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Allgemein, KarriereWege, News

Den Fokus in der Pandemie verloren? Mit dem Coaching „Mindful (Self-) Leadership – Dein fokussierter (Karriere-)Fahrplan nach der Pandemie“ möchte die IHJO ab dem 16. Mai Promovierende unterstützen, die eigene Karriereplanung (wieder) in den Blick zu nehmen. Dr. Jasmin Overberg (JO), Referentin PraxisPromotion, verrät im Interview, mit welchen Herausforderungen Promovierende konfrontiert sind und wie das Coaching ihnen helfen kann. 

 

IHJO: Wie ist die Idee für den Kurs „Mindful (Self-) Leadership – Dein fokussierter (Karriere-)Fahrplan nach der Pandemie“ entstanden?

JO: Wir vom Teilprojekt KarriereWege haben festgestellt, dass Promovierende von der Pandemie stark betroffen waren und mit vielfältigen Herausforderungen umgehen mussten – und immer noch müssen. Besonders Promovierende mit Kindern mussten schauen, wie sie neben Care Arbeit Zeit und Kraft für ihre Dissertation aufbringen konnten. Aber auch Promovierende ohne Kinder waren mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert.

Die Corona-Pandemie stellt eine große psychische Belastung dar: Der Austausch mit anderen, der gerade im Zuge einer Promotion wichtig ist, ist weggefallen. Konferenzen konnten nicht oder nur digital stattfinden. Für Personen, die in den Naturwissenschaften promovieren, waren Zugänge zu Laboren oder technischen Geräten nicht möglich. Dadurch hat sich eine Menge Arbeit angestaut. Aufgrund der erschwerten Bedingungen ist die Karriereplanung bei vielen in den Hintergrund gerückt. Daraus entwickelte sich der Wunsch, ein maßgeschneidertes Angebot für Promovierende und Post-Docs zu schaffen. Der Kurs „Mindful (Self-) Leadership – Dein fokussierter (Karriere-)Fahrplan nach der Pandemie“ berücksichtigt die vielen Unsicherheiten durch die Pandemie. Das Angebot soll einerseits helfen, den verlorenen Fokus wiederzugewinnen und andererseits dabei unterstützen, die Karriereplanung in den Blick zu nehmen.

 

IHJO: Warum nimmt das Format besonders Promovierende bzw. deren Karrierefahrpläne in den Blick?

JO: Um eine Promotion erfolgreich zu bewältigen, muss man sich sehr gut selbst organisieren. Das Forschungsprojekt aus eigener Kraft voranzutreiben, kann anstrengend sein. Diese Kompetenz wird nach Abschluss der Promotion auf dem außerakademischen Markt ein Vorteil sein – auch Selbstorganisation, Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz sind gefragte Kompetenzen. In der Pandemie dagegen wurde dieser Aspekt zu einer besonders großen Herausforderung. Denn auch wenn Promovierende sehr eigenständig arbeiten, ist der regelmäßige Austausch gewinnbringend und wichtig.

Wenn ich an meine eigene Promotion zurückdenke, stelle ich fest: Für mein Forschungsprojekt war ich alleine verantwortlich, aber vorangetrieben hat mich vor allem der Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Wenn ich ihnen Teile meiner Dissertation vorgestellt habe, wurde ich gezwungen, meine Gedanken zu ordnen und Inhalte verständlich zusammenzufassen. Das war eine wichtige Antriebsquelle für mich. Wer diesen externen Druck nicht hat, kann leicht den Fokus verlieren. Genau da möchten wir mit unseren Gruppencoachings ansetzen.

 

IHJO: Wie können sich Promovierende die Gruppencoachings konkret vorstellen?

JO: In insgesamt fünf Gruppencoachings im Abstand von drei bis vier Wochen werden 15 effektive Tools des Mindful (Self-) Leaderships vermittelt. Das Angebot wird online durch die Bremer Coaches von Ludewig.Team durchgeführt und ist für Promovierende und Postdocs kostenfrei. Die Reihe startet am 16. Mai; die Coaching-Termine erstrecken sich über einen Nachmittag – von 12 bis 18 Uhr. Im Grunde erlernen die Teilnehmenden, Achtsamkeit und Selbstfürsorge in Selbstführungsstrategien zu übersetzen, zu unterscheiden, was änderbar ist und was nicht, um so auch in unsicheren Situationen berufliche Perspektiven zu entwickeln.

