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Allgemein, KarriereWege
Der vierte Termin der Reihe „Should I stay or should I go?! Deine Karrierewege mit Doktortitel außerhalb und innerhalb der Wissenschaft“ fokussierte das Tätigkeitsfeld „Kultur und Verwaltung“.

Was man für einen Karriereweg in diesem Bereich mitbringen muss und für wen sich das Berufsfeld besonders eignet, darüber informierten sich am 03. November acht Promovierende aus der Region. Dr. Wiebke Friedrich (Ansprechpartnerin für Unternehmensgründung und Innovationsförderung bei der Stadt Oldenburg), Dr. Ursula Warnke (Direktorin des Landesmuseums für Natur und Mensch Oldenburg) und Dr. Sarah Witte (Teamleitung im Bereich Bodenschutz bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen) berichteten zunächst aus ihrem Berufsalltag und beantworteten anschließend die Fragen der Promovierenden.

Die übergreifende Definition von „Karriere“ gibt es nicht – da sind sich die drei Role Models einig. Übergreifend wichtig sei für alle Promovierenden allerdings, eine persönliche Definition des Wortes „Karriere“ aufzustellen und auf dieser Basis nach einem passenden Tätigkeitsfeld zu suchen. Faktoren wie Freiheit, Sicherheit, Sinn oder Vergütung könnten dabei eine Rolle spielen. „Karriere gemacht zu haben, bedeutet für mich, da angekommen zu sein, wo ich immer hinwollte“ resümiert Dr. Ursula Warnke.

Netzwerken als Karrierebooster

Empfehlenswert sei das Knüpfen von Netzwerken schon während der Promotion. Tagungen, Fachverbände, Mentoring-Programme oder ehrenamtliche Tätigkeiten, die nebenbei noch das eigene Profil verfeinerten, seien dabei Gold wert, wissen die Role Models. Dabei kann es auch hilfreich sein, sich in Eigeninitiative auf dem außerakademischen Arbeitsmarkt umzusehen: Wo arbeiten Personen mit Doktortitel in Positionen, die meiner Definition von Karriere entsprechen? Diese Personen dann zu kontaktieren, sei eine niedrigschwellige Form des Netzwerkens. Dies bekräftigt Dr. Jasmin Overberg aus dem Organisationsteam der Reihe: „Bei der Konzeption der Reihe „Should I stay or should I go“ haben wir insgesamt eine sehr positive Resonanz der angefragten Role Models erlebt und eine große Offenheit festgestellt. Wir können Promovierende nur ermutigen, sich für den individuellen Karriereweg passende außerakademische Role Models zu suchen und sie um ein kurzes Gespräch zum Werdegang zu bitten.“

Weiterqualifikation: „Mit offenen Augen durch die Welt gehen“

Neben Netzwerken seien auch frühzeitige Weiterqualifikationen relevant: In der außerakademischen Berufswelt sei ein Mix aus fachlicher Qualifikation und Managementkompetenzen, z. B. Finanz- oder Personalplanung, und eine gewisse Interdisziplinarität gefragt. „Ich empfehle Promovierenden, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Manchmal ist man dann zur richtigen Zeit am richtigen Ort und es klappt mit dem Traumjob“, sagte Dr. Sarah Witte.

Im Job selbst sei die Promotion dann ausgesprochen hilfreich. Neben Effekten des Titels auf den Bewerbungserfolg und auf die Wahrnehmung der eigenen Kompetenz bei Kolleg_innen erwerbe man durch die Promotion auch wertvolle Skills für den außerakademischen Arbeitsalltag, weiß Dr. Wiebke Friedrich: „Promovierende lernen schon früh, Aspekte aus unterschiedlichen Standpunkten zu betrachten sowie strukturiert und analytisch vorzugehen. Das sind in meiner Tätigkeit – aber auch in vielen anderen Feldern – geschätzte Kompetenzen“.

