei der Forschende aus der Region Kinderfragen beantwortet haben. Alle Fragen und Antworten aus der Ausstellung finden sich im Ausstellungskatalog, der sich unter ihjo.de/schuelerwissen herunterladen lässt. Oft führen wir mit Schulklassen auch Projekttage oder -wochen zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen durch. In diesem Zusammenhang sind Arbeitsblätter, Bestimmungsbögen und Forschungshefte entstanden, die wir ebenfalls schrittweise verfügbar machen wollen.

Sind diese Materialien dadurch, dass sie frei heruntergeladen werden können, schon Open Educational Resources?

Ganz so einfach ist es nicht. Denn dass etwa ein Arbeitsblatt online heruntergeladen werden kann, bedeutet nicht automatisch, dass man es für die Öffentlichkeit nutzen und vervielfältigen darf. Open Educational Resources könnte man übersetzen mit „frei zugängliche Lehr-, Lern- und Forschungsressourcen“.

Unter welchen Bedingungen kann man OER nutzen?

Für offene Bildungsmaterialien gibt es verschiedene Lizenzen. Wer die Materialien erstellt, kann entscheiden, welche Lizenz er oder sie wählt und bestimmt damit, unter welchen Konditionen sie verwendet werden dürfen. Wir im Teilprojekt SchülerWissen veröffentlichen unsere Materialien meistens unter der Lizenz CC BY 4.0. Das heißt, dass andere unsere Materialien für alle Zwecke verwenden, vervielfältigen und auch selbst verändern dürfen – unter der Bedingung, dass wir als Urheber genannt werden.

Welche Vorteile bieten OER für Lehrkräfte?

OER sollen natürlich klassische Lehrbücher nicht ersetzen. Aber sie können sie ergänzen – zum Beispiel, wenn Lehrkräfte mit ihren Klassen eine Projektwoche zu Ökosystemen an der Nordseeküste durchführen wollen. Für solche regionalspezifischen Themen stellen die wenigsten Verlage Bildungsmaterialien her. OER haben für Lehrkräfte außerdem den Vorzug, dass sie die Materialien für ihre Zwecke anpassen, also zum Beispiel Bilder austauschen oder Textabschnitte hinzufügen können.

OER sind also darauf angelegt, dass sie immer weiterentwickelt und verbessert werden. Damit verbunden ist eine Kultur des Teilens: Was Lehrkräfte früher schon praktiziert haben, etwa indem sie selbsterstelle Arbeitsblätter an Kolleg_innen weitergegeben haben, wird jetzt in den digitalen Raum verlagert. Das hat auch den Vorteil, dass weitaus mehr Personen von den Arbeitsmaterialien profitieren können.

Warum engagiert ihr euch für das Thema OER?

Eine Kernaufgabe in der IHJO ist der Transfer: Wir wollen Wissen aus den Hochschulen in die Zivilgesellschaft bringen und Dialoge anstoßen – zum Beispiel zwischen Forschenden und Schüler_innen. Zu diesem Grundgedanken passt es sehr gut, dass wir unsere Materialien als OER zur Verfügung stellen, denn so können wir hoffentlich noch mehr Schulklassen erreichen als allein mit unseren Veranstaltungen. Zusätzlich sorgen wir so dafür, dass die Ergebnisse unserer Arbeit erhalten bleiben, auch wenn das Projekt Ende des Jahres ausläuft.

Wie geht ihr vor, wenn ihr OER erstellt?

Zunächst einmal haben wir lange überlegt, was für Materialien wir als OER zur Verfügung stellen wollen. Möglich gewesen wären ja zum Beispiel auch Apps oder ausschließlich Online-Materialien wie Quizze – doch einige Schulen sind technisch noch immer sehr schlecht ausgestattet. Letztendlich haben wir uns für einen Mix aus digitalen Materialien und solchen, die sich ausdrucken lassen, entschieden. So wollen wir möglichst viele Lehrkräfte und Schüler_innen erreichen.

Wenn ich an den Materialien arbeite, gehe ich dabei nicht grundsätzlich anders vor als bei anderen Arbeitsblättern, Postern oder Broschüren. Ich achte aber darauf, dass ich entweder meine eigenen Fotos oder frei lizenzierte Bilder verwende. Wichtig ist das auch bei der Auswahl der Schrift: Wir nutzen freie Schriftarten-Fonts, die man zum Beispiel auf Google Fonts finden kann.