Auf einer übergeordneten Ebene möchten wir zum Nachdenken anregen: Welche Herausforderungen habe ich in den letzten zwei Jahren gemeistert? Inwiefern habe ich meine Selbstführung auf ein anderes Level gebracht? Was bedeutet das für meine zukünftige Karriereplanung? Und wie kann ich die erworbenen Kompetenzen in der außerakademischen Praxis einsetzen? Was ich spannend finde, ist, dass man im Coaching erst einmal einen Blick zurückwirft. Zunächst nehmen die Teilnehmenden die Retrospektive ein und reflektieren, welchen Einfluss die Pandemie auf ihre Gefühle, Grenzen und die eigene Handlungsfähigkeit hatte. Eingebettet in Achtsamkeitsübungen setzen sich die Teilnehmenden Ziele für die Zukunft. Thematisiert werden außerdem Trends auf dem außerakademischen Arbeitsmarkt. Zum Abschluss der Reihe wird ein individueller Fahrplan für die kommenden Jahre entwickelt.

 

IHJO: Mit welchen Veränderungen der Arbeitswelt müssen Promovierende zukünftig umgehen?

JO: Ich glaube, dass die Arbeitswelt sich in Zukunft noch schneller verändern wird. Viele Promovierende – insbesondere jene mit Fächern, die mit keinem festen Berufsbild verknüpft sind – haben Bedenken, keinen Platz auf dem außerakademischen Arbeitsmarkt zu finden. Ich habe festgestellt: Es kommt nicht nur darauf an, welches Fachwissen eine Person mitbringt. Fast genauso wichtig sind überfachliche Kompetenzen, wie zum Beispiel die Motivation, sich konsequent weiterzubilden und offen für Neues zu sein. Die Pandemie war eine gute Übung dafür. Hier hilft es, einen Blick zurückzuwerfen und Erfahrungen zu reflektieren: Wie habe ich mich in der Pandemie verhalten? Inwiefern haben sich meine Kompetenzen entwickelt oder gefestigt? Daraus lassen sich wichtige Erkenntnisse ableiten, die in die Arbeitswelt transferiert werden können. Promovierende müssen also langfristig gut mit Veränderungen umgehen können. Wichtig ist auch eine hohe Bereitschaft, Lösungen für aktuelle Problemstellungen zu entwickeln.  

 

IHJO: Der Titel der Veranstaltung lautet „Mindful (Self-) Leadership – ein fokussierter (Karriere-)fahrplan nach der Pandemie“ – ist es auch okay, mal keinen Plan zu haben?

JO: Ja, auf jeden Fall. In anderen Formaten der IHJO berichten Role Models regelmäßig von ihren individuellen Karrierewegen nach der Promotion. Ich habe eine spannende Beobachtung gemacht: Von außen betrachtet wirken die Karrierewege sehr strukturiert und geplant. Letztendlich entspricht das aber nicht der Realität. Zufälle haben eine große Rolle gespielt. Rückwirkend betrachtet wirken manche Karrierewege bewusst geplant, in den wenigsten Fällen war dies Absicht. Die Role Models, die wir eingeladen haben, hatten nicht den einen konkreten Plan – und darum soll es auch in unseren Coachings nicht gehen. Es ist nicht notwendig, einen Schritt nach dem anderen zu planen und zu wissen, wo der Plan endet. Es geht eher darum, konkrete Rahmenbedingungen abzustecken, die auf dem Weg hilfreich sein können: Welche Werte vertrete ich? Welche Voraussetzungen muss mein zukünftiger Arbeitgeber mitbringen? Wichtig ist es, achtsam mit sich selbst zu sein und sich von anderen scheinbar stringenten Karrierewegen nicht stressen zu lassen.

 

IHJO: Wie fügen sich die Gruppencoachings in weitere Angebote der IHJO für Promovierende ein?

JO: Die Gruppencoachings können sowohl als Ergänzung zu anderen Formaten für Promovierende verstanden werden – als auch als separates Angebot. Das verbindende Element all unserer Formate ist die Frage „Was kann und was möchte ich nach der Promotion beruflich machen?“. Ganz neu ist der Fokus auf die Themen Achtsamkeit und (Self-) Leadership. Damit unterscheiden sich die Coachings von Angeboten wie die Reihe „Should I stay or should I go“, in denen es um das Kennenlernen von Karrierewegen, aber weniger um die eigene persönliche Entwicklung geht.

