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Allgemein, KarriereWege, News

Wie sieht die Arbeitswelt außerhalb der Wissenschaft aus? Mit dem Programm „PraxisPromotion“ möchte die IHJO einen Weg für junge Forschende etablieren, schon während der Promotion Erfahrungen im außerakademischen Arbeitsmarkt zu sammeln.

Die PraxisPromotion ist das Angebot der IHJO an Promovierende, eine zeitlich begrenzte Praxisphase in die Promotionszeit zu integrieren. Die Idee: Durch die Mitarbeit in einem Unternehmen, einer Behörde oder Kultureinrichtung können sich Promovierende mit Berufsfeldern, Organisationsentwicklung und Führungsaufgaben vertraut machen und Kontakte in der außerakademischen Arbeitswelt knüpfen. Literaturwissenschaftlerin Marcella Fassio promoviert an der Universität Oldenburg und hat als erste Teilnehmende eine Praxisphase im Rahmen der IHJO absolviert. Dr. Jasmin Overberg (Referentin PraxisPromotion) gestaltet das Programm.

IHJO: Marcella, Deine Promotion hast Du inzwischen abgeschlossen – wie ist Deine berufliche Situation derzeit?

MF: Zum einen habe ich am Center für Lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg eine halbe Stelle im Bereich Offene Hochschule. Hier arbeite ich im Kontaktstudium „Pädagogische Kompetenz in der Migrationsgesellschaft“ und bin vor allem für die Konzeption und Produktion von E-Learning-Einheiten verantwortlich. Zum anderen habe ich eine Stelle im Projekt „Innovative Lehr- und Lernkonzepte: Innovation Plus“ am Institut für Niederlandistik, in dessen Rahmen ich unter anderem ein Seminar in der Germanistik im Bereich Literaturwissenschaft gebe.

IHJO: Wie war die Praxisphase, die Du absolviert hast?

MF: Ich habe meine Praxisphase im Schardt Verlag gemacht. Das ist ein kleiner Verlag in Oldenburg, der vor allem Belletristik und Biografien veröffentlicht. Ich entschied mich für den Verlag, weil das zu meiner Ausbildung als Literaturwissenschaftlerin passte. Meine Praxisphase verlief über drei Monate und ich war an zwei halben Tagen pro Woche dort. Das ist zwar wenig, aber das Zeitmodell war ideal. Ich konnte parallel an meiner Dissertation weiterarbeiten.

Ich war vor allem in der Assistenz des Lektorats und mit verschiedenen belletristischen Texten betraut. Ich habe Korrektorat gemacht, das heißt Texte auf Rechtschreibung und Grammatik und die richtige Verwendung von Satzzeichen geprüft. Außerdem habe ich Pressemitteilungen geschrieben und Klappentexte verfasst. Auch ins Lektorat konnte ich reinschnuppern. Dort geht es vor allem um die Begutachtung von Texten hinsichtlich Stil und Sprachfluss. Die Praxisphase war für mich sehr wertvoll. Mir ist dadurch klargeworden, dass mir die Arbeit im Verlag – mit der ich lange geliebäugelt habe – eigentlich nicht liegt. Es war der beste Weg, das herauszufinden.

IHJO: Jasmin, was leistet die PraxisPromotion als Kooperationsmodell zwischen Wissenschaft und außerakademischem Arbeitsmarkt?

JO: Eine Promotion bereitet sehr geradlinig eine wissenschaftliche Karriere vor. Die meisten Promovierenden haben während der Promotion keinen Kontakt zum außerakademischen Arbeitsmarkt. Viele von ihnen müssen aber nicht nur später dort unterkommen, da der Wissenschaftsbetrieb längst nicht alle beschäftigen kann, sondern haben dort auch tolle Chancen. Die vielseitigen Kompetenzen Promovierender ermöglichen ganz unterschiedliche Berufswege, die ihnen mitunter nicht bewusst oder nicht direkt zugänglich sind. Das war Anlass für die IHJO, die PraxisPromotion ins Leben zu rufen. Wir möchten es den Promovierenden erleichtern, außerakademische praktische Erfahrungen zu machen, wichtige Kompetenzen zu erweitern und sich zu orientieren.

IHJO: Marcellas Praxisphase war euer Pilotprojekt. Wovon hängt ab, ob sich das Programm langfristig etablieren kann?

JO: Inwiefern sich die PraxisPromotion langfristig etablieren kann, ist abhängig von Faktoren außerhalb, aber auch innerhalb der Hochschulen. Die Professor_innenschaft zum Beispiel legt in Hinblick auf die Promovierenden vor allem auf die ganzheitliche wissenschaftliche Ausbildung Wert. Um während der Promotion den Schritt in den außerakademischen Arbeitsmarkt zu gehen und eine Praxisphase überhaupt organisieren zu können, brauchen die Promovierenden die Unterstützung ihrer Doktormütter und -väter. Ich wünsche mir sehr, dass es uns gelingt, mehr Professor_innen dafür zu gewinnen. Wir möchten durch die PraxisPromotion niemanden aus der Wissenschaft locken, sondern mögliche Optionen für Promovierende aller Fächer aufzeigen. Letztendlich können wir den Professor_innen so auch Arbeit abnehmen, wenn es um die Karriereberatung ihrer Doktorand_innen geht.

IHJO: Wie werden Promovierende im außerakademischen Arbeitsmarkt wahrgenommen?