Wichtig ist uns natürlich auch, dass unsere Materialen später von anderen gefunden werden können. Daher wollen wir sie nicht nur auf der IHJO-Homepage und auf dem Forschungstoolkit der IHJO veröffentlichen, sondern auch auf dem niedersächsischen Hochschul-OER-Portal “twillo”. Von dort wollen wir zu weiteren bekannten OER-Portalen für Lehrer_innen verlinken. Dabei achten wir darauf, gute Schlagworte für unsere Materialien zu finden, damit sie so einfach zugänglich wie möglich sind.

Was hast du selbst bei der Erstellung von OER gelernt?

Ich habe OER erst durch meine Arbeit bei der IHJO kennengelernt, musste mich also selbst erst einmal in das Thema einarbeiten. Dabei war ich überrascht wie viele freie Arbeitsmaterialien bereits verfügbar sind. Angesichts dieser Menge an OER ist es wiederum erstaunlich, dass die Community derer, die OER erstellen, relativ klein ist. Auch deshalb möchte ich das Thema OER bekannter machen und andere dafür begeistern.

Bild: Das inzwischen verbreitetste Logo für Open Educational Resources (Jonathasmello – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18460156).

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 Herausforderungen im Gesundheitsbereich gibt es viele. Beim Oldenburger Healthcare Hackathon taten sich Hochschulangehörige, Unternehmensvertreter_innen und Klinikmitarbeitende zusammen, um Lösungen zu entwickeln.

Wer psychisch erkrankt ist, braucht in den meisten Fällen schnell Hilfe – doch die Wartelisten der psychiatrischen Kliniken sind lang. Wie lässt sich die Übergangszeit sinnvoll überbrücken? Alke Schiller von der Jade Hochschule, Leonie Saskia ter Haseborg vom Klinikum Oldenburg und Sophie Grimme vom Informatikinstitut OFFIS entwickelten beim Oldenburger Healthcare Hackathon eine Idee: die App „We bridge“. Patient_innen, die auf einen Therapieplatz warten, erhalten Hilfe von einem digitalen Assistenten, der regelmäßig Daten zum Gesundheitszustand der Patienten abfragt und an Ärzt_innen in den Kliniken zur späteren Diagnostik weitergibt. Beim abschließenden Pitch überzeugte das Team die Jury: Es gewann den Preis für das beste Start-up-Potenzial.

In zwei Tagen vom Brainstorming zum Pitch

Schiller, ter Haseborg und Grimme waren drei von insgesamt etwa 20 Teilnehmenden am Healthcare Hackathon, den die IHJO, das Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Oldenburg und das Klinikum Oldenburg am 10. und 11. August gemeinsam ausrichteten. In einem vorherigen Kick-off-Event hatten Verteter_innen des Klinikums, des OFFIS und der Johanniter bereits vorgestellt, mit welchen Herausforderungen aus dem Gesundheitsbereich sie sich in ihrem Alltag beschäftigen. Hierzu entwickelten die Teilnehmenden beim Hackathon in Gruppen Lösungsansätze. Dabei bekamen sie Anregungen zur Ideenentwicklung, zum Brainstorming, zur Entwicklung von Prototypen und zur Pitch-Präsentation, die am Ende des zweiten Tages stattfand. Eine Jury aus Prof. Dr. Antje Wulff (Abteilung Big Data in der Medizin, Universität Oldenburg), Alexandra Wurm (Leitung GO! Start-up Zentrum) und Sabine Brase (Pflegedirektorin Klinikum Oldenburg) vergab Preise in den Kategorien „Größtes Start-up-Potenzial“, „Bester Prototyp“ und „Überzeugendster Pitch“.

