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Innovation(s)Management
19. März 2021 bis 21. März 2021; IHJO in Kooperation mit FB Architektur der Jade Hochschule haben eine neue Lehrmethode für BIM als digitales Planspiel konzipiert und im Studierendenworkshop erfolgreich getestet!

Abbildungen:
1a Entwurf Gruppe 1: Stella Meyer, Gizem Toraman, Sharzad Sadatieh, Frederick Denzinger, Kurda Karim Mohammed
1b Entwurf Gruppe 3: Melissa El Haddad, Anna-Lena Laube, Lisa-Marie Schlott, Christine Büch
1c Plenum als Zoomkonferenz
2a: Gruppenbetreuung: Gregor Grunwald, Christian Heins, Stella Meyer, Tami Hamel
2b: Bauherrengespräche mit Gruppe 1
2c: Entwurfsvisualisierung Gruppe 3



Um in Zeiten der Corona-Pandemie einen Weg zu finden, den Studierenden die vernetzte und digitale Planungsmethodik Building Information Modeling (BIM) im Homeoffice zu vermitteln, hat der Fachbereich Architektur der Jade Hochschule und das Innovation(s)Management der IHJO, dieses erste dezentrale und zugleich internationale Planspiel an der Jade Hochschule durchgeführt. Dieses BIM-Planspiel war zugleich der erste Testlauf für die Berufspraxis:
18 Architekturstudierende haben, unter der Leitung von Prof. Dr. Gregor Grunwald und Christian Heins, die Entwurfs- und Planungswerkezuge der BIM-Methode im Rahmen eines digitalen Rollenspiels kennengelernt.

Warum haben wir das gemacht?

Digitales Planspiel als effektive Lernmethode für BIM

Spielerisches Lernen ist die intuitivste Form des Lernens, die der Mensch kennt. Schon in sehr jungen Jahren werden neue Fähigkeiten durch Spiel und Anpassung erlernt. Das digitale Planspiel PING PONG macht sich diesen natürlichen Spieltrieb zunutze und sorgt so für eine höhere Motivation, sich mit dem Thema BIM auseinanderzusetzen. Dies ist die Ausgangsidee und Motivation des europäisch geförderten Forschungsprojekts “BIM Game”, das in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten, Hochschulen, Ausbildungszentren und Softwarefirmen aus fünf europäischen Ländern organisiert und entwickelt wurde. In dem ersten Testlauf war es eine dreitägige Veranstaltung, um Architekturstudenten die digitale Planungsmethodik BIM zu vermitteln, aber auch um neue Maßnahmen und Werkzeuge zu testen, die das BIM-Spiel auf ein höheres Niveau bringt.

 

Welche Vorteile ergeben sich für die Berufspraxis, durch eine solches Weiterbildungsformat?

Da Building Information Modeling zum Planungsstandard für Bauprojekte werden soll, muss die akademische Aus- und Weiterbildungen die digitale Planungsmethodik vermitteln. Es ist jedoch wichtig, die Aus- und Weiterbildung nicht auf die einfache Anwendung der einzelnen Werkzeuge zu beschränken, sondern zu verstehen, dass durch die Einführung der Methodik neue Arbeitsmethoden und Prozesse entstehen, die abgebildet werden müssen. Dies bezieht sich insbesondere auf die kooperative, interdisziplinäre und parallele Art der Planung. Diese neuen Herausforderungen müssen erlebt und ausprobiert werden, anstatt sie in theoretischen Abhandlungen zu beschreiben. Deshalb eignet sich das Planspiel PING PONG hervorragend, um spielerisch, unter geschützten Laborbedingungen, erste Erfahrungen zu sammeln. Derzeit planen wir ein digitales Planspiel für Handwerksbetriebe.

 

So verlief das Test-Planspiel

In Gruppen aus vier bis fünf Personen mussten unter nahezu realen Wettbewerbsbedingungen ein Campus-Café für die Hochschule geplant werden. In jeder Gruppe wurden Verantwortlichkeiten aufgeteilt und den Spielenden unterschiedliche Rollen zugewiesen. Die Zusammenarbeit in der Gruppe erfolgte dezentral, direkt am 3D Modell. Die Arbeit fand in direkter Wettkampfsituation mit den anderen Gruppen statt und wurde gesteuert durch regelmäßige Bauherrengespräche. Dabei tickte die Uhr: Zwischenabgaben sowie die Kenntnis von Teilergebnissen anderer Gruppen erhöhten den Druck auf die Teilnehmenden. Ergebnisse mussten präzise und vor allem termingerecht geliefert werden. Dafür sorgte ein Arbeitsportal, das das gesamte Spiel steuerte, Prozessschritte gliederte und die jeweiligen Leistungen abfragte. So verflog die Zeit, für Besprechungen und Meetings waren die Konferenzräume rund um die Uhr geöffnet, um am Sonntagnachmittag schlussendlich vier spannende Entwürfe zu prämieren.

Die spielerische Wettkampfatmosphäre motivierte alle Teilnehmenden. Sie senkte die Angst vor der Anwendung neuer Technik, schulte digitale Kommunikation und brachte Erkenntnisse über Nutzen und Leistung diverser digitaler Planungswerkzeuge. Die Intensität des Spiels ließ Grenzen zwischen virtueller und realer Kommunikation verschwimmen und führte zu einem in dieser Zeit so seltenen, intensiven Gruppenerlebnis bis weit über die Ländergrenzen hinaus.