Weitere Angebote der IHJO zur Karriereplanung

Die IHJO unterstützt Promovierende nicht nur beim Kompetenzaufbau und Netzwerken, sondern auch bei der frühzeitigen Weiterqualifizierung und der Frage nach dem eigenen Karriereziel. Aktuelle Angebote sind beispielsweise:

Experimente mit dem eigenen Leben?! Mit Life Design Thinking verschiedene Versionen meines Lebens testen
Diversity-Management – Unternehmenskultur interkulturell und inklusiv gestalten


Eine Möglichkeit, außerakademische Tätigkeitsfelder schon während der Promotion kennenzulernen, stellt außerdem die PraxisPromotion dar. Zum Netzwerken eignet sich das Mentoring-Programm.


Der letzte Termin der Kontaktseminarreihe findet am 12.01.2021 statt: Start Up & Freiberuflichkeit


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Bei Fragen zur Veranstaltungsreihe oder Interesse an den Angeboten für Promovierende im Teilprojekt KarriereWege wenden Sie sich an Dr. Jasmin Overberg (jasmin.overberg@uni-oldenburg.de) oder Andrea Klahsen (andrea.klahsen@uni-oldenburg.de).
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Unsere Gesellschaft ist mit großen Herausforderungen konfrontiert und unsere Zukunft wird maßgeblich durch Fortschritt und Innovation geprägt. Doch wie komme ich zu Innovationen und kann man sie planen? Welchen Einfluss haben Werkzeuge, Strukturen und Technologien auf Wandlungsprozesse? Wie viel Organisation ist nötig, wie viel Freiraum hilfreich und wie viel Führung erwünscht?

Um diese und weitere Fragen dreht sich die Veranstaltungsreihe Innovation(s)Management, die die Innovative Hochschule Jade-Oldenburg! gemeinsam mit den Expertinnen und Experten der einfach.effizient Treuhand Unternehmensberatung anbietet. In dieser Veranstaltungsreihe beleuchten wir mit unseren Gästen unterschiedliche Aspekte von Innovation und zeigen Ihnen praxisrelevante Methoden, Tipps und Beispiele auf. Gewinnen Sie in drei Veranstaltungen neue Eindrücke und Erkenntnisse, und lassen Sie uns gemeinsam diskutieren.

Veranstaltungstermine: jeweils mittwochs 16:00 – 17:00 Uhr

01.12.2021 „Loslassen! Der Weg zur Innovationskultur“ (Katrin Haas & Antje Bruhnke)
08.12.2021 „Methodisches Erfinden mit TRIZ“ (Prof. Dr. Martin Möhrle)
15.12.2021 „Innovation aus der Praxis: Deutsche Lichtmiete“ (Marco Hahn)

Die Veranstaltungsreihe ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl begrenzt. Die Zugangsdaten zur digitalen Veranstaltung erhalten Sie nach der Anmeldung kurz vor der Veranstaltung. Es besteht die Möglichkeit, an einzelnen Veranstaltungen teilzunehmen.

Bitte nutzen Sie das folgende Anmeldeformular.

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Allgemein, Innovation(s)Werkstatt

3D-Druckverfahren bieten große Chancen für den Mittelstand. Davon überzeugten sich regionale Handwerksbetriebe am Innovation(s)Campus, wo 3D-Drucker für Metall und Kunststoff zur Verfügung stehen.

Mangelnde Ersatzteilverfügbarkeit ist eine branchenübergreifende Herausforderung. Daneben bestehen teilweise aufwendige, individuelle Kundenwünsche. Mithilfe additiver Fertigung lassen sich dafür schnell und günstig direkt vor Ort Lösungen finden. Einblicke in die 3D-Drucktechnik und Tipps, wie der Einstieg in das Fertigungsverfahren erfolgen kann, erhielten regionale Betriebe beim „Dialog in der Innovation(s)Werkstatt – Additive Fertigung als Chance für Handwerk und Mittelstand“. Zu der Veranstaltung luden die Innovative Hochschule Jade-Oldenburg!, das Netzwerk Niedersachsen ADDITIGV und die Handwerkskammer Oldenburg am 16. September 2021 ein. Dabei konnten die Unternehmensvertreter_innen in Vorträgen mehr über den 3D-Druck erfahren. Außerdem informierte die IHJO in einem Rundgang darüber, wie das Verfahren in der Innovation(s)Werkstatt abläuft. Niedersachsen ADDITIV erklärte zudem, wie es Unternehmen bei der Planung und Durchführung von additiven Fertigungsverfahren unterstützt