Das Prinzip Hackathon

Das Konzept des Hackathons kommt ursprünglich aus dem IT-Bereich: Hier bezeichnet der Begriff Kurzveranstaltungen, bei denen Programmierer_innen für ausgewählte Herausforderungen Softwarelösungen entwickeln. Das Prinzip ist beim Healthcare Hackathon ähnlich, aber mit einem anderen thematischen Fokus: Technische Lösungen, Gründungsideen oder Ansätze für wissenschaftliche Forschungsprojekte sind gleichermaßen gefragt, wenn es um die Ideenentwicklung geht. In anderen deutschen Städten wie Mainz, Berlin oder Kiel sind Healthcare Hackathons in den vergangenen Jahren schon umgesetzt worden. In Oldenburg gibt es das Format in diesem Jahr zum ersten Mal, nachdem das Gründungs- und Innovationszentrum und das Klinikum mit dem Health Innovation Sprint im vergangenen Jahr schon ein Vorgängerformat organisiert hatten.

Interdisziplinäre Teams als Bereicherung

Müll vermeiden und Licht richtig managen im Krankenhaus, Pflegepersonal und pflegende Angehörige digital vernetzen oder digitale Ausbildungselemente in virtueller Realität anbieten – das waren nur einige der Herausforderungen, mit denen sich die Teilnehmenden beschäftigten. Unter ihnen waren Studierende und Promovierende genauso wie Unternehmensvertreter_innen und Pflegepersonal. „Diese Vielzahl an unterschiedlichen Sichtweisen und Herangehensweisen an die verschiedenen Themen ist ein großer Gewinn“, sagt Dr. Christiane Stehle, medizinischer Vorstand des Klinikums Oldenburg und Schirmherrin des Healthcare Hackathons. Andrea Klahsen, Mitarbeiterin im Teilprojekt Innovation(s)Werkstatt der IHJO, fiel besonders die gute Zusammenarbeit in den Teams auf: „Vor zwei Tagen kannten sich die Teilnehmenden untereinander noch gar nicht und jetzt präsentieren sie schon gemeinsam ihre Ergebnisse.“ Kim Körber, Vorstandsreferentin und Leiterin des Projektmanagements am Klinikum Oldenburg, ergänzte: „Es ist großartig zu sehen, wie die Teams interdisziplinär zusammenarbeiten und gemeinsam neue Ideen entwickeln.“

Mit ihrer Idee für die App „We bridge“ haben Schiller, ter Haseborg und Grimme eine Förderung des GO! Start-up Zentrums im Gesamtwert von 15.000 Euro gewonnen, um das Konzept weiterzuverfolgen. In welche Richtung sie es entwickeln wollen, wird die Zeit zeigen. Die Zukunft des Oldenburger Healthcare Hackathons hingegen ist schon klarer: „Wir wollen das Format auf jeden Fall in den nächsten Jahren weiter fortführen“, sagt Stehle.

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Über den Einsatz von Lehr- und Lernmaterialien zum Thema Sprache und Musik können sich Interessierte in der Workshop-Reihe „Online-Impulse Sommer Special“ der IHJO und des multimediamobil Nordwest von Montag, 22. August bis Mittwoch, 24. August informieren. 

Die einstündigen Online-Workshops richten sich an Lehrkräfte sowie Multiplikator_innen aus dem Bildungsbereich und sind zum größten Teil praktisch ausgerichtet: Die Teilnehmenden können die behandelten Werkzeuge oder Software-Produkte parallel zum Workshop selbst ausprobieren. Das Angebot ist für niedersächsische Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter_innen kostenfrei. Unter https://toolkit.ihjo.de/sommer-special-22/  können sich Interessierte weiter informieren und anmelden.

Die Workshops finden über die Plattform Zoom statt. Die einzelnen Veranstaltungen können getrennt voneinander gebucht werden und bauen nicht aufeinander auf. Teilnehmende benötigen ein Headset und eine Webcam.

Folgende Workshops finden statt:

Montag, 22. August:

13:00 – 14:00 Uhr         Die Musik-App „Koala Sampler“

14:15 – 15:15 Uhr           Interaktive Lernmaterialien im Musikunterricht und anderswo mit der

                                       Open Source Technologie HP5

15:30 – 16:30 Uhr         Das SoundLab – eine mobile Lerneinheit über den Hörsinn

 

Dienstag, 23. August: 

13:00 – 14:00 Uhr          Sprechtraining für Podcast und Co.: Das A und O einer guten Stimme

