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Innovation(s)Management
17. Januar bis 10. März 2022

Die IHJO hat in Kooperation mit dem FB Architektur der Jade Hochschule die neue Lehrmethode für BIM, als digitales Planspiel, zum dritten Mal durchgeführt. Dieses Mal wurde der Workshop für Handwerksbetriebe angeboten und erfolgreich getestet!

 

Mit dem speziell für die Belange des Handwerks ausgerichteten Planspiel „CRAFTER“ haben die Teilnehmenden aus den Betrieben, unter nahezu realen Bedingungen die Handhabung über die BIM-Schlüsseltechnologien erworben. Anhand eines eigens dafür entwickelten Gebäudemodells, in dem die unterschiedlichen Gewerke gemeinschaftlich arbeiten konnten, wurden am Modell verortete Aufgaben gelöst, Fehler im Modell analysiert und dokumentiert sowie der Bauablauf der jeweiligen Gewerke im Modell koordiniert. Im Detail konnten die Handwerkerinnen und Handwerker Kenntnisse über die korrekte Modellhandhabung eines Industry Foundation Classes (IFC)-Viewers, die gezielte Kommunikation am Modell mittels eines aktuellen Konferenztools und die juristisch wichtige Dokumentation mittels der BIM Collaboration Format (BCF)-Anwendung erwerben, um so zukünftig in der Lage zu sein am BIM-Prozess mitzuwirken.

So verlief das Test-Planspiel

Im Vorfeld wurde das Spiel in vier Level zu den Themen Modellhandhabung, Fehleranalyse, Fehlerdokumentation und BIM-Prozess aufgeteilt. In Gruppen, aus jeweils vier bis fünf Personen mussten alle Teams die gleichen Aufgaben des folgenden Szenarios beantworten:

„Ein Architekturbüro hat die HOAI-Leistungsphase 5 „Ausführungsplanung“ so gut wie abgeschlossen und steht nun kurz vor der Ausschreibung (HOAI-LP 6). Bevor ausgeschrieben wird, sollen die potentiellen Handwerksunternehmen mit einem (As-Planned)-Bauwerksmodell konfrontiert werden, um die Ausschreibung auf ihre Belange abzustimmen. Dafür erhalten sie ein IFC-Modell, das auf mögliche Unstimmigkeiten hin analysiert, Unklarheiten identifiziert und dokumentiert werden soll.“

Level 1: Modellhandhabung


In dem ersten Level des CRAFTERS haben die Teilnehmenden die Hürde genommen, sich einen IFC-Viewer zu installieren, sich mit dessen Grundlagen vertraut zu machen und über ein Konferenzsystem gemeinsam an einem bereitgestellten IFC-Modell zu arbeiten. Die Teilnehmenden stellten fest, dass IFC-Modelle nicht nur die Geometrien, sondern auch weiterführende Informationen beinhalten, die in den sogenannten „Attributen“ zu finden sind. Es war wichtig zu verstehen, wie ein IFC-Viewer zu bedienen ist.

Level 2: Fehleranalyse


In dem zweiten Level des CRAFTERS konnten die Teilnehmenden die modellspezifischen Aufgaben durch das Erlernte schneller und zielorientierter anwenden. Durch die Arbeitsweise mit einem 2D-Plan und dem 3D-Modell konnten die Teilnehmenden feststellen, dass die 2D-Pläne (im Gegensatz zum digitalen 3D-Bauwerksmodell) informationsbegrenzt sind. Sie lernten Fehler am Modell zu identifizieren und das 3D-Modell durch 2D-Pläne zu plausibilisieren.

Level 3: Fehlerdokumentation


In dem dritten Level des CRAFTERS haben die Teilnehmenden aus unterschiedlichen IFC-Modellen ein cloudbasiertes BIM-Koordinationsmodell erstellt, Ihre Projektmitglieder für den modellbasierten Abstimmungsprozess eingeladen und eine Kollisionskontrolle zwischen den unterschiedlichsten IFC-Modellen durchgeführt. Damit sind sie in der Lage zukünftige Aufgaben gemeinschaftlich am Modell zu besprechen und Unstimmigkeiten für alle Projektbeteiligte modelbasiert zu dokumentieren. Die Teilnehmenden erhielten einen Einblick in das „Issue Management“, das vorrangig in der Verantwortung des „BIM-Koordinators_in“ (AN) bzw. „BIM-Managers_in“ (AG) einzugliedern ist.

Level 4: BIM-Prozess (digitaler Workflow)


In dem vierten und letzten Level des CRAFTERS konnten die Teilnehmenden das bereits Erlernte schneller und zielorientierter anwenden. Sie waren nun in der Lage sich mit den Projektbeteiligten modellbasiert abzustimmen. Die Erstellung einer Angebotserstellung auf Basis einer juristisch sicheren Datengrundlage wurde geübt. Insgesamt erwarben die Teilnehmenden mit dem Abschluss des CRAFTERS grundlegende Kenntnisse über die Handhabung der gängigsten Schlüsseltechnologien für die Nutzung von BIM. Zusätzlich erlangten sie die Fertigkeit einen IFC-Viewer zu bedienen, gezielt am Modell zu kommunizieren und Unstimmigkeiten mittels BCF zu dokumentieren, um so als Nutzer am BIM-Prozess mitzuwirken.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die tollen Eindrücke und die leidenschaftliche Teilnahme.

Kontakt

Sofern Sie an einem solchen Weiterbildungsformat interessiert sind (unabhängig von Ihrer Fachrichtung), würden wir uns freuen, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen (christian-heins@jade-hs.de).

 

 

 

 

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Allgemein, Innovation(s)Management, News

Veranstaltung „Innovation(s)Dialog“ zeigte Perspektiven aus Wissenschaft und Unternehmen auf.

Welche Rolle können Roboter in Unternehmen heute und zukünftig spielen? Nehmen sie uns lästige Arbeiten ab oder vernichten sie Arbeitsplätze? Ist ihr Einsatz in kleinen und mittelständischen Unternehmen überhaupt sinnvoll? Und welche Möglichkeiten bieten Cobots – kollaborierende Roboter, die mit Menschen interagieren können? Um diese Fragen ging es bei der Online-Veranstaltung „Innovation(s)Dialog Jade-Oldenburg!“ des Projekts „Innovative Hochschule Jade-Oldenburg!“ (IHJO) in Kooperation mit der Roboterfabrik Wilhelmshaven am 8. März. Wie bereits bei den vorherigen Veranstaltungen der Reihe Innovation(s)Dialog tauschten sich Vertreter_innen aus Wissenschaft und Unternehmen aus: Olena Kuzmicheva, Professorin für Roboter- und Handhabungstechnik an der Jade Hochschule, ordnete das Thema wissenschaftlich ein. Wie der Einsatz von Cobots konkret aussehen kann, berichtete Christoph Wenk, Geschäftsführer der cwTec Gesellschaft für Werkzeug- und Maschinenbau mbH.