„Grundlage für jeden 3D-Druck ist immer ein CAD-Modell“, stellte Prof. Dr.-Ing. Peter Wack von der Jade Hochschule klar. Obwohl es mittlerweile viele unterschiedliche Druckverfahren wie selektives Laserschmelzen (SLM), Stereolithographie (SLA) oder Fused Deposition Modeling (FDM) gibt, ist die Prozesskette bis zum fertigen Bauteil im Prinzip immer dieselbe. Eine Software zerlegt ein 3D erzeugtes CAD-Modell in einzelne Scheiben und erzeugt das Fertigungsprogramm für den 3D-Drucker. Dieser baut das Werkstück dann Schicht für Schicht in der jeweiligen Verfahrensform auf. Jedes Verfahren bringt Vor- und Nachteile mit sich.

Bei der Entscheidung, welches Verfahren für ein Projekt am besten geeignet ist, lässt man sich am besten zuvor beraten“, rät Prof. Wack. Eine kostenlose und herstellerneutrale Beratung bietet das Netzwerk Niedersachsen ADDITIV an. „Mit dem Angebot des Praxis-Check 3D-Druck begleiten wir Unternehmen bei der Realisierung ihres Vorhabens“, teilte Prof. Dr.-Ing. Henning Ahlers vom Netzwerk Niedersachsen ADDITIV in seinem Vortrag mit. Anschließend erläuterte Wilfried Schönbohm von Umbratec-System GmbH, wie sein Betrieb für Sicht- und Sonnenschutz bereits additive Fertigungsverfahren einsetzt.

Möglichkeiten zum 3D-Druck in der Innovation(s)Werkstatt der IHJO

Im Austausch mit der Wissenschaft können regionale Betriebe am Innovation(s)Campus eigene Konstruktionen mit 3D-Druckverfahren entwickeln. Es stehen SLA- und FDM-Kunststoffdrucker zur Verfügung sowie ein SLM Metalldrucker. Das Angebot der Innovation(s)Werkstatt geht über die reine Anfertigung eines Prototypens hinaus. Vorgeschaltet unterstützen Workshops, wie Design Thinking, die Ideengenerierung. „Der Einbezug von Hochschulangehörigen kann dabei neue, spannende Impulse für die Projektentwicklung geben“, teilte Andrea Klahsen vom Team der Innovation(s)Werkstatt mit. Zum Prototyping stehen unterschiedliche Materialien und Techniken zur Verfügung. Wenn mit Metall- oder Kunststoff gearbeitet werden sollen, ergänzt die hochwertige Ausstattung (u.a. CNC-Fräsmaschine, Drehmaschine und Schweißtisch) die vorhandenen 3D-Drucker.

Bei Interesse an den Angeboten der Innovation(s)Werkstatt wenden Sie sich gern an Andrea Klahsen (innovationswerkstatt@ihjo.de, 0441 798-5249).

Fotos: Reinert Fotodesign

 

 

 

 

 

 

 

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Karriere Coaching der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg!

Sie haben viele Ideen für den nächsten Schritt im Berufsleben und können sich nicht entscheiden? Nach dem Bachelor in den Beruf einsteigen oder lieber gleich den Master machen? Diese und weitere Fragen können Sie mit einem individuellen Coaching klären.
Die Innovative Hochschule Jade-Oldenburg! kann mit dem Karriere Coaching unterstützen:

Einzelcoaching-Angebote für Studierende, Absolventinnen und Absolventen

Das Einzelcoaching ist eine professionelle, vertrauliche und individuelle Beratung, in der Sie Ihre persönlichen Anliegen und Probleme und besprechen können. Ziel des Coachings ist es, Ihre Ressourcen und Fähigkeiten des Selbstmanagements zu aktivieren, erfolgreich einzusetzen und Sie in der Vorbereitung auf den Berufseinstieg zu unterstützen. Sie werden fähig, Ziele zu klären, Lösungen zu finden und eigene, stimmige Entscheidungen zu treffen.