JO: Aufgrund des großen Fachkräftemangels sind Unternehmen gegenüber Bachelor- und Master-Absolvent_innen sehr offen. Aber Promovierende stoßen oft auf eine Abwehrhaltung und das Vorurteil, sie hätten einen Mangel an Praxiserfahrung. Ich hoffe, dass die PraxisPromotion hier mehr Offenheit schafft. Promovierende bringen ja Praxiswissen mit. Die Tätigkeit an der Universität ist als Arbeit einzustufen. Wer eine Doktorarbeit schreibt, ist fit, was Durchhaltevermögen angeht, managt ein eigenes Projekt und hat Lebenserfahrung. Promovierende sind oft interdisziplinär aufgestellt, sind Konferenzen und Gremienarbeit gewohnt. Manche Unternehmen haben das bereits erkannt, andere wiederum haben Promovierende noch nicht so stark auf dem Schirm. Übrigens: Obwohl viele Promovierte – insbesondere jene mit Fächern, die mit keinem festen Berufsbild verknüpft sind – erst mal Schwierigkeiten bei der Jobsuche haben, ist die Arbeitslosenquote unter ihnen über alle Fächer hinweg sehr gering.

IHJO:  Wie fügt sich die Praxisphase in Eure anderen Angebote für Promovierende ein?

JO: Die IHJO hat neben der Praxisphase noch andere Formate für Promovierende im Angebot, die sich wunderbar ergänzen und frei gewählt werden können: Promovierende, die sich im außerakademischen Arbeitsmarkt orientieren möchten, könnten zunächst eins unserer Coachings machen, um die für sie sinnvolle Richtung zu identifizieren. Ergänzend bieten sich eine Reihe von Workshops mit Nachwuchsführungskräften aus Unternehmen an, um sich einen Überblick über verschiedene Bereiche zu verschaffen. Dem könnte die Einbindung in unser Mentoring-Programm und damit ein enger Austausch mit einer Person aus der Praxis folgen. Zum Abschluss dieser aufbauenden Elemente könnte die PraxisPromotion stehen. Unser Angebot ist also modular zu verstehen: Die PraxisPromotion kann als Baustein des großen Ganzen gesehen werden – aber natürlich auch separat absolviert werden.

Als innovatives Format wird die Praxisphase übrigens laufend weiterentwickelt: Neben der Unterstützung vor der Phase, zum Beispiel in Hinblick auf passende Praxispartner, soll die Praxisphase in Zukunft auch während ihrer Durchführung noch enger durch die IHJO begleitet werden. Hier lassen sich Erfahrungen reflektieren und wichtige nächste Schritte identifizieren: Inwiefern haben sich die Karriereplanungen verändert oder gefestigt? Was kann getan werden, um die neuen Kontakte zu pflegen?

IHJO: Marcella, wie klingt das erweiterte Konzept der PraxisPromotion für Dich?

MF: Eine engere Begleitung ist eine tolle Idee. Ich bin zwar gut klargekommen, aber so bekommt man wertvolle Impulse. Man weiß ja selbst oft nicht, wo man vielleicht noch Unterstützung braucht.

Die Idee von Workshops als weichem Einstieg in die PraxisPromotion finde ich auch sehr gut. Ich bereue meine Wahl nicht, aber vielleicht hätte ich mich durch die vorherige Teilnahme an anderen Formaten für ein anderes Unternehmen entschieden. Zudem lassen sich so Berührungsängste abbauen. Viele Promovierende müssen sich den Gedanken erstmal erlauben: Ich darf darüber nachdenken, vielleicht nicht in der Wissenschaft zu bleiben. Sich bewusst zu machen, dass man damit nicht alleine ist, hilft natürlich auch.

JO: Mit der PraxisPromotion können auch Rollenvorbilder entstehen! An Hochschulen, an denen Promovierende nun mal die meiste Zeit verbringen, sind natürlich häufig Rollenvorbilder aus der Wissenschaft zu finden. Dabei wäre es bei der Karriereplanung ebenso wichtig, anhand konkreter Personen zu sehen: So kann es auch gehen; all das ist mit Doktortitel möglich. In 2021 bieten wir eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Should I stay oder should I go?“ an. Hier werden unterschiedliche Karriereoptionen gleichberechtigt und anhand konkreter Lebensläufe vorgestellt.

Bei Fragen zur PraxisPromotion oder Interesse an einer der Veranstaltungen für Promovierende wenden Sie sich an Dr. Jasmin Overberg (jasmin.overberg@uni-oldenburg.de).

Für mehr Informationen lesen Sie außerdem hier weiter: ihjo.de/karrierewege

Das Bild zeigt Dr. Jasmin Overberg (li.) und Marcella Fassio. Es ist während der Pandemie im Frühjahr 2021 an zwei verschiedenen Orten entstanden. Foto: Hendrik Reinert

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Allgemein, News, SchülerWissen

Wie erstelle ich interaktive Lernmaterialien für meine Schulklasse? Wie gestalte ich kurze Erklärvideos, die meine Aufgabenstellungen ergänzen? Die fortschreitende Digitalisierung und die Pandemie-Bedingungen stellen Lehrkräfte vor neue Herausforderungen. Technisches Know-how, das bisher nicht zur Lehrkräfteausbildung gehörte, ist kurzfristig gefragt. Von der erklärenden Audiodatei bis hin zum „Escape Room“ als spielerische Lernumgebung gibt es sehr ansprechende und vielfältige Mittel. Der digitale Unterricht lässt sich damit effektiv und für die Kinder und Jugendlichen spannend gestalten.

Deshalb bietet das Teilprojekt SchülerWissen der IHJO in Kooperation mit dem Multimediamobil Nordwest eine Fortbildungsreihe für Lehrkräfte an: In einstündigen Terminen können die Teilnehmenden ihre Kompetenzen in der Erstellung multimedialer Werkzeuge für den (digitalen) Klassenraum erweitern. Im Anschluss an die Lerneinheiten besteht in optionalen Gesprächsrunden die Möglichkeit, weiterführende Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen. Die Veranstaltungen bauen nicht aufeinander auf und können separat besucht werden.