Vom Roboter zum Cobot – die Perspektive der Wissenschaft

Kuzmicheva stellte heraus, welche Vorteile Cobots gegenüber herkömmlichen Industrierobotern haben: Während letztere in menschenfreien Umgebungen immergleiche Aufgaben erledigen, sind Cobots flexibler einsetzbar. Sie können mit Menschen interagieren, von ihnen für diverse Aufgaben programmiert werden und an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden. Dennoch waren laut Angaben der International Federation of Robotics im Jahr 2019 nur knapp fünf Prozent der weltweit neu installierten Roboter in Unternehmen Cobots.

Die Gründe hierfür sind laut Kuzmicheva vielfältig: Trotz der Tatsache, dass die Cobots meistens auch ohne tiefergehende Programmierkenntnisse bedient werden können und deutlich benutzerfreundlicher sind als klassische Industrieroboter, existieren gerade bei kleineren Unternehmen zahlreiche Vorbehalte, die längst nicht mehr zutreffend sind. Darüber hinaus müssen bei der Arbeit mit Cobots viele Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Damit die Roboter direkt mit Menschen interagieren können, arbeiten sie zum Beispiel langsamer und stoppen automatisch, wenn ein unerwünschter Kontakt erfolgt. Dennoch muss für jede einzelne Anwendung eine umfangreiche Risikoanalyse durchgeführt werden, um sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Das bedeutet für Unternehmen ein nicht zu vernachlässigender Aufwand und schreckt vor dem Cobot-Einsatz ab. 

Effizienzgewinn und Sicherheitsaspekte – Erfahrungen aus der Praxis

Wie der Einsatz von Cobots in der Praxis aussehen kann, berichtete Christoph Wenk, Geschäftsführer der Firma cwTec, die seit dem Jahr 2016 mit einem Cobot arbeitet. Für den Cobot entschied er sich unter anderem deshalb, weil er anders als herkömmliche Industrieroboter nicht umzäunt werden muss und daher Platz spart. Die Kehrseite sind teilweise umfangreiche Sicherheitskonzepte. Dennoch hat sich der Einsatz des Cobots aus Wenks Sicht gelohnt: In bisher 1.500 Stunden bearbeitete der Roboter etwa 200.000 Teile, ohne nennenswerten Verschleiß. Mitarbeiter_innen nutzen den Cobot gerne im täglichen Einsatz, um sich wiederholende Aufgaben an den Roboter abzugeben.

Mehr für Robotik-Interessierte bei „Cobots in Action“ am 23. Juni

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass bei vielen Unternehmen im Nordwesten ein Informationsbedarf zum Thema besteht. An der Jade Hochschule gibt es das Projekt „Roboterfabrik“, um diesen Bedarf zu decken: Es sensibilisiert und informiert Unternehmen, Hochschulangehörige und Schüler_innen zum Thema Robotik. Mit „Cobots in Action“ findet am 23. Juni in Wilhelmshaven die nächste Informationsveranstaltung der Roboterfabrik statt.

Foto: Adobe Stock/Lukassek

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Allgemein, Innovation(s)Management

Die IHJO hat in Kooperation mit dem Institut für Datenbankorientiertes Konstruieren (IDoK) der Jade Hochschule vom 31. Januar bis 02. Februar 2022 den ansässigen Bauunternehmen spielerisch die Vorteile der Lean-Prinzipien und der Last Planer®Methodeim Bauwesen nähergebracht.  Lean Construction ist eine aus dem Toyota-Produktionssystem adoptierte Methode, um einen kontinuierlichen Prozess einzuführen, der den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks – von der Planung über die Bauausführung bis hin zur Nutzung – betrachtet. Unter der Leitung des Lean Professionals Instituts, in Persona Prof. Dr.-Ing. Melzner und Dr. René Huppertz, wurden den Teilnehmenden die Lean-Prinzipien vorab in theoretischen Ansätze vermittelt, um bspw. Verschwendung im Planungs- und Bauablauf zu vermeiden oder um die einzuhalten Kundenerwartungen zu erreichen. Durch die zyklische Wissensvermittlung, zwischen theoretischen Ansätzen und praktischer Anwendung, konnten die Teilnehmenden das erlangte Methodenwissen direkt an den physisch vorliegenden Modellen ausprobieren und sich innerhalb des Workshops somit sukzessive verbessern.  

Bei diesem Lean Game kamen erstmals unterschiedliche Bauunternehmen zusammen, um sich mit den gängigsten Methoden des Lean Construction vertraut zu machen. Basierend auf der theoretischen Wissensvermittlung, arbeiteten die Teilnehmenden zusammen, um schnellstmöglich ein Legohaus mit der Last Planer® Simulation oder eine Etage eines Hotels mit dem speziell dafür entwickelten Etagenmodell fertigzustellen.

Inhalte des Last Planner® Systems:

•      Kollaborative Planung und Ausführung der Beteiligten im Hochbau

•      Gesamtprozessanalyse,

•      Meilenstein- und Phasenplanung, 6 Wochenvorschau und kontinuierliche Verbesserung

•      5 Lean Prinzipien: Kundenmehrwert, Prozesse, Fluss, Pull und kontinuierliche Verbesserung

Inhalte des Taktplanungs und –steuerungs Workshops:

•      Verschwendungsarten im Bauwesen

•      8-Schritte der Taktplanung

•      Taktsteuerung

•      Good-Practice Beispiele

•      Ursachenanalyse (5W)

•      A3-Methode

•      Ordnung und Sauberkeit (5S)

•      Synergien von BIM und Lean Construction


So verlief die Last Planer® Simulation (Tag 1)

Das Ziel dieser Simulation war es, ein Legohaus sicherer, schneller, besser, günstiger und planbarer als mit den traditionellen Methoden des Projektmanagements zu bauen. Dafür wurde jedem Teilnehmenden vorab eine Rolle mit einer speziellen Aufgabe zugewiesen. Unter der Leitung von Dr. Huppertz wurde in einem ersten Durchlauf ein Legohaus unter den üblichen Rahmenbedingungen (Sicherheit, Zeit, Kosten) traditionell gefertigt, um im Anschluss mit den neu erlernten Methoden ein neues Legohaus fertigzustellen. Dieses Vorgehen zeigte den Teilnehmenden die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen, zeigte neue schlanke Wege, half beim Aufbau des Projektteams und demonstrierte die Vorteile in Bezug auf Versprechen und deren Einhaltung. Durch dieses Vorgehen wurde das Verständnis vermittelt, wie diese erfolgversprechende Methode in den Projekten umzusetzen ist und wie die Baubeteiligten davon profitieren können.