14:15 – 15:15 Uhr           Tonschnitt mit der Software Audacity

15:30 – 16:30 Uhr          Sprachförderung mit der KreativApp “BookCreator” auf dem iPad

 

Mittwoch, 24. August

13:00 – 14:00 Uhr         Die App „GarageBand” auf dem iPad

14:15 – 15:15 Uhr           Storytelling für Podcasts

15:30 – 16:30 Uhr         Hörspielproduktion: Planung und Umsetzung

 

 Bild: Unsplash/Soundtrap

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News, SchülerWissen

Wie ist es, auf See zu leben und zu arbeiten? Bei starkem Wellengang am Bug zu stehen? Gegen Übelkeit an Bord anzukämpfen? Schüler_innen der IGS Kreyenbrück Oldenburg und des Ulrichsgymnasiums Norden verbrachten drei Tage auf dem Segelschulschiff Großherzogin Elisabeth, um nautische Berufe auf See kennenzulernen. Die Fahrt, die vom Teilprojekt SchülerWissen organisiert wurde, vermittelte einen realistischen Einblick in die Seefahrt. Bei Windstärke 7 und grober See zeigte sich: Pläne sind (manchmal) da, um sie über Bord zu werfen.

Treffpunkt Elsfleth: Bereits zum zweiten Mal lud das Teilprojekt SchülerWissen zu einer dreitägigen Exkursion an Bord der Lissi ein. 25 Schüler_innen zwischen 15 und 19 Jahren informierten sich über nautische Berufe und erfuhren, wie sich das Leben auf See anfühlt. Am frühen Mittwochvormittag gingen die Schüler_innen an Bord und die Lissi steuerte weserabwärts. Das Ziel: die Nordseeinsel Helgoland. Zunächst bezogen die Schüler_innen ihre Kammern und wurden in das Wachsystem eingeteilt. Schließlich wurden sie als aktive Mitsegler_innen an Bord begrüßt.

Auf der Lissi sind die Wachen in Blöcke von je vier Stunden eingeteilt: Von 12 bis 4 Uhr, von 4 bis 8 Uhr und von 8 bis 12 Uhr. Dr. Wolfgang Wenzel, der als Referent des Teilprojekts SchülerWissen die Fahrt begleitete, staunte: „Die sogenannte Hundswache war sehr beliebt. Diese dauert sowohl von 12 bis 16 Uhr, als auch von Mitternacht bis 4 Uhr morgens! Dass sich für diese Uhrzeit so viele Schüler_innen meldeten, habe ich nicht erwartet.“ Während der Wache sind wichtige Aufgaben zu erledigen: der Brückendienst, das Beobachten der Umgebung und die Dokumentation einiger Umweltparameter wie (Wasser-)Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus kontrolliert die Wache das Schiff auf Leckagen und Feuer.

Feueralarm und Seekrankheit – wie geht die Crew damit um?

Wie man sich bei einem Feueralarm an Bord richtig verhält, erfuhren Schüler_innen während des obligatorischen Probealarms, der kurz nach Reisebeginn ertönte. Kapitän Tobias Gebhard wies sie in die Bedienung der Feuerlöschpumpe und des Rettungsbootes ein. Mit dem Überlebensanzug lernten die Schüler_innen ein Kleidungsstück kennen, welches seinen Träger oder seine Trägerin vor Unterkühlungen in kaltem Wasser schützt und ausreichend Auftrieb gibt, dass man nicht untergeht.



Nach der Sicherheitseinweisung kletterten die Schüler_innen in die Wanten, lösten die Taue und hissten mit aller Kraft die Segel. Die Nordsee zeigte sich an diesem Tag von ihrer rauen Seite: Wind und Seegang waren stark – die Seekrankheit hatte manchen übel zugesetzt. So wurden bei Windstärke 7 die Segel eingeholt und das Schiff steuerte zurück Richtung Bremerhaven, wo es über Nacht vor Anker ging. „Was mich beeindruckt hat, war die Crew, die mit Rücksicht auf Personen, denen es nicht gut ging, entschieden hat, umzudrehen. Wir wären alle gerne nach Helgoland gefahren“, zieht Wenzel Bilanz. Aus dieser Erfahrung nehme er mit, dass Flexibilität in der Seefahrt unerlässlich ist. „Nicht immer lohnt es sich, starr an seinen Vorstellungen festzuhalten. In dem Fall war es richtig, sich dem Wetter unterzuordnen und Alternativen zu suchen.“