Termine der Fortbildungsreihe:

Donnerstag, 15.04.21, 16-17 Uhr:  Mobiles Lernen mit Actionbound (Digitale Schnitzeljagd)

Donnerstag, 29.04.21, 16-17 Uhr: Erklärvideos für den Unterricht

Dienstag, 11.05.21, 16-17 Uhr: Online-Escape Rooms mit H5P entwickeln

Donnerstag, 27.05.21, 16-17 Uhr: Freie Bildungsmaterialien (OER) für den Unterricht

Donnerstag, 03.06.21, 16-17 Uhr: Fake News im Unterricht

Donnerstag, 10.06.21, 16-17 Uhr: DSGVO-konforme Werkzeuge

Donnerstag, 17.06.21, 16-17 Uhr: Digitale Portfolios im Unterricht einsetzen

Die Veranstaltungen finden online statt. Teilnehmen können Lehrer_innen sowie Bildungsmultiplikator_innen aus der Region. Die Teilnahme ist kostenfrei. Nach Anmeldung wird rechtzeitig vor den Veranstaltungen ein Link für die Teilnahme verschickt.

Außerdem können Themenwünsche eingereicht werden. Für Gruppen ab sechs Personen werden auf Anfrage schulinterne Termine durchgeführt. 

Neben Formaten für Lehrkräfte bietet die Teaching Library der IHJO auf Nachfrage auch Online-Workshops für Schüler_innen ab Sekundarstufe II an, etwa zum Umgang mit wissenschaftlicher Literatur. Passende Arbeitsmaterialien werden zusätzlich bereitgestellt.

Im Fall von Fragen und für eine Anmeldung wenden Sie sich an Elzbieta Skajda, Mitarbeiterin Teaching Library der IHJO (elzbieta.skajda@jade-hs.de).


Foto: Ridofranz/iStock

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Allgemein, Innovation(s)Mobil, Innovation(s)Werkstatt, News, Science Blog & Lab-on-the-Web

Aufgrund der Corona-Pandemie und den Verordnungen von Bund und Ländern finden bis auf Weiteres keine Veranstaltungen in Präsenz statt. Auch das InnovationsMobil ist momentan nicht unterwegs.
Das Team der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg bietet alternativ vielfältige digitale Angebote an.

– In unserem Veranstaltungskalender können Sie sich einen Überblick über digitale Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen verschaffen – von Unternehmer_innen über Promovierende bis zu Lehrer_innen oder interessierten Bürger_innen.
– Mit digitalen Rundgängen lädt die IHJO dazu ein, das InnovationsMobil und die InnovationsWerkstatt zu erkunden.
– Im Bürgerlabor können Interessierte an Online-Umfragen teilnehmen und so wissenschaftliche Forschung unterstützen.
– Der ScienceBlog ForschungsNotizen informiert weiterhin über aktuelle Forschung aus der Region.
– Neuigkeiten aus der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! finden sich außerdem auf Instagram und Facebook.

Wir freuen uns auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen – bleiben Sie gesund!

Foto: istock.com/Jongho Shin

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Allgemein, Innovation(s)Labor digital, Innovation(s)Management, Innovation(s)Mobil, Innovation(s)Werkstatt, News

Mit dem Innovation(s)Campus und dem Innovation(s)Mobil stellt die IHJO Plattformen für Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer zur Verfügung. Da es während der Corona Pandemie zeitweise nicht möglich ist, die Räumlichkeiten zu betreten, zeigen wir sie an dieser Stelle in virtuellen Rundgängen. Erkunden Sie die Räume per Mausklick und verschaffen Sie sich einen Überblick über die Ausstattung. Für den Innovation(s)Campus gibt es die Möglichkeit, bei einer virtuellen Mittagspause eine geführte Tour zu machen und in den Austausch mit dem Team zu gehen.


Innovation(s)Campus – Sparringspartner für Forschung und Entwicklung

Am Innovation(s)Campus der IHJO befinden sich die Innovation(s)Werkstatt, das Innovation(s)Management und das Innovation(s)Labor digital. Der Campus bietet Räume für Workshops und Technologien wie Metall- und Kunststoff-3D-Druck, um Prototypen zu realisieren. Ein Team von acht Mitarbeitenden vor Ort unterstützt Forschende, Studierende und Vertreter_innen regionaler Start-ups, Unternehmen und Institutionen bei allen Fragen rund um die wissenschaftsbasierte Entwicklung von Ideen und Technologien.

Virtueller Rundgang durch den Innovation(s)Campus



Virtuelle Mittagspause mit geführtem Rundgang

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten des Campus direkt vom Team erfahren, ist das in einer virtuellen Mittagspause möglich. Bei Interesse schreiben Sie an innovationscampus@uni-oldenburg.de.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Innovation(s)Campus.


Innovation(s)Mobil – Science Truck für die Region

Das Innovation(s)Mobil macht Wissenschaft für Bürgerinnen und Bürger in der Weser-Ems-Region zugänglich. Forschungsergebnisse lassen sich im Science Truck über multimediale Plattformen vermitteln und durch interaktive Formate oder Ausstellungen ergänzen. Der Rundgang zeigt die 62 Quadratmeter große Ausstellungsfläche mit Multi Media Terminals sowie eine Dachterasse, die insbesondere bei gutem Wetter eine gute Ergänzung darstellt. Bei Fragen wenden Sie sich an Frau Dr. Silke Glogowski, silke.glogowski@jade-hs.de.

Virtueller Rundgang durch das Innovation(s)Mobil



Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Innovation(s)Mobils.

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Allgemein, Innovation(s)Werkstatt, News

Als interdisziplinäres Team der Universität Oldenburg haben Anna Brinkmann (Assistenzsysteme und Medizintechnik), Julian Festerling (Politik-Wirtschaft/Deutsch) und Jan Hendrik Röhl (Assistenzsysteme und Medizintechnik) im Dezember den international ausgetragenen Management- und Entrepreneurship-Wettbewerb priME-Cup gewonnen.



