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Allgemein, News, SchülerWissen

Zusammen mit Hörforschenden entwickelte die IHJO ein Experimentierpaket zum Hörsinn für Schulklassen. Lehrkräfte können das SOUNDLAB ab sofort kostenlos ausleihen.

Einen Plausch mit der Kollegin führen, das klingelnde Handy im Raum verorten, sich von emotionaler Musik berühren lassen – all das wäre ohne den Hörsinn nicht möglich. Nicht nur ist der Hörsinn enger mit Emotionen verknüpft als das Sehen, auch die Verarbeitung des Hörens im Gehirn ist komplexer als bei anderen Sinnen. „Trotzdem kommt der Hörsinn im Schulunterricht oft nur am Rande vor“, sagt Anja Wübben, Mitarbeiterin im Teilprojekt „Schülerwissen“ der IHJO. Mit ihren Kolleginnen Sara Broda und Antje Ahrens möchte sie diese Lücke schließen: Gemeinsam mit Forschenden des Exzellenzclusters Hearing4all entwickelten sie das SOUNDLAB – eine mobile Unterrichtseinheit für Schulklassen.

Ein All-inclusive-Paket für Lehrkräfte

Das SOUNDLAB richtet sich an Jugendliche der Jahrgangsstufen 7 bis 10 von Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien. Es enthält Unterrichtmaterialien zu den vier Themenfeldern Schall, Aufbau des Ohres, Hörverarbeitung im Gehirn und Hörschädigungen, mit denen sich die Schüler_innen in Gruppenarbeit beschäftigen. Das SOUNDLAB orientiert sich an den Vorgaben des niedersächsischen Kerncurriculums und berührt Fächer wie Biologie, Physik sowie Werte und Normen. Je nach Bedarf lassen sich mit den Materialien eine Doppelstunde oder auch eine Projektwoche gestalten.

„Wir wollten für die Lehrkräfte eine Art All-inclusive-Paket schaffen“, erläutert Broda. Sie und ihre Kolleginnen haben daher ein Einführungsvideo mit allen wichtigen Informationen erstellt, das sich Schüler_innen und Lehrkräfte zu Beginn gemeinsam anschauen. Auch die übrigen Unterrichtsmaterialien sind selbsterklärend und können von den Jugendlichen selbstständig bearbeitet werden.

Kreativ werden mit Musik und Instagram

Besonders viel Wert legten die Macher_innen des SOUNDLABs auf kreative und multimediale Unterrichtsmaterialien. Daher beinhaltet das SOUNDLAB nicht nur klassische Arbeitsblätter, sondern beispielsweise auch Musikinstrumente wie Boomwhackers. Mit den farbigen Plastikröhren in verschiedenen Größen können die Jugendlichen unterschiedliche Töne produzieren. „So erfahren sie mehr darüber, wie Schall entsteht und was die Länge eines klingenden Gegenstandes mit seiner Tonhöhe zu tun hat“, erläutert Ahrens. Was die Jugendlichen theoretisch lernen, setzen sie anschließend kreativ um – mit dem Song „Pink Panther“, den sie gemeinsam mit den Boomwhackers spielen.

In multimedialer Form beschäftigen sich die Schüler_innen mit dem Thema Hörschädigungen: Hier präsentieren sie ihre Ergebnisse in einem Instagram-Post. Zuvor erhalten sie über Audiodateien einen Eindruck davon, wie Personen mit Hörschädigungen wie etwa einer Hochtonminderung oder mit einem Cochlea-Implantat die Welt wahrnehmen. Diese Dateien wurden von Forschenden des Exzellenzclusters Hearing4all speziell für das SOUNDLAB aufgenommen. Darüber hinaus überprüften die Wissenschaftler_innen alle Lehrinhalte des SOUNDLABs auf ihre Richtigkeit.

„Wichtig war uns, dass durch die multimedialen und kreativen Arbeitsmaterialien kein zusätzlicher Aufwand für die Lehrkräfte entsteht“, erläutert Wübben. Tablets, Boomwhackers, MP3-Player und Kopfhörer sind in Klassenstärke vorhanden und können von den Lehrkräften für bis zu zwei Wochen ausgeliehen werden.

 

Sensibilisieren für Hörschädigungen, Interesse wecken an MINT-Fächern

„Uns ist es ein wichtiges Anliegen, Jugendliche mit dem SOUNDLAB für das Thema Hören und Hörbeeinträchtigungen zu sensibilisieren“, erläutert Ansgar Rudolph, Geschäftsführer des Exzellenzclusters Hearing4all, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Mit der Beteiligung am SOUNDLAB verfolgten die Forschenden aber noch ein weiteres Ziel: „Wir wollen zeigen, wie vielfältig und spannend MINT-Fächer – also Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik – als berufliches Tätigkeitsfeld sein können“, so Rudolph.

Inwiefern diese Botschaft bei den Jugendlichen ankommt, fanden Broda, Wübben und Ahrens bei den Testungen des SOUNDLABs heraus. In acht Klassen an drei verschiedenen Schulen erprobten sie die Materialien. Auf der Grundlage der Rückmeldungen von Jugendlichen und Lehrkräften überarbeiteten sie anschließend das SOUNDLAB, bevor sie es fertigstellten. „Insbesondere die kreativen Aufgaben sprachen die Schüler_innen sehr an“, bilanziert Wübben. Eine Bilanz, die sie auch vor dem Hintergrund des Projektendes 2022 positiv stimmt. „Wir freuen uns, dass neben unseren weiteren OER-Materialien auch das SOUNDLAB dauerhaft für Schulen der Region zur Verfügung stehen wird.“

www.ihjo.de/soundlab

 

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Allgemein, KarriereWege, News

Für den Übergang von der Hochschule in den außerakademischen Arbeitsmarkt gibt es kein Patentrezept – aber viele Optionen und Perspektiven. Die Broschüre „Karriere und Wege“ bietet Orientierungshilfen und praktische Tipps.