Rahmenbedingungen und Terminvereinbarungen

Vor Beginn des Coachings erfolgt eine individuelle Beratung, in der die Anzahl der Sitzungen festgelegt wird, die Sie in Anspruch nehmen möchten. Pro Person sind maximal drei Coaching-Sitzungen von je 60 Minuten möglich. Das Coaching findet im vertraulichen Rahmen und mit absoluter Diskretion statt.
Sie können sich über unser Online-Formular für das Erstgespräch anmelden. Die Karriere-Coaches werden sich dann bei Ihnen per E-Mail melden und machen mit Ihnen einen individuellen Termin aus. Die Anmeldung wird verbindlich, sobald Sie unsere Bestätigung per E-Mail erhalten.
Dieses Angeot ist für Bachelor (ab 5. Fachsemester)- und Master-Studierende der Jade Hochschule und Universität Oldenburg kostenfrei.

Informationen zum Angebot finden Sie hier.

Die Coaches
Arite Heuck-Richter
Holger Götze
Stellwerk360°
Petra Zarrath

Ansprechpartnerin zum Angebot
Ingrida Budininkaite
Referentin für das Mentoring und Coaching Programm
ingrida.budininkaite@jade-hs.de
0441 7708 3464

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Allgemein, News, SchülerWissen

Wie wirkt sich der Klimawandel auf Ökosysteme an der Küste aus? Das erfuhren Schüler_innen und Referendar_innen in Veranstaltungen der IHJO.

Wer schon einmal eine Wattwanderung an der Nordseeküste unternommen hat, ist ihr sicher begegnet: der Pazifischen Auster mit ihren scharfen Kanten. Eigentlich ist das Wasser in der Nordsee für ihre Larven zu kalt. Daher rechnete niemand damit, dass sie sich ausbreiten könnte, als sie ab den 1960er Jahren für die Gastronomie kultiviert wurde. Steigende Wassertemperaturen aufgrund des Klimawandels sorgten aber dafür, dass ihre Larven sich entwickelten. Inzwischen gibt es von ihr in manchen Teilen des Wattenmeers etwa 2000 Exemplare pro Quadratmeter.

Die Ausbreitung der Pazifischen Auster ist nur ein Beispiel dafür, wie sich die Nordsee und die Küstenregionen durch die Klimaerwärmung wandeln. Weitere solche Veränderungen lernten Schüler_innen und Referendar_innen in Veranstaltungen der IHJO in diesem Sommer kennen. Zusammen mit der Nationalpark-Erlebnisstation Sehestedt bot die IHJO eine eintägige Fortbildung für Referendar_innen und eine mehrtägige Veranstaltung für Schüler_innen des Jahrgangs 12 an. Beide Gruppen erfuhren mehr über die Ökosysteme an der Küste und tauschten sich mit Expert_innen aus.

Lebensräume kennenlernen – theoretisch und praktisch

Sowohl für die Schüler_innen als auch für die Referendar_innen stand praktisches Arbeiten auf dem Plan. Sie entnahmen Proben im Watt, spülten und sortierten sie und bestimmten anschließend Tiere und Pflanzen, unter anderem Pfeffermuscheln, Herzmuscheln und kleine Wattschnecken. Mit Salzwiesen – also Wiesengebieten, die regelmäßig vom Meer überflutet werden – lernten die Referendar_innen zusätzlich einen weiteren Lebensraum an der Küste kennen. Auch hier bestimmten sie Pflanzen und ermittelten Umweltparameter wie zum Beispiel die Lichtintensität, die Windstärke oder den Kalk- und Salzgehalt des Bodens.