Ausrichterin des Wettbewerbs war die priME Academy AG. Neben vier deutschen Hochschulen waren die Mingachevir State University (Aserbaidschan) und die Universität Ovidius Constanța (Rumänien) vertreten. Die Aufgabe aller Finalteilnehmenden bestand darin, unter Planspiel-Bedingungen ein Unternehmen zu managen, das individualisierte Sonnenbrillen im 3D-Druck-Verfahren herstellt und vermarktet. Die elf Teams simulierten dabei Unternehmensleitungen, die im Wettbewerb stehen. Das Dreierteam der Universität Oldenburg traf zentrale unternehmerische Entscheidungen bezüglich der Preispolitik, Personalplanung, Investition und Finanzierung aussichtsreicher Zukunftsfelder und überzeugte in einem abschließenden Pitch sowie mit einer Pressemitteilung. Diese drei Komponenten flossen in die Endbewertung ein. „Das Team der Universität Oldenburg zeichnete sich durch eine interdisziplinäre Zusammensetzung aus und konnte dadurch alle Bewertungskategorien mit Bravour meistern“, resümierte Veranstalter Heiko Hammer von der priME Academy. Das Oldenburger Team gewann einen Gutschein für ein Führungskräfte Coaching.

Planspiele und Prototyping mit dem Innovation(s)Campus

Die handlungsorientierte Methode des Planspiels simuliert Entscheidungssituationen und vereint die Vermittlung komplexer Zusammenhänge mit Spaß und Teamgeist. Anna Brinkmann und Julian Festerling aus dem Gewinnerteam des priME-Cups hatten erst im November mit weiteren Studierenden und Angestellten der regionalen Hochschulen am digitalen Planspiel „Klinikum der Zukunft“ zum Thema Klinikmanagement teilgenommen – ausgerichtet durch die IHJO und das GIZ. Die Teilnehmenden arbeiteten per Webkonferenzplattform in sechs interdisziplinären Teams zusammen und übten über mehrere Perioden den Umgang mit komplexen Entscheidungen. Dabei mussten sie sich vielfältigen Herausforderungen, wie steigenden Gesundheitskosten und Auslastungsfragen, stellen. Spannung in das Planspiel brachte die finale Teamauswertung. Anna Brinkmann und Julian Festerling setzten sich in einem Mixed-Team erfolgreich gegen die anderen Teams durch. Dadurch qualifizierten sie ihr Team für die Teilnahme am priMe-Cup und stellten sich zusammen mit Jan Hendrik Röhl der Simulation zum Thema „Unternehmertum“.


Das kompakte Format der Planspiele gehört neben Design Thinking Workshops oder Innovationcamps zum regelmäßigen Angebot der Innovation(s)Werkstatt. Für feste Gruppen führt die IHJO passende Planspiele durch.

Außerdem stehen für Hochschulangehörige, Startups und Unternehmen an unserem Innovation(s)Campus verschiedene 3D-Druckverfahren zur Verfügung. Damit lassen sich Produkte wie die Sonnenbrillen aus dem obigen fiktiven Geschäftsmodell bereits in einer frühen Entwicklungsphase als Prototypen realisieren und testen.

Bei Interesse an der Umsetzung eines Planspiels wenden Sie sich an Andrea Klahsen (Referentin für Programmgestaltung der Innovation(s)Werkstatt, 0441/798-5249, andrea.klahsen@uni-oldenburg.de
Bei Interesse an 3D-Druck mit Kunststoff wenden Sie sich an Timo Kasselmann (Mitarbeiter des Innovation(s)Labors, 0441/798-4426, timo.kasselmann@uni-oldenburg.de); Ansprechpartner für den Metall-3D-Druck ist Florian Juds (Techniker der Innovation(s)Werkstatt, 0441/798-5239 /-5403, florian.juds@uni-oldenburg.de) .

Foto: Anne Nygard/Unsplash

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Allgemein, Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt, News

Das Teilprojekt Innovation(s)Management vergab am 30. Oktober erstmalig den Innovation(s)Preis. Die Preisverleihung markierte das Ende des Social Innovation Camps, bei dem über 20 Teilnehmer_innen drei Tage lang soziales Unternehmertum praxisnah erproben konnten.


Organisiert hatte den Workshop das Teilprojekt Innovation(s)Werkstatt in Kooperation mit der Bremer Hilfswerft gGmbH. Im Fokus des Camps stand das Thema Bildungsinnovationen: Welche Herausforderungen birgt unser Bildungssystem – und wie können wir ihnen begegnen? In Teams erarbeiteten die Teilnehmenden – darunter Studierende, Promovierende und weitere Gründungsinteressierte aus der Region Jade-Oldenburg –, konkrete Lösungsansätze. Hierbei wechselten sich Phasen der Gruppenarbeit mit inhaltlichen Vorträgen ab: Mitarbeitende der Hilfswerft stellten verschiedene Kreativitätstechniken und Methoden aus dem Innovationsprozess vor; Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis gaben in Impulsvorträgen Einblicke in aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen des Sozialunternehmertums.

Kreative Ideen und internationaler Weitblick

Die Tipps für einen überzeugenden Pitch von Irene Walsh, Geschäftsführerin der Beratungsfirma MessageLab, setzten die Teilnehmer_innen in ihrer Kurzpräsentation vor der Jury des Innovation(s)Preises erfolgreich um: „Es ist beeindruckend, welche Vielfalt an Ideen die Teilnehmenden in so kurzer Zeit entwickelten“, freut sich Jurymitglied Stephanie Birkner, Geschäftsführerin der ZUKUNFT.Unternehmen gGmbH und außerplanmäßige Professorin für Female Entrepreneurship an der Universität Oldenburg. So setzte sich eine Gruppe mit ihrer Idee etwa für mehr Kreativität im Bildungskontext ein. Weitere Teams griffen pandemiebedingte Herausforderungen auf: Mit technischen Lösungen sollen Betriebspraktika und außerschulische Lernorte eine digitale Transformation erfahren. Internationalen Weitblick zeigte ein Team, welches sich der Vermittlung von digitalen Fertigkeiten an Lehrkräfte in ländlichen Regionen Südasiens widmete.