„Und was kann man später mal damit machen?“ Die fünf Mitarbeiterinnen des Teilprojekts „Karrierewege“ der IHJO haben diesen Satz oft gehört. Mit Studienfächern wie Sportsoziologie, Bildungsmanagement oder Geographie wissen Ingrida Budininkaite, Andrea Klahsen, Greta Ruth Kottwitz, Dr. Jasmin Overberg und Mareike Schlenkhoff aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd die Suche nach einem geeigneten Berufsfeld sein kann. Über vier Jahre organisierten sie bei der IHJO Veranstaltungen und Beratungsangebote für Studierende und Promovierende in ähnlichen Situationen. Mit der Broschüre „Karriere und Wege. Tipps und Orientierung für Studierende und Promovierende“ präsentieren sie nun eine Quintessenz ihrer Erfahrungen. In Artikeln erläutern sie unter anderem, wie man sich ein berufliches Netzwerk knüpfen oder Initiativbewerbungen angehen kann. Ergänzt werden die Texte durch praktische Übungen, in denen die Studierenden und Promovierenden beispielsweise über ihre eigenen Berufswünsche reflektieren oder ihre Soft Skills weiterentwickeln können.

Von der Kopfstandmethode bis zur Praxisphase

„Wie wichtig ist dir dein Arbeitsort als Kriterium für die Berufswahl? Was bedeutet Heimat für dich?“ Mit solchen und ähnlichen Fragen laden die Autorinnen ihre Leser_innen dazu ein, ihre eigenen Wünsche zu konkretisieren. Alle, die weiterhin etwas ratlos zurückbleiben, fordern sie beispielsweise mit der „Kopfstandmethode“ auf, einmal die Perspektive zu wechseln und zu notieren, wie sie auf keinen Fall arbeiten wollen. „Dieser Ansatz hat schon bei einigen zu Aha-Erlebnissen geführt“, sagt Andrea Klahsen.

Den eigenen Blickwinkel erweitern sollen auch zahlreiche Texte, in denen ehemalige Teilnehmende oder Referent_innen von Veranstaltungen der IHJO zu Wort kommen. Dr. Marcella Fassio etwa, die über eine Praxisphase in einem Verlag während ihrer Promotion berichtet. Oder Etienne Légat, der neben seinem Studium ein Outdoor Escape Game entwickelte. „Wir freuen uns sehr, dass diese Personen uns geholfen haben, verschiedene Karriereoptionen greifbarer zu machen“, sagt Dr. Jasmin Overberg. Im Teilprojekt „Karrierewege“ organisierte sie Veranstaltungen für Promovierende wie die Gesprächsreihe „Should I stay or should I go“. Hier konnten Doktorand_innen von Personen aus der Praxis mehr darüber erfahren, was für vielfältige Möglichkeiten es für Promovierte in der Wissenschaft, aber auch beispielsweise in der Wirtschaft oder in Behörden gibt. Auch die Erfahrungen aus anderen Angeboten des Teilprojekts flossen in die Broschüre ein. Dazu gehören etwa einjährige Mentoringphasen, bei denen sich Studierende und Promovierende von Unternehmensvertreter_innen begleiten lassen konnten. Oder die Veranstaltungsreihe „Afterwork bei…“, die Studierende und Unternehmensvertreter_innen in einem lockeren Ambiente zusammenführte.

„Karriere“ neu definieren – und selbst aktiv werden

„Was jede_r einzelne unter dem Begriff Karriere versteht – das ist eine Frage, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Broschüre zieht“, sagt Ingrida Budininkaite. Das Ideal von einem geradlinigen Lebenslauf ohne Rückschläge oder Umwege komme in der Praxis seltener vor, als viele meinen. Ihre Leser_innen wollen die Autorinnen daher dazu anregen, den Begriff kritisch zu reflektieren und für sich persönlich zu definieren. „Das kann zum Beispiel auch bedeuten, eine scheinbar attraktive Führungsposition abzulehnen, weil sie nicht zu einem passt – oder ein Jobangebot im Ausland auszuschlagen, weil einem ein Arbeitsplatz in der Region wichtiger ist“, sagt Mareike Schlenkhoff.

Wer genauer weiß, wohin der eigene Weg führen soll, kann ihn dann auch aktiver planen. Wie wichtig Initiativbewerbungen dabei sind, haben die Autor_innen bei ihren Veranstaltungen immer wieder mitbekommen. Mit ihr zeigten Bewerber_innen nicht nur Eigeninitiative, sie passe auch zur Arbeitskulturen in agilen Unternehmen. „Meistens entstehen Bedarfe in der Personalplanung, bevor Ausschreibungen vorbereitet werden können“, weiß Mareike Schlenkhoff. Wenn sich dann Bewerber_innen mit einem geeigneten Stellenprofil meldeten, seien die Erfolgschancen hoch. Voraussetzungen sind hier natürlich eine intensive Beschäftigung mit dem Arbeitgeber und ein hoher Grad an Selbstreflexion. „Wenn unsere Broschüre dabei helfen kann, dann haben wir unser Ziel erreicht“, resümiert Greta Ruth Kottwitz.

Die Broschüre „Karriere und Wege“ kann unter https://karrierewege-ihjo.de/Karrierewege-Broschüre.pdf  heruntergeladen werden.

Bild: Das Team des Teilprojekts “Karrierewege” mit Matthias Glanz und Claas Wübbelmann von der Agentur schrift und form. Copyright: schrift und form.

 

 

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Allgemein, KarriereWege, News

Segel setzen mit der IHJO: „Karrierewege in der Region aufzeigen, eröffnen, gestalten“ am 16.09.2022 auf dem Segelschiff „Lissi“

Ein stürmischer Tag auf hoher See mit Schietwetter und thematischem Tiefgang: ein Ausflug mit der Großherzogin Elisabeth mal anders.