Bereitgestellte Grundausstattung aller Spielenden:

  • Modellierungs- und Visualisierungssoftware
  • webbasiertes Datenmanagement / Cloud / CDE
  • Kostenermittlungssoftware
  • Software zur Kollisionsprüfung
  • BCF Applikation
  • IFC Viewer

Originaltöne der Veranstaltung:
“Ich finde, ich habe das Wochenende über sehr viel Sachen neu dazugelernt ….das Konzept war echt gut.” (Lisa-Marie Schlott)

“Ich finde, dass wir da ganz, ganz viel gelernt haben in so kurzer Zeit und irgendwie hat das so ein Stück weit neues Selbstbewusstsein gegeben, was man eigentlich schon alles kann.” (Tami Hamel)

„Es war sehr aufregend, vor allem kurz vor den Abgaben … so ein Wettbewerb habe ich auch noch nie mitgemacht, insofern war das auch echt eine neue Erfahrung und ist, glaube ich, auch für die Zukunft sehr wertvoll …“ (Cosima Plett)

“…was ich auch sehr, sehr bemerkenswert fand war die Zusammenarbeit …, dass … die mir dann mit ihren Kenntnissen weiterhelfen konnten und ich mit meinen Kenntnissen ihnen weiterhelfen konnte und das ist was mir in letzter Zeit gefehlt hat, weil die Hochschule ja dicht ist und man wenig Zusammenarbeit hat und da haben wir hier dann quasi gesehen, dass Gruppenarbeit ein essentieller Faktor ist fürs Lernen … toll organisiert!” (Diyar Youssef)

Die Entwurfsergebnisse


Abb. 4: Entwurf Gruppe 1: Stella Meyer, Gizem Toraman, Sharzad Sadatieh, Frederick Denzinger, Kurda Karim Mohammed
Abb. 5a: Entwurf Gruppe 4: Youssef Diyar, Lara Kretschmann, Cosima Plett, Gülhat Kaska
Abb. 5b: Entwurf Gruppe 2: Eva Wittich, Navrattan Singh, Tami Hamel, Pauline Buske  Abb. 5c Entwurf Gruppe 1 (s.o.)

 

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die tollen Eindrücke und die leidenschaftliche Teilnahme
Anna-Lena Laube, Christine Büch, Cosima Plett, Diyar Youssef, Eva Wittich, Frederick Denzinger, Gizem Toraman, Gülhat Kaska, Kurda Karim Mohammed, Lara Kretschmann, Lisa Marie Schlott, Melissa El Haddad, Michel Wallrafe, Navrattan Singh, Pauline Buske, Shahrzad Sadatieh, Stella Meyer, Tami-Hamel

Kontakt

Sofern Sie an einem solchen Weiterbildungsformat interessiert sind (unabhängig von Ihrer Fachrichtung), würden wir uns freuen, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Wenden Sie sich gerne an Prof. Dr.-Ing. Gregor Grunwald (gregor.grunwald@jade-hs.de) und Christian Heins (christian.heins@jade-hs.de).

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Innovation(s)Management

Wie können Handwerksbetriebe die Vorteile der Digitalisierung nutzen, um ihre Arbeitsweisen zu vereinfachen? Diese Frage war das Leitthema der 90-minütigen Fach- und Inputveranstaltung am 15. April 2021.

Das Innovation(s)Management der IHJO und die Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH verdeutlichten, in Vorträgen, 23 Handwerksbetrieben die Vorteile der Digitalisierung für das Handwerk.

Es wurde dargestellt, welche Maßnahmen es derzeit in der Region gibt, um die internen Unternehmensprozesse zu digitalisieren und die Arbeitsweise der Handwerker_innen durch BIM (Building Information Modeling) zu verbessern. Als Beispiele dafür wurden den Handwerksbetrieben die Angebote der Initiative BIM2USE@IHJO und das Programm unternehmensWert:Mensch (uWM) von der Demografieagentur vorgestellt.

Im ersten Fachvortrag erläuterte Christian Heins die neue Arbeitsmethodik nach BIM, dessen Bedeutung, Funktion und die Mehrwerte. Er zeigte die Erleichterungen durch BIM im Handwerk an praktischen Beispielen. Unter anderem ging er auf den modellbasierten Informationsaustausch zwischen den Baubeteiligten mittels IFC und BCF (vgl. obige Abbildung) ein und stellte das Angebot der Initiative BIM2USE@IHJO für Handwerksunternehmen vor. Im Anschluss präsentierten Monika Kretschmer und Carmen Beyer kurz deren Förderprogramm uWM.

Wie in seinem Unternehmen mit dieser professionellen Prozessberatung Prozessschritte optimiert und Wege vereinfacht wurden, berichtete Andreas Kurmann (Kurmann Holzbau GmbH) in einem kurzen Interview. Im Zentrum der Verbesserungen stand dort die Vereinfachung der Kommunikation zwischen den Arbeitsbereichen und Teams: Touch-Displays, Kameras in der Fertigungshalle und ein zentral einsehbares Kundeninformationssystem zeigten den Mitarbeiter_innen den aktuellen Fertigungsfortschritt an allen Arbeitsplätzen. Der beteiligungsorientierte Lernprozess verbesserte die digitale Arbeitsweise und unterstützt die BIM-Integration im Unternehmen.

Abschließend fand ein fachlicher Austausch über die Vorteile von BIM-Planspielen im Handwerk statt. Dazu meldeten sich bereits die ersten interessierten Handwerksbetriebe für ein Pilotprojekt, das derzeit im Zuge des Workshops „BIM2USE – Denkwerkstatt: BIM-Planspiele im Handwerk“ bearbeitet wird.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von den Beauftragten für Innovation und Technologie der Handwerkskammern Oldenburg und Ostriesland, Kerstin Muggeridge und Kay Lutz Pakula.

Bei Fragen hierzu wenden Sie sich gerne an Christian Heins, Innovationsmanager BIM der IHJO (christian.heins@jade-hs.de).

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Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt, News

Ein Chatbot zur sexuellen Aufklärung – diese Idee entwickelte eine Gruppe beim Social Innovation Camp der IHJO im Oktober 2020. Angeregt und motiviert von den Erfahrungen des Camps, verfolgten sie den Ansatz anschließend weiter und gründen aktuell ein Start-up.

In drei Tagen eine Geschäftsidee konzipieren – dieser Herausforderung stellten sich über 20 Teilnehmende beim Social Innovation Camp, das die Innovation(s)Werkstatt der IHJO im Oktober 2020 ausrichtet. Unterstützt durch Expert_innen aus Wissenschaft und Wirtschaft, sollten sie Innovationen mit besonderem gesellschaftlichen Nutzen entwickeln.