So verlief die Taktplanung und Taktsteuerung (zwei Tage)

Eine weit verbreitete Methode von Lean Construction ist die Taktplanung und Taktsteuerung, als getaktete Terminplanung, mit zeitlich abgestimmten und gewerkeabhängigen Arbeitsschritten. Die Methode der Taktplanung und -steuerung ist das zentrale Element zur Verbesserung von Qualität, Kosten und Termintreue. Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Melzner erlernten die Teilnehmenden, vorab theoretisch, wie durch Lean Construction eine erhöhte Termin- und Planungssicherheit erzielt und Termin- und Schnittstellenkollisionen reduziert werden können und wie durch Lean Construction eine hohe Transparenz in den Bauprojekten erreichen werden kann. Im Anschluss der theoretischen Wissensvermittlung erfolgte, wie bei der Last Planer® Simulation, das gelernte Wissen an einem eigens dafür entwickelten Etagenmodell anzuwenden. Das Etagenmodell repräsentiert ein Hotel, das es ermöglichte den Bauablauf nachzuspielen. Jede teilnehmende Person übernahm während der Simulation ein Gewerk (Trockenbau, TGA, Malerarbeiten, …). Nachdem ersten unkontrollierten Durchgang erfolgte zunächst eine IST-Aufnahme des aktuellen Leistungsstandes. In zwei weiteren Durchläufen wurde erst die Taktplanung (Tag 2) und zum Schluss zusätzlich die Taktsteuerung (Tag 3) eingeführt. Die Teilnehmenden erhielten so einen Einblick in den eigenen Leistungsstand und in die Zuverlässigkeit des Bauablaufes durch Lean Construction in der Praxis sowie zum möglichen Optimierungspotential.



Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die tollen Eindrücke und die leidenschaftliche Teilnahme.

Sofern Sie an einem solchen Weiterbildungsformat interessiert sind (unabhängig von Ihrer Fachrichtung), würden wir uns freuen, wenn Sie Kontakt mit Herrn Christian Heins (christian.heins@jade-hs.de) aufnehmen würden.

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Allgemein, Innovation(s)Labor digital, Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt, News

Was er in seiner Bachelorarbeit konzipierte, setzte Etienne Légat mithilfe der IHJO in die Praxis um: ein Outdoor Escape Game zur Oldenburger Kunstgeschichte.

Wo ist das Pferd von Graf Anton Günther? Gerade stand es noch auf dem Schlossplatz, jetzt ist es spurlos verschwunden. Eine Gruppe aus Expert_innen macht sich auf die Suche – zumindest im Spiel von Etienne Légat. Seit Dezember 2021 bietet er in Oldenburg ein Outdoor Escape Game an: eine Mischung aus Escape Room und kunsthistorischer Stadtführung. Ähnlich wie in einem Escape Room sollen die Spieler_innen auch hier Rätsel lösen und eine gemeinsame Mission erfüllen. Nebenbei lernen sie einige Kunstwerke in der Oldenburger Innenstadt genauer kennen.

Die Bachelorarbeit: Kunst im öffentlichen Raum spielerisch kennenlernen

Im Oldenburger Spiel „Der geschenkte Gaul“ ist Légat nicht nur als Spielleiter, er hat es auch selbst konzipiert. Der 27-Jährige hat so sein Hobby zum Beruf gemacht, denn für Escape Rooms begeistert er sich schon seit Jahren. Immer wieder besuchte er mit Freund_innen unterschiedliche Escape Rooms, außerdem arbeitete er im Escape-Room Oldenburg. Die Spiele funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Die Spieler_innen müssen sich aus einem Raum befreien, indem sie gemeinsam unterschiedliche Rätsel lösen.

Dass sich das Prinzip auch in der Innenstadt umsetzen lässt, erfuhr er vor etwa zweieinhalb Jahren in Osnabrück: Dort nahm er an einem Spiel zum Westfälischen Frieden teil und war sofort begeistert. „Ich habe so viel gelernt wie in einer klassischen Stadtführung, aber gleichzeitig war das Format interaktiver und spielerischer“, sagt Légat, der an der Universität Oldenburg Kunst und Französisch auf Lehramt studiert. Als er im vergangenen Frühjahr mit seiner Bachelorarbeit begann, war das Thema daher schnell gefunden: Unter der Anleitung von Wiebke Trunk befasste er sich mit Escape Games als Mittel zur Kunstvermittlung im öffentlichen Raum.

Von der theoretischen Idee zum praktischen Spiel

In seiner Arbeit beschäftigte sich Légat nicht nur mit theoretischen Fragen, sondern entwarf auch ein konkretes Konzept für ein Outdoor Escape Game in Oldenburg. Dabei spielte er häufig mit der Idee, sein Konzept in die Realität umzusetzen. „Mir war klar, dass ich meine Bachelorarbeit nicht nur für die Schublade schreiben wollte“, sagt er. Vieles andere blieb unklar: Sollte er sich mit seiner Idee selbstständig machen – und wie geht das? Oder wäre es doch besser, sich einem bestehenden Unternehmen anzuschließen?

Mit diesen Fragen wandte sich Légat an Florian Grubitzsch, der im Teilprojekt Innovation(s)Management der IHJO arbeitet. Grubitzsch erläuterte die Schritte, die bei einer Gründung auf Légat zukommen würden. Um sich jedoch auf die Entwicklung seines Escape Games konzentrieren zu können, anstatt aufwendig eigenes Marketing und den Aufbau einer Webseite zu betreiben, entschloss der Student sich schließlich, nicht selbst zu gründen. Stattdessen schloss er sich einem bestehenden Start-Up für Outdoor Escape Games an. Das Spiel, das er von nun an entwickelte, wollte er gemeinsam mit dem Unternehmen anbieten.

Mit dieser Entscheidung taten sich für Légat neue Fragen auf: Jetzt ging es nicht nur darum, spannende Rätsel rund um die Oldenburger Kunstgeschichte zu entwickeln, sondern auch seine Zielgruppe einzugrenzen, sein Konzept auszutesten und Kontakte zur Vermarktung des Spiels zu knüpfen. Dabei tauschte er sich regelmäßig mit Grubitzsch aus, der ihn an Ansprechpersonen – unter anderem im Stadtmanagement – verwies und Testspieler_innen vermittelte.