Auch in diesem Jahr hat die Großherzogin Elisabeth ihre Segel im Namen des Teilprojekts „KarriereWege“ der IHJO gehisst.

Neben der sehr engagierten Boardcrew waren dieses Jahr rund 30 Personen mit an Bord: Neben Studierenden und Promovierenden der Universität Oldenburg und der Jade Hochschule verbrachten auch Hochschulmitarbeitende und Unternehmensvertreter_innen den Nachmittag auf der LISSI.

Ein Kennenlernspiel nach den Bingo-Spielregeln, die Begrüßung durch Moderatorin Carola Schede und eine Sicherheitseinführung durch die Crew ließen die Teilnehmer_innen zunächst warm werden. Im Anschluss ging es in die thematische Einführung des diesjährigen Mottos „KarriereWege aufzeigen, KarriereWege eröffnen und Karrierewege gestalten“. Die drei Impulsgeberinnen Dr. Jasmin Overberg (IHJO), Mareike Schlenkhoff (IHJO) in Vertretung für Petra Zarrath (Pensum Bremen GmbH) und Birgit Novy (Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg) widmeten sich jeweils einem Schwerpunkt.

Dr. Jasmin Overberg ließ das Teilprojekt KarriereWege Revue passieren und verwies auf den zentralen Aspekt seiner Arbeit: Promovierenden und Studierenden verschiedenste Karrierewege aufzeigen und das anhand konkreter Personen – so genannter Role Models. Diese zeigen häufig anhand ihrer eigenen Biografie, dass vermeintlich strategisch geplante Karrierewege stark von Umwegen und Zufällen geprägt sind. Gleichzeitig schaffen ihre Erfahrungen Perspektiven für die Studierenden und Promovierenden und ermöglichen eine Transferleistung für den eigenen Karriereweg.

Petra Zarrath, die für den Vortrag von Mareike Schlenkhoff vertreten wurde, stellte die Wichtigkeit von beruflicher Orientierung schon während der Schulzeit und anhaltend im Studium in den Fokus. Während der Schule und des Studiums sollten zentral eingerichtete Anlaufstellen bestehend aus Beratung, Veranstaltungen zu Schlüsselkompetenzen sowie Seminarplanung organisiert werden. Auch regionale Unternehmen fordert sie auf, sich schon früh mit Hochschulen in Verbindung zu setzen und Studierende, die potentielle Mitarbeiter*innen sind, nicht als günstige Helfer*innen anzusehen, sondern in ihren Potentialen zu unterstützen. Generell sieht sie hier die Expertisen aller gefragt: Alumni, Professor*innen, Lehrende und Unternehmen sollten Berücksichtigung finden.

Birgit Novy verwies in ihrem Impuls zu dem Aspekt „Karrierewege gestalten“ auf die Herausforderungen im heutigen Personalwesen. Vor allem das Zusammentreffen und Arbeiten der „Baby Boomer“-Generation mit den Y- und Z-Generationen sieht sie teils als knifflig und teils als große Chance für alle Beteiligten. Laut Birgit Novy befinden sich die heutigen Studierenden in Hinblick auf den Arbeitsmarkt „im Paradies“. Es gibt eine große Auswahl an Ausbildungsplätzen und Recruiter_innen suchen händeringend nach Personal. Doch bei den jüngeren Generationen liegt nicht mehr ein sicherer Arbeitsplatz im Fokus, sondern es sind ganz andere Dinge: Sie sind gewillt, das Unternehmen nach zwei bis drei Jahren zu wechseln, wenn Wertschätzung, Sinnhaftigkeit sowie Förderung und Forderung fehlt. Gleichzeitig beobachtet Frau Novy, dass die älteren Generationen oft denken, dass die jungen Menschen ihr Wissen nicht schätzen. Dies muss aber nicht unbedingt der Fall sein. Sie appelliert deswegen an die ältere Generation: „Seid aufgeschlossen und zeigt, was ihr den Jungen mitgeben könnt!“. An die jungen Menschen richtet sie den Appell: „Gebt den Unternehmen eine Chance!“.

Nach den fachlichen Inhalten, wurden die Teilnehmenden in Kleingruppen geschickt, um die folgenden provokanten Thesen zu diskutieren:
• Soft Skills sind heutzutage wichtiger als Hard Skills,
• Die Attraktivität der Arbeitgeber_innen bemisst sich an flexiblen Arbeitsbedingungen, Benefits und dem Image in sozialen Netzwerken,
• Wer die Region noch nie verlassen hat, kann im Job keine wichtigen Impulse geben,
• Eine Karriere ist nur dann erfolgreich, wenn man bis 30 den finalen Weg eingeschlagen hat.

Zurück im Hafen von Elsfleth gingen die Teilnehmenden nach regem und gehaltvollem Austausch mit neuen Kontakten, erweiterten Erkenntnissen und der (druckfrischen) Broschüre von Bord.

Text: Greta Kottwitz

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Allgemein, News, SchülerWissen

Einen Ausflug in Richtung Weltall konnten Jugendliche der Cäcilienschule Wilhelmshaven Ende September erleben – zumindest indirekt: Sie schickten Stratosphärenballons in über 36 Kilometer Höhe und maßen dort Daten unter anderem zu radioaktiver Strahlung. Die IHJO unterstützte das Projekt mit fachlicher Expertise und finanziell.

Am 21. September um 10:55 Uhr war die Freude bei der AG „Strato-Fische“ der Cäcilienschule Wilhelmshaven groß: Endlich konnte sie zwei Stratosphärenballons starten lassen – ein Projekt, das die Jugendlichen der Jahrgänge 8 bis 12 ein halbes Jahr lang vorbereitet hatten. Etwa drei Stunden später bargen sie die Sonden der beiden Ballons. Nun beginnen die Schüler_innen damit, die gesammelten Daten auszuwerten. Denn der Ballonstart ist für sie kein Selbstzweck, sondern dient auch dazu, Wissen zu physikalischen Themen zu erweitern und anzuwenden.