Jana-Marie Pyrek, Antonia Böttinger und Mara Wendt-Thorne, drei Teilnehmerinnen des Camps, dachten beim Brainstorming an die Herausforderungen von Jugendlichen in der Pubertät: „Im Schulunterricht und auf Infoportalen werden oft nur allgemeine Fragen zur sexuellen Aufklärung beantwortet“, sagt Böttinger. „Viele trauen sich nicht, speziellere und persönliche Fragen Eltern oder Freund_innen zu stellen. Oft wären Ärzt_innen die richtigen Ansprechpartner_innen, aber die Hemmschwelle, sie anzusprechen, ist groß.“

„LOVIS“ – ein Bot als Ansprechpartner

Warum also nicht einen Chatbot entwickeln, der mittels künstlicher Intelligenz Fragen anonym und rund um die Uhr beantworten kann? „Wir stellten uns den Bot wie einen persönlichen Ansprechpartner oder eine persönliche Ansprechpartnerin vor“, erläutert Pyrek. Aus diesem Grund nannte die Gruppe den Chatbot „LOVIS“ – ein geschlechtsneutraler Vorname, der auf den Begriff „love“ anspielt.

Während des Social Innovation Camps entwickelte das Team die Grundzüge der Idee und überzeugte am Ende die Jury: Zum Abschluss der Veranstaltung gewann sie den Innovation(s)Preis, den das Teilprojekt Innovation(s)Management der IHJO verlieh. Stephanie Birkner, außerplanmäßige Professorin für Female Entreprenuership, und Prof. Dr. Alexander Nicolai, Dozent für Entrepreneurship, sprachen die Gruppe im Anschluss an die Veranstaltung an und ermutigten sie, ihre Idee weiter zu verfolgen. „Da beschlossen wir, es einfach zu versuchen“, sagt Pyrek.

Mehr Fördermöglichkeiten als gedacht

An „LOVIS“ arbeitet sie seitdem neben ihrer Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiterin an der Uni, Böttinger neben ihrer Tätigkeit als Junior Consultant einer Unternehmensentwicklung. Anstelle von Wendt-Thorne kam Sarah Holzenkamp ins Team, eine weitere Studienfreundin, die inzwischen als Prüfungsleiterin in der Wirtschaftsprüfung tätig ist. Gemeinsam suchte die Gruppe nach Fördermöglichkeiten. Von denen gab es mehr, als sie ursprünglich dachten – eine weitere Erkenntnis, die die Teilnehmerinnen aus dem Social Innovation Camp mitgenommen haben.

Bereits im November 2020 wurden sie in die Förderung des Social Innovation Center Hannover aufgenommen, einem Entrepreneurship-Programm der Region Hannover. Hier bekam die Gruppe in Workshops mit Expert_innen wichtige Informationen: So lernten sie etwa, ihre Zielgruppe genauer zu definieren, in Ertragsmodellen festzulegen, wie sich das Projekt finanzieren soll, oder Konzepte für das Marketing zu erstellen. Mit dem Innovationspreis der IHJO hatte das Team zusätzlich ein Coaching von Irene Walsh, Kommunikationsberaterin aus Bremen, gewonnen. Sie gab den angehenden Gründerinnen wertvolle Ratschläge, um ihr Projekt prägnant und schlüssig zu präsentieren.

 

Arbeiten im CORE, Beratung im GIZ

So konnten Pyrek, Böttinger und Holzenkamp auch weitere Förder_innen von sich überzeugen: Bei digital.engagiert, einer Initiative des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und der E-Commerce-Plattform Amazon, setzten sie sich gegenüber 230 weiteren Gruppen durch und gehören zu einem von zwölf Teams, die neben Coaching und Möglichkeiten zum Netzwerken auch 10.000 Euro an finanzieller Förderung erhalten. Darüber hinaus gewannen sie einen Arbeitsplatz im CORE, einem neuen Co-Working-Space in der Oldenburger Innenstadt.

Auch innerhalb der Universität nutzte und erweiterte die Gruppe ihr Netzwerk: Hilfe bot unter anderem das Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ), das Studierende, Universitätsangestellte und -alumni bei Firmengründungen unterstützt. Böttinger, Pyrek und Holzenkamp nahmen an Veranstaltungen teil, etwa zum Thema Marktforschung, und ließen sich individuell beraten.

Im Austausch mit Jugendlichen, Lehrkräften und Ärzt_innen

Aktuell arbeiten sie nicht nur an ihrem Geschäftsmodell, sondern auch an der technischen und inhaltlichen Umsetzung von „LOVIS“. So tauschten sie sich mit Prof. Dr. Oliver Kramer aus. Der Hochschullehrer für Computational Intelligence erklärte ihnen, welche Arten von Chatbots es gibt und worauf es bei der Programmierung ankommt. „Einige Chatbots erlauben es ihren Nutzer_innen, frei formulierte Fragen zu stellen“, erläutert Holzenkamp. „Andere lenken die Nutzer_innen, indem sie ihnen Fragen stellen und so das Themengebiet immer weiter eingrenzen.“

Beide Varianten hätten gemeinsam, dass große Datenmengen, wie zum Beispiel vorgefertigte Fragen und Antworten, vorhanden sein müssen. Um ihren Bot mit konkreten Fragen von Jugendlichen füttern zu können, ist das Team sowohl mit der Zielgruppe als auch mit Lehrkräften und Ärzt_innen in Kontakt.

„Man braucht viel Leidenschaft und Engagement“

Inzwischen hat die Gruppe zwei zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, um ihre vielfältigen Aufgaben zu schultern. Eine Testversion des Chatbots wollen sie bis zum Winter erstellen. Darüber hinaus bewerben sie sich weiterhin um Förderung und beschäftigen sich mit der Frage, welche Rechtsform für ihr Start-up passend ist – etwa eine GmbH oder gGmbH.