 

IHJO: Was nehmen Promovierende im besten Fall von den Gruppencoachings mit?

JO: Ich wünsche mir, dass die Teilnehmenden mit einem guten Gefühl aus den Coachings gehen. Wenn es uns gelingt, den inneren Antrieb der Promovierenden zu aktivieren, bin ich zufrieden. So einfach es auch erscheinen mag, sich mit der eigenen beruflichen Karriereplanung zu beschäftigen – in der Pandemie wurde uns viel abverlangt. Das Nachdenken über die Zukunft kann dabei helfen, Blockaden zu überwinden und neue Kraft für die Karriereplanung und die Arbeit am Promotionsvorhaben zu aktivieren. Außerdem möchten wir Promovierenden die Möglichkeit geben, sich untereinander auszutauschen. Es kann auch schön sein, wenn man hört: Anderen geht es ähnlich. In diesem Fall hoffe ich, dass sie sich vernetzen und Tipps miteinander teilen. Vielleicht entstehen ja auch Austauschmöglichkeiten über das Coaching hinaus. Das würde ich begrüßen.

 

Termine:

1. Modul: Montag, 16.05.2022

2. Modul: Mittwoch, 08.06.2022

3. Modul: Mittwoch, 13.07.2022

4. Modul: Montag, 15.08.2022

5. Modul: Mittwoch, 07.09. 2022

 

Hier können Sie sich für den Kurs “Mindful (Self-) Leadership – Dein fokussierter (Karriere-)Fahrplan nach der Pandemie” anmelden.

 

Bei Fragen zum Gruppencoaching oder Interesse an Veranstaltungen für Promovierende wenden Sie sich gerne an Dr. Jasmin Overberg (jasmin.overberg@uni-oldenburg.de).

Für mehr Informationen lesen Sie außerdem hier weiter: ihjo.de/karrierewege

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Allgemein, Innovation(s)Mobil, News

Ab Mai ist die mobile Plattform der IHJO wieder als Innovation(s)Mobil unterwegs.

 

Um Impfungen unkompliziert und direkt vor Ort zu ermöglichen, hatte die IHJO ihr Innovation(s)Mobil im Sommer 2021 zum ImpfMobil umgebaut. Der umgebaute Truck verfügte über zwei Impfstraßen, in denen täglich bis zu 120 Personen geimpft werden konnten.

An insgesamt sieben Standorten sind seitdem über 4.100 Personen geimpft worden. Die Impftermine haben jeweils in Kooperation zwischen der IHJO, lokalen Gesundheitsämtern und Impfzentren und Hilfsorganisationen wie dem Malteser Hilfsdienst oder der Johanniter-Unfall-Hilfe stattgefunden. Insgesamt 26 Tage lang ist das ImpfMobil im Einsatz gewesen.

Zuletzt war das ImpfMobil Ende März 2022 in Nordenham. Nun wird es zum Innovation(s)Mobil zurückgebaut, um für mobile Ausstellungen, Vorträge oder interaktiven Unterricht zur Verfügung zu stehen. Die nächsten Einsätze des Innovation(s)Mobils sind im Mai in Oldenburg und Bremen: Das Projekt AEQUIPA, an dem unter anderem Forschende der Jade Hochschule und des OFFIS – Institut für Informatik der Universität Oldenburg beteiligt sind, präsentiert Forschungsergebnisse zur Gesundheitsprävention bei älteren Menschen. Weitere Informationen und Termine zum Innovation(s)Mobil finden sich hier: https://ihjo.de/innovationsmobil/


Foto: Thomas Weber/ Picture-Weber – Varel

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Foto: Schwebfliege Gattung Helophilus (Dr. Rolf Niedringhaus)