Interesse an Naturwissenschaften steigern

Ebendieses Ziel – Interesse an den Naturwissenschaften wecken und fördern – verfolgt das Teilprojekt SchülerWissen der IHJO, das die Durchführung des Ballonstarts begleitete und finanziell unterstützte. „Für die Jugendlichen besorgten wir ein Versuchskit, das immer mehr Hersteller für Forschungseinrichtungen und Schulen, aber auch für Privatpersonen anbieten“, erklärt Dr. Wolfgang Wenzel. Der darin enthaltene Ballon wird mit Helium gefüllt und dehnt sich mit zunehmender Höhe immer weiter aus.

Um während des Flugs Daten zu erheben, wird an den Ballon eine Sonde angeschlossen – eine Styroporbox mit verschiedenen Geräten. Darunter sind in der Regel eine Digitalkamera, ein Thermometer und ein Gerät zur Messung des Luftdrucks. Die Schüler_innen maßen darüber hinaus die radioaktive Strahlung. „Außerdem befindet sich ein GPS-Tracker in der Sonde“, erläutert Wenzel. Er sendet bis zu einer Höhe von etwa 6.000 Metern über das Telekommunikationsnetz Daten zur Position des Ballons. „In etwa 36 Kilometer Höhe platzt der Ballon dann und die Sonde sinkt zurück zur Erde“, so Wenzel. Hierfür ist sie mit einem Fallschirm verbunden, um Unfälle bei der Landung zu vermeiden. Aufgrund der GPS-Daten kann das Team die Sonde nach der Landung wiederfinden.

 

Organisatorisches von Versicherung bis zu Luftsicherheit

Den Ballonstart nahmen die Jugendlichen unter der Leitung ihres Lehrers Thomas Eberhardt zum Anlass, naturwissenschaftliches Grundlagenwissen zu vertiefen. So berechneten sie beispielsweise die Fallgeschwindigkeit der Messsonde und überprüften ihre Ergebnisse anschließend, indem sie die Sonde am Fallschirm vom Dach der Schule zu Boden fallen ließen. Die Jugendlichen waren auch in die organisatorischen Arbeiten eingebunden, die Wenzel gemeinsam mit dem Lehrer koordinierte. So musste etwa der Start bei der Luftsicherheit angemeldet werden, um mögliche Kollisionen mit Flugzeugen zu vermeiden. Auch eine Versicherung für den Ballon musste die Gruppe abschließen.

Für den Start waren die Wetterverhältnisse am jeweiligen Tag entscheidend: Bei Wind aus der falschen Richtung hätte der Ballon in der Nordsee oder in Ballungsgebieten wie der Hamburger Innenstadt landen können, wo das Unfallrisiko zu hoch gewesen wäre. So musste der Start mehrere Male verschoben werden.

Datenauswertung unter anderem für „Jugend forscht“

Wenzel begleitete die Arbeit der Jugendlichen nicht nur, er nutzte auch die Gelegenheit, um technische Alternativen zu testen. „Fertige Ballonkits, die es auf dem Markt zu kaufen gibt, sind oft sehr teuer“, erläutert er. Daher wollte er Alternativen erproben: Die Sonde des zweiten Ballons stattete er mit einem Minicomputer, einem sogenannten Raspberry Pi, aus. „Auch mit ihm waren die Messungen möglich“, resümiert Wenzel – eine Erfahrung, die er mit anderen Lehrkräften teilen will. So plant er, detaillierte Informationen zu seinem Versuchsaufbau als Open Education Ressource (OER) zu veröffentlichen.

Auch die AG „Strato-Fische“ kann von Wenzels Ballonstart profitieren: Mit seiner Sonde erfasste er die Feinstaubbelastung in der Luft und stellte die Ergebnisse dem Team zur Verfügung. Für die Jugendlichen fängt nach dem erfolgreichen Start die Arbeit erst an: Die Messergebnisse wollen sie für den Wettbewerb „Jugend forscht“ auswerten.

 

 

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Allgemein, Innovation(s)Management, News

Der Oldenburger Innovationstag 2022 findet am 29. September statt. Er wird von der IHJO, dem C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg und der gemeinnützigen ZUKUNFT.unternehmen gGmbH ausgerichtet.

Neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten spielen auch ökologische und soziale Aspekte eine immer größere Rolle für das Handeln von Unternehmen – nicht zuletzt aufgrund aktueller Herausforderungen wie der Klima- und Energiekrise. Wie Unternehmen gleichzeitig nachhaltiger und innovativer werden können, ist Thema des Oldenburger Innovationstags 2022 am Donnerstag, 29. September. Er findet von 14:00 bis 19:00 Uhr bei der ZUKUNFT.unternehmen gGbmH (August-Hanken-Straße 24 in Oldenburg) statt. Interessierte können sich bis Montag, 26. September, unter https://www.eventbrite.de/e/oldenburger-innovationstag-2022-tickets-381033731147 anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Veranstaltet wird der Innovationstag von der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg!, dem C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg und der gemeinnützigen ZUKUNFT.unternehmen gGmbH

Eine Keynote, verschiedene Sessions und eine Podiumsdiskussion beleuchten das Thema aus wissenschaftlicher und unternehmerischer Perspektive. Dabei wird unter anderem das Projekt „Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst“ als Beispiel für nachhaltige Innovationen in Oldenburg vorgestellt. Die Teilnehmenden erfahren außerdem, wie Unternehmen mit einfachen Maßnahmen nachhaltiger agieren können und welche politischen Rahmenbedingungen es für betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement gibt. Wie die Verbindung von Nachhaltigkeit und Innovation in der Praxis umgesetzt werden kann, verraten Vertreter_innen von Unternehmen aus der Region wie der BTC AG, der CEWE Stiftung & Co. KGaA und der EWE AG. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum Austausch und Networking.