Zahlreiche Abende und Wochenenden haben sie schon für „LOVIS“ investiert. „Viele Fragen und Herausforderungen ergeben sich erst im Gründungsprozess selbst, lassen sich dann aber auch lösen“, sagt Böttinger. „Man braucht nicht von Anfang an ein ausgeklügeltes Konzept, aber viel Leidenschaft und Engagement für das eigene Projekt.“

Das nächste Social Innovation Camp der IHJO findet im November 2021 statt. Weitere Informationen: ihjo.de/event/social-innovation-camp2021/


Das Bild zeigt (von links nach rechts): Sarah Holzenkamp, Antonia Böttinger und Jana-Marie Pyrek. Foto: Jana-Marie Pyrek.

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Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt
Wie funktioniert interne Unternehmenskommunikation in Zeiten der mobilen Arbeit? Um das herauszufinden, haben die Teilprojekte Innovation(s)Management und Innovation(s)Werkstatt der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg gemeinsam mit der Abteilung Wirtschaftsinformatik/Very Large Business Applications (VLBA) an der Universität Oldenburg und dem Ostfriesisch Oldenburgischen Wasserverband (OOWV) einen Online-Workshop mit der Methode LEGO® Serious Play® durchgeführt.

Hinter dem Namen LEGO® Serious Play® (kurz: LSP) verbirgt sich eine moderierte Kreativmethode, die das spielerische Moment von Lego mit den ernsten Belangen der Berufswelt verbindet. Unternehmen, Teams oder auch Einzelpersonen können die Methode nutzen, um beispielsweise Prozesse zu optimieren, neue Strategien zu entwickeln oder auch, um eine gemeinsame Teamkultur zu entwickeln. Die Studierenden und Wissenschaftler aus dem Bereich Wirtschaftsinformatik bekamen dazu ein kleines Lego®-Starter-Kit ausgehändigt und konnten am heimischen Arbeitsplatz gemeinsam an den Fragestellungen arbeiten. Die Modelle zeigten dabei Ideen zur internen Unternehmenskommunikation und wie Arbeitgeber in Zeiten mobiler Arbeitsplätze den Kontakt zu ihren Mitarbeitenden halten können.
Co-Kreatives Zusammenwirken im Onlineformat mit Lego® zeigte sich dabei als gute Methode für einen kommunikativen Ansatz in der Lösung von organisationalen Herausforderungen. Die Teilnehmenden konnten vor der Kamera ihre Modelle erklären und es wurde rege über die Themen „New Work“ und den Arbeitsplatz der Zukunft diskutiert. Dabei zeigte sich, dass die Zusammenarbeit ohne feste Büros anderer Werkzeuge bedarf, um die Zugehörigkeit der Mitarbeitenden zum Unternehmen zu festigen.

Die Teilnehmenden bekamen in dem Praxisseminar einen gelungenen Einblick in die Methode Lego® Serious Play®, die den Austausch zwischen Praxis und den Studierenden der Uni Oldenburg anregte. Großes Interesse bestand auch seitens der Unternehmensvertreter, die Methode weiter anzuwenden und zur Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern und Studierenden fortzuführen.
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Da es aktuell Probleme mit unserer Anmeldefunktion gibt, benutzen Sie bitte innovationsmanagement@ihjo.de unter Nennung der gewählten Session sowie ihrer Kontaktdaten, falls Sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen.

Möglicherweise hat Ihre Anmeldung uns aufgrund eines Systemfehlers nicht erreicht. Sollten Sie bisher noch keine Zugangsdaten erhalten haben, wenden Sie sich bitte an Carsten Meyer (carsten.meyer@jade-hs.de).


Hinter uns liegt ein außergewöhnliches Jahr mit immensen Herausforderungen und Veränderungen in vielen Bereichen – gerade auch in der Arbeitswelt. Wie kann man als Organisation mit solchen Situationen umgehen? Welche Rolle spielt dabei die Innovationskultur? Wie baut man eben diese Innovationskultur auf und erhält sie langfristig?

Der Oldenburger Innovationstag fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und der Region und vernetzt regionale Akteur_innen und Organisationen unterschiedlichster Größe, Reife und Branchenzugehörigkeit miteinander. Ziel ist es, die regionale Innovationskraft sichtbarer zu machen und zu stärken.

Programm:

14:00 – 14:10 Uhr: Begrüßung
14:10 – 14:50 Uhr: Keynote von apl. Prof. Dr. Stephanie Birkner
14:50 – 15:00 Uhr: Pause
15:00 – 15:45 Uhr: Sessions
15:45 – 16:00 Uhr: Pause
16:00 – 16:50 Uhr: Zukunftsforum „Viele Wege führen zu Innovation – Offen für neue Wege“
16:50 – 17:00 Uhr: Ausklang
17:00 – 17:45 Uhr: Get together

Eine Übersicht und Kurzbeschreibungen zu den Sessions sowie zum Zukunftsforum finden Sie hier.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Zugangsdaten zur digitalen Veranstaltung erhalten Sie nach der Anmeldung, kurz vor der Veranstaltung.
Organisiert und durchgeführt wird die Veranstaltung von der IHJO (Innovative Hochschule Jade-Oldenburg!), dem C3L (Center für lebenslanges Lernen) sowie der gemeinnützigen ZUKUNFT.unternehmen gGmbH.

Hinweis: Die Veranstaltung wird für zukünftige Vermarktungszwecke in Bild und Ton aufgezeichnet.



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Allgemein, Innovation(s)Labor digital, Innovation(s)Management, Innovation(s)Mobil, Innovation(s)Werkstatt, News

Mit dem Innovation(s)Campus und dem Innovation(s)Mobil stellt die IHJO Plattformen für Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer zur Verfügung. Da es während der Corona Pandemie zeitweise nicht möglich ist, die Räumlichkeiten zu betreten, zeigen wir sie an dieser Stelle in virtuellen Rundgängen. Erkunden Sie die Räume per Mausklick und verschaffen Sie sich einen Überblick über die Ausstattung. Für den Innovation(s)Campus gibt es die Möglichkeit, bei einer virtuellen Mittagspause eine geführte Tour zu machen und in den Austausch mit dem Team zu gehen.