Termin: 21.05.2022 – 10:00 – 17:00 Uhr

Veranstaltungsinhalte: Die Küsten-Ökosysteme zeichnen sich durch eine hohe Biodiversität aus. Grund genug, sich einmal ausführlich mit dem Thema Insekten in der Salzwiese zu beschäftigen.
In dieser Fortbildung werden Insekten und weitere Gliederfüßer in dem besonderen Lebensraum Salzwiese aufgespürt. Wo halten sich die Tiere in einem salzhaltigen, häufig extrem trockenen und mal überfluteten Standort auf? Auf den ersten Blick sind sie kaum zu entdecken. Besondere Spezialisten leben im Boden oder eng assoziiert mit Pflanzen, manchmal tummeln sich bis zu dreißig verschiedene Insektenarten als „Zweck-WG“ auf einzelnen Pflanzen.
Wir zeigen verschiedene Methoden, wie die faszinierenden Krabbeltiere unbeschadet gefangen und den unterschiedlichen Tiergruppen zugeordnet werden können. Neben Anekdoten und allgemeinen Informationen über die großen Insektenordnungen, besprechen wir deren Merkmale in Abgrenzung zu anderen Gliederfüßern, wie zum Beispiel ihren Körperbau und ihre Lebensweise.
Wir möchten allen Insekten-interessierten Anfängern einen Einstieg in die Insektenkunde bieten.
In diesem Kurs verfolgen wir das Ziel, dass alle Teilnehmenden im Anschluss selbsttätig die Insekten der Salzwiese auf Ordnungsebene bestimmen können und geben Anregungen, wie dieses Wissen in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten an interessierte Schüler_innen, Kursteilnehmer_innen und Gästen weitervermittelt werden kann.
Die Pflanzen der Salzwiese werden in dieser Veranstaltung nicht im Mittelpunkt stehen. Wir werden aber auch auf die unterschiedlichen Anpassungs-Strategien und auf Bestimmungsmerkmale zur Erkennung der Arten im Freiland eingehen.

Zielgruppe: Für Mitarbeitende der Nationalpark-Bildungseinrichtungen und des Nationalparks Wattenmeer, Bildungsmultiplikator_innen und Interessierte, Nationalpark-Führer_innen. Die Veranstaltung wird für die Re-Zertifizierung der ZNL (Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer_innen) anerkannt.

Hinweise: Bei dieser Veranstaltung ist wetterfeste Kleidung und für den Besuch der Salzwiese matschfestes Schuhwerk erforderlich. In den Pausen gibt es die Möglichkeit vor Ort Kaffee und Speisen im Strand-Imbiss zu kaufen. Jede_r Teinehmende verpflichtet sich, die zu dem Zeitpunkt in Niedersachsen geltenden Corona-Regeln einzuhalten.

Diese Veranstaltung wird gemeinsam mit dem Institut für Biologie der Universität Oldenburg (Dr. Rolf Niedringhaus), der Nationalpark Erlebnisstation in Sehestedt (Dipl. Biol. Rüdiger von Lemm) und der Nationalparkverwaltung „Niedersächsisches Wattenmeer“ (Dr. Benedikt Wiggering) durchgeführt.

Zur Veranstaltung

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Allgemein, Innovation(s)Management, News

Veranstaltung „Innovation(s)Dialog“ zeigte Perspektiven aus Wissenschaft und Unternehmen auf.

Welche Rolle können Roboter in Unternehmen heute und zukünftig spielen? Nehmen sie uns lästige Arbeiten ab oder vernichten sie Arbeitsplätze? Ist ihr Einsatz in kleinen und mittelständischen Unternehmen überhaupt sinnvoll? Und welche Möglichkeiten bieten Cobots – kollaborierende Roboter, die mit Menschen interagieren können? Um diese Fragen ging es bei der Online-Veranstaltung „Innovation(s)Dialog Jade-Oldenburg!“ des Projekts „Innovative Hochschule Jade-Oldenburg!“ (IHJO) in Kooperation mit der Roboterfabrik Wilhelmshaven am 8. März. Wie bereits bei den vorherigen Veranstaltungen der Reihe Innovation(s)Dialog tauschten sich Vertreter_innen aus Wissenschaft und Unternehmen aus: Olena Kuzmicheva, Professorin für Roboter- und Handhabungstechnik an der Jade Hochschule, ordnete das Thema wissenschaftlich ein. Wie der Einsatz von Cobots konkret aussehen kann, berichtete Christoph Wenk, Geschäftsführer der cwTec Gesellschaft für Werkzeug- und Maschinenbau mbH.