Bild: iStock: pickup

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Allgemein, Innovation(s)Management, News

Die Planung von Gebäuden ist komplex: Architekt_innen, Tragwerksplaner_innen, Fachleute für technische Gebäudeausrüstung und viele weitere Berufsgruppen sind in den Prozess eingebunden und müssen dafür Informationen austauschen. Die Methodik „Building Information Modeling“ (Bauwerksdatenmodellierung) kann dabei helfen und ist für bestimmte Projekte sogar gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem scheuen viele kleine und mittlere Unternehmen vor ihr zurück. Christian Heins, Mitarbeiter im Teilprojekt „Innovation(s)Management“ der IHJO, konzipiert und organisiert Planspiele, um Unternehmensvertreter_innen und Hochschulangehörigen die Methode nahezubringen.

Was normalerweise Monate oder sogar Jahre dauert, simulierten Architekturstudierende der Jade Hochschule in drei Tagen: Im März 2021 entwarfen sie in einem Planspiel ein neues Gebäude für die Jade Hochschule. In Gruppen von vier bis fünf Personen traten die Studierenden mit unterschiedlichen Konzepten gegeneinander an. Dabei übernahmen sie verschiedene Rollen, etwa die von Architekt_innen, Tragwerksplaner_innen oder Kostenverantwortlichen. Das Ziel war nicht nur, am Ende ein möglichst funktionales und schönes Gebäude zu entwerfen. Die Studierenden nutzten die Tage vor allem, um eine Methode für die Konzeption und Instandsetzung von Gebäuden zu erproben: Building Information Modeling (BIM), auf Deutsch Bauwerksdatenmodellierung.

Christian Heins, Innovation(s)Manager der IHJO, hat gemeinsam mit Gregor Grunwald, Professor im Fachbereich Architektur der Jade Hochschule, dieses und weitere BIM-Planspiele für Hochschulangehörige und Unternehmensvertreter_innen entwickelt und umgesetzt. BIM auf diese Weise anderen nahezubringen, ist sein großes Anliegen. Doch was verbirgt sich genau hinter BIM und warum ist es in der Architektur, im Ingenieur- und Bauwesen so wichtig?

Planungskollisionen vermeiden mit BIM

Bei der Planung von Gebäuden arbeiten die unterschiedlichsten Berufsgruppen zusammen. Entsprechend groß ist die Menge an Informationen, die zwischen ihnen ausgetauscht werden muss – und damit auch die Fehleranfälligkeit des gesamten Prozesses. „Bisher hat dabei jede Berufsgruppe eigene Pläne auf Papier angefertigt und mit den anderen Beteiligten ausgetauscht“, erläutert Heins. Missverständnisse oder Planungsfehler fielen so teilweise erst auf der Baustelle auf. Zum Beispiel, wenn technische Gebäudeplaner Lüftungsschächte eingeplant hatten, diese aber auf den Plänen der Architekten nicht zu sehen waren. Verzögerungen und Verteuerungen waren daher oft die Folge.

In der Arbeit mit BIM fertigen alle Berufsgruppen anstelle von 2D-Modellen virtuelle 3D-Modelle an. Bei regelmäßigen Treffen aller am Bau Beteiligten werden die unterschiedlichen Modelle wie transparente Folien übereinandergelegt. So können Kollisionen schnell erkannt werden.

Technik, Recht, Arbeitsabläufe: Hürden bei der Umsetzung

„BIM ist nicht nur praktisch, sondern inzwischen oft sogar gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Heins. So muss, gemäß des Stufenplans Digitales Planen und Bauen des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, BIM seit 2021 in Deutschland bei allen neu ausgeschriebenen Verkehrsinfrastruktur-Großbauprojekte eingesetzt werden. Dennoch scheuen viele Bauunternehmen und Ingenieurbüros davor zurück, die Methode im Arbeitsalltag einzusetzen. Zwar werden Arbeitsabläufe schneller und effizienter, wenn BIM erst einmal implementiert ist – doch der Weg dahin ist nicht immer einfach. Softwareprogramme müssen auf BIM angepasst und Mitarbeitende hierfür geschult werden. Auf kurze Sicht kann der Einsatz von BIM daher sogar Arbeitsabläufe verzögern. „Das stellt für viele Unternehmen aufgrund der aktuell guten Auftragslage ein Risiko dar“, sagt Heins.

Hinzu kommen rechtliche Bedenken, denn die Planungsbüros bürgen dafür, dass ihre Gebäude fachgerecht geplant sind. Das bedeutet, dass sie dafür belangt werden können, wenn wegen einer falschen Softwareanwendung Fehler auftreten.

Das BIM-Game: ein spielerischer erster Zugang

Für Heins ist klar: Diese Hürden lassen sich am besten spielerisch überwinden, indem die Teilnehmenden die Methodik in der Praxis ausprobieren. Doch wie kann so ein spielerischer Ansatz konkret aussehen? Eine Antwort auf diese Frage fand Heins an der Jade Hochschule im transnationalen Projekt „BIM Game“: Zwischen 2016 und 2019 arbeitete er mit Hochschulangehörigen und Unternehmensvertreter_innen aus ganz Europa an einem BIM-Planspiel.

Das Konzept, das im Projekt entstanden ist, entwickelt Heins seit 2020 als Innovationsmanager der IHJO weiter und setzte es in die Praxis um. Insgesamt vier BIM Games konnten er und Grunwald seitdem durchführen – für so unterschiedliche Zielgruppen wie Studierende, Unternehmensvertreter_innen und Angehörige von Handwerkskammern. Nicht nur der praxisorientierte Ansatz, auch der begrenzte Zeitrahmen helfen den Teilnehmenden beim Lernen, resümiert er. „Viele Teilnehmende werden so aufnahmefähiger und können die Ergebnisse später leichter wieder abrufen.“ An der Jade Hochschule sollen die Planspiele auch nach dem Projektende der IHJO in der Lehre verankert werden.