Tonaufnahmen im Innovation(s)Labor digital, Schrauben in der Innovation(s)Werkstatt

Légats Konzept wurde immer konkreter, auch was die speziellen Herausforderungen eines Outdoor Escape Games betrifft. „In herkömmlichen Escape Rooms liegen die Rätselunterlagen einfach im Raum aus – das ist in der Stadt natürlich so nicht möglich“, erklärt er. Stattdessen bringt er beispielsweise Kunstwerke zum Sprechen, indem er Lautsprecher hinter ihnen platziert.

Ein befreundeter Schauspieler sprach Légats Texte ein – wiederum mit Unterstützung der IHJO. Grubitzsch verwies den Studenten an das Innovation(s)Labor digital, das Interessierten unter anderem ein Aufnahmestudio zur Verfügung stellt. Mit der Hilfe von Timo Kasselmann, Mitarbeiter im Innovation(s)Labor, erstellten die beiden das Audiomaterial.

Inzwischen ist das Spiel fertig, aber Légat feilt weiter am Konzept. Als Spielleiter tritt er in unterschiedlichen Rollen auf, auch als Graf Anton Günther höchstpersönlich. Doch was wäre dieser ohne sein weißes Pferd – und was wäre Oldenburg ohne Fahrräder? „Ich habe mir daher überlegt, ein Fahrrad zum Pferd umzubauen“, sagt Légat. Florian Juds, Mitarbeiter in der Innovation(s)Werkstatt, unterstützt ihn dabei, dem Fahrrad einen Pferdekopf und einen Schweif zu verleihen.

Rückblickend schätzt Légat besonders, wie sich die Beratung des Innovation(s)Managements und die Hilfe bei der praktischen Umsetzung seiner Idee ergänzten. „An der IHJO haben verschiedene Zahnräder ineinandergegriffen, um mich während der gesamten Spielentwicklung zu unterstützen“, sagt er.


Bild: In der Innovation(s)Werkstatt arbeitet Etienne Légat (links) mit Florian Juds daran, ein Fahrrad umzubauen. 

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Allgemein, Innovation(s)Labor digital, Innovation(s)Management, Innovation(s)Mobil, Innovation(s)Werkstatt, News, SchülerWissen

Berufsschullehrer_innen aus der Schweiz, Dänemark, England, Finnland, Spanien und den Niederlanden begegneten sich bei  einer Teacher Academy an der Berufsbildenden Schule (BBS) Wilhelmshaven. Zwischen dem 8. und dem 10. November kamen die Lehrkräfte erstmals im Rahmen des Projekts InnoVET zusammen: Gefördert vom Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation und dem Schweizer Austauschprogramm Movetia, ermöglicht es den europäischen Austausch zwischen Berufsschulen. In Wilhelmshaven standen vor allem die Themen Internationalisierung und Innovation auf der Tagesordnung.

Bei der Veranstaltung tauschten sich die Lehrkräfte nicht nur untereinander aus, sondern erfuhren auch in Exkursionen, wie Innovation im Nordwesten konkret gelebt wird. Neben einer Besichtigung des JadeWeserPorts lernten sie verschiedene Teilprojekte der IHJO kennen, etwa das Innovation(s)Mobil, das die Lehrkräfte außerdem für den Austausch untereinander nutzten. Bei einer Exkursion nach Oldenburg erkundeten sie die Angebote der IHJO am Innovation(s)Campus:
In der Innovation(s)Werkstatt und im Innovation(s)Labor digital lernten die Lehrkräfte die Transferangebote der Teilprojekte kennen und konnten sich einen Überblick über die eingesetzten Technologien verschaffen. Besonderes interessierten sie sich dabei für den 3D-Druck und die Programmierung von Mikrocontrollern, also kleinen Computersystemen, die auf einer einzigen Leiterplatte aufgebaut sind. Diese Technologien werden in Berufsschulen immer häufiger eingesetzt. Die Teilnehmenden erfuhren darüber hinaus, mit welchen Angeboten das Teilprojekt „Innovation(s)Management“ den Austausch zwischen Hochschulen, Unternehmen sowie Multiplikatoren wie Handels- und Handwerkskammern fördert.

Die IHJO organisierte außerdem einen Vortrag, in dem die Lehrkräfte mehr über Gamification in der Unterrichtsgestaltung erfuhren: Christian Wettke, Lehrer und Buchautor, stellte ihnen digitale Werkzeuge wie die App Actionbound vor. Mit ihr können Lehrer_innen digitale Schnitzeljagden erstellen.

Weitere Informationen zu Angeboten und Veranstaltungen der beteiligten Teilprojekte finden sich auf den Seiten des Innovation(s)Mobils, der Innovation(s)Werkstatt, des Innovation(s)Labors digital, des Innovation(s)Managements und des Teilprojekts SchülerWissen.


Foto: Die Lehrkräfte lernten unterschiedliche Teilprojekte der IHJO kennen – unter anderem die Innovation(s)Werkstatt. Copyright: BBS Wilhelmshaven

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Allgemein, Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt, News

Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung – gesundheitliche Herausforderungen gibt es viele. Lösungen aber auch: Beim Social Innovation Camp entwickelten die Teilnehmenden kreative Gründungsideen.

Nicht nur übers Gründen reden, sondern es auch ausprobieren – das ist der Leitgedanke des Social Innovation Camp. Gemeinsam mit der Hilfswerft gGmbH richteten die Teilprojekte Innovation(s)Werkstatt und Innovation(s)Management der IHJO dieses Format bereits zum zweiten Mal aus. Zwischen dem 24. und dem 26. November trafen sich gründungsinteressierte Studierende aus der Region, um soziales Unternehmertum zu erproben. Dabei ergänzten Impulsvorträge von Expert_innen und die Entwicklung von eigenen Gründungsideen einander.

Zwischen Praxisimpulsen und Gruppenarbeit

Im Fokus standen soziale Innovationen, die zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. „In diesem Jahr fokussierten wir uns dabei vor allem auf gesundheitliche Problemstellungen, denn diese sind nicht erst seit der Coronapandemie für uns alle greifbar“, sagt Andrea Klahsen, Mitarbeiterin in der Innovation(s)Werkstatt. Weniger greifbar sind für viele die konkreten Arbeitsschritte, um zu einem Gründungskonzept zu kommen.