        

In der Fortbildung lernten die Referendar_innen die Salzwiese und das Watt als Lebensräume kennen. Unter dem Mikroskop untersuchten sie anschließend unter anderem Plankton.

Biologin Anja Wübben, Mitarbeiterin im Teilprojekt „Schülerwissen“ der IHJO, sowie Rüdiger von Lemm, Biologe und Leiter der Erlebnisstation Wattenmeer, halfen dabei, die Ergebnisse auszuwerten und lieferten Hintergrundinfomationen. Den Referendar_innen gaben sie Materialien wie Arbeitsblätter und Bestimmungsscheiben an die Hand, mit denen sie Unterrichtseinheiten an der Küste gestalten können. Darüber hinaus bekamen sie Anregungen für einfache Experimente. Die Schüler_innen lernten von Wübben und von Lemm beispielsweise mehr über das Plankton – winzig kleine Lebewesen, die essenziell für die Ökosysteme im Meer sind. Nicht nur ernährt sich ein Großteil der Meerestiere von ihnen, sie produzieren Sauerstoff und bilden daher gewissermaßen die blaue Lunge der Erde.

         

Auch die Schüler_innen erkundeten das Watt und lernten mehr darüber, in welchem Verhältnis die Lebewesen zueinander stehen. 


Den Klimawandel greifbar machen

Wie dieses Zusammenleben der Lebewesen an der Küste durch den Klimawandel aus dem Gleichgewicht geraten kann, erfuhren die Jugendlichen in einem Videovortrag von Prof. Dr. Helmut Hillebrand, Direktor des Helmholtz-Instituts für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg. Er berichtete unter anderem von Küstengebieten, die ähnlich wie Seen „umkippen“ können: Weil das Wasser an der Nordseeküste wärmer wird und Düngemittel aus der Landwirtschaft über Flüsse ins Meer kommen, entwickelt sich dort immer häufiger zu viel pflanzliches Plankton. Da es nicht vollständig gefressen werden kann, verrottet es und verbraucht Sauerstoff, der für andere Lebewesen wie Fische fehlt. Dazu kommt: Je wärmer das Wasser ist, umso weniger Sauerstoff kann sich darin lösen. Die steigenden Wassertemperaturen werden also doppelt zum Problem.

Unter dem Schlagwort „Move, adapt or die“ erläuterte Hillebrand, wie Lebewesen reagieren, wenn sich ihre Lebensumgebungen ändern: Einige passen sich an, etwa durch neue Genvarianten, die ihnen helfen, mit wärmeren Temperaturen umzugehen. Andere siedeln in neue Gebiete um, vor allem in nördlichere Gegenden, wo die Wassertemperaturen niedriger sind. Wieder andere sterben aus: Laut der „Roten Liste“ der Weltnaturschutzunion IUCN sind derzeit etwa 28 Prozent aller erfassten Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.

Wie die IHJO Schulen, Lernorte und Wissenschaftsinstitutionen zusammenbringt

„Sowohl die Schüler_innen als auch die Referendar_innen betonten, dass ihnen die Kombination aus praktischen Übungen und wissenschaftlichen Hintergrundinformationen dabei half, das Thema zu erschließen“, zieht Wübben Bilanz. Diese Mischung sei nicht nur pädagogisch sinnvoll, sondern diene auch dem Transfer: Mit den Veranstaltungen brachte die IHJO Schüler_innen, Multiplikator_innen, Forschende und außerschulische Lernorte zusammen. „Unser Ziel ist es, zwischen diesen unterschiedlichen Akteuren für Verständigung zu sorgen und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Schulen zu bringen“, sagt Wübben.

Dazu hat die IHJO auch in der Vergangenheit schon beigetragen: Unter anderem erkundeten Jugendliche bei Schülerakademien in den Jahren 2019 und 2020 auf Spiekeroog die Biotope der Insel. Für den nächsten Sommer plant Wübben bereits eine Neuauflage ihrer Veranstaltungen: Dann sollen nicht nur Schüler_innen wieder das Watt erkunden, sondern auch Referendar_innen den Lebensraum Moor kennenlernen.