Foto: So oder so ähnlich können die Entwürfe aussehen, die bei BIM-Planspielen entstehen. Copyright: Marcel Pollmann

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Allgemein, News

Bei der Abschlussveranstaltung der IHJO im Oldenburger Schloss zogen die Projektverantwortlichen Bilanz und stellten vor, welche Transferformate nach Projektende fortgeführt werden.

„Einmal Weltmeister – immer Weltmeister. Frei nach diesem Motto bleiben die Universität Oldenburg und die Jade Hochschule auch nach Abschluss des Projektes ‚Innovative Hochschulen‘. Es ist beeindruckend, mit welchem Elan Sie gemeinsam in den vergangenen Jahren den Transfer verfolgt haben und was daraus erwachsen ist. Der Schub im Bereich der ‚Third Mission‘ wird weit über das Projekt hinauswirken.“ Mit diesen Worten eröffnete Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler vor über 120 Gästen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft die Abschlussveranstaltung der IHJO im Oldenburger Schloss. Thümler würdigte die Leistungen der IHJO auf ihrem Weg, den Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Hochschulen nachhaltig zu intensivieren, als „innovativen Meilenstein mit Ausstrahlung auf den gesamten Nordwesten Niedersachsens und darüber hinaus“.

Unter dem Motto „Wissen.schaf(f)t.Transfer“ präsentierten die Projektpartner im weiteren Verlauf der Veranstaltung die Ergebnisse aus fünf Jahren Zusammenarbeit. Auch eine Podiumsdiskussion stand auf dem Programm. Die IHJO war im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ mit rund 11 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Land Niedersachsen gefördert worden. Im Projektzeitraum 2018 bis 2022 war sie das einzige in Niedersachsen geförderte Vorhaben.

Die Bedeutung der IHJO: Bürger_innendialog, lebensbegleitendes Lernen und Wissenstransfer

„Wir als Hochschulen schaffen täglich Wissen, vermitteln Fähigkeiten und erforschen Zusammenhänge. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, konsequent neue Wege zu beschreiten, um mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber in den Dialog zu treten und sie an Forschung zu beteiligen. Das haben wir mit der IHJO in hervorragender Weise erreicht und damit aktiv die Innovationskraft der Region gefördert“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder. Der Präsident der Jade Hochschule, Prof. Dr. Manfred Weisensee, hob die Bedeutung des lebensbegleitenden Lernens hervor: „Es ist uns als Bildungseinrichtung wichtig, passgenaue Wissensvermittlung für alle Lebensphasen im Blick zu haben. Das Projekt ‚Innovative Hochschule Jade Oldenburg!‘ hat unser Spektrum in diesem Bereich nachhaltig erweitert, und wir werden nicht nur die Hochschule für die Gesellschaft weiter öffnen, sondern auch weiter aktiv in die Region hineinwirken.“

Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff, Vorstandsvorsitzender des Informatikinstituts OFFIS, fügte hinzu: „Wissenschaftstransfer in die Gesellschaft, aber auch in die Industrie, ist eine Brücke, die gebaut und gepflegt werden muss. Das ist der IHJO bemerkenswert gut gelungen. Dabei sind nachhaltige Strukturen entstanden, die auch in Zukunft von den Projektpartnern fortgeführt werden. Ich bin überzeugt, dass die IHJO stilgebend für Transferformate im Nordwesten ist und weiter sein wird.“

Angebote vom Digitallabor bis zum Science Truck

Die IHJO hat in den vergangenen fünf Jahren über 500 Veranstaltungen mit etwa 18.000 Teilnehmenden durchgeführt. Den Herausforderungen der Corona-Pandemie begegnete das Projekt mit neuen Formaten: So wurde der Science Truck im Sommer 2021 kurzfristig zu einem Impfmobil umgebaut, in dem über 4.500 Impfungen durchgeführt werden konnten. Zahlreiche Veranstaltungen fanden online statt, darunter beispielsweise Schulungen für Lehrkräfte zur Planung und Durchführung von digitalem Unterricht.

Anlässlich der Abschlussveranstaltung präsentierten Mitarbeitende der IHJO an unterschiedlichen Ständen beispielhaft, welche Transferformate rund um die Hochschulstudienorte Oldenburg, Wilhelmshaven und Elsfleth umgesetzt wurden. So zeigte etwa das Teilprojekt „SchülerWissen“ Lehrmaterialien und Experimente aus Veranstaltungen, mit denen Forschungsthemen aus den Hochschulen in die Schulen gebracht wurden. Den „Innovation(s)Campus“ mit mehreren 3D-Druckern, einem Digitallabor und Coworking-Spaces konnten die Gäste auf einer virtuellen Tour erkunden. Auf dem Schlosshof präsentierte sich der Science Truck, die mobile Forschungsplattform der IHJO.

Wie es nach Projektende weitergeht

Auch über die Projektlaufzeit hinaus werden Universität und Jade Hochschule zahlreiche Angebote weiterführen. In der Universität wird beispielsweise der Innovation(s)Campus weiterhin sowohl Hochschulangehörigen als auch Unternehmensvertreter_innen und Gründungsinteressierten zur Ideenfindung und Prototypenentwicklung zur Verfügung stehen. Die im Projekt entwickelten Angebote für Promovierende werden in das Portfolio der Graduiertenakademie und der Graduiertenschulen der Universität Oldenburg aufgenommen.

An der Jade Hochschule wird unter anderem das Mentoringprogramm fortgesetzt, in dem Unternehmensvertreter_innen Studierende in höheren Semestern bei der Berufsorientierung begleiten. Ebenfalls verstetigt wird das „BürgerLabor“. Mit Umfragen und Erhebungen lädt es Bürger_innen ein, sich an wissenschaftlicher Forschung zu beteiligen.

Unter der Marke „Innovative Hochschule Jade-Oldenburg!“ planen beide Hochschulen auch für die Zukunft gemeinsame Veranstaltungen und Angebote zum Ideen-, Wissens- und Technologietransfer.