Antonia Böttinger, Jana Pyrek und Mara Wendt-Thorne gewannen mit ihrer Idee “LOVIS”, einem Chatbot zur sexuellen Aufklärung, den Innovationspreis 2020.


Der Innovation(s)Preis ging letztlich an das Team LOVIS: Antonia Böttinger und Mara Wendt-Thorne, Studentinnen an der Universität Oldenburg, sowie Jana Pyrek, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Universität, überzeugten mit ihrem Konzept eines Chatbots zur sexuellen Aufklärung. Der Preis umfasst ein Teamcoaching zur weiteren Unterstützung der Geschäftsidee. Die Auszeichnung, gefertigt mit dem 3D-Drucker am Innovation(s)Campus, wird so bald wie möglich persönlich überreicht. Bis dahin können sich die Gewinnerinnen mit nachhaltigen Produkten aus Online-Stores ausstatten, für die die Hilfswerft Gutscheine sponsorte.


Einen detaillierten Rückblick auf das Social Innovation Camp gibt es auf der Website der Hilfswerft.


Bei Interesse an ähnlichen Formaten wenden Sie sich an Andrea Klahsen (Referentin Programmgestaltung der Innovation(s)Werkstatt, 0441/798-5249, andrea.klahsen@uni-oldenburg.de)  oder Florian Grubitzsch (Innovationsmanager, 0441/798-5247, florian.grubitzsch@uni-oldenburg.de).

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Allgemein, News

Rund 85 Personen kamen am 7. Oktober online zusammen, um sich über Wissenschaftskommunikation und Transferformate auszutauschen.


Die Innovative Hochschule Jade-Oldenburg! hatte Forschende, Vertreter_innen von Unternehmen, Institutionen und Kultureinrichtungen sowie interessierte Bürger_innen zum digitalen Barcamp eingeladen. Die Konferenz markierte die Halbzeit des Projekts und bot Gelegenheit, bekannte Formate und neue Ideen rund um den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu diskutieren. Pünktlich um 15 Uhr eröffneten die Moderatoren Holger Gottesmann und Kai Heddergott – beide erfahrende Barcamp-Organisatoren – das Camp. Die Teilnehmenden hatten sich dafür über die Webkonferenz-Plattform BigBlueButton in einem Raum versammelt. Manche waren per Kamera zu sehen, andere beteiligten sich per Nachricht im begleitenden Chat.



Nach einer kurzen Einführung in das Format Barcamp und den geplanten Ablauf des Nachmittags ging es direkt in die Session-Planung: Die Teilnehmenden stellten ihre Themen-Vorschläge vor, die die Moderatoren im sogenannten Session-Board sammelten. Die insgesamt 22 Sessions umfassten Impulsvorträge zu Kommunikationsformaten wie Science Slams, TEDx-Konferenzen und Wissenschafts-Podcasts ebenso wie die Vorstellung von Projekten, Methoden und Tools. So gab es Beiträge zur Kreativmethode LEGO® SERIOUS PLAY®, zum Konzept der Open Educational Resources und der Broadcasting-Software OBS. Außerdem wurde zu Zielgruppen in der Wissenschaftskommunikation diskutiert, über die Herausforderungen von Citizen Science Projekten und die Frage, wie man wissenschaftliche Themen eigentlich zeitgemäß und verständlich aufbereiten kann.

Ein Blick hinter den Kulissen des digitalen Barcamps:


Spannende Beiträge zu Science Slam und TEDx

Einige regional bekannte Wissenschaftskommunikatoren nahmen mit eigenen Sessions teil. Einer von ihnen war Jens-Steffen Scherer, Doktorand am Department Neurowissenschaften der Universität Oldenburg. Noch als Masterstudent hatte er 2018 den Science Slam Oldenburg gewonnen. Beim Barcamp der IHJO teilte er in seiner Session „Science Slam – BÄM!“ seine Erfahrungen mit dem jungen Kommunikationsformat. Fünf Botschaften hatte er für sein Publikum: Leg dich auf eine Kernbotschaft fest, erzähl eine Geschichte, nenne griffige Beispiele, erzeuge Emotionen und freunde dich damit an, dass ein guter Science Slam reifen muss.


Auch Birger Schütte, Initiator von TEDxOldenburg, betonte, wie wichtig die Kernbotschaft eines Vortrags sei. Gemeinsam mit seinem Mitstreiter Felix Krenke stellte er das Speaker-Coaching vor, das alle Vortragenden der Konferenzplattform durchlaufen: Sie verfassen ein wortwörtliches Skript ihrer Rede und verbessern diese mithilfe strikter Rückmeldungen so lange, bis die Kernbotschaften klar sind und sich in einer Viertelstunde einem Laienpublikum vermitteln lassen. Fazit: Das Training für gute Kommunikation kann hart sein, wird aber mit Klarheit und Verstehen belohnt. Scherer erklärte seine Motivation so: „Einen Science Slam zu machen liegt weit außerhalb der normalen Komfortzone junger Forschender. Ich möchte dazu beitragen, dass für einige die Kommunikationsaufgabe näher an die Komfortzone heranrückt.“

Eine Übersicht über alle Themen und Session-Geber_innen bietet das folgende Graphic Recording:



Die Rückmeldungen zum Barcamps werden noch ausgewertet. Der erste Eindruck ist: Das Team konnte viele neue Impulse aufnehmen und spannende Kontakte knüpfen. Auf dieser Grundlage sollen neue Ideen entstehen, die sich im Sinne des Projekt-Auftrags für die Region weiterverfolgen und -entwickeln lassen.
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Allgemein, Innovation(s)Mobil, News, SchülerWissen, Science Blog & Lab-on-the-Web

Der Science Truck zeigte eine Ausstellung zu Plastikmüll im Meer, das BürgerLabor veranstaltete einen Foto-Wettbewerb und das Teilprojekt SchülerWissen organisierte Schüler-Workshops.