Ein wichtiger Programmpunkt des Camps waren daher Impulsvorträge aus der Praxis. Zum Beispiel erläuterte Dennis Brüntje, Leiter Operatives von der gemeinnützigen Organisation „Mobile Retter e.V.“, wie Ertragsmodelle für soziale Innovationen aussehen können. Hanno Weimer, Co-Founder der gemeinnützigen Organisation GROME, verdeutlichte, dass die Entwicklung eines Geschäftsmodells ein Prozess ist, der nicht mit der Gründung aufhört. Mit Antonia Böttinger war außerdem eine Teilnehmerin des letztjährigen Social Innovation Camps der IHJO zu Gast. Sie berichtete, wie schnell aus einer Idee mit einem guten Team und viel Motivation ein Social Startup werden kann: Die im Camp entworfene Gründungsidee hatte sie mit ihren Mitstreiterinnen weiter verfolgt. Inzwischen ist sie Co-Gründerin der gGmbH LOVIS, die einen Chatbot zur sexuellen Aufklärung entwickelt.

In Gruppen setzten die Teilnehmenden das Gelernte in die Praxis um und entwickelten soziale Innovationen – von Kochkursen für Teenager über Workshops für Jugendliche zu Social Media und mentaler Gesundheit bis zu einer App für mehr Bewegung im Büroalltag.

„Das Gründen greifbar machen“

Kreative Ideen gab es also viele, für ausgeklügelte und detaillierte Konzepte sind drei Tage selbstredend zu kurz. „Unser Ziel sind aber auch keine fertigen Ergebnisse“, sagt Sönke Burkert, Geschäftsführer und Gesellschafter der Hilfswerft. Er und sein Team haben das Konzept der Social Entrepreneurship Camps entwickelt und bieten es bundesweit an. „Wir wollen vielmehr das Gründen greifbar machen – denn für viele gesellschaftliche Herausforderungen gibt es gute Lösungsansätze. Nur landen die viel zu oft in der Schublade.“

Beim abschließenden Pitch überzeugten die Studierenden Lucy Beier, Evin Ediz, Jasmin Rehmeier und Thilo Haase die Jury mit ihrer Idee einer Bewegungsapp für den Büroalltag. An sie verlieh die IHJO den Innovation(s)Preis – verbunden mit einem Pitch-Training bei einer Expertin, um ihre Idee weiterzuverfolgen.


Bild: Beim abschließenden Pitch präsentierten die Gruppen ihre Ideen einer Jury. Foto: Hendrik Reinert.

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Allgemein, Innovation(s)Management, KarriereWege, News

Wo einst Fracht aus und nach Übersee transportiert wurde, kamen am 10. September insgesamt 24 Studierende, Forschende und Unternehmensvertreter_innen zusammen. Unter der Fragestellung „Wie wollen wir in der Region zukünftig leben und arbeiten?“ tauschten sie auf dem Segelschulschiff „Lissi“ richtungsweisende Ideen aus, knüpften Netzwerke und genossen bei perfektem Wetter die Aussicht auf die Wesermarsch. Das Event, das von den Teilprojekten „Innovation(s)Management“ und „KarriereWege“ organisiert wurde, zeigte: Der direkte Austausch zwischen den Hochschulangehörigen und der regionalen Wirtschaft ist unverzichtbar, um Bedürfnisse auf beiden Seiten auszuloten, Ideen für eine Zusammenarbeit zu entwickeln und so dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen.

„Nach dem Abitur sind die meisten meiner Mitschüler_innen in andere Bundesländer oder sogar ins Ausland gegangen. Auch ich habe mit dem Gedanken gespielt, die Region zu verlassen“, berichtete die Studentin Anna Riedel. Zum Glück sei es dazu nicht gekommen: Riedel entschied sich für eine Ausbildung als Bankkauffrau und für ein Duales Studium (Wirtschaftswissenschaften) an der Jade Hochschule. „Es lohnt sich, hier zu bleiben!“, resümierte sie. Dass viele junge Leute die Region verlassen, bekomme sie in ihrem Berufsalltag häufig zu spüren: Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen sinke.

(Nicht nur) diese Problematik war zentral am 10. September. Gunnar Barghorn, Geschäftsführer der Barghorn GmbH & Co. KG, eröffnete die Diskussion mit einem Statement, dem keine_r der Anwesenden widersprach: „Wer modern aufgestellte Unternehmen sucht, muss nicht auf IT-Unternehmen im Silicon Valley schauen, sondern kann sie auch in unserer Region finden!“. Doch wie können Unternehmen besser mit Absolvent_innen zusammenkommen? Wie profitieren Hochschulen und unsere Region voneinander? Und wie blicken die unterschiedlichen Gruppen auf aktuelle Entwicklungen wie zum Beispiel Home-Office oder Veränderung von Führung? Angeleitet durch eine Moderatorin diskutierten die Teilnehmenden in gemischten Gruppen diese und weitere Fragen.

Sinnhaftigkeit und Potentialentfaltung als Erfolgsfaktoren

Eine zentrale Erkenntnis der Diskutierenden: Unternehmen sind umso attraktiver, je mehr es ihnen gelingt, ihren Angestellten Sinnhaftigkeit in ihrer Arbeit zu bieten. Für junge Menschen, insbesondere im akademischen Umfeld, rücke zudem das Gehalt mittlerweile häufig in den Hintergrund. Flexible Arbeitszeiten, Familienfreundlichkeit, Zusatzleistungen (Betriebsrente, Verpflegung im Büro, Sportangebote) sowie eine transparente Kommunikation spielten neben der Sinnhaftigkeit eine übergeordnete Rolle. Prof. Dr. Appelt, die an der Jade Hochschule eine Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre innehat, betonte in ihrem einleitenden Impuls: „Unsere Region lebt von Unternehmen, die Mitarbeitenden Raum für die Potentialentwicklung und Verantwortung für Entscheidungen geben. Dadurch steigen das Engagement und die Motivation. Unternehmen werden dadurch gleichzeitig effizienter und effektiver.”

Das Für und Wider des Home-Office

Die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, wurde in den Diskussionen als ein wichtiger Baustein der aktuellen und zukünftigen Arbeitswelt gesehen. Indem die Arbeitswege wegfallen, sparen Mitarbeitende Zeit und Geld. Den Unternehmen eröffne das Home-Office Optionen, auch Mitarbeitende mit einem weiteren Anfahrtsweg einzustellen. Zudem könnten sie durch „shared desks“ Raummieten einsparen und gegebenenfalls einen Teil der Ersparnisse in Form erhöhter Gehälter weitergeben.