Arbeiten an Bord: Theorie und Praxis verknüpft

So lag das Schiff sicher bei Blexen (Nordenham) auf Reede. „Das war die richtige Entscheidung. Am nächsten Vormittag konnte man die Erleichterung einiger Schüler_innen spüren“, schmunzelt Sara Broda, Referentin des Teilprojekts SchülerWissen. Es folgten Workshops zu den Themen nautische Berufe, Navigation, Knotenkunde und Seemannschaft, also den Verhaltensweisen an Bord, die dem Schutz von Schiff und Besatzung dienen, aber auch das Zusammenleben auf engem Raum erleichtern.



Beim Rigg-Training kletterten die Schüler_innen in die Wanten bis in den oberen Ausguck. Manche waren so begeistert, dass sie gleich mehrere Male aufenterten – andere waren zurückhaltender. „Am Ende waren aber alle oben!“, berichtet Wenzel. Ganz besonderen Anklang fanden die Führungen durch den Maschinenraum des Schiffes. Auch die Maschinisten waren von dem Interesse der Schüler_innen begeistert und erklärten jedes Detail.

Wer jetzt meinte, die Stimmung der Schüler_innen sei aufgrund der abgebrochenen Fahrt nach Helgoland getrübt, wurde schnell eines Besseren belehrt. Frei nach dem Motto des Kapitäns „Wir schulden euch ein paar Seemeilen“ steuerte die Lissi stromaufwärts Richtung Bremen. Während der knapp 8-stündigen Fahrt arbeiteten alle an eigenen Projekten. Die Schüler_innen der IGS Kreyenbrück Oldenburg zogen Wasserproben und analysierten abiotische Parameter wie Nitrat, Phosphat und Leitfähigkeit. Der Russischkurs des Ulrichsgymnasiums Norden, in dem vier Schüler_innen aus der Ukraine mitfuhren, entwickelten ihr Projekt „Auf zu neuen Ufern – Wir sind alle in einem Boot“ weiter. Wer Wachdienst hatte, nutzte die Gelegenheit, der Stammcrew Löcher in den Bauch zu fragen.

In Bremen angekommen wurde direkt an der Eisenbahnbücke angelegt und die Schüler_innen machten einen kurzen Landgang. Am frühen Freitagmorgen ging es zurück Richtung Elsfleth, wo die Fahrt nach 72 aufregenden Stunden an Bord endete.

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Abwechslungsreich, eindrucksvoll, herzlich: So beschreibt Broda die Fahrt auf dem Segelschulschiff Großherzogin Elizabeth in drei Worten. Sie ist sich sicher, dass nicht nur ihr das Erlebnis lange in Erinnerung bleibt: „Ich habe den Eindruck, dass alle Schüler_innen viel Spaß hatten. Besonders cool fanden sie das Klettern, das Lernen und Verstehen der Seekarten, die Wache und das Steuern des Schiffs. Sie haben in kurzer Zeit gelernt, wie die Arbeit auf einem Segelschiff abläuft.“ Ihr Kollege Wenzel fügt hinzu: „Für mich war die Fahrt ein voller Erfolg, weil alle glücklich von Bord gegangen sind. Voller neuer Eindrücke. Und ich glaube, sie haben im Bereich Nautik viel gelernt.“




Die Fahrt sei nicht nur pädagogisch sinnvoll, sondern diene auch dem Transfer: Ziel des Teilprojektes SchülerWissen ist es, Schüler_innen für Wissenschaft zu begeistern und den Austausch zwischen Hochschulen, Schulen und außerschulischen Lernorten zu fördern. Wenn Broda die Fahrt mit der im letzten Jahr vergleicht, fällt ihr ein entscheidender Unterschied auf: „Ich glaube, wir haben einen noch realistischeren Eindruck der Seefahrt liefern können. Bedingt durch das stürmische Wetter. Aber auch dadurch, dass die Schüler_innen mit auf den Wachen und komplett eingebunden waren. Kapitän Gebhard sagte: ‚Ja, die Schüler_innen müssen ja auch müde sein. So ist es an Bord: Man ist immer müde.‘“ Und wenn es zwei Dinge sind, die die Teilnehmenden von der Crew der Lissi gelernt haben, sind es doch sicher diese:

1. Menschen auf See sind immer müde.

2. Pläne sind (manchmal) dafür da, um sie über Bord zu werfen.

 

Einen Überblick über weitere Angebote und Veranstaltungen des Teilprojekts SchülerWissen finden Sie hier.