Vom Roboter zum Cobot – die Perspektive der Wissenschaft

Kuzmicheva stellte heraus, welche Vorteile Cobots gegenüber herkömmlichen Industrierobotern haben: Während letztere in menschenfreien Umgebungen immergleiche Aufgaben erledigen, sind Cobots flexibler einsetzbar. Sie können mit Menschen interagieren, von ihnen für diverse Aufgaben programmiert werden und an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden. Dennoch waren laut Angaben der International Federation of Robotics im Jahr 2019 nur knapp fünf Prozent der weltweit neu installierten Roboter in Unternehmen Cobots.

Die Gründe hierfür sind laut Kuzmicheva vielfältig: Trotz der Tatsache, dass die Cobots meistens auch ohne tiefergehende Programmierkenntnisse bedient werden können und deutlich benutzerfreundlicher sind als klassische Industrieroboter, existieren gerade bei kleineren Unternehmen zahlreiche Vorbehalte, die längst nicht mehr zutreffend sind. Darüber hinaus müssen bei der Arbeit mit Cobots viele Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Damit die Roboter direkt mit Menschen interagieren können, arbeiten sie zum Beispiel langsamer und stoppen automatisch, wenn ein unerwünschter Kontakt erfolgt. Dennoch muss für jede einzelne Anwendung eine umfangreiche Risikoanalyse durchgeführt werden, um sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Das bedeutet für Unternehmen ein nicht zu vernachlässigender Aufwand und schreckt vor dem Cobot-Einsatz ab. 

Effizienzgewinn und Sicherheitsaspekte – Erfahrungen aus der Praxis

Wie der Einsatz von Cobots in der Praxis aussehen kann, berichtete Christoph Wenk, Geschäftsführer der Firma cwTec, die seit dem Jahr 2016 mit einem Cobot arbeitet. Für den Cobot entschied er sich unter anderem deshalb, weil er anders als herkömmliche Industrieroboter nicht umzäunt werden muss und daher Platz spart. Die Kehrseite sind teilweise umfangreiche Sicherheitskonzepte. Dennoch hat sich der Einsatz des Cobots aus Wenks Sicht gelohnt: In bisher 1.500 Stunden bearbeitete der Roboter etwa 200.000 Teile, ohne nennenswerten Verschleiß. Mitarbeiter_innen nutzen den Cobot gerne im täglichen Einsatz, um sich wiederholende Aufgaben an den Roboter abzugeben.

Mehr für Robotik-Interessierte bei „Cobots in Action“ am 23. Juni

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass bei vielen Unternehmen im Nordwesten ein Informationsbedarf zum Thema besteht. An der Jade Hochschule gibt es das Projekt „Roboterfabrik“, um diesen Bedarf zu decken: Es sensibilisiert und informiert Unternehmen, Hochschulangehörige und Schüler_innen zum Thema Robotik. Mit „Cobots in Action“ findet am 23. Juni in Wilhelmshaven die nächste Informationsveranstaltung der Roboterfabrik statt.

Foto: Adobe Stock/Lukassek

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Allgemein, Innovation(s)Management

Die IHJO hat in Kooperation mit dem Institut für Datenbankorientiertes Konstruieren (IDoK) der Jade Hochschule vom 31. Januar bis 02. Februar 2022 den ansässigen Bauunternehmen spielerisch die Vorteile der Lean-Prinzipien und der Last Planer®Methodeim Bauwesen nähergebracht.  Lean Construction ist eine aus dem Toyota-Produktionssystem adoptierte Methode, um einen kontinuierlichen Prozess einzuführen, der den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks – von der Planung über die Bauausführung bis hin zur Nutzung – betrachtet. Unter der Leitung des Lean Professionals Instituts, in Persona Prof. Dr.-Ing. Melzner und Dr. René Huppertz, wurden den Teilnehmenden die Lean-Prinzipien vorab in theoretischen Ansätze vermittelt, um bspw. Verschwendung im Planungs- und Bauablauf zu vermeiden oder um die einzuhalten Kundenerwartungen zu erreichen. Durch die zyklische Wissensvermittlung, zwischen theoretischen Ansätzen und praktischer Anwendung, konnten die Teilnehmenden das erlangte Methodenwissen direkt an den physisch vorliegenden Modellen ausprobieren und sich innerhalb des Workshops somit sukzessive verbessern.  