 

 

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Allgemein, Innovation(s)Management, KarriereWege, News

Wo einst Fracht aus und nach Übersee transportiert wurde, kamen am 10. September insgesamt 24 Studierende, Forschende und Unternehmensvertreter_innen zusammen. Unter der Fragestellung „Wie wollen wir in der Region zukünftig leben und arbeiten?“ tauschten sie auf dem Segelschulschiff „Lissi“ richtungsweisende Ideen aus, knüpften Netzwerke und genossen bei perfektem Wetter die Aussicht auf die Wesermarsch. Das Event, das von den Teilprojekten „Innovation(s)Management“ und „KarriereWege“ organisiert wurde, zeigte: Der direkte Austausch zwischen den Hochschulangehörigen und der regionalen Wirtschaft ist unverzichtbar, um Bedürfnisse auf beiden Seiten auszuloten, Ideen für eine Zusammenarbeit zu entwickeln und so dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen.

„Nach dem Abitur sind die meisten meiner Mitschüler_innen in andere Bundesländer oder sogar ins Ausland gegangen. Auch ich habe mit dem Gedanken gespielt, die Region zu verlassen“, berichtete die Studentin Anna Riedel. Zum Glück sei es dazu nicht gekommen: Riedel entschied sich für eine Ausbildung als Bankkauffrau und für ein Duales Studium (Wirtschaftswissenschaften) an der Jade Hochschule. „Es lohnt sich, hier zu bleiben!“, resümierte sie. Dass viele junge Leute die Region verlassen, bekomme sie in ihrem Berufsalltag häufig zu spüren: Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen sinke.

(Nicht nur) diese Problematik war zentral am 10. September. Gunnar Barghorn, Geschäftsführer der Barghorn GmbH & Co. KG, eröffnete die Diskussion mit einem Statement, dem keine_r der Anwesenden widersprach: „Wer modern aufgestellte Unternehmen sucht, muss nicht auf IT-Unternehmen im Silicon Valley schauen, sondern kann sie auch in unserer Region finden!“. Doch wie können Unternehmen besser mit Absolvent_innen zusammenkommen? Wie profitieren Hochschulen und unsere Region voneinander? Und wie blicken die unterschiedlichen Gruppen auf aktuelle Entwicklungen wie zum Beispiel Home-Office oder Veränderung von Führung? Angeleitet durch eine Moderatorin diskutierten die Teilnehmenden in gemischten Gruppen diese und weitere Fragen.

Sinnhaftigkeit und Potentialentfaltung als Erfolgsfaktoren

Eine zentrale Erkenntnis der Diskutierenden: Unternehmen sind umso attraktiver, je mehr es ihnen gelingt, ihren Angestellten Sinnhaftigkeit in ihrer Arbeit zu bieten. Für junge Menschen, insbesondere im akademischen Umfeld, rücke zudem das Gehalt mittlerweile häufig in den Hintergrund. Flexible Arbeitszeiten, Familienfreundlichkeit, Zusatzleistungen (Betriebsrente, Verpflegung im Büro, Sportangebote) sowie eine transparente Kommunikation spielten neben der Sinnhaftigkeit eine übergeordnete Rolle. Prof. Dr. Appelt, die an der Jade Hochschule eine Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre innehat, betonte in ihrem einleitenden Impuls: „Unsere Region lebt von Unternehmen, die Mitarbeitenden Raum für die Potentialentwicklung und Verantwortung für Entscheidungen geben. Dadurch steigen das Engagement und die Motivation. Unternehmen werden dadurch gleichzeitig effizienter und effektiver.”