Wenn Sie sich für eine Fahrt auf der Lissi interessieren, klicken Sie hier. Dann gelangen Sie auf die Webseite des Schulschiffvereins Großherzogin Elisabeth.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an Dr. Wolfgang Wenzel (wolfgang.wenzel@jade-hs.de) oder Sara Broda (sara.broda@uni-oldenburg.de).

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Innovation(s)Labor digital, News

Patient_innendaten digitalisieren, nachhaltiger mit Ressourcen wie Wasser und Strom umgehen oder der sozialen Isolation von Patient_innen entgegenwirken – das sind nur einige Herausforderungen, mit denen sich Mitarbeiter_innen am Klinikum Oldenburg und Forschende an Oldenburger Hochschulen beschäftigen. Lösungen für diese und ähnliche Problemstellungen können Interessierte beim Oldenburger Healthcare Hackathon entwickeln: Beim Kick-Off-Event am Donnerstag, 14. Juli, präsentieren Vertreter_innen der beteiligten Institutionen Herausforderungen aus ihrem Arbeitsalltag. Beim Hackathon am Mittwoch, 10. August und Donnerstag, 11. August erarbeiten die Teilnehmenden dann kreative Lösungsansätze.

Das Konzept mit dem größten Gründungspotenzial erhält eine Förderung des GO!-Start-up Zentrums im Gesamtwert von 15.000 Euro. Verschiedene weitere Preise sollen den Teilnehmenden ermöglichen, Konzepte beispielsweise im Unternehmens- oder Wissenschaftskontext weiterzuverfolgen. Veranstaltungsort ist der Innovation(s)Campus der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! (Ammerländer Heerstraße 138). Für die Teilnahme am Kick-Off-Event ist eine Anmeldung bis zum Veranstaltungstag möglich. Interessierte am Hackathon können sich bis Sonntag, 31. Juli, anmelden. Hier finden sich Anmeldeformular und weitere Informationen.

Der Oldenburger Healthcare Hackathon richtet sich gleichermaßen an Berufstätige, Wissenschaftler_innen, Studierende und Gründungsinteressierte ab 16 Jahren. Die Teilnehmenden sind eingeladen, innovative Lösungsansätze unterschiedlicher Art zu entwickeln, von Apps über Geschäftsmodelle bis hin zu neuen Dienstleistungen. Unterstützung bei der Ideenfindung und Entwicklung erhalten die Teilnehmenden von Expert_Innen aus dem Gesundheitssektor, Coaches für Kreativmethoden sowie Berater_innen aus der Gründungsszene und dem IT-Bereich. Vorkenntnisse in den Bereichen Medizin oder Informatik sind dabei nicht erforderlich. Die Ergebnisse werden von einer interdisziplinären Jury aus dem Gesundheits-, IT- und Gründungsbereich bewertet und prämiert.

Der Oldenburger Healthcare Hackathon wird durchgeführt und unterstützt vom Klinikum Oldenburg, der Universitätsmedizin Oldenburg, dem EXIST-Potentiale-Projekt des Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Oldenburg, der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg!, dem OFFIS – Institut für Informatik, der Jade Hochschule, der Techniker Krankenkasse, der Gesundheitswirtschaft Nordwest sowie dem Technologie- und Gründerzentrum Oldenburg.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an Franziska Kinzel (franziska.kinzel@uni-oldenburg.de), Kim Körber (koerber.kim@klinikum-oldenburg.de) oder Malte Schulz (malte.schulz@offis.de).