Mit verschiedenen Angeboten und Aktionen hat sich die IHJO an der 3. Plastikaktionswoche Wittmund – Friesland vom 14. bis 19. September beteiligt. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie kam zu diesem Anlass – dank eines entsprechenden Sicherheits- und Hygienekonzepts – auch das Innovation(s)Mobil wieder zum Einsatz: Der Verein New Ocean Project e.V. zeigte im Science Truck eine Ausstellung zum Thema Plastikmüll im Meer. Rund 650 Tourist_innen jedes Alters – unter anderem aus Bayern, Baden Württemberg, NRW und Rheinland-Pfalz – nutzten die Gelegenheit, um sich in der kostenfreien Ausstellung über die Wege des Plastikmülls ins Meer, die Gefahren für Tiere und Natur sowie Alternativen zu Plastik zu informieren.

Begleitet wurde die Ausstellung von einem Workshop-Programm. Hier konnten die Teilnehmenden lernen, Kosmetik, Seife, Desinfektionsmittel, Reinigungsmittel oder auch Waschpulver selbst herzustellen – ökologisch und ohne Plastikzusätze. Dank des guten Wetters konnten auch Abendveranstaltungen stattfinden: Neben Filmvorführungen stand auch ein Vortrag zum Thema „Plastik im Meer – das schwierige Erbe eines wichtigen Werkstoffs“ auf dem Programm.

Spannende Ergebnisse lieferte auch der Foto-Wettbewerb, der parallel zur Ausstellung während der Plastikaktionswoche stattfand: Unter dem Motto „Plastikfrei – ich bin dabei!“ reichten Bürger_innen Fotos über das BürgerLabor der IHJO ein, die ihr Engagement für eine plastikfreie Welt zeigen. Gewonnen haben die folgenden Beiträge (v.l.n.r.: Mila R., Finja A. und Kristin):




Actionbound-Workshop für Schüler_innen


Auch das Teilprojekt SchülerWissen war während der Woche aktiv: Gemeinsam mit dem Multimediamobil Nordwest veranstalteten die Referent_innen einen Actionbound-Workshop für zwei Klassen des Lothar-Meyer-Gymnasiums in Varel. Actionbound ist eine App, mit der Nutzer_innen im Sinne eines sogenannten „Serious Games“ digitale Schatzsuchen oder interaktive mobile Abenteuer erstellen und diese Anderen zur Verfügung stellen können. Im Workshop erhielten die Schüler_innen zunächst einen inhaltlichen Input per Video von der Meeresforscherin Dr. Rosanna Schöneich-Argent zum Thema „Plastik im Meer – vom genialen Wertstoff zum globalen Umweltproblem.“ Anschließend spielten sie einen passenden Actionbound und lernten unter Anleitung einer Mitarbeiterin des Multimediamobil Nordwest, selbst einen Actionbound zu erstellen – etwa zu Plastikalternativen.

Bei Interesse an diesem Format können sich Lehrer_innen an die Ansprechpartner_innen des Teilprojekts SchülerWissen, Anka Albrecht (anka.albrecht@jade-hs.de), Elzbieta Skajda (elzbieta.skajda@jade-hs.de) oder Dr. Wolfgang Wenzel (wolfgang.wenzel@jade-hs.de), wenden. Der vom Teilprojekt SchülerWissen erstellte Actionbound ist unter dem folgenden QR-Code zu finden (nur mit der App „Actionbound“ zu öffnen):



Foto Science Truck: Hanna Ernstorfer
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Allgemein, Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt, News

Vom 28. bis 30. Oktober richtet die IHJO ein Social Innovation Camp aus – begleitet durch die Hilfswerft, einem gemeinnützigen Unternehmen, das Gründungs-Interessierte dabei unterstützt, Sozialunternehmen zu entwickeln. Andrea Tappenbeck (Referentin Programmgestaltung der Innovation(s)Werkstatt) und Fabian Oestreicher vom Hilfswerft-Team erläutern im Interview, was soziale Innovationen ausmacht und wie sie entstehen.

IHJO: Welche soziale Innovation hat Euch in den letzten Jahren besonders beeindruckt?

Andrea Tappenbeck (AT): Mir fällt zum Beispiel die EinDollarBrille ein. Sie unterstützt die augenoptische Grundversorgung mit einem einfachen Baukastensystem und bildet Menschen in den Projektländern in der Brillenherstellung und als augenoptische Fachkräfte aus.
Mich begeistert es, wenn soziale Initiativen gesellschaftlichen Problemen auf einfache Art und Weise entgegenwirken und die Menschen befähigen, selbst aktiv zu werden. Zudem schaffen es soziale Innovationen, Probleme dort anzugehen, wo der Staat und das traditionelle Wirtschaftssystem oft wegschauen. Ich denke da auch an Sozialunternehmen, die Themen wie Lebensmittelverschwendung oder Schulverweigerung angehen. Knödelkult oder Too Good to Go setzen sich für einen nachhaltigen Verbrauch von Lebensmitteln ein, der Verein Apeiros unterstützt Kinder und Jugendliche, welche die Schule verweigern, auf dem Weg zurück in die Schule, um Ausgrenzung und weitere negative Folgen von Schulabwesenheit zu verhindern.

Fabian Oestreicher (FO): Für mich ist die Sharing Economy sehr bedeutsam. Der Gedanke des Teilens und Leihens ist nicht neu, durch die digitale Entwicklung entstehen jedoch ganz neue Möglichkeiten. Mittlerweile teilen wir Autos, Gegenstände, Wohnungen und vieles mehr wie selbstverständlich.

Im Bereich Bildung sind für mich die MOOCs – Massive Open Online Courses – sehr nennenswert. Sie finden eine immer größere Verbreitung und können dort zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen, wo Bildung bislang schwer zugänglich war. Und auch die Wirkung von Wikipedia als offene Wissensquelle ist erstaunlich.