Nicht zu vergessen sei allerdings der soziale Faktor: Vielen Mitarbeitenden im Home-Office fehlten die physischen Treffen mit Kolleg_innen, der Austausch an der Kaffeemaschine und die Impulse aus zufälligen Begegnungen. Nicht zuletzt, um neue Mitarbeitende einzuarbeiten und ihnen einen guten Einstieg ins Unternehmen zu ermöglichen, müsse es auch analoge Möglichkeiten geben (zum Beispiel Willkommenstage vor Ort). Vielen Angestellten falle es außerdem schwer, Arbeit und Freizeit voneinander zu trennen. Durch kompetente Führung müsse die (digitale) Selbstverantwortung der Mitarbeitenden gestärkt werden, damit das Home-Office nicht durch Entgrenzung zu einer gesundheitlichen Gefahr durch Überlastung werde.

Wie Hochschulen und Arbeitgeber zusammenkommen

Bei der Zusammenarbeit von Hochschulen und Region sahen die Teilnehmenden die Kommunikation und das Netzwerken als elementar an: Damit berufliche Möglichkeiten und Unternehmensbedarfe vermittelt werden könnten, sollten die Hochschulen niedrigschwellige Austauschformate ermöglichen. Praktika sowie in Kooperation verfasste Abschlussarbeiten gelten nach wie vor als vielversprechende Einstiegsmöglichkeit. Wichtiger Erfolgsfaktoren für gute Kooperationen seien klare Ansprechpartner_innen an den Hochschulen sowie die Bereitschaft auf beiden Seiten, zu nehmen, aber auch zu geben.

Mareike Schlenkhoff, die als Referentin des Teilprojekts „KarriereWege“ das Format mitentwickelt und begleitet hat, bilanziert: „Anderthalb Jahre fanden unsere Netzwerkformate vor allem digital statt. Umso mehr haben wir uns über die lebendigen Diskussionen gefreut, die nur ein analoges Format bieten kann. Das Event war nicht nur für die Beteiligten zukunftsweisend, sondern hat auch uns als IHJO spannende Impulse für kommende Formate und Angebote mitgegeben“. Florian Grubitzsch, Innovationsmanager an der IHJO, fügt hinzu: „Dass wir die besondere Location der Lissi nutzen konnten, war ein großer Glücksfall und bleibt uns noch lange in positiver Erinnerung. Wir sind begeistert, dass die Veranstaltung bei allen beteiligten Gruppen so viel Anklang gefunden hat. Netzwerkevents dieser Art bleiben uns ein großes Anliegen“.

Einen Überblick über weitere Angebote und Veranstaltungen des Teilprojekts „Innovation(s)Management“ finden Sie hier; des Teilprojekts „KarriereWege“ hier.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an Andrea Klahsen (andrea.klahsen@uni-oldenburg.de) oder Carsten Meyer (carsten.meyer@jade-hs.de).


Foto: Vor dem Segelsetzen treffen Mitarbeiterinnen der IHJO (Ingrida Budininkaite, Mareike Schlenkhoff und Dr. Jasmin Overberg) letzte Vorbereitungen. Bild: Hendrik Reinert
Text: Dr. Jasmin Overberg

 

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Allgemein, Innovation(s)Management

06. September bis 08. September 2021

Die IHJO hat in Kooperation mit dem FB Architektur der Jade Hochschule die neue Lehrmethode für BIM, als digitales Planspiel, zum zweiten Mal durchgeführt. Dieses Mal wurde der Workshop für die Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen sowie für die Berufspraxis aus der freien Wirtschaft geöffnet und erfolgreich getestet.


Mit den BIM Games, digitale Planspiel für unterschiedliche Fachdisziplinen, vermitteln Prof. Dr. Gregor Grunwald und Christian Heins von der Jade Hochschule die vernetzte und digitale Planungsmethodik BIM. Building Information Modeling (BIM), zu Deutsch: Bauwerksdatenmodellierung, soll in Deutschland zum Planungsstandard für Bauprojekte und in der hochschulischen Ausbildung zu einem festen Bestandteil der Lehre werden. Weitere Informationen zu den Beweggründen und zum Aufbau der Planspiele finden Sie unter:

Erstes BIM Game “PING PONG”
Forschungsnotizen „Planen und Entwerfen als digitales Planspiel“

Mit der Veranstaltung „JADE Work“ wurde das BIM Game bereits ein zweites Mal durchgeführt und für Studierende aus dem Fachbereich Bauingenieurwesen und externe Teilnehmende geöffnet. Durch die Einbindung von Studierende anderer Fachbereiche und durch Mitspielende aus der freien Wirtschaft konnten die Realbedingungen des Spiels verschärft werden. Die hohe Interdisziplinarität in den Gruppen führte aufgrund zusätzlicher fachlicher Expertise zu neuen, detailreichen Impulsen, wohingegen die Externen ihrerseits von der Digitalkompetenz der Studierenden profitierten. Der große Erfolg des Planspiels motiviert es weiter zu entwickeln, die Veranstaltung fortzuführen und als einen festen Bestandteil in der Lehre zu verstetigen.

So verlief das Test-Planspiel

In Gruppen aus vier bis fünf Personen mussten unter nahezu realen Wettbewerbsbedingungen eine Campus Modell- und Metallbauwerkstatt für die Hochschule geplant werden. In jeder Gruppe wurden Verantwortlichkeiten aufgeteilt und den Spielenden unterschiedliche Rollen zugewiesen. Die Zusammenarbeit in der Gruppe erfolgte dezentral, direkt am 3D Modell. Die Arbeit fand in direkter Wettkampfsituation mit den anderen Gruppen statt und wurde gesteuert durch regelmäßige Bauherrengespräche. Dabei tickte die Uhr: Zwischenabgaben sowie die Kenntnis von Teilergebnissen anderer Gruppen erhöhten den Druck auf die Teilnehmenden. Ergebnisse mussten präzise und vor allem termingerecht geliefert werden. Dafür sorgte ein Arbeitsportal, das das gesamte Spiel steuerte, Prozessschritte gliederte und die jeweiligen Leistungen abfragte. So verflog die Zeit, für Besprechungen und Meetings waren die Konferenzräume rund um die Uhr geöffnet, um auf dem „8. Oldenburger BIM Tag digital“ schlussendlich drei spannende Entwürfe zu prämieren.

Die spielerische Wettkampfatmosphäre motivierte alle Teilnehmenden. Sie senkte die Angst vor der Anwendung neuer Techniken, schulte digitale Kommunikation und brachte Erkenntnisse über Nutzen und Leistung diverser digitaler Planungswerkzeuge. Die Intensität des Spiels ließ Grenzen zwischen virtueller und realer Kommunikation verschwimmen und führte zu einem in dieser Zeit so seltenen, intensiven Gruppenerlebnis.

Bereitgestellte Grundausstattung für alle Spielenden 

Modellierungs- und Visualisierungssoftware
webbasiertes Datenmanagement / Cloud / CDE
Kostenermittlungssoftware
Software zur Kollisionsprüfung
BCF Applikation
IFC Viewer

Entwurfsergebnisse


Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, ganz besonders bei den Externen, für die tollen Eindrücke und die leidenschaftliche Teilnahme.