Foto: Fabian Oestreicher

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News, SchülerWissen

Eine eigene App programmieren, einen Solarflitzer bauen oder 3D-Bilder erstellen und mit VR-Brillen anschauen –  diese und weitere Einblicke in wissenschaftliche Themen können Jugendliche am Ende der Sommerferien in Workshops der Schülerhochschule sammeln. Veranstalter ist die Innovative Hochschule Jade-Oldenburg! (IHJO) in Kooperation mit der Jade Hochschule und dem Lernort Technik und Natur e.V. Von Montag, 22. August, bis Mittwoch, 24. August, finden insgesamt acht Workshops auf dem Campus der Jade Hochschule in Wilhelmshaven statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Falls unten nicht anders angegeben, richten sich die Workshops an Jugendliche ab 12 Jahren. Interessierte können sich bis Mittwoch, 17. August, unter ihjo.de/kalender anmelden.


Folgende Workshops stehen zur Auswahl:

Montag, 22. August, 10:00 bis 14:00 Uhr: „Schnupperkurs Robotik in der Roboterfabrik“. Jugendliche ab 14 Jahren lernen, Industrieroboter zu programmieren. Vorwissen ist nicht erforderlich.

Montag, 22. August, 10:00 bis 14:00 Uhr: „Virtuelle Welten“. Schüler_innen erstellen 3D-Inhalte und 360°-Bilder und betrachten sie mit VR-Brillen.

Montag, 22. August, 10:00 bis 14:00 Uhr: „Mit den Ohren sehen – Ultraschall und Co.“ Jugendliche erfahren, wie sich Tiere mit Schall verständigen und wo Menschen Schall für technische Anlagen nutzen.

Dienstag, 23. August, 10:00 bis 14:00 Uhr: „Programmiere deine eigene App“. Schüler_innen programmieren eine App, die sie anschließend auf ihrem Android-Smartphone installieren können. Vorkenntnisse im Programmieren sind nicht erforderlich.

Dienstag, 23. August, 10:00 bis 14:00 Uhr: „Der Solarflitzer“. Jugendliche bauen einen eigenen Solarflitzer.

Dienstag, 23. August, 10:00 bis 14:00 Uhr: „Von der Skizze zum 1und1 Projekt“. Schüler_innen ab 16 Jahren lernen architektonische Gestaltungsprinzipien kennen. Anschließend skizzieren, planen und bauen sie ein Modellgebäude.

Mittwoch, 24. August, 10:00 bis 14:00 Uhr: „Virtuelle Fabrik – Die Arbeit der Zukunft“. Jugendliche gestalten einen virtuellen Arbeitsplatz und erkunden mit Virtual Reality eine virtuelle Fabrik.

Mittwoch, 24. August, 10:00 bis 14:00 Uhr: „Was ist interkulturelle Kommunikation?“. Schüler_innen ab 16 Jahren reflektieren darüber, was wir unter Kultur verstehen und wie wir miteinander kommunizieren. Anschließend erarbeiten sie Strategien, wie man Konflikte vermeiden kann.


Die Kurse werden von Referent_innen der IHJO, des Lernorts Technik und Natur, der Roboterfabrik Wilhelmshaven, den Fachbereichen Ingenieurwesen, Management, Information, Technologie (MIT) und Architektur sowie dem International Office der Jade Hochschule geleitet.

Bei Fragen zur Schülerhochschule oder Interesse an Veranstaltungen für Schüler_innen wenden Sie sich gerne an Anka Albrecht und Dr. Wolfgang Wenzel (schuelerwissen@ihjo.de).

Foto: Gaby Ernstorfer

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Allgemein, Innovation(s)Werkstatt, News

Sich mit sozialen Herausforderungen auseinandersetzen, Einblicke in Gründungsthemen bekommen und anschließend selbst eine Gründungsidee entwickeln – das ist das Prinzip des Formats Social Innovation Camp. In Kooperation mit der Hilfswerft gGmbH veranstaltete die IHJO ein solches Camp im Juni 2022 bereits zum dritten Mal.

„Wir wollen Studierende, Hochschulangehörige sowie Berufstätige für das Thema sensibilisieren und zeigen, wie jede_r sich mit guten Lösungsansätzen in der Gesellschaft einbringen kann“, erläutert Dr. Tino Uhlendorf, Mitarbeiter im Teilprojekt „Innovation(s)Werkstatt. So berichteten Gründer_innen aus der Praxis, was bei den ersten Schritten in Richtung Unternehmensgründung zu beachten ist. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden theoretische Informationen zu Themen wie der Erstellung von Businessplänen. Anschließend ging es in die Praxis über: In drei Gruppen erarbeiten die Teilnehmenden Konzepte für eigene soziale Innovationen, die sie bei der Abschlusspräsentation einander vorstellten.