Das Für und Wider des Home-Office

Die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, wurde in den Diskussionen als ein wichtiger Baustein der aktuellen und zukünftigen Arbeitswelt gesehen. Indem die Arbeitswege wegfallen, sparen Mitarbeitende Zeit und Geld. Den Unternehmen eröffne das Home-Office Optionen, auch Mitarbeitende mit einem weiteren Anfahrtsweg einzustellen. Zudem könnten sie durch „shared desks“ Raummieten einsparen und gegebenenfalls einen Teil der Ersparnisse in Form erhöhter Gehälter weitergeben.

Nicht zu vergessen sei allerdings der soziale Faktor: Vielen Mitarbeitenden im Home-Office fehlten die physischen Treffen mit Kolleg_innen, der Austausch an der Kaffeemaschine und die Impulse aus zufälligen Begegnungen. Nicht zuletzt, um neue Mitarbeitende einzuarbeiten und ihnen einen guten Einstieg ins Unternehmen zu ermöglichen, müsse es auch analoge Möglichkeiten geben (zum Beispiel Willkommenstage vor Ort). Vielen Angestellten falle es außerdem schwer, Arbeit und Freizeit voneinander zu trennen. Durch kompetente Führung müsse die (digitale) Selbstverantwortung der Mitarbeitenden gestärkt werden, damit das Home-Office nicht durch Entgrenzung zu einer gesundheitlichen Gefahr durch Überlastung werde.

Wie Hochschulen und Arbeitgeber zusammenkommen

Bei der Zusammenarbeit von Hochschulen und Region sahen die Teilnehmenden die Kommunikation und das Netzwerken als elementar an: Damit berufliche Möglichkeiten und Unternehmensbedarfe vermittelt werden könnten, sollten die Hochschulen niedrigschwellige Austauschformate ermöglichen. Praktika sowie in Kooperation verfasste Abschlussarbeiten gelten nach wie vor als vielversprechende Einstiegsmöglichkeit. Wichtiger Erfolgsfaktoren für gute Kooperationen seien klare Ansprechpartner_innen an den Hochschulen sowie die Bereitschaft auf beiden Seiten, zu nehmen, aber auch zu geben.

Mareike Schlenkhoff, die als Referentin des Teilprojekts „KarriereWege“ das Format mitentwickelt und begleitet hat, bilanziert: „Anderthalb Jahre fanden unsere Netzwerkformate vor allem digital statt. Umso mehr haben wir uns über die lebendigen Diskussionen gefreut, die nur ein analoges Format bieten kann. Das Event war nicht nur für die Beteiligten zukunftsweisend, sondern hat auch uns als IHJO spannende Impulse für kommende Formate und Angebote mitgegeben“. Florian Grubitzsch, Innovationsmanager an der IHJO, fügt hinzu: „Dass wir die besondere Location der Lissi nutzen konnten, war ein großer Glücksfall und bleibt uns noch lange in positiver Erinnerung. Wir sind begeistert, dass die Veranstaltung bei allen beteiligten Gruppen so viel Anklang gefunden hat. Netzwerkevents dieser Art bleiben uns ein großes Anliegen“.

Einen Überblick über weitere Angebote und Veranstaltungen des Teilprojekts „Innovation(s)Management“ finden Sie hier; des Teilprojekts „KarriereWege“ hier.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an Andrea Klahsen (andrea.klahsen@uni-oldenburg.de) oder Carsten Meyer (carsten.meyer@jade-hs.de).


Foto: Vor dem Segelsetzen treffen Mitarbeiterinnen der IHJO (Ingrida Budininkaite, Mareike Schlenkhoff und Dr. Jasmin Overberg) letzte Vorbereitungen. Bild: Hendrik Reinert
Text: Dr. Jasmin Overberg

 

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Allgemein, Innovation(s)Management

06. September bis 08. September 2021

Die IHJO hat in Kooperation mit dem FB Architektur der Jade Hochschule die neue Lehrmethode für BIM, als digitales Planspiel, zum zweiten Mal durchgeführt. Dieses Mal wurde der Workshop für die Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen sowie für die Berufspraxis aus der freien Wirtschaft geöffnet und erfolgreich getestet.