Foto: IHJO/Hendrik Reinert.

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Vom Ausstellungskatalog bis zu Arbeitsblättern – zahlreiche Materialien aus Bildungsprojekten der IHJO sollen online als Open Educational Resources (OER) verfügbar gemacht werden. Anja Wübben, Mitarbeiterin im Teilprojekt SchülerWissen, erläutert, was OER sind und welche Anliegen die IHJO mit ihnen verfolgt.

Anja, was für Bildungsmaterialien stellt das Teilprojekt SchülerWissen online zur Verfügung?

Es handelt sich um Materialien, die bei unserer Zusammenarbeit mit Schulklassen oder unseren Veranstaltungen entstanden sind. Zum Beispiel haben wir im vergangenen Jahr die Ausstellung „Nachgefragt!“ im Schlauen Haus Oldenburg konzipiert und organisiert, bei der Forschende aus der Region Kinderfragen beantwortet haben. Alle Fragen und Antworten aus der Ausstellung finden sich im Ausstellungskatalog, der sich unter ihjo.de/schuelerwissen herunterladen lässt. Oft führen wir mit Schulklassen auch Projekttage oder -wochen zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen durch. In diesem Zusammenhang sind Arbeitsblätter, Bestimmungsbögen und Forschungshefte entstanden, die wir ebenfalls schrittweise verfügbar machen wollen.

Sind diese Materialien dadurch, dass sie frei heruntergeladen werden können, schon Open Educational Resources?

Ganz so einfach ist es nicht. Denn dass etwa ein Arbeitsblatt online heruntergeladen werden kann, bedeutet nicht automatisch, dass man es für die Öffentlichkeit nutzen und vervielfältigen darf. Open Educational Resources könnte man übersetzen mit „frei zugängliche Lehr-, Lern- und Forschungsressourcen“.

Unter welchen Bedingungen kann man OER nutzen?

Für offene Bildungsmaterialien gibt es verschiedene Lizenzen. Wer die Materialien erstellt, kann entscheiden, welche Lizenz er oder sie wählt und bestimmt damit, unter welchen Konditionen sie verwendet werden dürfen. Wir im Teilprojekt SchülerWissen veröffentlichen unsere Materialien meistens unter der Lizenz CC BY 4.0. Das heißt, dass andere unsere Materialien für alle Zwecke verwenden, vervielfältigen und auch selbst verändern dürfen – unter der Bedingung, dass wir als Urheber genannt werden.

Welche Vorteile bieten OER für Lehrkräfte?

OER sollen natürlich klassische Lehrbücher nicht ersetzen. Aber sie können sie ergänzen – zum Beispiel, wenn Lehrkräfte mit ihren Klassen eine Projektwoche zu Ökosystemen an der Nordseeküste durchführen wollen. Für solche regionalspezifischen Themen stellen die wenigsten Verlage Bildungsmaterialien her. OER haben für Lehrkräfte außerdem den Vorzug, dass sie die Materialien für ihre Zwecke anpassen, also zum Beispiel Bilder austauschen oder Textabschnitte hinzufügen können.

OER sind also darauf angelegt, dass sie immer weiterentwickelt und verbessert werden. Damit verbunden ist eine Kultur des Teilens: Was Lehrkräfte früher schon praktiziert haben, etwa indem sie selbsterstelle Arbeitsblätter an Kolleg_innen weitergegeben haben, wird jetzt in den digitalen Raum verlagert. Das hat auch den Vorteil, dass weitaus mehr Personen von den Arbeitsmaterialien profitieren können.

Warum engagiert ihr euch für das Thema OER?

Eine Kernaufgabe in der IHJO ist der Transfer: Wir wollen Wissen aus den Hochschulen in die Zivilgesellschaft bringen und Dialoge anstoßen – zum Beispiel zwischen Forschenden und Schüler_innen. Zu diesem Grundgedanken passt es sehr gut, dass wir unsere Materialien als OER zur Verfügung stellen, denn so können wir hoffentlich noch mehr Schulklassen erreichen als allein mit unseren Veranstaltungen. Zusätzlich sorgen wir so dafür, dass die Ergebnisse unserer Arbeit erhalten bleiben, auch wenn das Projekt Ende des Jahres ausläuft.

Wie geht ihr vor, wenn ihr OER erstellt?

Zunächst einmal haben wir lange überlegt, was für Materialien wir als OER zur Verfügung stellen wollen. Möglich gewesen wären ja zum Beispiel auch Apps oder ausschließlich Online-Materialien wie Quizze – doch einige Schulen sind technisch noch immer sehr schlecht ausgestattet. Letztendlich haben wir uns für einen Mix aus digitalen Materialien und solchen, die sich ausdrucken lassen, entschieden. So wollen wir möglichst viele Lehrkräfte und Schüler_innen erreichen.

Wenn ich an den Materialien arbeite, gehe ich dabei nicht grundsätzlich anders vor als bei anderen Arbeitsblättern, Postern oder Broschüren. Ich achte aber darauf, dass ich entweder meine eigenen Fotos oder frei lizenzierte Bilder verwende. Wichtig ist das auch bei der Auswahl der Schrift: Wir nutzen freie Schriftarten-Fonts, die man zum Beispiel auf Google Fonts finden kann.

Wichtig ist uns natürlich auch, dass unsere Materialen später von anderen gefunden werden können. Daher wollen wir sie nicht nur auf der IHJO-Homepage und auf dem Forschungstoolkit der IHJO veröffentlichen, sondern auch auf dem niedersächsischen Hochschul-OER-Portal “twillo”. Von dort wollen wir zu weiteren bekannten OER-Portalen für Lehrer_innen verlinken. Dabei achten wir darauf, gute Schlagworte für unsere Materialien zu finden, damit sie so einfach zugänglich wie möglich sind.

Was hast du selbst bei der Erstellung von OER gelernt?