Herausforderung aus der Praxis: Altersarmut begegnen

Eine Besonderheit in diesem Jahr: Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit sozialen Herausforderungen aus der Praxis. In einem virtuellen Kick-off-Event waren Problemstellungen sozialer Einrichtungen und Verbände im Nordwesten vorgestellt worden. Unter anderem hatte Angelika Hirschmann, Koordinatorin im Projekt „Altersarmut begegnen“ beim Sozialdienst katholischer Frauen Oldenburg, eine Praxis-Challenge in das Camp gegeben. Gemeinsam mit 18 Ehrenamtlichen möchte sie Frauen ab Mitte 50, die von Altersarmut betroffen sind, Perspektiven aufzeigen. „Viele der Frauen schämen sich für ihre Armut und ziehen sich zurück“, sagt sie. Dem möchte das Team entgegenwirken: Hirschmann arbeitet beispielsweise mit der Kulturtafel zusammen, die kostenlose Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen bereitstellt. Ehrenamtliche begleiten die Frauen auf Wunsch zu diesen Veranstaltungen, beraten und informieren zu weiteren günstigen Kulturangeboten wie etwa der Stadtbibliothek und begleiten die Frauen bei Behördengängen.

Unter den betroffenen Frauen sind viele, die in traditionellen Familienmodellen gelebt haben: Während ihre Ehemänner in Vollzeit arbeiteten, kümmerten sie sich um ihre Kinder und arbeiteten in Teilzeit oder in Minijobs. „Wenn dann der Ehepartner stirbt oder die Ehe geschieden wird, sind viele Frauen von Armut betroffen“, sagt Hirschmann.

Hilfe für Tageseltern: die Tempus GmbH

Welche sozialen Innovationen könnten dazu beitragen, dass weniger Frauen in Altersarmut kommen? Ausgehend von Hirschmanns Schilderungen entwickelten Marion Büsing und Marvin Martin, zwei Studierende aus dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der Jade Hochschule, beim Social Innovation Camp das Konzept der Tempus GmbH: eine Firma, die Tageseltern unterstützt. Wer Tagesmutter werden will, so die Idee, bekommt hier nicht nur Beratung etwa zur Beantragung von Führungszeugnissen oder zum Besuch von Erste-Hilfe-Kursen. Die Firma vermittelt auch zwischen Banken und Tageseltern, damit letztere mit günstigen Krediten ihre Wohnungen kindergerecht umbauen können. So sollen die bürokratischen, organisatorischen und finanziellen Hürden, Tagesmutter zu werden, gesenkt werden. Das hilft nicht nur Tageseltern mit eigenen Kindern, die durch die Betreuung anderer Kinder weiter erwerbstätig bleiben können. Auch für Eltern, die ihre Kinder von den Tagesmüttern betreuen lassen, liegen die Vorteile auf der Hand: Sie haben einen Betreuungsplatz, der zudem zeitlich oftmals flexibler ist als Betreuungsplätze in Kitas.

Als Ideengeberin erhielt Hirschmann im Anschluss an das Social Innovation Camp ein Video, in dem die Studierenden ihre Idee präsentierten – aus Hirschmanns Sicht ein Konzept mit Potenzial. „Für viele, die Tageseltern werden wollen, ist der erste Schritt der schwerste“, sagt sie. „Tagesmütter auf diese Weise zu unterstützen, kann ein erster Schritt sein, um sowohl bei den Tageseltern als auch bei den Eltern der zu betreuenden Kinder Altersarmut vorzubeugen.“

Ebendieser Austausch zwischen Teilnehmenden und Akteuren aus der Region bereicherte aus Sicht von Andrea Klahsen, Referentin im Teilprojekt Innovation(s)Werkstatt, das Social Innovation Camp in diesem Jahr. „Die Teilnehmenden bekamen einen Eindruck davon, dass sie mit ihren Ideen und ihrer Motivation reale Herausforderungen in der Region angehen können.“

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