Innovation(s)Campus – Sparringspartner für Forschung und Entwicklung

Am Innovation(s)Campus der IHJO befinden sich die Innovation(s)Werkstatt, das Innovation(s)Management und das Innovation(s)Labor digital. Der Campus bietet Räume für Workshops und Technologien wie Metall- und Kunststoff-3D-Druck, um Prototypen zu realisieren. Ein Team von acht Mitarbeitenden vor Ort unterstützt Forschende, Studierende und Vertreter_innen regionaler Start-ups, Unternehmen und Institutionen bei allen Fragen rund um die wissenschaftsbasierte Entwicklung von Ideen und Technologien.

Virtueller Rundgang durch den Innovation(s)Campus



Virtuelle Mittagspause mit geführtem Rundgang

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten des Campus direkt vom Team erfahren, ist das in einer virtuellen Mittagspause möglich. Bei Interesse schreiben Sie an innovationscampus@uni-oldenburg.de.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Innovation(s)Campus.


Innovation(s)Mobil – Science Truck für die Region

Das Innovation(s)Mobil macht Wissenschaft für Bürgerinnen und Bürger in der Weser-Ems-Region zugänglich. Forschungsergebnisse lassen sich im Science Truck über multimediale Plattformen vermitteln und durch interaktive Formate oder Ausstellungen ergänzen. Der Rundgang zeigt die 62 Quadratmeter große Ausstellungsfläche mit Multi Media Terminals sowie eine Dachterasse, die insbesondere bei gutem Wetter eine gute Ergänzung darstellt. Bei Fragen wenden Sie sich an Frau Dr. Silke Glogowski, silke.glogowski@jade-hs.de.

Virtueller Rundgang durch das Innovation(s)Mobil



Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Innovation(s)Mobils.

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Innovation(s)Management

Pandemiebedingt fand der erste Oldenburger Innovationstag, ausgerichtet durch das Innovation(s)Management der IHJO, Ende November digital statt – live übertragen aus den Räumen des Innovation(s)Campus.

Unter dem Leitthema “COVID-19 als Innovationskatalysator!?” diskutierten Experten aus Unternehmen und Wissenschaft mögliche Strategien, um Krisen als Chance für Innovationen zu nutzen und dabei aktiv steuernd statt nur reagierend zu handeln.

Tenor der Impulsvorträge war: Es bedarf Mut, um in der Not Veränderungen anzustoßen und gestärkt aus Krisen hervorzugehen.Drei Speaker gaben den rund 100 Teilnehmenden Einblicke in die Welt der Innovationen und wie diese durch wirtschaftliche oder gesellschaftliche Krisen wie die Corona-Pandemie ausgelöst und beschleunigt werden.

Lars Behrendt beschrieb das Modell der schnellen Innovationssprints, um neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln und Lösungen voranzubringen. Die Methode, Innovationen innerhalb von nur fünf Tagen zu erarbeiten und in einem Produkt umzusetzen, stieß auf große Begeisterung im Publikum. Sein Beispiel von Lastenrädern für die Auslieferung von Brötchen, um lange Schlangen vor den Bäckereien zu umgehen, findet inklusive einer vollfunktionierenden Webseite bereits Anwendung. Behrendt wirbt für mehr Fehlertoleranz und agile Entscheidungen. Wenn sie fehlen, werden Innovationen blockiert.

Dr. Severin Beucker gab einen Einblick in die Theorie hinter “Krisen als Innovationskatalysatoren”. Er betont, dass Not nicht nur erfinderisch macht, sondern Kooperationen zwischen allen möglichen Akteuren stärkt. Gerade in Zeiten von Corona werden gelernte Muster neu gedacht. Das erzwingt beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Akteuren, um der Pandemie besser begegnen zu können.

Zum Abschluss interviewte Moderator Jens-Steffen Scherer den Geschäftsführer Gunnar Barghorn. Er berichtete, wie er das in einer Krise befindliche Familienunternehmen übernahm, um es zurück auf „auf Kurs“ zu bringen. Im Zuge des Innovationsprozesses setzte Barghorn stark auf die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und band sie in Entscheidungsprozesse ein. Viele Entscheidungen werden in seinem Unternehmen inzwischen auf operativer Ebene getroffen – so auch die Einstellung von neuen Kolleginnen und Kollegen und deren Gehälter, was zuvor undenkbar schien.

Rege Diskussionen, auch im Chat, rundeten den Oldenburger Innovationstag ab, der im Frühjahr 2021 in einer umfangreicheren Version erneut digital stattfinden wird!

Kontakt Innovation(s)Management
Florian Grubitzsch, 0441/798-5247, florian.grubitzsch@uni-oldenburg.de
Carsten Meyer, 0441/7708-3458, carsten.meyer@jade-hs.de

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Allgemein, Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt, News

Das Teilprojekt Innovation(s)Management vergab am 30. Oktober erstmalig den Innovation(s)Preis. Die Preisverleihung markierte das Ende des Social Innovation Camps, bei dem über 20 Teilnehmer_innen drei Tage lang soziales Unternehmertum praxisnah erproben konnten.


Organisiert hatte den Workshop das Teilprojekt Innovation(s)Werkstatt in Kooperation mit der Bremer Hilfswerft gGmbH. Im Fokus des Camps stand das Thema Bildungsinnovationen: Welche Herausforderungen birgt unser Bildungssystem – und wie können wir ihnen begegnen? In Teams erarbeiteten die Teilnehmenden – darunter Studierende, Promovierende und weitere Gründungsinteressierte aus der Region Jade-Oldenburg –, konkrete Lösungsansätze. Hierbei wechselten sich Phasen der Gruppenarbeit mit inhaltlichen Vorträgen ab: Mitarbeitende der Hilfswerft stellten verschiedene Kreativitätstechniken und Methoden aus dem Innovationsprozess vor; Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis gaben in Impulsvorträgen Einblicke in aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen des Sozialunternehmertums.