 

Kontakt

Sofern Sie an einem solchen Weiterbildungsformat interessiert sind (unabhängig von Ihrer Fachrichtung), würden wir uns freuen, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Wenden Sie sich gerne an Prof. Dr.-Ing. Gregor Grunwald (gregor.grunwald@jade-hs.de) und Christian Heins (christian.heins@jade-hs.de).

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Innovation(s)Management

Der zweite Oldenburger Innovationstag 2021 fand am 4. Mai 2021 digital statt. Das Team des Innovation(s)Managements der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! übertrug die Moderation des Events live aus den Räumen des Innovation(s)Campus.

Unter dem Leitthema “Innovationskultur“ kamen in diesem Jahr Experten und Expertinnen aus Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Wissenschaft zusammen, um einen Einblick in ihr Wissen zu geben und sich mit den ca. 120 Teilnehmenden auszutauschen.

Die Veranstaltung begann mit einem Impuls von Stephanie Birkner, außerplanmäßige Professorin für Female Entrepreneurship an der Universität Oldenburg. Sie ging auf verschiedene Elemente innovativer Zusammenarbeit in Teams ein und wie diese gefördert werden können. Ein Konzept sei dabei die „Effectuation“. Bei dieser Methode stünden die Fähigkeiten der Mitarbeitenden im Fokus: Sie bilden die Grundlage, um ein Unternehmen aktiv gemeinsam zu steuern. Dadurch entstünde ein dynamisches Umfeld, das einem Unternehmen zu mehr Innovationskraft verhilft.

Die folgenden sechs Sessions fanden parallel in kleineren Gruppen statt. Auch hier drehte sich alles um die Entwicklung von Innovationskultur in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. So gaben Jan van Ahrens von der sharemagazines GmbH und Benny Hartwig von der ZUKUNFT.unternehmen gGmbH einen Einblick in die Denkweise von Start-ups und erklärten, warum diese aus ihrer Sicht die Innovationsfähigkeit begünstigt.

In der Session der einfach.effizient. – Treuhand Unternehmensberatung GmbH & Co. KG wurden den Teilnehmenden direkt umsetzbare „Workhacks“ für mehr innovative Zusammenarbeit an die Hand gegeben.

Dr. Matthias Lange vom Unternehmen energy & meteo systems erläuterte, welche Rolle die Innovationskultur bei der Gründung seines Unternehmens gespielt und wie sie sich im Rahmen des Unternehmenswachstums verändert hatte.

In einer weiteren Session sprach Adrian Macha über die Zusammenarbeit seines Unternehmens worldiety mit der Universität Oldenburg und die damit gewonnenen Erfahrungen. Gemeinsam mit der Uni entwickelt das Unternehmen Praxismodule zum Thema KI und Big Data.

Die CEWE Stiftung & Co. KGaA bot einen Einblick in die Erfolgsgeheimnisse des Unternehmens und wie es den Wandel von der Analog- über die Digital- hin zur Smartphone-Fotografie erfolgreich gemeistert hat.

Die Entwicklung einer innovativen Unternehmenskultur stand im Fokus der Session von Matthias Brucke von der embeteco GmbH & Co. KG. Dabei ging er besonders darauf ein, wie sich Unternehmen in einer sich ständig verändernden Welt anpassen und ihre innovationsfreundliche Unternehmensumgebung aufrechterhalten können.

Im abschließenden Zukunftsforum tauschten sich Dr. Reiner Fageth (CEWE Stiftung & Co. KGaA), apl. Prof. Dr. Klaus Fichter (Universität Oldenburg) und Claudia Puglisi (Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen) zum Thema „Viele Wege führen zu Innovation – Offen für neue Wege“ aus. Die vom Moderator Jens-Steffen Scherer geleitete Diskussion spiegelte verschiedene Ansätze, wie mit dem Thema Innovationen umgegangen wird. Dabei spielte die Entwicklung von Innovationen ebenso eine Rolle wie der Umgang mit Neuheiten und die Durchsetzungen von notwendigen Entwicklungen in Organisationen.

Zum Abschluss der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in mehreren digitalen Konferenzräumen über die Inhalte auszutauschen und sich weiter zu vernetzen.

Insgesamt zogen die Veranstalter eine sehr positive Bilanz. Wie aus dem Feedback hervorging, hatte das Thema Innovationskultur bei vielen Teilnehmenden einen Nerv getroffen. Im nächsten Jahr wird der Oldenburger Innovationstag wieder stattfinden.

 

Kontakt Innovation(s)Management

Florian Grubitzsch, 0441/798-5247, florian.grubitzsch@uni-oldenburg.de

Carsten Meyer, 0441/7708-3458, carsten.meyer@jade-hs.de

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Innovation(s)Management
19. März 2021 bis 21. März 2021; IHJO in Kooperation mit FB Architektur der Jade Hochschule haben eine neue Lehrmethode für BIM als digitales Planspiel konzipiert und im Studierendenworkshop erfolgreich getestet!

Abbildungen:
1a Entwurf Gruppe 1: Stella Meyer, Gizem Toraman, Sharzad Sadatieh, Frederick Denzinger, Kurda Karim Mohammed
1b Entwurf Gruppe 3: Melissa El Haddad, Anna-Lena Laube, Lisa-Marie Schlott, Christine Büch
1c Plenum als Zoomkonferenz
2a: Gruppenbetreuung: Gregor Grunwald, Christian Heins, Stella Meyer, Tami Hamel
2b: Bauherrengespräche mit Gruppe 1
2c: Entwurfsvisualisierung Gruppe 3



Um in Zeiten der Corona-Pandemie einen Weg zu finden, den Studierenden die vernetzte und digitale Planungsmethodik Building Information Modeling (BIM) im Homeoffice zu vermitteln, hat der Fachbereich Architektur der Jade Hochschule und das Innovation(s)Management der IHJO, dieses erste dezentrale und zugleich internationale Planspiel an der Jade Hochschule durchgeführt. Dieses BIM-Planspiel war zugleich der erste Testlauf für die Berufspraxis:
18 Architekturstudierende haben, unter der Leitung von Prof. Dr. Gregor Grunwald und Christian Heins, die Entwurfs- und Planungswerkezuge der BIM-Methode im Rahmen eines digitalen Rollenspiels kennengelernt.

Warum haben wir das gemacht?