Bei diesem Lean Game kamen erstmals unterschiedliche Bauunternehmen zusammen, um sich mit den gängigsten Methoden des Lean Construction vertraut zu machen. Basierend auf der theoretischen Wissensvermittlung, arbeiteten die Teilnehmenden zusammen, um schnellstmöglich ein Legohaus mit der Last Planer® Simulation oder eine Etage eines Hotels mit dem speziell dafür entwickelten Etagenmodell fertigzustellen.

Inhalte des Last Planner® Systems:

•      Kollaborative Planung und Ausführung der Beteiligten im Hochbau

•      Gesamtprozessanalyse,

•      Meilenstein- und Phasenplanung, 6 Wochenvorschau und kontinuierliche Verbesserung

•      5 Lean Prinzipien: Kundenmehrwert, Prozesse, Fluss, Pull und kontinuierliche Verbesserung

Inhalte des Taktplanungs und –steuerungs Workshops:

•      Verschwendungsarten im Bauwesen

•      8-Schritte der Taktplanung

•      Taktsteuerung

•      Good-Practice Beispiele

•      Ursachenanalyse (5W)

•      A3-Methode

•      Ordnung und Sauberkeit (5S)

•      Synergien von BIM und Lean Construction


So verlief die Last Planer® Simulation (Tag 1)

Das Ziel dieser Simulation war es, ein Legohaus sicherer, schneller, besser, günstiger und planbarer als mit den traditionellen Methoden des Projektmanagements zu bauen. Dafür wurde jedem Teilnehmenden vorab eine Rolle mit einer speziellen Aufgabe zugewiesen. Unter der Leitung von Dr. Huppertz wurde in einem ersten Durchlauf ein Legohaus unter den üblichen Rahmenbedingungen (Sicherheit, Zeit, Kosten) traditionell gefertigt, um im Anschluss mit den neu erlernten Methoden ein neues Legohaus fertigzustellen. Dieses Vorgehen zeigte den Teilnehmenden die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen, zeigte neue schlanke Wege, half beim Aufbau des Projektteams und demonstrierte die Vorteile in Bezug auf Versprechen und deren Einhaltung. Durch dieses Vorgehen wurde das Verständnis vermittelt, wie diese erfolgversprechende Methode in den Projekten umzusetzen ist und wie die Baubeteiligten davon profitieren können.

So verlief die Taktplanung und Taktsteuerung (zwei Tage)

Eine weit verbreitete Methode von Lean Construction ist die Taktplanung und Taktsteuerung, als getaktete Terminplanung, mit zeitlich abgestimmten und gewerkeabhängigen Arbeitsschritten. Die Methode der Taktplanung und -steuerung ist das zentrale Element zur Verbesserung von Qualität, Kosten und Termintreue. Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Melzner erlernten die Teilnehmenden, vorab theoretisch, wie durch Lean Construction eine erhöhte Termin- und Planungssicherheit erzielt und Termin- und Schnittstellenkollisionen reduziert werden können und wie durch Lean Construction eine hohe Transparenz in den Bauprojekten erreichen werden kann. Im Anschluss der theoretischen Wissensvermittlung erfolgte, wie bei der Last Planer® Simulation, das gelernte Wissen an einem eigens dafür entwickelten Etagenmodell anzuwenden. Das Etagenmodell repräsentiert ein Hotel, das es ermöglichte den Bauablauf nachzuspielen. Jede teilnehmende Person übernahm während der Simulation ein Gewerk (Trockenbau, TGA, Malerarbeiten, …). Nachdem ersten unkontrollierten Durchgang erfolgte zunächst eine IST-Aufnahme des aktuellen Leistungsstandes. In zwei weiteren Durchläufen wurde erst die Taktplanung (Tag 2) und zum Schluss zusätzlich die Taktsteuerung (Tag 3) eingeführt. Die Teilnehmenden erhielten so einen Einblick in den eigenen Leistungsstand und in die Zuverlässigkeit des Bauablaufes durch Lean Construction in der Praxis sowie zum möglichen Optimierungspotential.



Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die tollen Eindrücke und die leidenschaftliche Teilnahme.

Sofern Sie an einem solchen Weiterbildungsformat interessiert sind (unabhängig von Ihrer Fachrichtung), würden wir uns freuen, wenn Sie Kontakt mit Herrn Christian Heins (christian.heins@jade-hs.de) aufnehmen würden.

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