Ich habe OER erst durch meine Arbeit bei der IHJO kennengelernt, musste mich also selbst erst einmal in das Thema einarbeiten. Dabei war ich überrascht wie viele freie Arbeitsmaterialien bereits verfügbar sind. Angesichts dieser Menge an OER ist es wiederum erstaunlich, dass die Community derer, die OER erstellen, relativ klein ist. Auch deshalb möchte ich das Thema OER bekannter machen und andere dafür begeistern.

Bild: Das inzwischen verbreitetste Logo für Open Educational Resources (Jonathasmello – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18460156).

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 Herausforderungen im Gesundheitsbereich gibt es viele. Beim Oldenburger Healthcare Hackathon taten sich Hochschulangehörige, Unternehmensvertreter_innen und Klinikmitarbeitende zusammen, um Lösungen zu entwickeln.

Wer psychisch erkrankt ist, braucht in den meisten Fällen schnell Hilfe – doch die Wartelisten der psychiatrischen Kliniken sind lang. Wie lässt sich die Übergangszeit sinnvoll überbrücken? Alke Schiller von der Jade Hochschule, Leonie Saskia ter Haseborg vom Klinikum Oldenburg und Sophie Grimme vom Informatikinstitut OFFIS entwickelten beim Oldenburger Healthcare Hackathon eine Idee: die App „We bridge“. Patient_innen, die auf einen Therapieplatz warten, erhalten Hilfe von einem digitalen Assistenten, der regelmäßig Daten zum Gesundheitszustand der Patienten abfragt und an Ärzt_innen in den Kliniken zur späteren Diagnostik weitergibt. Beim abschließenden Pitch überzeugte das Team die Jury: Es gewann den Preis für das beste Start-up-Potenzial.

In zwei Tagen vom Brainstorming zum Pitch

Schiller, ter Haseborg und Grimme waren drei von insgesamt etwa 20 Teilnehmenden am Healthcare Hackathon, den die IHJO, das Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Oldenburg und das Klinikum Oldenburg am 10. und 11. August gemeinsam ausrichteten. In einem vorherigen Kick-off-Event hatten Verteter_innen des Klinikums, des OFFIS und der Johanniter bereits vorgestellt, mit welchen Herausforderungen aus dem Gesundheitsbereich sie sich in ihrem Alltag beschäftigen. Hierzu entwickelten die Teilnehmenden beim Hackathon in Gruppen Lösungsansätze. Dabei bekamen sie Anregungen zur Ideenentwicklung, zum Brainstorming, zur Entwicklung von Prototypen und zur Pitch-Präsentation, die am Ende des zweiten Tages stattfand. Eine Jury aus Prof. Dr. Antje Wulff (Abteilung Big Data in der Medizin, Universität Oldenburg), Alexandra Wurm (Leitung GO! Start-up Zentrum) und Sabine Brase (Pflegedirektorin Klinikum Oldenburg) vergab Preise in den Kategorien „Größtes Start-up-Potenzial“, „Bester Prototyp“ und „Überzeugendster Pitch“.

Das Prinzip Hackathon

Das Konzept des Hackathons kommt ursprünglich aus dem IT-Bereich: Hier bezeichnet der Begriff Kurzveranstaltungen, bei denen Programmierer_innen für ausgewählte Herausforderungen Softwarelösungen entwickeln. Das Prinzip ist beim Healthcare Hackathon ähnlich, aber mit einem anderen thematischen Fokus: Technische Lösungen, Gründungsideen oder Ansätze für wissenschaftliche Forschungsprojekte sind gleichermaßen gefragt, wenn es um die Ideenentwicklung geht. In anderen deutschen Städten wie Mainz, Berlin oder Kiel sind Healthcare Hackathons in den vergangenen Jahren schon umgesetzt worden. In Oldenburg gibt es das Format in diesem Jahr zum ersten Mal, nachdem das Gründungs- und Innovationszentrum und das Klinikum mit dem Health Innovation Sprint im vergangenen Jahr schon ein Vorgängerformat organisiert hatten.

Interdisziplinäre Teams als Bereicherung

Müll vermeiden und Licht richtig managen im Krankenhaus, Pflegepersonal und pflegende Angehörige digital vernetzen oder digitale Ausbildungselemente in virtueller Realität anbieten – das waren nur einige der Herausforderungen, mit denen sich die Teilnehmenden beschäftigten. Unter ihnen waren Studierende und Promovierende genauso wie Unternehmensvertreter_innen und Pflegepersonal. „Diese Vielzahl an unterschiedlichen Sichtweisen und Herangehensweisen an die verschiedenen Themen ist ein großer Gewinn“, sagt Dr. Christiane Stehle, medizinischer Vorstand des Klinikums Oldenburg und Schirmherrin des Healthcare Hackathons. Andrea Klahsen, Mitarbeiterin im Teilprojekt Innovation(s)Werkstatt der IHJO, fiel besonders die gute Zusammenarbeit in den Teams auf: „Vor zwei Tagen kannten sich die Teilnehmenden untereinander noch gar nicht und jetzt präsentieren sie schon gemeinsam ihre Ergebnisse.“ Kim Körber, Vorstandsreferentin und Leiterin des Projektmanagements am Klinikum Oldenburg, ergänzte: „Es ist großartig zu sehen, wie die Teams interdisziplinär zusammenarbeiten und gemeinsam neue Ideen entwickeln.“

Mit ihrer Idee für die App „We bridge“ haben Schiller, ter Haseborg und Grimme eine Förderung des GO! Start-up Zentrums im Gesamtwert von 15.000 Euro gewonnen, um das Konzept weiterzuverfolgen. In welche Richtung sie es entwickeln wollen, wird die Zeit zeigen. Die Zukunft des Oldenburger Healthcare Hackathons hingegen ist schon klarer: „Wir wollen das Format auf jeden Fall in den nächsten Jahren weiter fortführen“, sagt Stehle.

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