IHJO: Was macht soziale Innovationen eigentlich aus?
FO: Es geht darum, neue soziale Praktiken zu entwickeln. Man setzt eine Idee als Produkt, Dienstleistung oder Bewegung um. Die Realisierung der Idee verändert dann zum Beispiel unsere Art zu konsumieren, zu wählen, teilzuhaben oder eben zu lernen. Wichtig ist, dass soziale Innovationen gesellschaftliche Herausforderungen lösen, und dass sie das besser tun als vorhandene Lösungsansätze. Ob Mehrgenerationenhäuser, die OpenSource-Bewegung oder Genossenschaften – sie alle haben als Soziale Innovationen begonnen und es in die Breite geschafft.

IHJO: Wie entwickelt man eine soziale Innovation?
FO: Genau darum geht es in unseren Camp-Formaten! Wenn beispielsweise Sophie wirklich bei null anfängt, dann sollte sie zunächst einmal überlegen, welche gesellschaftliche Herausforderung sie angehen möchte und diese systematisch verstehen lernen. Das Problem hat Vorfahrt vor der Lösung. Hat Mehmet schon eine Idee, könnten wir mit verschiedenen Innovationsmethoden schauen, für wen seine Idee einen Mehrwert schaffen kann und ob es Wege gibt, sie langfristig umzusetzen.

IHJO: Wie wird das Social Innovation Camp der IHJO ablaufen?
AT: Unser Social Innovation Camp hält ein spannendes, buntes Programm bereit. Zu Beginn betrachten wir das Thema Bildung und die damit einhergehenden aktuellen Herausforderungen. Anschließend nehmen wir diese stärker unter die Lupe und schauen, wo die jeweilige Herausforderung herrührt, also worin das Kernproblem liegt. Da die Ideenentwicklung im Team großen Spaß macht und der Innovationsprozess von den unterschiedlichen Perspektiven ungemein bereichert wird, werden Teams gebildet. Die Gruppen widmen sich am zweiten Tag der Ideenfindung und -konkretisierung. In Form einer Speedfeedback-Session gehen die Ideen in einen Testzyklus und können zielgerichtet weiterentwickelt werden.

Am dritten Tag stehen das Thema Wirkungsmessen und ein spannendes Pitch-Training auf dem Programm. Die Tipps für einen guten Pitch können zum Abschluss bei der Verleihung des Innovation(s)Preises angewendet werden. In kurzen Präsentationen stellen die Teilnehmenden die entwickelten Bildungsinnovationen vor und erhalten die Chance auf den Innovations(s)Preis 2020, den das Innovation(s)Management der IHJO auslobt!

Damit unter den aktuellen Umständen alle Interessierten sicher teilnehmen können, führen wir das Social Innovation Camp online durch. Die Hilfswerft hat bereits tolle Erfahrungen mit dem DigiCamp-Format gemacht. Alle Teilnehmenden erhalten das notwendige Material per Post, von daher werden alle ausreichend ausgestattet sein.

IHJO: Für wen eignet sich das Format besonders gut? Wen ladet Ihr ein, sich anzumelden und die Chance zu nutzen?
AT: Wir laden Menschen aus der Region ein, die mit Gleichgesinnten eine soziale Idee weiterentwickeln wollen, unabhängig davon, ob bereits eine konkrete Idee besteht.

Es ist egal, ob es sich um Studierende, Hochschulmitarbeitende, Ehrenamtliche oder Unternehmensvertreter_innen aus der Region Jade-Oldenburg handelt. Entscheidend ist, dass die Teilnehmenden unsere Zukunft kreativ und aktiv mitgestalten wollen und Spaß an Teamarbeit mitbringen.

IHJO: Fabian, mit der Hilfswerft führt Ihr Camps zur Entwicklung sozialer Innovationen schon seit vielen Jahren durch. Welche Ziele sind Euch dabei am wichtigsten?

FO: Uns liegt am Herzen, dass die Leute durch begeisternde Formate verstehen, worum es uns inhaltlich geht und wie sie die Methoden auf ihre Lebenswirklichkeit anwenden können. Wenn sie das Vertrauen in sich spüren, im richtigen Moment tatsächlich etwas eigenständig bewegen zu können, dann haben wir etwas erreicht. Selbstwirksamkeit heißt das in der Psychologie.

Auf der Makroebene tragen wir dazu bei, dass Soziale Innovationen und Social Entrepreneurship weiter insbesondere in den Hochschulen verankert werden. Wir freuen uns natürlich besonders, wenn sich durch unsere Arbeit Initiativen gründen oder Gründungszentren und Lehrstühle das Thema auf unsere Initiative hin aufgreifen.

IHJO: Wie passt das Social Innovation Camp in das Programm der IHJO bzw. der Innovation(s)Werkstatt
AT: Mit der Innovation(s)Werkstatt bieten wir einen Ort, an dem durch unterschiedliche Angebote innovative Ideen weiterentwickelt werden können – sei es durch den Bau von Prototypen im 3D-Drucker oder im Rahmen von Kreativitätsworkshops. Unser Credo ist: Gute Ideen zu entwickeln, kann man lernen! Mit dem Social Innovation Camp greifen wir genau diesen Punkt auf; in Begleitung der Hilfswerft und durch spannende Impulse von Praxis-Speakern werden neue Perspektiven eröffnet und Lösungsansätze erarbeitet. Letztendlich wollen wir mit dem Social Innovation Camp die Innovationskraft der Region stärken. Dieses Ziel haben wir uns mit dem Gesamtprojekt der IHJO auf die Fahne geschrieben.

Ich bin schon sehr gespannt, welche kreativen und innovativen Lösungsansätze in den drei Tagen entstehen werden.

IHJO: Liebe Andrea, lieber Fabian, vielen Dank für das Interview.


Bis zum 15.10.2020 können sich Interessierte für das Social Innovation Camp anmelden, um mit Unterstützung der Hilfswerft eine Idee zur sozialen Innovation zu entwickeln. Die Innovation(s)Werkstatt der IHJO richtet die Veranstaltung aus. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wer den Termin nicht wahrnehmen kann, hat Gelegenheit, sich im Bürgerlabor einzubringen und eine Umfrage über wichtige Herausforderungen in unserem regionalen Bildungsbereich zu beantworten.