Mit den BIM Games, digitale Planspiel für unterschiedliche Fachdisziplinen, vermitteln Prof. Dr. Gregor Grunwald und Christian Heins von der Jade Hochschule die vernetzte und digitale Planungsmethodik BIM. Building Information Modeling (BIM), zu Deutsch: Bauwerksdatenmodellierung, soll in Deutschland zum Planungsstandard für Bauprojekte und in der hochschulischen Ausbildung zu einem festen Bestandteil der Lehre werden. Weitere Informationen zu den Beweggründen und zum Aufbau der Planspiele finden Sie unter:

Erstes BIM Game “PING PONG”
Forschungsnotizen „Planen und Entwerfen als digitales Planspiel“

Mit der Veranstaltung „JADE Work“ wurde das BIM Game bereits ein zweites Mal durchgeführt und für Studierende aus dem Fachbereich Bauingenieurwesen und externe Teilnehmende geöffnet. Durch die Einbindung von Studierende anderer Fachbereiche und durch Mitspielende aus der freien Wirtschaft konnten die Realbedingungen des Spiels verschärft werden. Die hohe Interdisziplinarität in den Gruppen führte aufgrund zusätzlicher fachlicher Expertise zu neuen, detailreichen Impulsen, wohingegen die Externen ihrerseits von der Digitalkompetenz der Studierenden profitierten. Der große Erfolg des Planspiels motiviert es weiter zu entwickeln, die Veranstaltung fortzuführen und als einen festen Bestandteil in der Lehre zu verstetigen.

So verlief das Test-Planspiel

In Gruppen aus vier bis fünf Personen mussten unter nahezu realen Wettbewerbsbedingungen eine Campus Modell- und Metallbauwerkstatt für die Hochschule geplant werden. In jeder Gruppe wurden Verantwortlichkeiten aufgeteilt und den Spielenden unterschiedliche Rollen zugewiesen. Die Zusammenarbeit in der Gruppe erfolgte dezentral, direkt am 3D Modell. Die Arbeit fand in direkter Wettkampfsituation mit den anderen Gruppen statt und wurde gesteuert durch regelmäßige Bauherrengespräche. Dabei tickte die Uhr: Zwischenabgaben sowie die Kenntnis von Teilergebnissen anderer Gruppen erhöhten den Druck auf die Teilnehmenden. Ergebnisse mussten präzise und vor allem termingerecht geliefert werden. Dafür sorgte ein Arbeitsportal, das das gesamte Spiel steuerte, Prozessschritte gliederte und die jeweiligen Leistungen abfragte. So verflog die Zeit, für Besprechungen und Meetings waren die Konferenzräume rund um die Uhr geöffnet, um auf dem „8. Oldenburger BIM Tag digital“ schlussendlich drei spannende Entwürfe zu prämieren.

Die spielerische Wettkampfatmosphäre motivierte alle Teilnehmenden. Sie senkte die Angst vor der Anwendung neuer Techniken, schulte digitale Kommunikation und brachte Erkenntnisse über Nutzen und Leistung diverser digitaler Planungswerkzeuge. Die Intensität des Spiels ließ Grenzen zwischen virtueller und realer Kommunikation verschwimmen und führte zu einem in dieser Zeit so seltenen, intensiven Gruppenerlebnis.

Bereitgestellte Grundausstattung für alle Spielenden 

Modellierungs- und Visualisierungssoftware
webbasiertes Datenmanagement / Cloud / CDE
Kostenermittlungssoftware
Software zur Kollisionsprüfung
BCF Applikation
IFC Viewer

Entwurfsergebnisse


Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, ganz besonders bei den Externen, für die tollen Eindrücke und die leidenschaftliche Teilnahme.

 

Kontakt

Sofern Sie an einem solchen Weiterbildungsformat interessiert sind (unabhängig von Ihrer Fachrichtung), würden wir uns freuen, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Wenden Sie sich gerne an Prof. Dr.-Ing. Gregor Grunwald (gregor.grunwald@jade-hs.de) und Christian Heins (christian.heins@jade-hs.de).

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