Kreative Ideen und internationaler Weitblick

Die Tipps für einen überzeugenden Pitch von Irene Walsh, Geschäftsführerin der Beratungsfirma MessageLab, setzten die Teilnehmer_innen in ihrer Kurzpräsentation vor der Jury des Innovation(s)Preises erfolgreich um: „Es ist beeindruckend, welche Vielfalt an Ideen die Teilnehmenden in so kurzer Zeit entwickelten“, freut sich Jurymitglied Stephanie Birkner, Geschäftsführerin der ZUKUNFT.Unternehmen gGmbH und außerplanmäßige Professorin für Female Entrepreneurship an der Universität Oldenburg. So setzte sich eine Gruppe mit ihrer Idee etwa für mehr Kreativität im Bildungskontext ein. Weitere Teams griffen pandemiebedingte Herausforderungen auf: Mit technischen Lösungen sollen Betriebspraktika und außerschulische Lernorte eine digitale Transformation erfahren. Internationalen Weitblick zeigte ein Team, welches sich der Vermittlung von digitalen Fertigkeiten an Lehrkräfte in ländlichen Regionen Südasiens widmete.



Antonia Böttinger, Jana Pyrek und Mara Wendt-Thorne gewannen mit ihrer Idee “LOVIS”, einem Chatbot zur sexuellen Aufklärung, den Innovationspreis 2020.


Der Innovation(s)Preis ging letztlich an das Team LOVIS: Antonia Böttinger und Mara Wendt-Thorne, Studentinnen an der Universität Oldenburg, sowie Jana Pyrek, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Universität, überzeugten mit ihrem Konzept eines Chatbots zur sexuellen Aufklärung. Der Preis umfasst ein Teamcoaching zur weiteren Unterstützung der Geschäftsidee. Die Auszeichnung, gefertigt mit dem 3D-Drucker am Innovation(s)Campus, wird so bald wie möglich persönlich überreicht. Bis dahin können sich die Gewinnerinnen mit nachhaltigen Produkten aus Online-Stores ausstatten, für die die Hilfswerft Gutscheine sponsorte.


Einen detaillierten Rückblick auf das Social Innovation Camp gibt es auf der Website der Hilfswerft.


Bei Interesse an ähnlichen Formaten wenden Sie sich an Andrea Klahsen (Referentin Programmgestaltung der Innovation(s)Werkstatt, 0441/798-5249, andrea.klahsen@uni-oldenburg.de)  oder Florian Grubitzsch (Innovationsmanager, 0441/798-5247, florian.grubitzsch@uni-oldenburg.de).

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Allgemein, Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt, News

Vom 28. bis 30. Oktober richtet die IHJO ein Social Innovation Camp aus – begleitet durch die Hilfswerft, einem gemeinnützigen Unternehmen, das Gründungs-Interessierte dabei unterstützt, Sozialunternehmen zu entwickeln. Andrea Tappenbeck (Referentin Programmgestaltung der Innovation(s)Werkstatt) und Fabian Oestreicher vom Hilfswerft-Team erläutern im Interview, was soziale Innovationen ausmacht und wie sie entstehen.

IHJO: Welche soziale Innovation hat Euch in den letzten Jahren besonders beeindruckt?

Andrea Tappenbeck (AT): Mir fällt zum Beispiel die EinDollarBrille ein. Sie unterstützt die augenoptische Grundversorgung mit einem einfachen Baukastensystem und bildet Menschen in den Projektländern in der Brillenherstellung und als augenoptische Fachkräfte aus.
Mich begeistert es, wenn soziale Initiativen gesellschaftlichen Problemen auf einfache Art und Weise entgegenwirken und die Menschen befähigen, selbst aktiv zu werden. Zudem schaffen es soziale Innovationen, Probleme dort anzugehen, wo der Staat und das traditionelle Wirtschaftssystem oft wegschauen. Ich denke da auch an Sozialunternehmen, die Themen wie Lebensmittelverschwendung oder Schulverweigerung angehen. Knödelkult oder Too Good to Go setzen sich für einen nachhaltigen Verbrauch von Lebensmitteln ein, der Verein Apeiros unterstützt Kinder und Jugendliche, welche die Schule verweigern, auf dem Weg zurück in die Schule, um Ausgrenzung und weitere negative Folgen von Schulabwesenheit zu verhindern.

Fabian Oestreicher (FO): Für mich ist die Sharing Economy sehr bedeutsam. Der Gedanke des Teilens und Leihens ist nicht neu, durch die digitale Entwicklung entstehen jedoch ganz neue Möglichkeiten. Mittlerweile teilen wir Autos, Gegenstände, Wohnungen und vieles mehr wie selbstverständlich.

Im Bereich Bildung sind für mich die MOOCs – Massive Open Online Courses – sehr nennenswert. Sie finden eine immer größere Verbreitung und können dort zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen, wo Bildung bislang schwer zugänglich war. Und auch die Wirkung von Wikipedia als offene Wissensquelle ist erstaunlich.

IHJO: Was macht soziale Innovationen eigentlich aus?
FO: Es geht darum, neue soziale Praktiken zu entwickeln. Man setzt eine Idee als Produkt, Dienstleistung oder Bewegung um. Die Realisierung der Idee verändert dann zum Beispiel unsere Art zu konsumieren, zu wählen, teilzuhaben oder eben zu lernen. Wichtig ist, dass soziale Innovationen gesellschaftliche Herausforderungen lösen, und dass sie das besser tun als vorhandene Lösungsansätze. Ob Mehrgenerationenhäuser, die OpenSource-Bewegung oder Genossenschaften – sie alle haben als Soziale Innovationen begonnen und es in die Breite geschafft.

IHJO: Wie entwickelt man eine soziale Innovation?
FO: Genau darum geht es in unseren Camp-Formaten! Wenn beispielsweise Sophie wirklich bei null anfängt, dann sollte sie zunächst einmal überlegen, welche gesellschaftliche Herausforderung sie angehen möchte und diese systematisch verstehen lernen. Das Problem hat Vorfahrt vor der Lösung. Hat Mehmet schon eine Idee, könnten wir mit verschiedenen Innovationsmethoden schauen, für wen seine Idee einen Mehrwert schaffen kann und ob es Wege gibt, sie langfristig umzusetzen.