Foto: Nikita Kachanovsky/Unsplash

 

 

 




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Allgemein, News, SchülerWissen

Als „digitale Schnitzeljagd“ konnte eine geplante Schülerakademie auf Spiekeroog im Juni trotz Corona-Einschränkungen stattfinden.

Kontaktbeschränkungen, Hygienepläne, Arbeitsschutzmaßnahmen – wie gelingt es, unter diesen verschärften Bedingungen mit Schülerinnen und Schülern eine Projektwoche zu gestalten? Während viele Schulen alle Veranstaltungen mit externen Personen konsequent absagen, suchen andere nach kreativen Lösungen, um Geplantes dennoch umzusetzen. So hat Anja Wübben, Referentin für Wissenstransfer an Schulen im Teilprojekt SchülerWissen, gemeinsam mit zwei Lehrer_innen der Hermann-Lietz-Schule auf Spiekeroog eine digitale Schülerakademie konzipiert und durchgeführt.

Digitale Tools überbrücken die räumliche Distanz: Mit Live-Video-Vorträgen, Smartphones und Bestimmungs-Apps gelingt die Schülerakademie auch unter Anleitung aus der Ferne.

Vier Tage lang setzten sich insgesamt 15 Schüler_innen einer 11. Klasse mit den „Boden- und Pflanzenschätzen“ ihrer Insel auseinander. Aufgeteilt in vier Gruppen und ausgestattet mit Smartphones arbeiteten sich die Jugendlichen anhand eines ausführlichen Skriptes von Station zu Station. Zur Einstimmung wurden morgens per Video-Konferenz Einführungsvorträge vom Festland auf die Insel übertragen und der Tagesplan besprochen; für spontane Fragen über den Tag war Anja Wübben für die Schülerinnen und Schüler jederzeit digital erreichbar. Um alle Gruppen angemessen betreuen zu können, wurden die beiden Lehrkräfte von zwei FÖJlern des Umweltzentrums Wittbülten – Teilnehmer_innen des Programms Freiwilliges Ökologisches Jahr – unterstützt.

Insel-Biotope unter der Lupe

Im Laufe der Akademie stand für die Gruppen sowohl Gelände- als auch Labor-Arbeit auf dem Programm, um die verschiedenen Biotope der Insel genauer kennenzulernen. Der erste Tag begann mit einer sogenannten Geocaching-Tour, einer GPS-basierten Schnitzeljagd. Hierbei mussten die Jugendlichen bestimmte Stationen mithilfe ihres Handys anhand geographischer Koordinaten finden. Dabei bekamen sie einen ersten Eindruck aller Untersuchungsräume– obere und untere Salzwiese, nördliche und südliche Graudüne und Weißdüne. Am zweiten Tag erkundete jede Gruppe dann ein einzelnes Biotop. Hier entnahmen sie Bodenproben, zeichneten, fotografierten und bestimmten Pflanzen und fertigten ausführliche Protokolle an. Der dritte Tag wurde komplett im Labor verbracht: Hier untersuchten die Jugendlichen ausführlich die mitgebrachten Bodenproben und bestimmten deren Bestandteile, den pH-Wert sowie Salz- und Carbonat-Gehalt. In Kleingruppen fassten die Jugendlichen die Ergebnisse der unterschiedlichen Insel-Lebensräume in anschaulichen Vorträgen zusammen und präsentierten diese dann gegenseitig zum Abschluss des vierten Tages.

Im Labor bestimmten die Jugendlichen die Bestandteile des Bodens, seinen pH-Wert sowie Salz- und Carbonat-Gehalt.

Als Ergänzung zu den Bodenuntersuchungen wurde den Schüler_innen ein Fachvortrag über die Süßwasservorkommen auf der Insel Spiekeroog angeboten. Die Grundwasserforscherin Prof. Gudrun Massmann von der Universität Oldenburg gab Einblicke in die aktuelle Forschung zur Entstehung, Ausdehnung, zu Alter und Eigenschaften der Süßwasservorräte Spiekeroogs und zur Frage, was es mit so genannten submarinen Grundwasseraustritten auf sich hat.

Digitales Material nachhaltig nutzen

Insgesamt habe die Kombination aus digitalen und analogen Tools gut funktioniert, resümiert Anja Wübben. „Die Jugendlichen fanden es zum Beispiel super, dass ich ihre Fragen zum Teil direkt von Fachwissenschaftler_innen habe beantworten lassen. Und für die Lehrer_innen war die intensive Begleitung vor Ort letztlich wie eine Fortbildung – sie haben also auch von dem Format profitiert.“ Als Workshopleiterin nur digital mit den Teilnehmenden kommunizieren zu können, erschwere es jedoch, ein Gefühl für die Gruppe zu bekommen, ergänzt Wübben. „Gemeinsam zu lachen oder Scherze zu machen – das fehlt.“

Ein wichtiger Aspekt im Kontext digitaler Lehrangebote ist für das SchülerWissen-Team auch die nachhaltige Nutzung der Materialien. So soll etwa die Geocaching-Tour, die Wübben gemeinsam mit Kollegin Antje Ahrens, Referentin für Wissenstransfer an außerschulischen Lernorten, entwickelt hat, künftig auch Bürger_innen zur Verfügung stehen. Die Skripte wiederum sind mit einer sogenannten Creative Commons Lizenz versehen –Lehrkräfte können sie unter Nennung der Autorin für ihre eigenen Projekte abwandeln und nutzen.

Bei Fragen oder Interesse an ähnlichen Angeboten wenden Sie sich bitte an: Anja Wübben, Referentin für Wissenstransfer an Schulen (anja.wuebben@uni-oldenburg.de).

Fotos: Rita Przewodnik
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