Digitales Planspiel als effektive Lernmethode für BIM

Spielerisches Lernen ist die intuitivste Form des Lernens, die der Mensch kennt. Schon in sehr jungen Jahren werden neue Fähigkeiten durch Spiel und Anpassung erlernt. Das digitale Planspiel PING PONG macht sich diesen natürlichen Spieltrieb zunutze und sorgt so für eine höhere Motivation, sich mit dem Thema BIM auseinanderzusetzen. Dies ist die Ausgangsidee und Motivation des europäisch geförderten Forschungsprojekts “BIM Game”, das in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten, Hochschulen, Ausbildungszentren und Softwarefirmen aus fünf europäischen Ländern organisiert und entwickelt wurde. In dem ersten Testlauf war es eine dreitägige Veranstaltung, um Architekturstudenten die digitale Planungsmethodik BIM zu vermitteln, aber auch um neue Maßnahmen und Werkzeuge zu testen, die das BIM-Spiel auf ein höheres Niveau bringt.

 

Welche Vorteile ergeben sich für die Berufspraxis, durch eine solches Weiterbildungsformat?

Da Building Information Modeling zum Planungsstandard für Bauprojekte werden soll, muss die akademische Aus- und Weiterbildungen die digitale Planungsmethodik vermitteln. Es ist jedoch wichtig, die Aus- und Weiterbildung nicht auf die einfache Anwendung der einzelnen Werkzeuge zu beschränken, sondern zu verstehen, dass durch die Einführung der Methodik neue Arbeitsmethoden und Prozesse entstehen, die abgebildet werden müssen. Dies bezieht sich insbesondere auf die kooperative, interdisziplinäre und parallele Art der Planung. Diese neuen Herausforderungen müssen erlebt und ausprobiert werden, anstatt sie in theoretischen Abhandlungen zu beschreiben. Deshalb eignet sich das Planspiel PING PONG hervorragend, um spielerisch, unter geschützten Laborbedingungen, erste Erfahrungen zu sammeln. Derzeit planen wir ein digitales Planspiel für Handwerksbetriebe.

 

So verlief das Test-Planspiel

In Gruppen aus vier bis fünf Personen mussten unter nahezu realen Wettbewerbsbedingungen ein Campus-Café für die Hochschule geplant werden. In jeder Gruppe wurden Verantwortlichkeiten aufgeteilt und den Spielenden unterschiedliche Rollen zugewiesen. Die Zusammenarbeit in der Gruppe erfolgte dezentral, direkt am 3D Modell. Die Arbeit fand in direkter Wettkampfsituation mit den anderen Gruppen statt und wurde gesteuert durch regelmäßige Bauherrengespräche. Dabei tickte die Uhr: Zwischenabgaben sowie die Kenntnis von Teilergebnissen anderer Gruppen erhöhten den Druck auf die Teilnehmenden. Ergebnisse mussten präzise und vor allem termingerecht geliefert werden. Dafür sorgte ein Arbeitsportal, das das gesamte Spiel steuerte, Prozessschritte gliederte und die jeweiligen Leistungen abfragte. So verflog die Zeit, für Besprechungen und Meetings waren die Konferenzräume rund um die Uhr geöffnet, um am Sonntagnachmittag schlussendlich vier spannende Entwürfe zu prämieren.

Die spielerische Wettkampfatmosphäre motivierte alle Teilnehmenden. Sie senkte die Angst vor der Anwendung neuer Technik, schulte digitale Kommunikation und brachte Erkenntnisse über Nutzen und Leistung diverser digitaler Planungswerkzeuge. Die Intensität des Spiels ließ Grenzen zwischen virtueller und realer Kommunikation verschwimmen und führte zu einem in dieser Zeit so seltenen, intensiven Gruppenerlebnis bis weit über die Ländergrenzen hinaus.


Bereitgestellte Grundausstattung aller Spielenden:

  • Modellierungs- und Visualisierungssoftware
  • webbasiertes Datenmanagement / Cloud / CDE
  • Kostenermittlungssoftware
  • Software zur Kollisionsprüfung
  • BCF Applikation
  • IFC Viewer

Originaltöne der Veranstaltung:
“Ich finde, ich habe das Wochenende über sehr viel Sachen neu dazugelernt ….das Konzept war echt gut.” (Lisa-Marie Schlott)

“Ich finde, dass wir da ganz, ganz viel gelernt haben in so kurzer Zeit und irgendwie hat das so ein Stück weit neues Selbstbewusstsein gegeben, was man eigentlich schon alles kann.” (Tami Hamel)

„Es war sehr aufregend, vor allem kurz vor den Abgaben … so ein Wettbewerb habe ich auch noch nie mitgemacht, insofern war das auch echt eine neue Erfahrung und ist, glaube ich, auch für die Zukunft sehr wertvoll …“ (Cosima Plett)

“…was ich auch sehr, sehr bemerkenswert fand war die Zusammenarbeit …, dass … die mir dann mit ihren Kenntnissen weiterhelfen konnten und ich mit meinen Kenntnissen ihnen weiterhelfen konnte und das ist was mir in letzter Zeit gefehlt hat, weil die Hochschule ja dicht ist und man wenig Zusammenarbeit hat und da haben wir hier dann quasi gesehen, dass Gruppenarbeit ein essentieller Faktor ist fürs Lernen … toll organisiert!” (Diyar Youssef)

Die Entwurfsergebnisse


Abb. 4: Entwurf Gruppe 1: Stella Meyer, Gizem Toraman, Sharzad Sadatieh, Frederick Denzinger, Kurda Karim Mohammed
Abb. 5a: Entwurf Gruppe 4: Youssef Diyar, Lara Kretschmann, Cosima Plett, Gülhat Kaska
Abb. 5b: Entwurf Gruppe 2: Eva Wittich, Navrattan Singh, Tami Hamel, Pauline Buske  Abb. 5c Entwurf Gruppe 1 (s.o.)

 

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die tollen Eindrücke und die leidenschaftliche Teilnahme
Anna-Lena Laube, Christine Büch, Cosima Plett, Diyar Youssef, Eva Wittich, Frederick Denzinger, Gizem Toraman, Gülhat Kaska, Kurda Karim Mohammed, Lara Kretschmann, Lisa Marie Schlott, Melissa El Haddad, Michel Wallrafe, Navrattan Singh, Pauline Buske, Shahrzad Sadatieh, Stella Meyer, Tami-Hamel

Kontakt

Sofern Sie an einem solchen Weiterbildungsformat interessiert sind (unabhängig von Ihrer Fachrichtung), würden wir uns freuen, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Wenden Sie sich gerne an Prof. Dr.-Ing. Gregor Grunwald (gregor.grunwald@jade-hs.de) und Christian Heins (christian.heins@jade-hs.de).

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