IHJO: Wie wird das Social Innovation Camp der IHJO ablaufen?
AT: Unser Social Innovation Camp hält ein spannendes, buntes Programm bereit. Zu Beginn betrachten wir das Thema Bildung und die damit einhergehenden aktuellen Herausforderungen. Anschließend nehmen wir diese stärker unter die Lupe und schauen, wo die jeweilige Herausforderung herrührt, also worin das Kernproblem liegt. Da die Ideenentwicklung im Team großen Spaß macht und der Innovationsprozess von den unterschiedlichen Perspektiven ungemein bereichert wird, werden Teams gebildet. Die Gruppen widmen sich am zweiten Tag der Ideenfindung und -konkretisierung. In Form einer Speedfeedback-Session gehen die Ideen in einen Testzyklus und können zielgerichtet weiterentwickelt werden.

Am dritten Tag stehen das Thema Wirkungsmessen und ein spannendes Pitch-Training auf dem Programm. Die Tipps für einen guten Pitch können zum Abschluss bei der Verleihung des Innovation(s)Preises angewendet werden. In kurzen Präsentationen stellen die Teilnehmenden die entwickelten Bildungsinnovationen vor und erhalten die Chance auf den Innovations(s)Preis 2020, den das Innovation(s)Management der IHJO auslobt!

Damit unter den aktuellen Umständen alle Interessierten sicher teilnehmen können, führen wir das Social Innovation Camp online durch. Die Hilfswerft hat bereits tolle Erfahrungen mit dem DigiCamp-Format gemacht. Alle Teilnehmenden erhalten das notwendige Material per Post, von daher werden alle ausreichend ausgestattet sein.

IHJO: Für wen eignet sich das Format besonders gut? Wen ladet Ihr ein, sich anzumelden und die Chance zu nutzen?
AT: Wir laden Menschen aus der Region ein, die mit Gleichgesinnten eine soziale Idee weiterentwickeln wollen, unabhängig davon, ob bereits eine konkrete Idee besteht.

Es ist egal, ob es sich um Studierende, Hochschulmitarbeitende, Ehrenamtliche oder Unternehmensvertreter_innen aus der Region Jade-Oldenburg handelt. Entscheidend ist, dass die Teilnehmenden unsere Zukunft kreativ und aktiv mitgestalten wollen und Spaß an Teamarbeit mitbringen.

IHJO: Fabian, mit der Hilfswerft führt Ihr Camps zur Entwicklung sozialer Innovationen schon seit vielen Jahren durch. Welche Ziele sind Euch dabei am wichtigsten?

FO: Uns liegt am Herzen, dass die Leute durch begeisternde Formate verstehen, worum es uns inhaltlich geht und wie sie die Methoden auf ihre Lebenswirklichkeit anwenden können. Wenn sie das Vertrauen in sich spüren, im richtigen Moment tatsächlich etwas eigenständig bewegen zu können, dann haben wir etwas erreicht. Selbstwirksamkeit heißt das in der Psychologie.

Auf der Makroebene tragen wir dazu bei, dass Soziale Innovationen und Social Entrepreneurship weiter insbesondere in den Hochschulen verankert werden. Wir freuen uns natürlich besonders, wenn sich durch unsere Arbeit Initiativen gründen oder Gründungszentren und Lehrstühle das Thema auf unsere Initiative hin aufgreifen.

IHJO: Wie passt das Social Innovation Camp in das Programm der IHJO bzw. der Innovation(s)Werkstatt
AT: Mit der Innovation(s)Werkstatt bieten wir einen Ort, an dem durch unterschiedliche Angebote innovative Ideen weiterentwickelt werden können – sei es durch den Bau von Prototypen im 3D-Drucker oder im Rahmen von Kreativitätsworkshops. Unser Credo ist: Gute Ideen zu entwickeln, kann man lernen! Mit dem Social Innovation Camp greifen wir genau diesen Punkt auf; in Begleitung der Hilfswerft und durch spannende Impulse von Praxis-Speakern werden neue Perspektiven eröffnet und Lösungsansätze erarbeitet. Letztendlich wollen wir mit dem Social Innovation Camp die Innovationskraft der Region stärken. Dieses Ziel haben wir uns mit dem Gesamtprojekt der IHJO auf die Fahne geschrieben.

Ich bin schon sehr gespannt, welche kreativen und innovativen Lösungsansätze in den drei Tagen entstehen werden.

IHJO: Liebe Andrea, lieber Fabian, vielen Dank für das Interview.


Bis zum 15.10.2020 können sich Interessierte für das Social Innovation Camp anmelden, um mit Unterstützung der Hilfswerft eine Idee zur sozialen Innovation zu entwickeln. Die Innovation(s)Werkstatt der IHJO richtet die Veranstaltung aus. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wer den Termin nicht wahrnehmen kann, hat Gelegenheit, sich im Bürgerlabor einzubringen und eine Umfrage über wichtige Herausforderungen in unserem regionalen Bildungsbereich zu beantworten.



Foto: Nikita Kachanovsky/Unsplash

 

 

 




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Allgemein, Innovation(s)Labor digital, Innovation(s)Management, Innovation(s)Werkstatt, News

Wissenschaftsminister Björn Thümler besuchte am 17. Februar den neuen Anlaufpunkt für Wissens- und Technologietransfer.

Die IHJO hat nun neben dem Schlauen Haus einen zweiten Standort: Der sogenannte „Innovation(s)Campus“ – lokalisiert auf dem Campus Haarentor der Universität Oldenburg – bietet eine Metallwerkstatt, ein Digitallabor, Seminarräume und einen Co-Working Space. Damit ist der Campus Anlaufpunkt bei Fragen rund um das Thema Ideen-, Wissens- und Technologietransfer und bietet die passende Infrastruktur, um an Ideen und Prototypen zu arbeiten. Neben Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler hatten am Montag, 17. Februar, rund 100 geladene Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft die Gelegenheit, die Räumlichkeiten kennenzulernen.

Thümler unterstrich die besondere Bedeutung des Innovation(s)Campus für die Region: „Im Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft steigert die Innovative Hochschule Jade-Oldenburg! die Innovationskraft der Region, indem sie neue Zielgruppen, Wege und Räume für den Transfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft erschließt. Der neue Innovation(s)Campus ist ein Ort der Möglichkeiten, der Kreativität und des Transfers, dessen einzelne Elemente passgenau ineinander greifen. Er ist damit ein herausragendes Beispiel für zukunftsweisende Innovationsförderung.“



Infrastruktur des Campus

Das Angebot des Innovation(s)Campus wird von sieben Mitarbeiter_innen der IHJO verantwortet und baut auf drei Säulen: Infrastruktur, Veranstaltungen und Vernetzung. Erstere umfasst eine hochwertig ausgestattete Metallwerkstatt, ein Digitallabor, einen großen Seminarraum, der bei Bedarf in zwei kleinere geteilt werden kann, sowie einen flexibel nutzbaren Co-Working Space. Das Herzstück der Werkstatt ist ein Metall-3D-Drucker. Mit diesem können Bauteile in einer Größe von bis zu 12,5 cm x 12,5 cm x 12,5 cm gefertigt werden. Der Vorteil des 3D-Drucks gegenüber herkömmlicher Fertigung: Die Bauteile werden schichtweise zusammengesetzt – als sogenannte additive Fertigung – statt sie aus einem Stück des Ausgangsmaterials herauszuarbeiten. Das spart Material und ermöglicht es, schnell hochwertige Prototypen sowie individualisierte Produkte und Bauteile in Kleinserien zu produzieren. In der Medizintechnik können mittels 3D-Druck etwa individuelle Implantate hergestellt werden, im Maschinenbau beispielsweise komplexe Teile mit innenliegenden Kühlkanälen, die herkömmlicherweise außen an einem Bauteil angebracht werden.

 

Der Drucker des Innovation(s)Campus arbeitet mit dem Laserschmelzverfahren: Hierfür bringt er nach und nach dünne Schichten Metallpulver auf eine Plattform auf. Auf Grundlage eines CAD-Modells schmilzt ein Laser in jede Schicht den Querschnitt des zu druckenden Bauteils. Aktuell können Bauteile aus Edelstahl entstehen, später soll auch Titan zum Einsatz kommen. Auch die weitere Ausstattung der Werkstatt ist vorrangig auf Metallbearbeitung ausgelegt, erlaubt aber auch die Arbeit an Kunststoffen.



Innovation(s)Labor digital

Wer eher an digitalen Prototypen interessiert ist, findet im Digitallabor die passende Infrastruktur: Ausgestattet mit modernster Hardware – dazu gehören beispielsweise auch Virtual-Reality-Brillen und ein Kunststoff-3D-Drucker – können hier digitale Anwendungen ausprobiert und weiterentwickelt werden. Das Digitallabor bietet Workshops zu ausgewählten Themen – beispielsweise zu den verschiedenen Dimensionen der Digitalisierung oder den Bedarfen regionaler Unternehmen und Institutionen –, in denen sich Vertreter_innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur über ihre aktuellen Themen der Digitalisierung austauschen und gemeinsam an Lösungen arbeiten können. Mittelfristig soll so ein regionales Digitalisierungsnetzwerk entstehen. Die Mitarbeiter des Digitallabors informieren außerdem über aktuelle Forschungsaktivitäten der IHJO-Verbundpartner und machen diese anhand praktischer Anwendungsbeispiele und Prototypen begreifbar. Bei Bedarf vermitteln sie außerdem an die passenden Ansprechpersonen in den Hochschulen und im OFFIS – etwa für Abschlussarbeiten oder für gemeinsame Projekte.



Innovationsmanagement und Workshopangebot

Auf der Agenda der Mitarbeiter_innen des Innovation(s)Campus steht auch ein zentrales Innovationsmanagement: Dazu vernetzen sie sich mit den Forscher_innen der Hochschulen ebenso wie mit den Unternehmen, Kammern, Verbänden und öffentlichen Einrichtungen der Region. Auf diese Weise wollen sie einerseits identifizieren, in welchen Forschungsprojekten möglicherweise unentdecktes Potenzial für technische oder soziale Innovationen schlummert, andererseits aber auch Bedarfe für Innovationen in der Gesellschaft erkennen und in die Hochschulen tragen.

 


Nicht zuletzt bietet der Innovation(s)Campus für die Verbundpartner sowie interessierte Unternehmen, Institutionen, Schulklassen und Bürger_innen regelmäßig Workshops zu Kreativitätstechniken an, um den Prozess der Prototypenentwicklung zu begleiten – beispielsweise zu Design Thinking, LEGO® SERIOUS PLAY® oder CoCreAct. Hierbei lernen die Teilnehmenden, neue Perspektiven zu entwickeln und Lösungsansätze spielerisch auszuprobieren. In den Räumen stehen dafür die passenden Materialien bereit – von Lego- und Prototyping-Boxen bis hin zu interaktiven Whiteboards und einem holographischen Display.



In die Ausstattung des Innovation(s)Campus flossen insgesamt rund 500.000 Euro aus den Mitteln des Projekts Innovative Hochschule Jade-Oldenburg!.


Ansprechpartner

Ansprechpartnerin Innovation(s)Werkstatt: Florian Juds (florian.juds@uol.de, 0441/798-5239), Tina Zandstra (tina.zandstra@uol.de, 0441/798-5249)

Ansprechpartner Innovation(s)Labor digital: Timo Kasselmann (timo.kasselmann@uol.de, 0441/798-4426) und Malte Schulz (malte.schulz@offis.de, 0441/9722-423-102)

Ansprechpartner Innovation(s)Management: Florian Grubitzsch (für die Universität, florian.grubitzsch@uol.de, 0441/798-5247) und Carsten Meyer (für die Jade Hochschule, carsten.meyer@jade-hs.de, 0441/7708-3458).

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